Studienlage / Psychiatrie / Sucht

Sucht

46 kuratierte Studien · 3 Schlüsselstudien · mechoulam.de

Die Evidenz ist zweischneidig. Einzelne Studien deuten darauf hin, dass Cannabidiol oder THC:CBD-Kombinationen Entzugssymptome und Verlangen lindern könnten, etwa bei Cannabis- oder Opioidabhängigkeit, während andere Daten Cannabis selbst als Risikofaktor für Abhängigkeit zeigten.

Bewertungsschema

Der Buchstabe bewertet die Qualität einer Studie, unabhängig vom Typ. Jeder Studientyp kann jede Note bekommen: auch ein Review kann B oder C sein, wenn er klein oder schwach ist, und ein RCT kann S sein. Die Note ist eine Synthese aus Studiendesign, Journal-Autorität und klinischer Verbindlichkeit:

S
Höchste Evidenz, große, methodisch erstklassige Studien oder S3-Leitlinien
A
Starke Evidenz, solide, aussagekräftige Studien mit klarem Ergebnis
B
Mittlere Evidenz, kleinere oder methodisch eingeschränkte Studien
C
Schwache Evidenz, vorläufige, indirekte oder widersprüchliche Befunde
D
Geringste Evidenz, explorative Hinweise, Einzelfälle oder Expertenmeinung

Qualitätsprofil je Studie

Links neben jeder Studie steht ein Profil aus vier Merkmalen, es zeigt die Unterschiede innerhalb einer Buchstaben-Klasse.

Größe
Teilnehmerzahl (RCT) bzw. eingeschlossene Studien (Review).
Verblindung
Doppelblind, einfachblind oder offen.
Effektstärke
Klarer Nutzen, gemischt, kein Nutzen oder Schaden.
Zitate / Jahr
Altersbereinigte Zitationshäufigkeit.

Schlüsselstudien

3
  1. 01
    S
    Young adult sequelae of adolescent cannabis use: an integrative analysis.
    Silins et al. ·2014 ·The Lancet Psychiatry
    Lesen
  2. 02
    S
    Pharmacotherapies for cannabis use disorder.
    Spiga et al. ·2025 ·The Cochrane database of systematic reviews
    Lesen
  3. 03
    S
    The efficacy and safety of cannabinoids for the treatment of mental disorders and substance use disorders: a systematic review and meta-analysis.
    Wilson et al. ·2026 ·The lancet. Psychiatry
    Lesen

Systematische Reviews und Meta-Analysen

Synthesen der RCT-Evidenz nach Cochrane- und PRISMA-Standards.

19
S
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Whiting et al. ·2015 ·JAMA
2103 mal zitiert

Cannabinoids for Medical Use

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 79 Studien
n = 6.462 Pat.
Kernaussage

Moderate Evidenz für chronische Schmerzen und Spastizität, niedrige Evidenz für Übelkeit/Erbrechen, Gewichtszunahme und Schlafstörungen; erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen.

Zusammenfassung

Umfassende JAMA-SR über 79 RCTs (n=6.462) zu medizinischem Cannabis; keine ausreichende Evidenz für Suchtbehandlung, moderate Evidenz für chronischen Schmerz/MS-Spastik; dokumentiert Abhängigkeitsrisiko und Entzugssymptome als Sicherheitsbedenken.

S
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Silins et al. ·2014 ·The Lancet Psychiatry
438 mal zitiert

Young adult sequelae of adolescent cannabis use: an integrative analysis.

Design
IPD-Meta-Analyse (3 Longitudinalstudien)
Stichprobe
k = 3 Studien
n = 3.765 Pat.
Kernaussage

Häufiger Cannabiskonsum im Jugendalter ist dosisabhängig mit weitreichenden negativen psychosozialen Folgen bis ins junge Erwachsenenalter assoziiert.

Zusammenfassung

IPD-Meta-Analyse aus 3 australisch-neuseeländischen Longitudinalstudien (N bis 3.765); täglicher Cannabiskonsum vor 17 Jahren assoziiert mit aOR=17,95 (95% CI 9,44–34,12) für spätere Cannabisabhängigkeit; dosisabhängige Risikosteigerung für alle untersuchten Adverse Outcomes.

S
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Spiga et al. ·2025 ·The Cochrane database of systematic reviews
7 mal zitiert

Pharmacotherapies for cannabis use disorder.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 37 Studien
n = 3.201 Pat.
Kernaussage

Keine der untersuchten Pharmakotherapien (THC-Präparate, N-Acetylcystein, Cannabidiol, Antikonvulsiva, Stimmungsstabilisierer) zeigte signifikante Wirksamkeit zur Abstinenz oder Reduktion des Cannabiskonsums im Vergleich zu Placebo.

Zusammenfassung

Cochrane SR zu Pharmakotherapien bei Cannabis Use Disorder; k=37 RCTs evaluiert. Primäre Outcomes: Abstinenz am Behandlungsende, Entzugssymptom-Intensität inkl. Craving, Nebenwirkungen (AE/SAE), Behandlungsabbruch wegen AE, Behandlungsabschluss. Vergleich: Medikation vs. Placebo/keine Medikation/andere Medikation bei Cannabis-Abhängigen.

S
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Wilson et al. ·2026 ·The lancet. Psychiatry
3 mal zitiert

The efficacy and safety of cannabinoids for the treatment of mental disorders and substance use disorders: a systematic review and meta-analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 54 Studien
n = 2.477 Pat.
Kernaussage

Cannabinoide zeigten begrenzte Wirksamkeit bei Cannabis-Entzugssymptomen, Schlafstörungen, Tic-Störungen und autistischen Zügen, aber keine signifikanten Effekte bei Angststörungen, Psychosen, PTBS und Opioid-Störungen; erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen allgemein.

Zusammenfassung

Systematische Review über k=54 RCTs (n=2.477) zu Cannabinoiden bei psychischen Störungen und Substanzgebrauchsstörungen. CBD+THC-Kombination reduzierte Cannabis-Entzugssymptome (SMD=-0.29, 95% CI -0.57 bis -0.02) und wöchentlichen Cannabis-Konsum (SMD=-1.00, 95% CI -1.69 bis unvollständig). 24 (44%) Studien mit hohem Bias-Risiko, Evidenz-Qualität für die meisten Outcomes niedrig (GRADE).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Brooke-Sumner et al. ·2026 ·Drug and alcohol review

Systematic Review and Meta-Analysis of the Prevalence of Substance Use Among Adolescents in South Africa.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 30 Studien
n = 120.041 Pat.
Zusammenfassung

Systematische Review + Meta-Analyse zu Substanzkonsum bei Adoleszenten <19 Jahre in Südafrika (k=30 Publikationen, n=120.041, Durchschnittsalter 16.1). Lifetime-Prävalenzen: Alkohol 35.09% (95% CI 23.83–48.30), Tabak 26.47% (14.56–33.01), Cannabis 10.47% (5.98–17.71); any substance use 13.05% (9.65–17.42). 12-Monats-Prävalenzen: Alkohol 17.45% (11.39–25.78), Tabak 11.57% (8.92–14.88), Cannabis 6.66% (4.82–9.13). Substanzielle Heterogenität über Studien (I² nicht numerisch berichtet).

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Bahji et al. ·2021 ·International Journal of Drug Policy
40 mal zitiert

Pharmacotherapies for cannabis use disorder: A systematic review and network meta-analysis.

Design
Systematische Review + Netzwerk-Meta-Analyse
Stichprobe
k = 24 Studien
n = 1.912 Pat.
Kernaussage

Einige Pharmakotherapien zeigen Wirksamkeit für einzelne Aspekte der CUD, jedoch ohne ausreichend robuste Gesamtevidenz für eine Standardempfehlung.

Zusammenfassung

NMA über k=24 RCTs (n=1.912, 74,9% männlich) zu Pharmakotherapien bei Cannabis-Use-Disorder; Nabilone (d=-4,47 [95% CI -8,15; -0,79]) und Topiramat (d=-3,80 [95% CI -7,06; -0,54]) reduzierten den Cannabiskonsum signifikant vs. Placebo; FAAH-Hemmer nur als nicht-signifikanter Trend (d=-2,30 [95% CI -4,75; 0,15], KI schließt 0 ein); Dronabinol verbesserte die Behandlungsretention (RR=1,27 [95% CI 1,02; 1,57]); keine robuste Evidenz für eine einzelne pharmakologische Erstlinientherapie.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Vuilleumier et al. ·2022 ·Frontiers in Psychiatry
14 mal zitiert

Cannabinoids in the Treatment of Cannabis Use Disorder: Systematic Review of Randomized Controlled Trials.

Design
Systematische Review
Stichprobe
k = 8 Studien
n = 667 Pat.
Kernaussage

Endocannabinoid-Modulatoren zeigten Wirksamkeit bei Cannabiskonsum und Abstinenz, während Cannabinoid-Rezeptoragonisten nur begrenzte oder keine Wirksamkeit aufwiesen.

Zusammenfassung

Systematische Review über k=8 RCTs (n=667) zu medizinischen Cannabinoiden bei Cannabis-Use-Disorder (CUD); Nabiximols, CBD und PF-04457845 reduzierten Cannabis-Konsum und verbesserten Abstinenz vs. Placebo; CB1-Agonisten (Dronabinol, Nabilon) zeigten nur begrenztes Wirkungspotenzial. Alle Substanzen gut verträglich.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Leung et al. ·2020 ·Addictive Behaviors
333 mal zitiert

What is the prevalence and risk of cannabis use disorders among people who use cannabis? a systematic review and meta-analysis.

Design
Systematische Review + Meta-Analyse
Stichprobe
k = 21 Studien
Kernaussage

Etwa ein Fünftel aller Cannabiskonsumenten entwickelt eine Cannabis-Use-Disorder, bei regelmäßig konsumierenden Jugendlichen steigt das Risiko auf ein Drittel.

Zusammenfassung

SR/MA über 21 Studien zu Prävalenz und Risiko von Cannabis-Gebrauchsstörungen (CUD) bei Cannabiskonsumenten: 22% (95% CI 18–26%) erfüllten CUD-Kriterien, 13% (10–15%) Cannabis-Abhängigkeit (CD). Kohortendaten zeigen, dass das Risiko, eine CD zu entwickeln, bei regelmäßigem (wöchentlichem/täglichem) Konsum auf 33% (22–44%) steigt; erhöhtes Risiko bei frühem Einstieg und häufigem Konsum in der Adoleszenz.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Petrilli et al. ·2022 ·The Lancet Psychiatry
217 mal zitiert

Association of cannabis potency with mental ill health and addiction: a systematic review.

Design
Systematische Review
Stichprobe
k = 20 Studien
Kernaussage

Hochpotentes Cannabis erhöht das Risiko für Psychose und Cannabis-Use-Disorder, während die Assoziation mit Depression und Angst inkonsistent bleibt.

Zusammenfassung

Systematische Review (k=20 Studien, 6 davon zu CUD) zu Cannabis-Potenz und Suchtrisiko; hohe THC-Konzentration gegenüber niedrig-potenter Ware konsistent mit erhöhtem Cannabis Use Disorder-Risiko assoziiert; Befund zu CUD am robustesten unter den untersuchten psychischen Outcomes (Psychose, Angst, Depression, CUD); Empfehlung zur Standardisierung von Expositionsmaßen für Folgestudien.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Bonaccorso et al. ·2019 ·NeuroToxicology
169 mal zitiert

Cannabidiol (CBD) use in psychiatric disorders: A systematic review

Design
Systematische Review (PRISMA)
Stichprobe
k = 27 Studien
Kernaussage

CBD zeigt begrenzte, aber potenzielle therapeutische Wirkung bei ausgewählten psychiatrischen Störungen, insbesondere Substanzkonsum, Psychose und Angst.

Zusammenfassung

Systematische Review (PRISMA), k=27 RCTs zu CBD bei psychiatrischen Störungen; Schlussfolgerung: vorhandene Evidenz für therapeutische Wirksamkeit bei Substanzgebrauchsstörungen (Sucht); begrenzte Datenlage erfordert größere RCTs zur Bestätigung.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Kondo et al. ·2020 ·Annals of Internal Medicine
57 mal zitiert

Pharmacotherapy for the Treatment of Cannabis Use Disorder: A Systematic Review.

Design
Systematische Review
Stichprobe
k = 26 Studien
Kernaussage

Keine der untersuchten Wirkstoffklassen (SSRIs, Buspiron, Cannabinoide) zeigte konsistente Wirksamkeit bei der Behandlung von CUD.

Zusammenfassung

Systematische Review (k=26 Trials, PROSPERO CRD42018108064) zu Pharmakotherapie der Cannabis-Gebrauchsstörung: moderate Evidenz, dass Cannabinoide die Abstinenzrate NICHT erhöhen (moderate SOE); niedrige Evidenz, dass Cannabinoide den Konsum nicht reduzieren (low SOE) und die Behandlungsretention nicht verbessern (low SOE). SSRIs: low-SOE-Evidenz für fehlende Wirksamkeit; Buspiron: keine Verbesserung der Outcomes. Kein konsistenter Nachweis erhöhten Schadens über alle Substanzklassen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Redonnet et al. ·2025 ·Addiction (Abingdon, England)
5 mal zitiert

Efficacy of cannabidiol alone or in combination with Delta-9-tetrahydrocannabinol for the management of substance use disorders: An umbrella review of the evidence.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 22 Studien
Kernaussage

CBD-Monotherapie zeigt keine Wirksamkeit für Substanzstörungen; CBD+THC-Kombination (Nabiximols) zeigt positive Effekte auf Cannabis-Entzug und Craving, aber die Evidenz für CBD allein ist begrenzt und unklar für Abstinenz und Reduktion von Cannabis-, Tabak-, Alkohol-, Opioid- und anderen psychoaktiven Substanzkonsum.

Zusammenfassung

Umbrella Review über k=22 systematische Reviews (davon 5 mit Meta-Analyse) zu CBD (allein oder mit THC) bei Substanzgebrauchsstörungen (Suche bis 15.10.2024); gemischte Evidenz für CBD-Monotherapie — KEINE überzeugenden Belege für Abstinenz, Reduktion oder Cessation bei Cannabis, Tabak, Alkohol, Opiaten; Nabiximols (CBD+THC) zeigte positive Effekte auf Cannabis-Entzugssymptome und Craving; CBD-Monotherapie nicht wirksam für SUD-Behandlung.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Costa et al. ·2026 ·Molecular psychiatry

Modulating the endocannabinoid system in alcohol use disorder: A translational systematic review and meta-analysis of preclinical and human studies.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 63 Studien
Zusammenfassung

Systematische Review & Meta-Analyse zu Endocannabinoid-System-Modulatoren bei Alkohol-Use-Disorder; k=63 präklinische und humane Studien. Präklinische Meta-Analysen: CB1R-inverse-Agonisten reduzierten Alkoholkonsum (SMD=-1.21), CBD ebenfalls (SMD=-0.70), CB1R-Agonisten erhöhten Konsum (SMD=+0.66). Humane Studien: inkonsistente, meist Null-Effekte; begrenzte Evidenz für neuere ECS-Modulatoren jenseits Rimonabant/CBD.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Pinquart et al. ·2026 ·Journal of studies on alcohol and drugs

Associations of Substance-Specific Parenting With Substance Use in the Offspring: A Meta-Analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 770 Studien
Zusammenfassung

Meta-Analyse zu substanz-spezifischem Elternverhalten und Substanzkonsum der Kinder; k=770 Studien. Permissive elterliche Einstellungen zeigten stärkste Assoziation mit Substanzkonsum (r=.222, 95% CI [.203, .240]), gefolgt von elterlichem Konsum (r=.157, 95% CI [.149, .165]) und elterlicher Substanzbereitstellung (r=.140, 95% CI [.083, .196]). Elterliche substanz-spezifische Kontrolle assoziiert mit niedrigerem Konsum (r=-.165, 95% CI [-.194, -.135]). Cross-lagged Analysen: sehr kleine bidirektionale Zusammenhänge.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Pini Alemar et al. ·2026 ·Journal of psychiatric research
1 mal zitiert

The association between major depressive disorder and cannabis use disorder: A meta-analysis and meta-regression analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 55 Studien
n = 3.279.774 Pat.
Kernaussage

Meta-Analyse zeigt starke bidirektionale Assoziation zwischen Major Depression und Cannabisstörung (MDD-Prävalenz bei CUD: 19-22%, CUD-Prävalenz bei MDD: 4,6-28,5% je nach Setting).

Zusammenfassung

Meta-Analyse + Meta-Regression zur bidirektionalen Assoziation MDD ↔ Cannabis Use Disorder (CUD); k=55 Studien, n=3.279.774 (454.547 mit CUD, 112.328 mit MDD). Current-MDD-Prävalenz bei CUD: psychiatrische Stichproben 19.24%, Community-Stichproben 21.65%. Current-CUD-Prävalenz bei MDD: psychiatrische Stichproben 28.45%, Community-Stichproben 4.61%. Meta-Regression: höhere MDD-Prävalenz bei älteren Populationen und ICD-10-Klassifikation (vs. DSM). Kein Publikationsbias (Egger's Test). Sensitivity-Analysen stabil.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Shafie et al. ·2025 ·Addiction biology
2 mal zitiert

The Potential Use of Cannabidiol in the Treatment of Opioid Use Disorder: A Systematic Review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 20 Studien
n = 74 Pat.
Kernaussage

CBD zeigt Versprechen als adjuvante Therapie bei Opioidabhängigkeit mit Reduktion von Craving und Angst in klinischen Studien, jedoch gemischte Ergebnisse in präklinischen Studien mit teilweise fehlenden Effekten.

Zusammenfassung

Systematische Review (k=20 Studien: 4 klinisch, 16 präklinisch) zu CBD bei Opioid-Use-Disorder (OUD); klinische Stichprobe n=74. Klinische Studien zeigten Reduktion von Craving und Linderung abstinenzinduzierter Angst unter CBD; präklinisch Hemmung von Entzugssymptomen und opioid-belohnenden Effekten im CPP-Paradigma (Ergebnisse gemischt). Qualitative Synthese wegen Outcome-Heterogenität; Bias-Risiko 'some concerns' (klinisch) bzw. 'unclear' (präklinisch). PROSPERO: CRD42023401446.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Khan et al. ·2020 ·Journal of Cannabis Research
96 mal zitiert

The therapeutic role of Cannabidiol in mental health: a systematic review

Design
Systematische Review
Stichprobe
k = 23 Studien
Kernaussage

CBD und Nabiximols zeigen je nach psychiatrischer Indikation moderate bis schwache Evidenz, mit stärkster Unterstützung für Cannabis-Gebrauchsstörung und Schizophrenie.

Zusammenfassung

Systematische Review (k=23 Studien); Grade B Empfehlung für CBD bei Cannabis-Entzug und moderater bis schwerer Cannabis-Gebrauchsstörung (CUD) — moderate Evidenz für Symptomlinderung; CBD-haltige Verbindungen effektiv bei Entzugssymptomen. Evidenzbasis erfordert größere RCTs.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
GBD 2016 Alcohol and Drug Use Collaborators. et al. ·2018 ·The Lancet Psychiatry
1558 mal zitiert

The global burden of disease attributable to alcohol and drug use in 195 countries and territories, 1990-2016: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2016.

Design
Systematische Analyse (GBD 2016, Bayesianische Meta-Regression DisMod-MR)
Stichprobe
Kernaussage

Alkohol- und Drogenkonsum tragen substanziell zur globalen Krankheitslast bei, gemessen in DALYs, YLDs und YLLs über 195 Länder.

Zusammenfassung

Globale epidemiologische SR (195 Länder, 1990–2016); Cannabis-Abhängigkeit: 22,1 Mio. Fälle (altersstandardisierte Prävalenz 289,7/100.000, 95%-UI 248,9–339,1); Drogen-attributable DALYs global 31,8 Mio. (95%-UI 27,4–36,6), entsprechend 1,3% aller DALYs; Krankheitslast steigt mit höherem Soziodemografischem Index.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Trigo et al. ·2018

Nabiximols combined with motivational enhancement/cognitive behavioral therapy for the treatment of cannabis dependence: A pilot randomized clinical trial.

Design
Stichprobe
n = 40
Zusammenfassung

Doppelblinde, placebokontrollierte Pilot-RCT mit 40 behandlungssuchenden cannabisabhängigen Patienten: bedarfsweise selbstdosiertes Nabiximols (THC/CBD, Sativex) vs. Placebo über 12 Wochen, jeweils kombiniert mit Motivations- und kognitiver Verhaltenstherapie. Nabiximols war gut verträglich, keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse, Nebenwirkungsraten ohne Unterschied zwischen den Armen. Der primäre Endpunkt Abstinenz zeigte keine signifikante Änderung; der Cannabiskonsum war unter Nabiximols reduziert (sekundär). Einschränkung: kleine Pilotstichprobe, primärer Wirksamkeitsendpunkt negativ.

Randomisierte Kontrollierte Studien

Wirksamkeits- und Sicherheitsbelege aus kontrollierten Interventionsstudien.

25
A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Mennis et al. ·2026 ·Drug and alcohol dependence
0 mal zitiert

Cannabis retail environment and treatment for cannabis use disorder.

Design
RCT
Stichprobe
n = 425 Pat.
Kernaussage

Die digitale Behandlung (PNC-txt) zeigte eine signifikant stärkere Wirkung zur Reduktion von Cannabiskonsum bei niedriger Exposition zu Cannabis-Einzelhandelsflächen im Aktivitätsraum, aber keine signifikante Moderation durch Wohnbereichsexposition.

Zusammenfassung

Sekundäranalyse einer RCT zu digitaler CUD-Behandlung (Peer Network Counseling-txt) bei jungen Erwachsenen (n=425, Alter 18-25). Indirekter Behandlungseffekt über Änderungsmotivation signifikant moderiert durch Cannabis-Retailer-Exposition im Activity Space (β=0.104, 95% CI: 0.010–0.197); Behandlungseffekt >3-mal stärker bei niedriger vs. hoher Retailer-Exposition. Keine signifikante Moderation durch Wohnumgebungs-Exposition (β=0.059, 95% CI: -0.020–0.137).

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Lintzeris et al. ·2019 ·JAMA Internal Medicine
104 mal zitiert

Nabiximols for the Treatment of Cannabis Dependence: A Randomized Clinical Trial.

Design
RCT (randomisiert, doppelblind, placebo-kontrolliert, multizentrisch)
Stichprobe
n = 128 Pat.
Kernaussage

Nabiximols reduzierte die selbstberichteten Cannabisgebrauchstage signifikant gegenüber Placebo (−18,6 Tage; p=0,02).

Zusammenfassung

RCT n=128 cannabis-abhängige Patienten; Nabiximols (bis 86,4 mg THC + 80 mg CBD/Tag) + Beratung vs. Placebo über 12 Wochen. Nabiximols-Gruppe signifikant weniger Tage mit illegalem Cannabis-Konsum: 35,0 vs. 53,1 Tage (Differenz 18,6 Tage, 95%-KI 3,5–33,7; p=0,02). Medikament gut verträglich.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Lintzeris et al. ·2020 ·Drug and Alcohol Dependence
29 mal zitiert

Cannabis use in patients 3 months after ceasing nabiximols for the treatment of cannabis dependence: Results from a placebo-controlled randomised trial.

Design
RCT (parallel-group, placebo-controlled)
Stichprobe
n = 128 Pat.
Kernaussage

Nabiximols reduzierte die Cannabiskonsumtage und erhöhte die Abstinenzrate noch 3 Monate nach Behandlungsende signifikant gegenüber Placebo.

Zusammenfassung

RCT n=128 (Nabiximols n=61 vs. Placebo n=67) bei Cannabis-Abhängigen, 12 Wochen + psychosoziale Intervention; Nabiximols-Gruppe verwendete Cannabis 6,8 Tage weniger/28 Tage (p=0,002, CI: 2,1–11,4) am Therapieende und 6,7 Tage weniger/28 Tage bei 24-Wochen-Follow-up (p=0,006, CI: 1,4–12,1); Abstinenzrate 23% vs. 9% (OR=3,0, CI: 1,1–9,1; p=0,035, NNT=8). Behandlungsvorteile persistierten >3 Monate nach Therapieende.

A
Größe
Verblindung Offen
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Baltes-Flueckiger et al. ·2025 ·Addiction (Abingdon, England)
4 mal zitiert

Effects of legal access versus illegal market cannabis on use and mental health: A randomized controlled trial.

Design
RCT
Stichprobe
n = 374 Pat.
Kernaussage

Schwache Evidenz für Reduktion von Cannabis-Missbrauch in der legalen Gruppe (10,1 vs. 10,9; p=0,052), aber keine statistisch signifikanten Effekte auf sekundäre Outcomes (Depression, Angst, psychotische Symptome).

Zusammenfassung

n=374 erwachsene Cannabis-Nutzende (Schweiz), randomisiert zu legalisiertem Apotheken-Zugang vs. illegaler Markt (6-Monate-Follow-up); Interventionsgruppe zeigte Tendenz zu niedrigerem CUDIT-R-Score (M=10.1 vs. 10.9, β=-0.69, 95% CI [-1.4 bis 0.0], p=0.052); Subgruppen-Analyse: signifikante Reduktion nur bei Nutzenden mit Polysubstanzgebrauch (p<0.001); keine signifikanten Unterschiede bei Depression, Angst, psychotischen Symptomen oder Konsummenge.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Freeman et al. ·2020 ·The Lancet Psychiatry
196 mal zitiert

Cannabidiol for the treatment of cannabis use disorder: a phase 2a, double-blind, placebo-controlled, randomised, adaptive Bayesian trial.

Design
Phase-2a-RCT (placebokontrolliert, doppelblind, adaptiv Bayesianisch)
Stichprobe
n = 82 Pat.
Kernaussage

CBD 400 mg und 800 mg reduzierten den Cannabiskonsum und erhöhten die Abstinenz signifikant gegenüber Placebo; CBD war gut verträglich ohne schwere unerwünschte Ereignisse.

Zusammenfassung

Erste RCT zu CBD bei Cannabis-Gebrauchsstörung (n=82, Lancet Psychiatry): CBD 400 mg vs. Placebo reduzierte THC-COOH:Kreatinin-Ratio um -94,21 ng/mL (95%-Intervall -161,83 bis -35,56) und erhöhte Abstinenz-Tage um +0,48/Woche (0,15–0,82); CBD 800 mg: -72,02 ng/mL (-135,47 bis -19,52). Posteriori-Wahrscheinlichkeit Überlegenheit vs. Placebo >0,9995 (400 mg) bzw. >0,9965 (800 mg). Keine schwerwiegenden Nebenwirkungen; 94% Therapietreue.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Allsop et al. ·2014 ·JAMA Psychiatry
263 mal zitiert

Nabiximols as an Agonist Replacement Therapy During Cannabis Withdrawal

Design
RCT
Stichprobe
n = 51 Pat.
Kernaussage

Nabiximols reduzierte signifikant die Schwere des Cannabisentzugs und verbesserte die Behandlungsretention, aber zeigte keinen Vorteil gegenüber Placebo bei der Reduktion des langfristigen Cannabiskonsums nach Medikamentenabsetzung.

Zusammenfassung

n=51 Cannabis-abhängige Patienten, Nabiximols (THC/CBD-Spray) vs. Placebo während Entzug; Nabiximols reduziert Entzugssymptome signifikant (Cannabis-Withdrawal-Scale: Differenz -10.5 Punkte, 95% CI -16.9 bis -4.0, p=0.002) und verbessert Therapie-Retention.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Hurd et al. ·2019 ·American Journal of Psychiatry
341 mal zitiert

Cannabidiol for the Reduction of Cue-Induced Craving and Anxiety in Drug-Abstinent Individuals With Heroin Use Disorder: A Double-Blind Randomized Placebo-Controlled Trial

Design
RCT
Stichprobe
n = 42 Pat.
Kernaussage

CBD reduzierte signifikant sowohl drogenassoziierte Craving- und Angstreaktion als auch physiologische Marker (Herzfrequenz, Cortisol) im Vergleich zu Placebo, mit protrahierten Effekten 7 Tage nach Exposition.

Zusammenfassung

Doppelblinde RCT bei drogen-abstinenten Personen mit Heroin-Use-Disorder (n=42). CBD (400 oder 800 mg täglich über 3 Tage) vs. Placebo reduzierte signifikant Cue-induziertes Craving und Angst im Vergleich zu neutralen Cues (akute Effekte nach 1h/2h/24h). Protrahierte Effekte 7 Tage nach letzter CBD-Gabe nachweisbar. CBD senkte zudem Cue-induzierte Herzfrequenz und Cortisol-Spiegel. Keine signifikanten kognitiven Effekte, keine schweren Nebenwirkungen.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Levin et al. ·2011 ·Drug and Alcohol Dependence
225 mal zitiert

Dronabinol for the treatment of cannabis dependence: a randomized, double-blind, placebo-controlled trial.

Design
RCT (randomisiert, doppelblind, placebo-kontrolliert)
Stichprobe
n = 156 Pat.
Kernaussage

Dronabinol steigerte die Therapieretention und reduzierte Entzugssymptome, zeigte jedoch keinen signifikanten Effekt auf Cannabis-Abstinenz gegenüber Placebo.

Zusammenfassung

n=156 cannabis-abhängige Erwachsene, 12-Wochen-DB-RCT Dronabinol 20 mg 2×/Tag vs. Placebo; primärer Endpunkt Abstinenz nicht signifikant (Dronabinol 17,7% vs. Placebo 15,6%); Therapieverbleib signifikant höher unter Dronabinol (77% vs. 61%, p=0,02); Entzugssymptome signifikant geringer (p=0,02).

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Levin et al. ·2016 ·Drug and Alcohol Dependence
105 mal zitiert

Dronabinol and lofexidine for cannabis use disorder: A randomized, double-blind, placebo-controlled trial.

Design
RCT (double-blind, placebo-controlled)
Stichprobe
n = 122 Pat.
Kernaussage

Die Kombination Dronabinol/Lofexidine war Placebo bei der Cannabisabstinenz nicht überlegen.

Zusammenfassung

n=122 Cannabis-abhängige Erwachsene, Dronabinol 20mg 3×/Tag + Lofexidine 0,6mg 3×/Tag vs. Placebo über 11 Wochen; kein signifikanter Unterschied in 3-Wochen-Abstinenz-Rate (27,9% Medikation vs. 29,5% Placebo); Kombination zeigte keine Wirksamkeit als Behandlung für Cannabis-Use-Disorder.

B
Größe
Verblindung Offen
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Elkrief et al. ·2023 ·Journal of substance use and addiction treatment
8 mal zitiert

Differential effect of cannabis use on opioid agonist treatment outcomes: Exploratory analyses from the OPTIMA study.

Design
RCT
Stichprobe
n = 272 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum war nicht signifikant mit Opioidgebrauch, Craving oder Entzugssymptomen assoziiert.

Zusammenfassung

Explorative Sekundäranalyse einer RCT (n=272 Patienten mit Opioid-Use-Disorder), randomisiert zu Buprenorphin/Naloxon vs. Methadon über 24 Wochen. Cannabis-Konsum (Mittelwert 2,3 Tage/Woche) zeigte keine signifikante Assoziation mit Opioid-Konsum (β±SE = -0,06±0,04; p=0,15), Craving (β±SE = -0,05±0,08; p=0,49) oder Entzugssymptomen (β±SE = 0,09±0,1; p=0,36). Bayes-Faktoren <0,3 unterstützten die Nullhypothese.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Mongeau-Pérusse et al. ·2021 ·Addiction
62 mal zitiert

Cannabidiol as a treatment for craving and relapse in individuals with cocaine use disorder: a randomized placebo-controlled trial.

Design
RCT (doppelblind, placebokontrolliert)
Stichprobe
n = 78 Pat.
Kernaussage

CBD 800 mg/Tag zeigte gegenüber Placebo keinen Effekt auf Kokain-Craving oder Rückfallhäufigkeit bei CUD.

Zusammenfassung

n=78 Erwachsene mit moderater bis schwerer Kokaingebrauchsstörung, CBD 800 mg/Tag vs. Placebo (10 Tage stationäre Entgiftung + 12 Wochen ambulant); Craving-Score-Anstieg CBD 4,69 vs. Placebo 3,21 (95%-CI: -0,33 bis 3,04; p=0,069); Rückfall-HR=1,20 (95%-CI: 0,65–2,20; p=0,51) — CBD reduzierte weder Craving noch Rückfallrisiko signifikant.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Lorenzetti et al. ·2025 ·Drug and alcohol dependence
1 mal zitiert

Brief mindfulness intervention for adults with cannabis use disorder: A randomised clinical trial.

Design
RCT
Stichprobe
n = 66 Pat.
Kernaussage

Die kurze Mindfulness-Intervention zeigte keine signifikanten Effekte auf Cannabis-Häufigkeit, -Menge, Craving oder andere sekundäre Outcomes.

Zusammenfassung

n=66 Erwachsene (18-56 Jahre, 19 weiblich) mit Cannabis-Use-Disorder (CUD), randomisiert 1:1:1 zu Mindfulness-Based Intervention (MBI, n=23) vs. Relaxation (n=21) vs. Control (n=22); mittlere Interventionsdauer 16 Tage. Primäres Outcome (Δ Cannabis-Nutzungstage baseline→follow-up): KEINE signifikanten Interventions×Zeit-Effekte (F=0.26, FDRp=0.86). Sekundäre Outcomes (Δ Gramm, Craving VAS, Mindfulness FFMQ, Relaxation VAS): ebenfalls keine signifikanten Effekte. Brief MBI zeigte KEINE Wirksamkeit zur Reduktion von Cannabis-Konsum bei CUD.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Brezing et al. ·2018 ·American Journal on Addictions
47 mal zitiert

Abstinence and reduced frequency of use are associated with improvements in quality of life among treatment-seekers with cannabis use disorder.

Design
RCT (doppelblind, placebokontrolliert)
Stichprobe
n = 62 Pat.
Kernaussage

Abstinenz und reduzierte Konsumfrequenz verbessern die Lebensqualität bei CUD, die Reduktion der konsumierten Menge in Gramm hingegen nicht.

Zusammenfassung

RCT (n=62, 11 Wochen, doppelblind) zu Lofexidin+Dronabinol bei Cannabis-Gebrauchsstörung (CUD); Abstinenz am Studienende signifikant mit höherer Lebensqualität assoziiert (F₁,₄₇=8,34, p=0,006); reduzierte Gebrauchstage ebenfalls signifikant (F₁,₄₇=9,48, p=0,004); kein Geschlechtsunterschied als Moderator.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Zimmermann et al. ·2024 ·Molecular Psychiatry
14 mal zitiert

Acute cannabidiol administration reduces alcohol craving and cue-induced nucleus accumbens activation in individuals with alcohol use disorder: the double-blind randomized controlled ICONIC trial.

Design
RCT (double-blind, placebo-controlled)
Stichprobe
n = 28 Pat.
Kernaussage

CBD-Gruppe zeigte signifikant niedrigere cue-induzierte nucleus accumbens Aktivierung und signifikant geringeres Alkoholverlangen nach Stress- und Alkohol-Cue-Exposition sowie während fMRI-Task im Vergleich zu Placebo.

Zusammenfassung

n=28 AUD-Patienten, doppelblinde RCT (ICONIC); CBD 800 mg Einzeldosis vs. Placebo. CBD reduzierte beidseitige cue-induzierte Nucleus-accumbens-Aktivierung (links: t=4.906, p<0.001, d=1.15; rechts: t=4.873, p<0.001, d=1.13) sowie Alkohol-Craving nach kombinierter Stress-/Cue-Exposition (F=4.516, p=0.043, eta=0.15) und im fMRI-Cue-Reaktivitäts-Task (F=6.665, p=0.015, eta=0.23). CBD-Plasmaspiegel korrelierten negativ mit Craving (r=-0.394, p=0.030).

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Morgan et al. ·2013 ·Addictive Behaviors
189 mal zitiert

Cannabidiol reduces cigarette consumption in tobacco smokers: Preliminary findings

Design
Pilot-RCT (randomisiert, doppelblind, placebo-kontrolliert)
Stichprobe
n = 24 Pat.
Kernaussage

CBD-Inhalation reduzierte den täglichen Zigarettenkonsum um ~40% gegenüber Placebo bei rauchstoppwilligen Rauchern.

Zusammenfassung

Pilot-RCT (n=24); CBD-Inhalator vs. Placebo bei Rauchern mit Nikotinentzugswunsch. CBD-Gruppe reduzierte Zigarettenkonsum um ~40% während der Behandlungswoche vs. keine Veränderung in Placebo-Gruppe; Effekt bei Follow-up partiell aufrechterhalten.

C
Größe
Verblindung Einfachblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Gilman et al. ·2022 ·JAMA Network Open
88 mal zitiert

Effect of Medical Cannabis Card Ownership on Pain, Insomnia, and Affective Disorder Symptoms in Adults

Design
RCT
Stichprobe
n = 269 Pat.
Kernaussage

Medizinische Cannabis-Karte führte zu verbessertem Selbstbericht von Insomnie-Symptomen, aber zu höherer Inzidenz und Schweregrad von Cannabis-Use-Disorder und keiner signifikanten Verbesserung bei Schmerz, Angst oder depressiven Symptomen.

Zusammenfassung

n=269 Erwachsene mit medizinischer Cannabis-Card, 12-Monats-Follow-up zeigt keine signifikante Verbesserung bei Schmerz, Insomnie oder affektiven Symptomen vs. Baseline; Risiko für Cannabis-Use-Disorder erhöht (12% entwickeln CUD).

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Carpenter et al. ·2009 ·American Journal on Addictions
89 mal zitiert

A preliminary trial: double-blind comparison of nefazodone, bupropion-SR, and placebo in the treatment of cannabis dependence.

Design
RCT (doppelblind, placebokontrolliert)
Stichprobe
n = 106 Pat.
Kernaussage

Nefazodon und Bupropion-SR zeigten gegenüber Placebo keine signifikante Wirkung auf Cannabiskonsum oder Entzugssymptome.

Zusammenfassung

RCT (n=106) zu Nefazodon vs. Bupropion-SR vs. Placebo bei Cannabis-Abhängigkeit; kein signifikanter Effekt beider Pharmaka auf Cannabisabstinenz oder Entzugssymptome. Wahrscheinlichkeit der Abstinenz nahm im Verlauf zu, jedoch unabhängig von der Medikation (negativer Befund).

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Bogenschutz et al. ·2026 ·Alcohol, clinical & experimental research
0 mal zitiert

Effects of cannabidiol in alcohol use disorder patients with and without co-occurring post-traumatic stress disorder: Tolerability but no evidence for efficacy in two randomized proof-of-concept trials.

Design
RCT
Stichprobe
n = 57 Pat.
Kernaussage

CBD zeigte gute Verträglichkeit, aber keine Überlegenheit gegenüber Placebo bei Trinkmengen, Craving, Stimmung, Angst oder PTSD-Symptomen in beiden Studien.

Zusammenfassung

Zwei Proof-of-Concept-RCTs zu CBD bei Alkoholabhängigkeit (AUD): Studie 1 (n=27, AUD ohne PTSD, CBD 600→1200 mg/d vs. Placebo, 8 Wochen), Studie 2 (n=30, AUD+PTSD, CBD 600 mg/d vs. Placebo, 6 Wochen). CBD gut verträglich, aber 22,6 % der CBD-Teilnehmenden mit dosislimitierenden Nebenwirkungen. Beide Gruppen zeigten große Reduktionen im Trinkverhalten (Cohen's dz>0,9), jedoch keine Überlegenheit von CBD gegenüber Placebo für Trinkmenge, Craving, Stimmung, Angst oder PTSD-Symptome (p n.s.).

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Meneses-Gaya et al. ·2021 ·Brazilian Journal of Psychiatry
57 mal zitiert

Cannabidiol for the treatment of crack-cocaine craving: an exploratory double-blind study

Design
RCT (doppelblind, placebo-kontrolliert)
Stichprobe
n = 31 Pat.
Kernaussage

CBD 300 mg/Tag reduzierte Craving und Entzugssymptome nicht signifikant stärker als Placebo.

Zusammenfassung

Exploratorisches RCT n=31 Männer mit Crack-Kokain-Abhängigkeit; CBD 300 mg/Tag vs. Placebo über 10 Tage; Craving-Werte sanken in beiden Gruppen signifikant über 10 Tage, aber kein signifikanter Unterschied zwischen CBD und Placebo (negativer primärer Endpunkt); kein Effekt auf Angst, Depression oder Schlafveränderungen.

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Hill et al. ·2017 ·American Journal on Addictions
59 mal zitiert

Nabilone pharmacotherapy for cannabis dependence: A randomized, controlled pilot study.

Design
RCT (Pilot, randomisiert, placebo-kontrolliert)
Stichprobe
n = 18 Pat.
Kernaussage

Nabilon 2 mg/Tag reduzierte den Cannabiskonsum nicht signifikant stärker als Placebo.

Zusammenfassung

Pilot-RCT (n=18 Erwachsene mit DSM-IV Cannabisabhängigkeit); Nabilon 2 mg/Tag vs. Placebo über 10 Wochen; beide Gruppen reduzierten Cannabiskonsum, jedoch kein signifikanter Unterschied zwischen Nabilon und Placebo (p nicht signifikant nach Selbstbericht und Urintest). Nabilon gut verträglich; 8 unerwünschte Ereignisse (alle mild–moderat) in der Nabilon-Gruppe vs. 6 in der Placebo-Gruppe; keine schweren UAW.

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Suzuki et al. ·2023 ·Frontiers in Psychiatry
12 mal zitiert

Impact of cannabidiol on reward- and stress-related neurocognitive processes among individuals with opioid use disorder: A pilot, double-blind, placebo-controlled, randomized cross-over trial.

Design
RCT (Pilot, Cross-over)
Stichprobe
n = 10 Pat.
Kernaussage

CBD reduzierte cue-induzierten Craving und attentionalen Bias signifikant, zeigte jedoch bei allen anderen untersuchten Outcomes keinen Effekt.

Zusammenfassung

Pilot-RCT (n=10) bei Opioid-Abhängigkeit (OUD) unter Buprenorphin/Methadon-Behandlung; CBD 600 mg Einzeldosis vs. Placebo reduzierte Cue-induziertes Craving signifikant (0,2 vs. 1,3, p=0,040) und Aufmerksamkeitsbias gegenüber drogenbezogenen Reizen (-80,4 vs. 100,3, p=0,041); keine Unterschiede bei anderen Outcomes.

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Trigo et al. ·2016 ·Drug and Alcohol Dependence
94 mal zitiert

Effects of fixed or self-titrated dosages of Sativex on cannabis withdrawal and cravings.

Design
RCT (Crossover, Proof-of-Concept)
Stichprobe
n = 9 Pat.
Kernaussage

Hohe Fixdosen von Sativex reduzierten Cannabis-Entzugssymptome signifikant, nicht jedoch das Craving.

Zusammenfassung

Proof-of-Concept-RCT (n=9 cannabis-abhängige Probanden, 8-Wochen ABACADAE-Crossover-Design): Sativex (THC/CBD 1:1, bis 108 mg THC/100 mg CBD) in hoher Fixdosierung signifikant besser als Placebo bei Reduktion von Cannabis-Entzugssymptomen (CWS/MWC), nicht jedoch bei Craving (MCQ). Selbst-titrierte niedrigere Dosen zeigten begrenzte Wirksamkeit gegenüber Fixdosen.

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Johnston et al. ·2014 ·Psychopharmacology
43 mal zitiert

Lithium carbonate in the management of cannabis withdrawal: a randomized placebo-controlled trial in an inpatient setting.

Design
RCT (doppelblind, Parallel-Gruppe)
Stichprobe
n = 38 Pat.
Kernaussage

Lithiumcarbonat reduzierte den Gesamt-Entzugsscore nicht signifikant gegenüber Placebo.

Zusammenfassung

RCT (n=38 cannabis-abhängige Erwachsene, stationäre Entzugsbehandlung 8 Tage); Lithiumcarbonat 500 mg 2×/Tag vs. Placebo. Primäres Outcome (Cannabis Withdrawal Scale Gesamtscore): kein signifikanter Gruppenunterschied (p nicht signifikant). Individuelle Symptome 'Alpträume/seltsame Träume', 'Appetitlosigkeit' und 'Magenschmerzen' unter Lithium signifikant reduziert. Negativstudie mit relevanter Entzugspopulation (n<60).

C
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Vandrey et al. ·2013

The dose effects of short-term dronabinol (oral THC) maintenance in daily cannabis users.

Design
Stichprobe
n = 13
Zusammenfassung

Doppelblinde, placebokontrollierte Crossover-Studie an 13 täglichen Cannabiskonsumenten, die über je 5 Tage 0, 30, 60 und 120 mg Dronabinol (orales THC) täglich erhielten. Dronabinol linderte die Cannabis-Entzugssymptome dosisabhängig und verursachte dabei nur wenige Nebenwirkungen und keine Einbußen der kognitiven Leistung; die subjektive Wirkung von gerauchtem Cannabis blieb unverändert, der cannabisbedingte Herzfrequenzanstieg wurde durch 60 und 120 mg abgeschwächt. Deutet auf einen möglichen Nutzen von Dronabinol zur Behandlung der Cannabis-Konsumstörung hin. Wesentliche Einschränkung: sehr kleine Stichprobe (n=13), kurze Behandlungsdauer.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Herrmann et al. ·2016

Effects of zolpidem alone and in combination with nabilone on cannabis withdrawal and a laboratory model of relapse in cannabis users.

Design
Stichprobe
n = 11
Zusammenfassung

Placebokontrollierte, gegenbalancierte Crossover-Studie mit 11 nicht behandlungssuchenden täglichen Cannabiskonsumenten (stationäres Labormodell) zu Zolpidem allein und in Kombination mit dem Cannabinoid Nabilon bei Cannabis-Entzug und einem Rückfallmaß. Beide Bedingungen verringerten entzugsbedingte Schlafstörungen, aber nur Zolpidem plus Nabilon reduzierte weitere Entzugssymptome. Wichtige Einschränkung: sehr kleine Stichprobe, nur Laborsetting, nicht behandlungssuchend.

Real-World-Evidenz und Beobachtungsstudien

Daten aus klinischer Versorgungspraxis, Registern und Pflichterhebungen.

2
A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Manthey et al. ·2021 ·The Lancet Regional Health - Europe
180 mal zitiert

Public health monitoring of cannabis use in Europe: prevalence of use, cannabis potency, and treatment rates

Design
Epidemiologische Surveillance-Studie (Register-Analyse, Längsschnitt 2010–2019)
Stichprobe
Kernaussage

Cannabis-Konsum, Behandlungsbedarf und THC-Potenz stiegen in Europa über das Jahrzehnt erheblich an, was auf wachsende Public-Health-Risiken hinweist.

Zusammenfassung

Europäische Surveillance-Analyse (27 EU-Länder + UK/NO/TR, 2010–2019): Prävalenz vergangener-Monats-Cannabiskonsum +27% (von 3,1% auf 3,9%) unter Erwachsenen; in 13 von 26 Ländern berichteten >20% der Konsumenten Hochrisiko-Konsummuster; Behandlungseintritte wegen Cannabisproblemen stiegen von 27,0 (95%-KI 17,2–36,8) auf 35,1 (95%-KI 23,6–46,7) pro 100.000 Erwachsene; THC-Gehalt in Cannabisharz verdreifacht (von 7,6% auf 24,1%).

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Budney et al. ·2003 ·Journal of Abnormal Psychology
445 mal zitiert

The time course and significance of cannabis withdrawal.

Design
Prospektive Beobachtungsstudie
Stichprobe
n = 18 Pat.
Kernaussage

Cannabis-Entzug erzeugt ein klinisch relevantes, zeitlich definiertes Entzugssyndrom mit Onset Tag 1–3 und Dauer 4–14 Tage.

Zusammenfassung

50-tägige ambulante Studie (n=18 aktive Konsumenten + n=12 Ex-Konsumenten): Cannabis-Entzugssyndrom mit Beginn typischerweise Tag 1-3, Gipfel Tag 2-6, Dauer 4-14 Tage; Symptome: Aggression, Angst, Appetitverlust, Gewichtsverlust, Reizbarkeit, Schlafprobleme, Magenschmerzen. Zeitverlauf und Ausmaß vergleichbar mit Tabak- und anderen Entzugssyndromen.

Laufende & kommende Studien

Laufende Studien befinden sich in der Erprobungsphase und sind kein Beleg für Wirksamkeit oder Sicherheit. Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken.

10
  • NCT07434895 ClinicalTrials.gov Repeated CBD Administration and Cannabis Outcomes Rekrutierung Early Phase 1 Start: 2026-06
  • NCT06395467 ClinicalTrials.gov Integrated Treatment for Enhancing Growth in Recovery During Adolescence Rekrutierung Start: 2024-11
  • NCT04516057 ClinicalTrials.gov Nabilone for Agitation Blinded Intervention Trial Rekrutierung Phase 3 Start: 2021-02
  • NCT07379736 ClinicalTrials.gov Online Brief Advice Intervention for Heavy Cannabis Users Rekrutierung Start: 2025-10
  • NCT06084520 ClinicalTrials.gov Translation and Validation of the COMM and ASI-SR Rekrutierung Start: 2023-12
  • NCT07001930 ClinicalTrials.gov Effects of Cannabidiol on Stress and Nicotine Withdrawal Rekrutierung Phase 1 Start: 2025-08
  • NCT06393101 ClinicalTrials.gov The Effects and Mechanisms of a High CBD Cannabis Extract (BRC-002) for the Treatment of Pain and Health in Complex Regional Pain Syndrome Rekrutierung Phase 1 Start: 2024-06
  • NCT06526208 ClinicalTrials.gov Investigating a Marijuana-based Compound as a Treatment for Anxiety in Autistic Adults Rekrutierung Phase 2 Start: 2025-05
  • NCT06920238 ClinicalTrials.gov Use of a Generative AI (Gen-AI) Chatbot for Anxiety and Depression Among Persons With Cannabis Use Rekrutierung Phase 1 Start: 2025-04
  • NCT06907979 ClinicalTrials.gov Cannabis and Processing Emotions Study Rekrutierung Start: 2026-01