Studienlage / Onkologie/Palliativ / Krebs

Krebs

63 kuratierte Studien · 3 Schlüsselstudien · mechoulam.de

Die Evidenz bei Krebs betrifft vor allem die Begleitbehandlung. Gegen chemotherapiebedingte Übelkeit und Erbrechen gilt die Wirksamkeit als gut dokumentiert. Bei Krebsschmerz trotz Opioidtherapie sowie bei Appetit und Kachexie sei ein klarer Zusatznutzen in kontrollierten Studien bislang nicht gesichert.

Bewertungsschema

Der Buchstabe bewertet die Qualität einer Studie, unabhängig vom Typ. Jeder Studientyp kann jede Note bekommen: auch ein Review kann B oder C sein, wenn er klein oder schwach ist, und ein RCT kann S sein. Die Note ist eine Synthese aus Studiendesign, Journal-Autorität und klinischer Verbindlichkeit:

S
Höchste Evidenz, große, methodisch erstklassige Studien oder S3-Leitlinien
A
Starke Evidenz, solide, aussagekräftige Studien mit klarem Ergebnis
B
Mittlere Evidenz, kleinere oder methodisch eingeschränkte Studien
C
Schwache Evidenz, vorläufige, indirekte oder widersprüchliche Befunde
D
Geringste Evidenz, explorative Hinweise, Einzelfälle oder Expertenmeinung

Qualitätsprofil je Studie

Links neben jeder Studie steht ein Profil aus vier Merkmalen, es zeigt die Unterschiede innerhalb einer Buchstaben-Klasse.

Größe
Teilnehmerzahl (RCT) bzw. eingeschlossene Studien (Review).
Verblindung
Doppelblind, einfachblind oder offen.
Effektstärke
Klarer Nutzen, gemischt, kein Nutzen oder Schaden.
Zitate / Jahr
Altersbereinigte Zitationshäufigkeit.

Schlüsselstudien

3
  1. 01
    S
    Cannabinoids for Medical Use
    Whiting et al. ·2015 ·JAMA
    Lesen
  2. 02
    S
    Cannabis-based medicines and medical cannabis for adults with cancer pain.
    Hauser et al. ·2023 ·The Cochrane database of systematic reviews
    Lesen
  3. 03
    S
    Superiority of nabilone over prochlorperazine as an antiemetic in patients receiving cancer chemotherapy.
    Herman et al. ·1979 ·The New England Journal of Medicine
    Lesen

Leitlinien und Konsensus-Empfehlungen

Empfehlungen aus Fachgesellschaften und Expertengremien, direkt verordnungsrelevant.

2
A
Horlemann et al. ·2024 ·Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin

DGS-PraxisLeitlinie Cannabis in der Schmerzmedizin v2.0

Design
Leitlinie
Stichprobe
Leitlinie
Zusammenfassung

DGS-PraxisLeitlinie v2.0 zu Cannabis in der Schmerzmedizin; umfasst tumor-assoziierte Schmerzen als Indikation, Empfehlungsgrad B für palliative Schmerzsituationen bei Krebs (Opioid-refraktär oder Unverträglichkeit), THC:CBD-Kombinationen bevorzugt.

ISBN 978-3-9817530-9-7
B
Fallon et al. ·2017 ·British Journal of Pain

Sativex oromucosal spray as adjunctive therapy in advanced cancer patients with chronic pain unalleviated by optimized opioid therapy: two double-blind, randomized, placebo-controlled phase 3 studies

Design
Stichprobe
Zusammenfassung

Zwei doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Phase-3-Studien zu Sativex (THC:CBD-Mundspray) als Zusatztherapie bei fortgeschrittenen Krebspatienten mit chronischen Schmerzen, die trotz optimierter Opioidtherapie unzureichend gelindert waren. Der primäre Wirksamkeitsendpunkt (Verbesserung des durchschnittlichen täglichen Schmerz-NRS) wurde in KEINER der beiden Studien erreicht. Nur eine Post-hoc-Subgruppenanalyse (US-Patienten unter 65 Jahren) zeigte einen statistisch günstigen Effekt. Insgesamt kein Nachweis einer Schmerzreduktion über Placebo hinaus.

Systematische Reviews und Meta-Analysen

Synthesen der RCT-Evidenz nach Cochrane- und PRISMA-Standards.

24
S
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Whiting et al. ·2015 ·JAMA
2103 mal zitiert

Cannabinoids for Medical Use

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 79 Studien
n = 6.462 Pat.
Kernaussage

Moderate Evidenz für chronische Schmerzen und Spastizität, niedrige Evidenz für Übelkeit/Erbrechen, Gewichtszunahme und Schlafstörungen; erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen.

Zusammenfassung

Umfassende SR über 79 RCTs (n=6.462) zu medizinischem Cannabis; moderate Evidenz für Chemotherapie-induzierte Übelkeit/Erbrechen (CINV), schwache Evidenz für Appetit-Stimulation bei HIV/Krebs-Kachexie; Nabilon/Dronabinol überlegen vs. Placebo (OR=3.82 für CINV-Kontrolle, 95%-KI 1.55–9.42).

S
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Hauser et al. ·2023 ·The Cochrane database of systematic reviews
53 mal zitiert

Cannabis-based medicines and medical cannabis for adults with cancer pain.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 14 Studien
n = 1.823 Pat.
Kernaussage

Cannabis-basierte Medikamente (Nabiximols, THC, Nabilon, CBD) zeigen keine klinisch relevanten Vorteile gegenüber Placebo bei der Schmerzlinderung bei Krebspatienten mit opioid-refraktären oder chemotherapie-assoziierten Schmerzen.

Zusammenfassung

Cochrane SR, k=14 RCTs (n=1.823), Cannabis-basierte Medikamente vs. Placebo bei moderaten bis schweren Krebsschmerzen trotz Opioid-Therapie. Moderate Evidenz: Nabiximols/THC keine klinisch relevante Wirksamkeit; PGIC-Verbesserung RD=0,06 (95%-KI 0,01–0,12; NNTB=16); Schmerzintensität SMD=-0,19 (95%-KI -0,40 bis 0,02). Niedrige Evidenz: CBD kein Zusatznutzen gegenüber Palliativversorgung allein (1 Studie, n=144). Fazit: Moderate Evidenz für Unwirksamkeit oraler/oromukosaler Cannabinoide bei opioid-refraktären Krebsschmerzen.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Amato et al. ·2017 ·Epidemiologia e prevenzione
46 mal zitiert

Systematic review of safeness and therapeutic efficacy of cannabis in patients with multiple sclerosis, neuropathic pain, and in oncological patients treated with chemotherapy

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 41 Studien
n = 4.550 Pat.
Kernaussage

Hohe Evidenz für Cannabis-Nutzen bei MS-Spastizität und -Schmerz; niedrige Evidenz für kleinen Effekt bei neuropathischen Schmerzen; unklare Evidenz für Übelkeit/Erbrechen bei Chemotherapie-Patienten.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabis-Wirksamkeit und -Sicherheit bei drei Indikationen (MS-Spastik, neuropathischer Schmerz, Chemotherapie-induzierte Übelkeit); k=41 RCTs (n=4.550), davon 14 Studien zu Krebspatienten unter Chemotherapie. Publikationszeitraum 1975–2015, Mehrzahl europäische Studien. Qualitätsbewertung nach Cochrane/GRADE-Standard.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Crichton et al. ·2024 ·Maturitas
12 mal zitiert

Does medicinal cannabis affect depression, anxiety, and stress in people with cancer? A systematic review and meta-analysis of intervention studies.

Design
Systematic Review and Meta-Analysis
Stichprobe
k = 15 Studien
n = 1.898 Pat.
Kernaussage

Medizinisches Cannabis zeigte keine klinisch signifikanten Effekte auf Depression, Angst und Stress bei Krebspatienten; höhere THC-Dosen erhöhten sogar das Angst-Risiko, während nur Appetit verbessert wurde.

Zusammenfassung

Systematische Übersicht und Meta-Analyse (k=15 Studien, davon 11 RCTs; N=1.898 Krebspatient:innen): Medizinisches Cannabis (THC, CBD, Pflanzenextrakte) zeigte keinen klinisch relevanten Effekt auf Depression, Angst oder Stress als primäre Endpunkte. Höheres synthetisches THC erhöhte das Angstrisiko vs. Niedrigdosis (OR=2,0; 95%-KI: 1,4–2,9; p<0,001; Konfidenz: sehr niedrig). Sekundär verbesserte Medizinalcannabis den Appetit (OR=12,3; 95%-KI: 3,5–45,5; p<0,001; Konfidenz: moderat). Schlussfolgerung: Unzureichende Evidenz für Wirksamkeit bei psychiatrischen Symptomen; gut konzipierte Studien erforderlich.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Mücke et al. ·2018 ·Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle
153 mal zitiert

Systematic review and meta-analysis of cannabinoids in palliative medicine

Design
Systematic Review + Meta-Analyse
Stichprobe
k = 9 Studien
n = 1.561 Pat.
Kernaussage

Cannabinoide zeigten bei Krebspatienten keinen signifikanten Vorteil gegenüber Placebo für Kalorienaufnahme, Appetit, Übelkeit/Erbrechen, Schmerz oder Schlafprobleme; bei HIV-Patienten war ein Vorteil für Gewichtszunahme und Appetit nachweisbar, aber insgesamt fand sich keine überzeugenden hochwertigen Evidenz für den Nutzen von Cannabinoiden bei Anorexie oder Kachexie.

Zusammenfassung

Systematische Review und Meta-Analyse zu Cannabinoiden in der Palliativmedizin; k=9 RCTs (n=1.561). Bei Krebspatienten keine signifikanten Unterschiede vs. Placebo für Kalorienaufnahme (SMD: 0.2, 95% CI [-0.66, 1.06], p=0.65), Appetit (SMD: 0.81, 95% CI [-1.14, 2.75], p=0.42), Übelkeit/Erbrechen (SMD: 0.21, 95% CI [-0.10, 0.52], p=0.19), >30% Schmerzreduktion (RD: 0.07, 95% CI [-0.01, 0.16], p=0.07) oder Schlafprobleme (SMD: -0.09, 95% CI [-0.62, 0.43], p=0.72). Bei HIV-Patienten Cannabinoide überlegen für Gewichtszunahme (SMD: 0.57, 95% CI [0.22, 0.92], p=0.001) und Appetit (SMD: 0.57, 95% CI [0.11, 1.03], p=0.02). Evidenzqualität (GRADE): niedrig bis sehr niedrig.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Häuser et al. ·2019 ·Der Schmerz
96 mal zitiert

Efficacy, tolerability and safety of cannabis-based medicines for cancer pain

Design
Systematische Review + Meta-Analyse
Stichprobe
k = 5 Studien
n = 1.534 Pat.
Kernaussage

Nabiximols und THC reduzierten Krebsschmerzen nicht besser als Placebo, verursachten jedoch mehr unerwünschte Ereignisse.

Zusammenfassung

SR+MA k=5 RCTs (4 in MA), n=1.534 Krebsschmerz-Patienten mit unzureichender Opioid-Analgesie; oromukosales Nabiximols/THC vs. Placebo: kein signifikanter Unterschied bei Schmerzintensität, Schlafproblemen oder Opioid-Dosis; Patienten-Globalurteil verbessert NNT=16 (95% CI 8–∞); NNTH UAW=20 (95% CI 11–100); NNTH Nervensystem-UAW=10 (95% CI 7–25); Evidenzqualität GRADE: sehr niedrig.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Boland et al. ·2020 ·BMJ Supportive & Palliative Care
134 mal zitiert

Cannabinoids for adult cancer-related pain: systematic review and meta-analysis

Design
Systematische Review + Meta-Analyse
Stichprobe
k = 5 Studien
n = 1.442 Pat.
Kernaussage

Cannabinoide zeigten keinen signifikanten Unterschied zu Placebo bei der Schmerzlinderung (Numeric Rating Scale), aber erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie Somnolenz und Schwindel.

Zusammenfassung

Systematische Review mit Meta-Analyse zu Cannabinoiden bei Krebs-assoziierten Schmerzen; k=5 RCTs (n=1442, alle niedriges Bias-Risiko). Kein Unterschied zwischen Cannabinoiden+Opioide vs. Placebo+Opioide in durchschnittlicher NRS-Schmerzreduktion (MD -0,21 [95% CI -0,48 bis 0,07], p=0,14); Phase-III-Subanalyse: MD -0,02 (95% CI -0,21 bis 0,16, p=0,80). Cannabinoide mit höherem Risiko für Somnolenz (OR 2,69 [95% CI 1,54–4,71], p<0,001) und Schwindel (OR 1,58 [95% CI 0,99–2,51], p=0,05); keine behandlungsassoziierten Todesfälle.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
MACHADO ROCHA et al. ·2008 ·European Journal of Cancer Care
224 mal zitiert

Therapeutic use ofCannabis sativaon chemotherapy-induced nausea and vomiting among cancer patients: systematic review and meta-analysis

Design
Systematische Review + Meta-Analyse
Stichprobe
k = 30 Studien
n = 1.138 Pat.
Kernaussage

Cannabinoide zeigten überlegene antiemetische Wirksamkeit gegenüber konventionellen Medikamenten und Placebo, waren aber mit intensiveren und häufigeren Nebenwirkungen verbunden.

Zusammenfassung

SR/MA (k=30 RCTs); Cannabinoide (Dronabinol, Nabilon, Levonantradol) vs. Placebo oder Neuroleptika bei Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen (CINV) bei Krebspatienten. Dronabinol vs. Neuroleptika: RR=0,67 (CI 0,47–0,96), NNT=3,4; Patientenpräferenz Cannabinoide vs. andere Mittel: n=1138, RR=0,33 (CI 0,24–0,44), NNT=1,8. Überlegenheit der antiemetischen Wirksamkeit der Cannabinoide gegenüber Placebo und Neuroleptika bestätigt.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Ceolin et al. ·2024 ·The journal of nutrition, health & aging
4 mal zitiert

The potential of cannabinoids in managing cancer-related anorexia in older adults: a systematic review of the literature.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 6 Studien
n = 869 Pat.
Kernaussage

Cannabinoide zeigen gemischte Ergebnisse: Megestrol acetate war wirksamer als Dronabinol; Nabilone 0,5 mg zeigte keine Überlegenheit gegenüber Placebo, aber bei doppelter Dosierung (1,0 mg nach 6 Wochen) signifikante Steigerung der Kalorienaufnahme; THC zeigte Gewichtszunahme ≥10% bei 17,6% der Patienten und verbesserte Appetit bei 2,5 mg-Dosen.

Zusammenfassung

Systematische Review (k=6: 5 RCTs + 1 Prospektivstudie, n=869) zu Cannabinoiden bei tumorbedingter Anorexie älterer Erwachsener. Megestrol 800 mg/d überlegen gegenüber Dronabinol 2,5 mg/d bei Appetitsteigerung. Nabilon 0,5 mg/d: keine signifikante Überlegenheit vs. Placebo; Nabilon 1,0 mg über 6 Wochen: signifikante Steigerung der Kalorienaufnahme und Kohlenhydratzufuhr vs. Placebo. THC 5–10 mg/d: Gewichtszunahme ≥10% bei 17,6% der Patienten, ohne relevante Nebenwirkungen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Wang et al. ·2019 ·BioMed Research International
34 mal zitiert

Medical Cannabinoids for Cancer Cachexia: A Systematic Review and Meta-Analysis

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 3 Studien
n = 592 Pat.
Kernaussage

Cannabinoide erhöhten den Appetit, verschlechterten aber die Lebensqualität und führten zu häufigen Nebenwirkungen.

Zusammenfassung

SR+MA über k=3 RCTs (n=592) zu Cannabinoiden bei Krebs-Kachexie; Appetit-Verbesserung gegenüber Placebo (MD=0,27, 95% CI −0,51 bis 1,04; n=3 Studien), statistisch nicht signifikant; Lebensqualität signifikant schlechter unter Cannabinoid (MD=−12,39, 95% CI −24,21 bis −0,57; n=2 Studien); 607 unerwünschte Ereignisse bei 441 Patienten (496 Cannabinoid-Gruppe vs. 111 Placebo-Gruppe).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Braun et al. ·2024 ·Journal of clinical oncology
77 mal zitiert

Cannabis and Cannabinoids in Adults With Cancer: ASCO Guideline.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 4 Studien
Kernaussage

Cannabis und Cannabinoide können refraktäre, chemotherapieinduzierte Übelkeit und Erbrechen verbessern, sollten aber nicht als Krebsbehandlung verwendet werden; Evidenzqualität ist gering bis sehr gering.

Zusammenfassung

ASCO-Leitlinie zu Cannabis/Cannabinoiden bei erwachsenen Krebs-Patienten; Evidenzbasis: 13 systematische Reviews + 5 Primärstudien (4 RCTs, 1 Kohortenstudie), überwiegend niedrige/sehr niedrige Evidenz-Sicherheit. Empfehlung: Cannabis/Cannabinoide KÖNNEN refraktäre Chemotherapie-induzierte Übelkeit/Erbrechen verbessern (zusätzlich zu leitlinienkonformen Antiemetika); GEGEN Nutzung als tumor-gerichtete Therapie außerhalb von Studien. Andere supportive Outcomes (Schmerz, Schlaf, Appetit) unklar.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Chow et al. ·2020 ·Supportive Care in Cancer
53 mal zitiert

Oral cannabinoid for the prophylaxis of chemotherapy-induced nausea and vomiting-a systematic review and meta-analysis.

Design
Systematische Review + Meta-Analyse
Stichprobe
Systematische Review + Meta-Analyse
Kernaussage

Oral-Cannabinoide waren bei prophylaktischer Behandlung gegen Übelkeit und Erbrechen zusammen wirksamer als Placebo, aber gleichwertig mit anderen Antiemetika bei isolierter Kontrolle von Erbrechen oder Übelkeit; jedoch erhöhte Dysphorie, Euphorie und Sedation.

Zusammenfassung

SR+MA über RCTs zu oralen Cannabinoiden (Dronabinol, Nabilon) bei chemotherapie-induzierter Übelkeit und Erbrechen (CINV) in der Onkologie. Bei kombiniertem Endpunkt (kein Erbrechen + keine Übelkeit) überlegen gegenüber Placebo/anderen Antiemetika (Mantel-Haenszel-Random-Effects, OR mit 95%-KI). Für isolierte Einzelendpunkte (nur Übelkeit oder nur Erbrechen) gleichwertig mit Vergleichsbehandlungen. Häufiger Dysphorie, Euphorie und Sedierung unter Cannabinoiden.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
To et al. ·2023 ·Supportive care in cancer
39 mal zitiert

MASCC guideline: cannabis for cancer-related pain and risk of harms and adverse events.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 7 Studien
Kernaussage

Hochwertige systematische Übersichten mit Meta-Analysen fanden wenig Evidenz dafür, dass Cannabinoide ein wirksames Adjuvans oder Analgetikum für Krebsschmerzen sind.

Zusammenfassung

MASCC-Leitlinie zu Cannabis bei Krebs-assoziiertem Schmerz; basierend auf 34 systematischen Reviews und RCTs (7 RCTs mit Krebs-Schmerz-Patienten, davon 2 mit positivem primärem Endpunkt — nicht reproduzierbar in Folgestudien). Hochwertige systematische Reviews mit Meta-Analysen fanden wenig Evidenz für Wirksamkeit von Cannabinoiden als adjuvante Analgetika bei Krebs-Schmerz. MASCC-Panel empfiehlt GEGEN den Einsatz von Cannabinoiden als adjuvante Analgesie; potenzielle Schäden und Nebenwirkungen (inkonsistente Evidenz) sollten sorgfältig abgewogen werden, besonders bei Checkpoint-Inhibitor-Therapie.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Simon et al. ·2022 ·Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle
36 mal zitiert

Cannabinoid interventions for improving cachexia outcomes in cancer: a systematic review and meta-analysis

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 10 Studien
Kernaussage

Meta-Analyse zeigt keine signifikanten Vorteile von Cannabinoiden für Appetit, Gewichtszunahme und Lebensqualität bei krebsassoziierter Kachexie; moderate Qualitätsbelege deuten sogar auf signifikant schlechtere Lebensqualität hin.

Zusammenfassung

Systematische Review + Meta-Analyse zu Cannabinoiden bei krebsassoziierter Kachexie (CAC); k=10 Studien (4 RCTs, 6 NRSIs). Meta-Analyse (sehr niedrige Evidenzqualität): kein signifikanter Effekt auf Appetit vs. Kontrolle (SMD=-0.02; 95% CI [-0.51, 0.46]; p=0.93). Moderate Evidenz: Cannabinoide signifikant weniger wirksam als Kontrolle auf Lebensqualität (SMD=-0.25; 95% CI [-0.43, -0.07]; p=0.007). Fazit: Cannabinoide allein zeigen keine überzeugenden Vorteile bei CAC; höherwertige Studien in multimodalen Therapieansätzen empfohlen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Alderman et al. ·2022 ·Supportive care in cancer
33 mal zitiert

Multinational Association of Supportive Care in Cancer (MASCC) expert opinion/consensus guidance on the use of cannabinoids for gastrointestinal symptoms in patients with cancer.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 36 Studien
Kernaussage

THC und Nabilon waren wirksamer als Placebo gegen chemotherapieinduzierte Übelkeit und Erbrechen, aber nicht wirksamer als andere Antiemetika; für andere gastrointestinale Symptome unzureichende Evidenz.

Zusammenfassung

Systematische Review (MASCC-Leitlinienentwicklung) über k=36 RCTs zu Cannabinoiden bei gastrointestinalen Symptomen bei Krebspatienten (31 CINV, 1 strahlentherapie-induzierte Übelkeit, 4 Anorexie-Kachexie). THC/Nabilon wirksamer als Placebo bei CINV (11/36 RCTs positiv vs. Placebo), aber nicht überlegen gegenüber anderen Antiemetika (nur 11/21 Vergleichsstudien zugunsten Cannabis). MASCC-Fazit: unzureichende Evidenz für Empfehlung von Cannabinoiden bei CINV, fortgeschrittener Krebsübelkeit, Anorexie-Kachexie und Geschmacksstörungen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Bachari et al. ·2020 ·International journal of molecular sciences
33 mal zitiert

Roles of Cannabinoids in Melanoma: Evidence from In Vivo Studies.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 6 Studien
Kernaussage

Cannabinoide reduzierten Tumorwachstum und förderten Apoptose und Autophagie in Melanomzellen in vivo.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabinoiden bei Melanom; k=6 in vivo-Studien aus 622 identifizierten Arbeiten. Cannabinoide (einzeln oder kombiniert) reduzierten Tumorwachstum und förderten Apoptose und Autophagie in Melanomzellen. Empfehlung für weitere präklinische und Tier-Studien sowie randomisierte klinische Studien vor therapeutischer Anwendung.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
De Feo et al. ·2023 ·Supportive care in cancer
26 mal zitiert

Multinational Association of Supportive Care in Cancer (MASCC) guidelines: cannabis for psychological symptoms including insomnia, anxiety, and depression.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 15 Studien
Kernaussage

Keine hochwertige Evidenz für Cannabis zur Behandlung psychologischer Symptome bei Krebspatienten; nur 6 von 15 RCTs deuteten Nutzen an, aber keine Studien bewerteten Cannabis-Wirksamkeit als primäres Ergebnis.

Zusammenfassung

MASCC-Leitlinie zu Cannabis bei psychologischen Symptomen (Insomnie, Angst, Depression) in Krebspatienten. Systematische Review von k=15 RCTs und 2 SR (Suchzeitraum bis November 2021); 18% der Krebspatienten nutzen Cannabis für Symptommanagement. Keine Studie evaluierte psychologische Symptome als primären Endpunkt. 6/15 RCTs zeigten Benefit (5 für Schlaf, 1 für Stimmung). Schlussfolgerung: keine hochwertige Evidenz für Empfehlung bis weitere Studien vorliegen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Amin et al. ·2024 ·JNCI cancer spectrum
22 mal zitiert

Cannabis use among cancer patients and survivors in the United States: a systematic review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 27 Studien
Kernaussage

Mehrheit der Teilnehmer berichtete symptomlindernd Wirkung (Schmerz, Übelkeit, Schlaf, Angst), aber Diskontinuation wegen fehlender Besserung, Nebenwirkungen (Müdigkeit, Paranoia), Kosten und sozialer Stigmatisierung.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabis-Nutzung bei Krebspatienten und -überlebenden in den USA; k=27 Studien (74% Querschnitts-Design) aus 1162 identifizierten Arbeiten, Intercoder-Agreement 0.81. Prävalenz 4,8–22% (nationale Samples); häufigste Applikationsformen: topisch (80%), Rauchen (73%), Vaping (12%), Edibles (10%). Hauptmotive: Symptom-Management (Schmerz, Übelkeit, Schlaflosigkeit, Angst); Mehrheit berichtete Symptomverbesserung. Abbruchgründe: fehlende Wirkung, Nebenwirkungen (Fatigue, Paranoia), Kosten, soziales Stigma.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Kyriakou et al. ·2021 ·Phytomedicine
16 mal zitiert

Efficacy of cannabinoids against glioblastoma multiforme: A systematic review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 14 Studien
Kernaussage

Cannabinoide zeigen anticancer-Potenzial gegen Gliomzellen, aber die Effekte variieren je nach Kombination und Dosierung; Evidenz basiert hauptsächlich auf In-vitro- und Tierstudien.

Zusammenfassung

Systematische Review zur Wirksamkeit von Cannabinoiden gegen Glioblastoma multiforme; k=14 Studien (5 in vitro, 2 in vivo, 7 in vitro+in vivo) aus 302 identifizierten Arbeiten. Cannabinoide (CBD, THC, einzeln oder kombiniert mit TMZ/Radiotherapie) zeigten Hemmung des Tumorwachstums, Induktion von Apoptose und Autophagie in Gliomzellen. Wirkung variiert mit Dosierung und Kombination; Studien primär an Zellkulturen und Mäusen, kleine Anzahl an Humanstudien.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Creanga-Murariu et al. ·2025 ·Current oncology reports
3 mal zitiert

Indications of Cannabinoids for the Palliation of Cancer-Associated Symptoms: A Systematic Review and Meta-Analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 98 Studien
Kernaussage

Cannabinoide reduzierten Schmerz und Angst, zeigten Tendenzen zur Verbesserung bei Appetit und Übelkeit/Erbrechen, hatten aber keinen Effekt auf Verstopfung, Depression, Müdigkeit, Mobilität oder Lebensqualität; THC-dominante Formulierungen erhöhten das Risiko psychiatrischer, neurologischer und gastrointestinaler Nebenwirkungen.

Zusammenfassung

Systematische Review und Meta-Analyse zur Symptomkontrolle bei Krebspatienten; k=98 Studien (interventionell + Beobachtungs-). Cannabinoide reduzierten Schmerz signifikant vs. Baseline (MD=-1,22; 95% CI: -1,92; -0,52) und Angst (MD=-1,30; 95% CI: -2,22; -0,39). Appetit, Chemotherapie-induzierte Übelkeit/Erbrechen (OR=2,18; 95% CI: 0,79; 6,00) und Insomnie (MD=-1,08; 95% CI: -2,48; 0,33) zeigten Trend zur Verbesserung. Keine Wirkung auf Obstipation, Depression, Fatigue, Mobilität oder Lebensqualität. THC-dominante Formulierungen erhöhten Risiko für psychiatrische (OR=10,62; 95% CI: 1,35; 83,57), neurologische (OR=2,24; 95% CI: 1,15; 4,35) und gastrointestinale (OR=2,69; 95% CI: 0,73; 9,90) Nebenwirkungen. PROSPERO CRD42023479375.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Chow et al. ·2025 ·Supportive Care in Cancer
2 mal zitiert

Efficacy of cannabinoids for the prophylaxis of chemotherapy-induced nausea and vomiting-a systematic review and meta-analysis.

Design
Systematische Review + Meta-Analyse
Stichprobe
k = 26 Studien
Kernaussage

Cannabinoide zeigten Überlegenheit gegenüber Placebo (RR 2,65), aber keinen Unterschied zu aktiven Vergleichsbehandlungen; ein rezentes THC:CBD-Trial zeigte vielversprechende Ergebnisse als Add-on-Therapie.

Zusammenfassung

Systematische Review und Meta-Analyse (k=26 RCTs) zu Cannabinoiden als Prophylaxe der chemotherapieinduzierten Übelkeit und Erbrechen (CINV). Cannabinoide zeigten gegenüber Placebo eine signifikant überlegene CINV-Kontrolle (RR 2,65; 95%-KI 1,70–4,12; I²=0,00%). Gegenüber aktiven Vergleichsarmen (überwiegend ältere Einzel-Antiemetika-Regime) kein signifikanter Unterschied. 23 von 26 Studien stammen aus der Zeit vor 2000; Evidenz für den Einsatz neben modernen Triple-/Quadruple-Antiemetika bleibt gering. Eine aktuelle Phase-II/III-Studie zeigte Überlegenheit von THC:CBD als Zusatztherapie zur sekundären CINV-Prävention.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Behling-Hess et al. ·2025 ·Supportive care in cancer
1 mal zitiert

The impact of cannabis on immune checkpoint inhibitor therapy: a systematic review of immunomodulatory effects of cannabis in patients with and without cancer.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 40 Studien
Kernaussage

Cannabis zeigte keine klinisch bedeutsamen Veränderungen der Immunparameter bei Patienten mit und ohne Krebs; Immunmarker relevant für ICI-Funktion waren nicht mit Cannabiskonsum assoziiert.

Zusammenfassung

Systematische Review zu immunmodulatorischen Effekten von Cannabis bei Patienten mit/ohne Krebs; k=40 klinische Studien (darunter 9 RCTs). Keine bedeutsamen Veränderungen bei Zytokinen, T-Zell-Counts oder CRP unter Cannabis-Exposition in den meisten Studien; bei Autoimmun-Patienten klinische Symptom-Verbesserung ohne objektive Labor-Veränderungen. Keine Evidenz für Cannabis-bedingte Immunsuppression, die ICI-Funktion beeinträchtigen könnte.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Chhabra et al. ·2023 ·Cancer
6 mal zitiert

Cannabinoids for symptom management in children with cancer: A systematic review and meta-analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 19 Studien
n = 1.927 Pat.
Kernaussage

Cannabinoide wurden häufig zur Symptomkontrolle eingesetzt (58% für Übelkeit/Erbrechen), zeigten aber in kontrollierten Studien häufiger Nebenwirkungen (Schläfrigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit, Abbruch) ohne ernsthafte unerwünschte Ereignisse.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabinoiden bei Kindern mit Krebs; k=19 Studien (n=1.927): 8 retrospektive Chart-Reviews, 7 RCTs, 2 Open-Label-Studien, 2 Fallberichte. Hauptindikation: Chemotherapie-induzierte Übelkeit/Erbrechen (11/19 Studien, 58%). Kontrollierte Studien zeigten Somnolenz, Schwindel, Mundtrockenheit, Therapie-Abbruch wegen Nebenwirkungen häufiger unter Cannabinoiden; keine schwerwiegenden Cannabis-assoziierten Adverse Events berichtet. Evidenz für Symptom-Management vorhanden, aber Mangel an rigoroser Evidenz zu Dosierung, Sicherheit und Wirksamkeit bei Kindern mit Krebs.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Rajanahally et al. ·2019 ·Andrology
67 mal zitiert

The relationship between cannabis and male infertility, sexual health, and neoplasm: a systematic review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 91 Studien
Kernaussage

Cannabis zeigte inhibitorische Effekte auf Spermaparameter, gemischte Effekte auf sexuelle Funktion (mögliche Verbesserung subjektiven Empfindens, aber dosisabhängig ED-Risiko), und organabhängig unterschiedliche Effekte auf Malignität (erhöhtes Hodenkrebsrisiko, widersprüchliche Daten zu Blasenkrebs, anti-neoplastische Effekte bei Prostatakrebs).

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabis und männlicher Urologie; k=91 Artikel (in vitro, Tiermodelle, Fallserien, Fall-Kontroll-/Kohorten-Studien), davon 25 zu urologischen Neoplasien. Cannabis-Exposition als unabhängiger Risikofaktor für Hodenkrebs identifiziert; widersprüchliche Daten zu Blasenkrebs; anti-neoplastische Effekte von Cannabinoiden bei Prostatakrebs berichtet.

Randomisierte Kontrollierte Studien

Wirksamkeits- und Sicherheitsbelege aus kontrollierten Interventionsstudien.

23
S
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Herman et al. ·1979 ·The New England Journal of Medicine
216 mal zitiert

Superiority of nabilone over prochlorperazine as an antiemetic in patients receiving cancer chemotherapy.

Design
Randomized Controlled Trial (double-blind crossover)
Stichprobe
n = 113 Pat.
Kernaussage

Nabilone zeigte signifikante Überlegenheit gegenüber Prochlorperazin: 80% vs. 32% Ansprechrate (P<0,001), signifikant weniger Übelkeit und Erbrechen, aber mit doppelt so häufigen und teilweise schwerwiegenden Nebenwirkungen.

Zusammenfassung

n=113 Krebspatienten unter Chemotherapie (Doppelblind-Crossover-RCT, NEJM 1979); Ansprechrate Nabilon 80% vs. Prochlorperazin 32% (p&lt;0,001); Übelkeit (p&lt;0,01) und Erbrechen (p&lt;0,001) jeweils signifikant seltener unter Nabilon; Patienten bevorzugten Nabilon zur Fortführung (p&lt;0,001).

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Lichtman et al. ·2018 ·Journal of Pain and Symptom Management
232 mal zitiert

Results of a Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled Study of Nabiximols Oromucosal Spray as an Adjunctive Therapy in Advanced Cancer Patients with Chronic Uncontrolled Pain

Design
RCT (Phase III)
Stichprobe
n = 397 Pat.
Kernaussage

Nabiximols war nicht überlegen gegenüber Placebo beim primären Endpunkt (10,7% vs. 4,5% Schmerzverbesserung, p=0,0854), zeigte aber Vorteile bei mehreren sekundären Endpunkten, besonders bei US-amerikanischen Patienten und bei Lebensqualitätsmessungen.

Zusammenfassung

Phase-III-RCT zu Nabiximols (THC 27mg/mL + CBD 25mg/mL) vs. Placebo bei fortgeschrittenem Krebs mit chronischen Schmerzen trotz optimierter Opioid-Therapie; n=397 (Nabiximols n=199, Placebo n=198). ITT-Population: median 10,7% vs. 4,5% Schmerzreduktion (p=0,0854, primärer Endpunkt nicht signifikant). Per-Protokoll-Population: 15,5% vs. 6,3% (p=0,0378). Nabiximols signifikant überlegen bei 2/3 Lebensqualitäts-Instrumenten (Woche 3) und 3/3 (Woche 5). Post-hoc-Analyse: US-Patienten zeigten signifikante Vorteile auf multiplen sekundären Endpunkten.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Ungerleider et al. ·1982 ·Cancer
88 mal zitiert

Cannabis and cancer chemotherapy: a comparison of oral delta-9-THC and prochlorperazine.

Design
Double-blind crossover RCT
Stichprobe
n = 214 Pat.
Kernaussage

THC und Prochlorperazin waren gleich wirksam gegen Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie, aber THC zeigte Nebenwirkungen wie verminderte Konzentration, weniger soziale Interaktion und weniger Aktivität.

Zusammenfassung

n=214 Krebspatienten (doppelblind, crossover-RCT); orales THC gleich wirksam wie Prochlorperazin bei chemotherapiebedingter Übelkeit und Erbrechen; signifikante Nebenwirkungen unter THC (Konzentrationsfähigkeit p<0,01, soziale Interaktion p<0,05, körperliche Aktivität p<0,05); kein signifikanter Unterschied bei Appetit oder Nahrungsaufnahme zwischen den Gruppen.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Johnson et al. ·2010 ·Journal of Pain and Symptom Management
617 mal zitiert

Multicenter, Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled, Parallel-Group Study of the Efficacy, Safety, and Tolerability of THC:CBD Extract and THC Extract in Patients with Intractable Cancer-Related Pain

Design
RCT (parallel-group)
Stichprobe
n = 177 Pat.
Kernaussage

THC:CBD zeigte statistisch signifikante Schmerzlinderung gegenüber Placebo (NRS -1,37 vs. -0,69), jedoch mit Verschlechterung von Übelkeit und Erbrechen; THC allein unterschied sich nicht signifikant von Placebo.

Zusammenfassung

Multizentrische Phase-II-RCT bei n=177 Patienten mit refraktärem Tumorschmerz trotz Opioid-Therapie; THC:CBD-Extrakt vs. THC-Extrakt vs. Placebo über 2 Wochen. THC:CBD signifikant überlegen vs. Placebo (NRS-Reduktion -1.37 vs. -0.69, p<0.05); 43% vs. 21% erreichten >30% Schmerzreduktion (OR signifikant). THC-Extrakt allein nicht signifikant vs. Placebo (-1.01 vs. -0.69). Nebenwirkungen mild/moderat; THC:CBD zeigte Verschlechterung bei Übelkeit/Erbrechen vs. Placebo (p=0.02).

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Grimison et al. ·2024 ·Journal of Clinical Oncology
25 mal zitiert

Oral Cannabis Extract for Secondary Prevention of Chemotherapy-Induced Nausea and Vomiting: Final Results of a Randomized, Placebo-Controlled, Phase II/III Trial

Design
Phase-II/III RCT (randomisiert, placebokontrolliert, multizentrisch)
Stichprobe
n = 147 Pat.
Kernaussage

THC:CBD verbesserte die Complete-Response-Rate (kein Erbrechen/Würgen und keine Rettungsmedikation) von 8% auf 24% (absolute Differenz 16%, p=0,01) mit ähnlichen Effekten bei Abwesenheit signifikanter Übelkeit und Verbesserung der Lebensqualität, aber mit erhöhten unerwünschten Ereignissen wie Sedation, Schwindel und transienter Angst.

Zusammenfassung

Phase-II/III-RCT (n=147); orales THC:CBD-Extrakt (2,5 mg THC + 2,5 mg CBD, 3×/Tag) vs. Placebo als Ergänzung zur Leitlinien-Antiemetika-Prophylaxe bei refraktärer chemotherapiebedingter Übelkeit/Erbrechen. Komplettansprechrate stieg von 8 % auf 24 % (absolute Differenz 16 %, 95 %-KI 4–28; p=0,01). Häufigere Nebenwirkungen: Sedierung (18 % vs. 7 %), Schwindel (10 % vs. 0 %), transiente Angst (4 % vs. 1 %). Keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse unter THC:CBD.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Sallan et al. ·1980 ·The New England Journal of Medicine
259 mal zitiert

Antiemetics in patients receiving chemotherapy for cancer: a randomized comparison of delta-9-tetrahydrocannabinol and prochlorperazine.

Design
Randomized Controlled Trial
Stichprobe
n = 79 Pat.
Kernaussage

THC zeigte mehr komplette Ansprechen (36 von 79 Kurse) als Prochlorperazin (16 von 78 Kurse) bei Chemotherapie-Patienten mit bisheriger Therapieresistenz.

Zusammenfassung

n=79 Chemotherapie-Zyklen (THC) vs. 78 (Prochlorperazin); vollständige Antiemese: 36/79 (THC) vs. 16/78 (Prochlorperazin); Patientenpräferenz für THC 20/25 (p=0,005); bei Patienten <20 Jahren vollständige Remission 15/20 vs. 21/59 bei Älteren (p=0,004).

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Orr et al. ·1980 ·Archives of Internal Medicine
92 mal zitiert

Antiemetic effect of tetrahydrocannabinol. Compared with placebo and prochlorperazine in chemotherapy-associated nausea and emesis.

Design
Randomized Controlled Trial (double-blind, crossover)
Stichprobe
n = 55 Pat.
Kernaussage

THC zeigte überlegene antiemetische Wirksamkeit gegenüber Prochlorperazin und Placebo: Übelkeit war bei 40/55 Patienten unter THC, 8/55 unter Prochlorperazin und 5/55 unter Placebo abwesend.

Zusammenfassung

Randomisiertes, doppelblindes Crossover-RCT (n=55 Krebspatienten mit chemotherapiebedingter Übelkeit/Erbrechen). THC zeigte deutlich überlegene antiemetische Wirkung: Übelkeit vollständig absent bei 40/55 Patienten unter THC vs. 8/55 unter Prochlorperazin vs. 5/55 unter Placebo. THC wirksam insbesondere bei Cyclophosphamid-, Fluorouracil- und Doxorubicin-haltigen Regimen.

A
Größe
Verblindung Offen
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Yeshurun et al. ·2015 ·Biology of Blood and Marrow Transplantation
81 mal zitiert

Cannabidiol for the Prevention of Graft-versus-Host-Disease after Allogeneic Hematopoietic Cell Transplantation: Results of a Phase II Study.

Design
Phase-II-Studie (unkontrolliert mit historischen Kontrollen)
Stichprobe
n = 48 Pat.
Kernaussage

CBD zusätzlich zur Standardprophylaxe senkte die akute GVHD-Inzidenz signifikant gegenüber historischen Kontrollen (HR 0,3; p=0,0002).

Zusammenfassung

n=48 alloHCT-Patienten (79 % akute Leukämie/MDS), CBD 300 mg/Tag oral (Tag −7 bis +30) zusätzlich zu Standard-GVHD-Prophylaxe; kumulative Inzidenz akuter GVHD Grad II–IV bis Tag 100: 12,1 %, Grad III–IV: 5 %; kein Patient entwickelte akute GVHD während CBD-Einnahme. Hazard Ratio für Grad-II–IV-GVHD vs. 101 historische Kontrollen: HR=0,3 (p=0,0002). Non-Relapse-Mortalität Tag 100: 8,6 %; keine CBD-assoziierten UAW Grad 3–4.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Sallan et al. ·1975 ·New England Journal of Medicine
360 mal zitiert

Antiemetic Effect of Delta-9-Tetrahydrocannabinol in Patients Receiving Cancer Chemotherapy

Design
Randomized Controlled Trial
Stichprobe
n = 20 Pat.
Kernaussage

Delta-9-Tetrahydrocannabinol zeigte signifikante antiemetische Wirkung bei 14 von 20 Behandlungszyklen gegenüber 0 von 22 Placebo-Zyklen (P < 0,001).

Zusammenfassung

Randomisiertes, doppelblindes Crossover-RCT; n=20 auswertbare Krebspatienten unter Chemotherapie. Orales THC antiemetisch wirksam in 14/20 Kursverläufen vs. 0/22 unter Placebo (p&lt;0,001). Kein Patient erbrach während eines subjektiven „Highs". Erste RCT-Evidenz für THC als Antiemetikum bei chemotherapieinduziertem Erbrechen.

B
Größe
Verblindung Einfachblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Hutcheon et al. ·1983 ·European Journal of Cancer and Clinical Oncology
30 mal zitiert

A randomised multicentre single blind comparison of a cannabinoid anti-emetic (levonantradol) with chlorpromazine in patients receiving their first cytotoxic chemotherapy.

Design
RCT (randomisiert, einfach blind, aktive Kontrollgruppe)
Stichprobe
n = 108 Pat.
Kernaussage

Levonantradol 0,5 mg zeigte bessere antiemetische Wirkung als Chlorpromazin, ist jedoch wegen inakzeptabler ZNS-Nebenwirkungen nicht empfohlen.

Zusammenfassung

n=108 Krebspatienten unter hoch-emetogener Zytostatikatherapie; cannabinoides Antiemetikum Levonantradol 0,5 mg überlegen gegenüber Chlorpromazin 25 mg; dysphorische NW bei 22% (0,5 mg) und 50% (höhere Dosen); Wirksamkeit begrenzt bei Cisplatin-Regimen. Klinisch relevante antiemetische Kontrolle bei niedrigster Dosis.

B
Größe
Verblindung Offen
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schloss et al. ·2021 ·Frontiers in Oncology
60 mal zitiert

A Phase 2 Randomised Clinical Trial Assessing the Tolerability of Two Different Ratios of Medicinal Cannabis in Patients With High Grade Gliomas.

Design
Phase-2-RCT
Stichprobe
n = 88 Pat.
Kernaussage

Die 1:1-Ratio medizinischen Cannabis verbesserte Schlaf, körperliche und funktionelle Kapazität signifikant ohne schwerwiegende Nebenwirkungen.

Zusammenfassung

Phase-2-RCT n=88 Patienten mit hochgradigem Gliom; 1:1-THC:CBD-Verhältnis verbesserte signifikant physische Kapazität (p=0,025), funktionelles Wohlbefinden (p=0,014) und Schlaf (p=0,009) nach 12 Wochen; 11% Krankheitsreduktion, 34% stabile Erkrankung; keine schwerwiegenden UAW.

B
Größe
Verblindung Offen
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Fleege et al. ·2025 ·Cancer Medicine
5 mal zitiert

Pilot Study of Cannabidiol for Treatment of Aromatase Inhibitor-Associated Musculoskeletal Symptoms in Breast Cancer.

Design
Phase-2-Pilotstudie (einarmig, open-label)
Stichprobe
n = 39 Pat.
Kernaussage

43,6% der Patienten erreichten die primäre Endpunkt-Definition (≥2-Punkt-Reduktion der Schmerzen); unter allen Patienten verbesserte sich der schlimmste Schmerz um durchschnittlich 1,95 Punkte über 15 Wochen, bei Studienabsolventen um 2,36 Punkte; 28% der Patienten brachen wegen Toxizität oder Präferenz ab.

Zusammenfassung

Phase-2-Pilotstudie (n=39) zu CBD (Epidiolex, 100 mg BID) bei Brustkrebspatientinnen (Stadien 0–3) mit Aromatasehemmer-assoziierten Muskel-Skelett-Beschwerden (AIMSS). 43,6 % (95 % CI [28 %, 60 %]) erreichten den primären Endpunkt (≥2-Punkte-Reduktion im Worst-Pain-Score). Worst Pain verbesserte sich um 0,13 Punkte/Woche (p<0,001); mittlere Reduktion bei Studienabschluss (n=28) 2,36 Punkte (95 % CI [-3,22; -1,49]). CBD war sicher und gut verträglich.

B
Größe
Verblindung Offen
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Zylla et al. ·2021 ·Supportive care in cancer
63 mal zitiert

A randomized trial of medical cannabis in patients with stage IV cancers to assess feasibility, dose requirements, impact on pain and opioid use, safety, and overall patient satisfaction.

Design
RCT
Stichprobe
n = 30 Pat.
Kernaussage

Höherer Anteil der Early Cannabis Patienten erreichte Reduktion der Opioid-Nutzung und verbesserte Schmerzkontrollen; keine ernsthaften Sicherheitsprobleme berichtet.

Zusammenfassung

Pilot-RCT bei n=30 Patienten mit Stadium-IV-Krebs unter Opioid-Therapie, randomisiert 1:1 zu Early Cannabis (EC) vs. Delayed Start (DC). Geschätzte mittlere tägliche THC/CBD-Dosen nach 3 Monaten: 34 mg THC und 17 mg CBD. Höherer Anteil der EC-Gruppe erreichte Opioid-Reduktion und verbesserte Schmerzkontrolle (numerische Werte im Abstract nicht spezifiziert). Keine schwerwiegenden Sicherheitsprobleme; hohe Patientenzufriedenheit. Machbarkeitsstudie für RCTs in staatlichen Cannabis-Programmen.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Brisbois et al. ·2011 ·Annals of Oncology
240 mal zitiert

Delta-9-tetrahydrocannabinol may palliate altered chemosensory perception in cancer patients: results of a randomized, double-blind, placebo-controlled pilot trial

Design
RCT (double-blind, placebo-controlled)
Stichprobe
n = 21 Pat.
Kernaussage

THC verbesserte signifikant die Chemosensorische Wahrnehmung, den Geschmack von Nahrung, die Appetit vor Mahlzeiten und den Proteinkonsum im Vergleich zu Placebo bei Krebspatienten mit Chemosensorischen Alterationen.

Zusammenfassung

n=21 abgeschlossene Behandlungen (THC n=24, Placebo n=22), 18-tägige doppelblinde Pilotstudie; THC verbesserte Chemosensor-Wahrnehmung (P=0.026) und Geschmacksintensität (P&lt;0.001), Mahlzeitappetit (P=0.05) und Proteinanteil der Kalorien (P=0.008); Schlafqualität (P=0.025) und Entspannung (P=0.045) ebenfalls signifikant verbessert vs. Placebo.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Stambaugh et al. ·1984 ·The Journal of Clinical Pharmacology
23 mal zitiert

Dose ranging evaluation of the antiemetic efficacy and toxicity of intramuscular levonantradol in cancer subjects with chemotherapy-induced emesis.

Design
RCT (doppelblind, Placebo-kontrolliert, Dosisfindung Phase II)
Stichprobe
n = 20 Pat.
Kernaussage

Alle Levonantradol-Dosen reduzierten chemotherapieinduzierte Emesis signifikant gegenüber Placebo (p<0,01) ohne nachweisbaren Dosis-Wirkungs-Effekt.

Zusammenfassung

n=20 Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung und refraktärer chemoinduzierter Emesis; synthetisches Cannabinoid Levonantradol 0,5–2,0 mg i.m. vs. Placebo; antiemetische Aktivität für alle Dosen signifikant gegenüber Placebo (p<0,01); Verträglichkeit bis 2,0 mg akzeptabel. Kein Wirksamkeitsvorteil bei Cis-Platin-haltigen Regimes.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Noyes et al. ·1975 ·The Journal of Clinical Pharmacology
273 mal zitiert

Analgesic effect of delta-9-tetrahydrocannabinol.

Design
RCT (Dosis-Eskalation, doppelblind)
Stichprobe
n = 10 Pat.
Kernaussage

Orales THC (15–20 mg) reduziert Tumorschmerzen signifikant besser als Placebo, geht jedoch mit ausgeprägter Sedierung und mentaler Eintrübung einher.

Zusammenfassung

Pilotstudie (n=10, Krebspatienten mit Tumorschmerz), orales THC (5/10/15/20 mg) vs. Placebo doppelblind: signifikante Schmerzlinderung gegenüber Placebo bei hohen Dosierungen (15 mg und 20 mg); bei diesen Dosen wurden substanzielle Sedierung und mentale Eintrübung berichtet.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Twelves et al. ·2021 ·British Journal of Cancer
151 mal zitiert

A phase 1b randomised, placebo-controlled trial of nabiximols cannabinoid oromucosal spray with temozolomide in patients with recurrent glioblastoma.

Design
Phase-1b-RCT (randomisiert, doppelblind, placebokontrolliert)
Stichprobe
n = 21 Pat.
Kernaussage

Nabiximols war sicher und tolerierbar; das 1-Jahres-Überleben war numerisch höher als unter Placebo, die Progressionsfreiheit nach 6 Monaten jedoch identisch.

Zusammenfassung

Phase-1b-RCT, n=21 (Nabiximols n=12 + Placebo n=9) bei erstem Glioblastom-Rezidiv + dosisintensivem Temozolomid; Progressionsfreiheit nach 6 Monaten 33% in beiden Armen; 1-Jahres-Überleben 83% (Nabiximols) vs. 44% (Placebo), p=0.042; akzeptables Sicherheitsprofil, kein Drug-Drug-Interaktion mit TMZ; häufigste UAW Erbrechen, Schwindel, Fatigue (Grad 2–3).

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Hardy et al. ·2023 ·Journal of clinical oncology
66 mal zitiert

Phase IIb Randomized, Placebo-Controlled, Dose-Escalating, Double-Blind Study of Cannabidiol Oil for the Relief of Symptoms in Advanced Cancer (MedCan1-CBD).

Design
RCT
Stichprobe
n = 144 Pat.
Kernaussage

CBD-Öl erbrachte gegenüber Placebo keinen zusätzlichen Nutzen bei der Symptombelastung von Palliativpatienten mit fortgeschrittenem Krebs.

Zusammenfassung

n=144 fortgeschrittene Krebspatienten (Palliativversorgung), CBD-Öl titriert bis 2 mL 3×/d vs. Placebo über 28 Tage; primärer Endpunkt ESAS-TSDS Tag 14: CBD −3,0 vs. Placebo −6,2 Punkte (p=0,24); Responder 44,8% (CBD) vs. 58,7% (Placebo) (p=0,13); kein Nachweis für Zusatznutzen von CBD über spezialisierte Palliativversorgung hinaus.

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Côté et al. ·2016 ·Annals of Otology, Rhinology & Laryngology
72 mal zitiert

Improving Quality of Life With Nabilone During Radiotherapy Treatments for Head and Neck Cancers

Design
RCT (randomisiert, doppelblind, placebo-kontrolliert)
Stichprobe
n = 56 Pat.
Kernaussage

Nabilone war Placebo hinsichtlich Lebensqualität und therapiebedingter Symptome bei Kopf-Hals-Bestrahlung nicht überlegen.

Zusammenfassung

n=56 Kopf-Hals-Karzinom-Patienten unter Radiotherapie, Nabilon vs. Placebo. Kein signifikanter Unterschied in QoL-Verschlechterungszeit (p=0,4279), Schmerzreduktion (p=0,6048), Übelkeit (p=0,7105), Appetitverlust (p=0,3295), Körpergewicht (p=0,1454) oder Schlaf (p=0,4438). Negativbefund: Nabilon in der eingesetzten Dosierung nicht wirksamer als Placebo zur Symptomkontrolle bei Kopf-Hals-Karzinom-Bestrahlung.

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Jochimsen et al. ·1978 ·Clinical Pharmacology & Therapeutics
51 mal zitiert

Effect of benzopyranoperidine, a delta-9-THC congener, on pain.

Design
RCT (cross-over, 5-fach)
Stichprobe
n = 35 Pat.
Kernaussage

Benzopyranopepridin zeigte keine analgetische Wirkung gegenüber Placebo und war Codein unterlegen; beide Dosen verstärkten tendenziell die Schmerzwahrnehmung.

Zusammenfassung

n=35 Krebspatienten mit malignitätsbedingtem Schmerz; THC-Analogon Benzopyranopyridine (2 mg / 4 mg) zeigte keine konsistente Überlegenheit gegenüber Placebo bei der Schmerzlinderung; Codein 120 mg erzielte klinisch signifikante Schmerzreduktion (p-Wert nicht explizit, Vergleich klinisch bedeutsam). Negativbefund für diesen THC-Kongener bei Krebsschmerz.

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Sheidler et al. ·1984 ·The Journal of Clinical Pharmacology
20 mal zitiert

Double-blind multiple-dose crossover study of the antiemetic effect of intramuscular levonantradol compared to prochlorperazine.

Design
RCT (doppelblind, Crossover)
Stichprobe
n = 16 Pat.
Kernaussage

Levonantradol war antiemetisch nicht wirksamer als Prochlorperazin, zeigte jedoch eine höhere Nebenwirkungsrate.

Zusammenfassung

RCT Crossover (n=16 Krebspatient:innen unter Chemotherapie); synthetisches Cannabinoid Levonantradol 1 mg i.m. vs. Prochlorperazin 10 mg i.m. zur Antiemese; kein statistisch signifikanter Unterschied im antiemetischen Ansprechen. Levonantradol zeigte häufigere UAW als Prochlorperazin. Negativstudie; historischer Befund zur cannabinoiden Antiemese in der Onkologie (n<60).

C
Noyes et al. ·1975

The analgesic properties of delta-9-tetrahydrocannabinol and codeine.

Design
Stichprobe
Zusammenfassung

Klinische Studie mit oralem THC (Einzeldosis) bei Patienten mit Krebsschmerzen: THC zeigte eine milde analgetische Wirkung. 20 mg THC verursachte therapielimitierende Nebenwirkungen (Somnolenz, Schwindel, Ataxie, Sehstörungen) und teils alarmierende Reaktionen; 10 mg wurde gut vertragen und war trotz sedierender Wirkung analgetisch wirksam. Caveat: sehr kleine, alte Einzeldosis-Studie, enges therapeutisches Fenster.

D
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Guzmán et al. ·2006 ·British Journal of Cancer
362 mal zitiert

A pilot clinical study of Delta9-tetrahydrocannabinol in patients with recurrent glioblastoma multiforme.

Design
Pilot Phase-I-Studie
Stichprobe
n = 9 Pat.
Kernaussage

Intratumorales THC war sicher applizierbar und zeigte erste antiproliferative Hinweise, ohne formalen Wirksamkeitsnachweis.

Zusammenfassung

Erste klinische Pilotstudie (n=9, rezidivierendes Glioblastom), intratumorale THC-Gabe nach Versagen Standardtherapie. Primärendpunkt Sicherheit: Cannabis-Delivery sicher, keine offensichtlichen psychoaktiven Effekte. Medianes Überleben ab Therapiebeginn 24 Wochen (95% CI: 15-33). THC inhibierte Tumorzell-Proliferation in vitro; Ki67-Immunfärbung bei 2 Patienten reduziert. Kein Kontrollarm; Phase I ohne Wirksamkeitsnachweis.

Real-World-Evidenz und Beobachtungsstudien

Daten aus klinischer Versorgungspraxis, Registern und Pflichterhebungen.

12
A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Bar-Lev Schleider et al. ·2022 ·Frontiers in Medicine
42 mal zitiert

Adherence, Safety, and Effectiveness of Medical Cannabis and Epidemiological Characteristics of the Patient Population: A Prospective Study

Design
Prospektive Beobachtungsstudie
Stichprobe
n = 10.000 Pat.
Kernaussage

Supervised medizinisches Cannabis war bei 70,6% der Patienten nach 6 Monaten mit Behandlungserfolg und verbesserter Lebensqualität assoziiert.

Zusammenfassung

Israelische prospektive Studie mit ca. n=10.000 Patienten unter verschriebenem medizinischen Cannabis; Krebserkrankung war mit 49,1% die häufigste Primärindikation; 70,6% der Patienten erreichten Behandlungserfolg nach 6 Monaten; häufigste Nebenwirkungen: Schwindel (8,2%), Mundtrockenheit (6,7%), gesteigerer Appetit (4,7%); 1.938 (19,4%) Patienten verstarben während der Beobachtungszeit.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Taha et al. ·2019 ·The oncologist
148 mal zitiert

Cannabis Impacts Tumor Response Rate to Nivolumab in Patients with Advanced Malignancies.

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 140 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum während Nivolumab-Therapie reduzierte die Ansprechrate signifikant (37,5% vs. 15,9%, p=0,016), ohne Auswirkung auf progressionsfreies Überleben oder Gesamtüberleben.

Zusammenfassung

Retrospektive Kohortenstudie n=140 (89 Nivolumab mono, 51 Nivolumab+Cannabis) bei fortgeschrittenem Melanom/NSCLC/Nierenzell-Ca; Cannabis-Gebrauch reduzierte Tumor-Response-Rate signifikant (37,5% vs. 15,9%, p=0.016, OR=3.13, 95% CI 1.24–8.1), ohne Effekt auf PFS oder OS. THC/CBD-Prozentanteile hatten keinen Einfluss auf RR (p=0.393/0.116).

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Bar-Sela et al. ·2020 ·Cancers
133 mal zitiert

Cannabis Consumption Used by Cancer Patients during Immunotherapy Correlates with Poor Clinical Outcome.

Design
Prospektive Beobachtungsstudie
Stichprobe
n = 102 Pat.
Kernaussage

Cannabis-Konsum während Immuntherapie war mit signifikant kürzerer Progressionszeit und geringerem Gesamtüberleben assoziiert.

Zusammenfassung

Prospektive Beobachtungsstudie (n=102: 68 Immuntherapie, 34 Immuntherapie+Cannabis) bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs. Cannabiskonsum während Immuntherapie korrelierte mit signifikant verkürzter Zeit bis zur Tumorprogression und vermindertem Gesamtüberleben. Cannabis reduzierte therapiebedingte immunvermittelte Nebenwirkungen. Endocannabinoid-Spiegel vor Immuntherapie unterschieden sich nicht zwischen Gruppen; vier eCB-Verbindungen waren mit Gesamtüberlebenszeit assoziiert. Befund: Cannabis-Konkomitanz während Immuntherapie mit erhöhtem klinischem Risiko verbunden.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Yee et al. ·2026 ·Annals of surgical oncology
1 mal zitiert

Cannabis, Pain, and Complications: A Prospective Analysis of Cannabis Use, Opiate Consumption, and Postoperative Outcomes following Cancer-Related Abdominal Surgery.

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 64 Pat.
Kernaussage

Chronische Cannabinoid-Nutzer zeigten signifikant höhere postoperative Schmerzwerte und erhöhten Morphin-Verbrauch, hatten aber keine erhöhte Komplikationsrate.

Zusammenfassung

Prospektive Kohortenstudie bei n=64 Patienten (24 chronische Cannabinoid-Nutzer, 40 Nicht-Nutzer) nach abdomineller Krebs-Operation. Chronische Nutzer mit detektierbaren Cannabinoid-Spiegeln zeigten signifikant höhere Schmerzscores und erhöhten Morphin-Äquivalent-Verbrauch (8h postoperativ: 28,8 vs. 9,8 MME, p=0,036; Gesamt-Hospitalisierung: 273 vs. 202,1 MME, p=0,046; verschrieben: 150 vs. 100 MME, p=0,047; eingenommen bis Tag 30: 67,5 vs. 5 MME, p=0,03). Chronische Nutzer hatten weniger Gesamtkomplikationen (22% vs. 51%, p=0,025), aber ähnliche Rate schwerer Komplikationen (8,7% vs. 9,8%, p=0,33).

C
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Hawley et al. ·2019 ·Current Oncology
40 mal zitiert

Cannabis Use in Cancer: A Survey of the Current State at BC Cancer before Recreational Legalization in Canada

Design
Querschnittsbefragung
Stichprobe
n = 821 Pat.
Kernaussage

23% der Befragten nutzen derzeit Cannabis überwiegend für medizinische Zwecke zur Symptomkontrolle (Schmerz, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Angst); es handelt sich um eine deskriptive Prävalenzstudie ohne Interventionsvergleich oder Effektivitätsmessung.

Zusammenfassung

Querschnittsbefragung unter n=821 Krebspatienten in British Columbia (Rücklaufquote 27,4%); 23% nutzen aktuell Cannabis-Produkte (überwiegend medizinisch), 28% waren Vornutzer (meist Freizeit). Symptomziele bei aktuellen Nutzern: Schmerz, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Angst; viele hofften zusätzlich auf antikanzerogene Effekte. Nur 31% der aktuellen Nutzer hatten medizinische Autorisierung.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Waissengrin et al. ·2021 ·Therapeutic Advances in Medical Oncology
29 mal zitiert

Effect of cannabis on oxaliplatin-induced peripheral neuropathy among oncology patients: a retrospective analysis

Design
Retrospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 513 Pat.
Kernaussage

Cannabis-exponierte Patienten zeigten signifikant niedrigere Raten von CIPN Grad 2-3 (15,3% vs. 27,9%, p<0,001), mit stärkerem Schutzeffekt bei vorheriger Cannabis-Exposition.

Zusammenfassung

Retrospektive Analyse von n=513 Patienten mit Oxaliplatin-basierter Chemotherapie (2015-2018); Cannabis-exponierte Patienten (n=248) vs. Kontrollen (n=265). CIPN Grad 2-3 signifikant seltener bei Cannabis-Exposition (15.3% vs. 27.9%, p<0.001). Protektiver Effekt stärker bei Cannabis-vor-Oxaliplatin (cannabis-first, n=116) vs. Oxaliplatin-zuerst (n=132): 75% vs. 46.2% Protektion (p<0.001). Mediane kumulative Oxaliplatin-Dosis höher bei cannabis-first (545 mg/m² vs. 340 mg/m² vs. 425 mg/m², p<0.001).

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Pawasarat et al. ·2020 ·Journal of Palliative Medicine
34 mal zitiert

The Efficacy of Medical Cannabis in the Treatment of Cancer-Related Pain.

Design
Retrospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 232 Pat.
Kernaussage

MMJ-Nutzung verbesserte Symptomscores und stabilisierte den Opioidverbrauch, während Nicht-Nutzer einen signifikanten Anstieg des Opioidkonsums aufwiesen.

Zusammenfassung

n=232 onkologische Patienten (95 MMJ−, 137 MMJ+); MMJ(+) stabilisierte Opioid-Konsum (45→45 mg/Tag MME, p=0,522) während MMJ(−) um 23% anstieg (97,5→120 mg/Tag MME, p=0,004); nur MMJ(+) verbesserte emotionalen ESAS-Score signifikant; MMJ als adjuvante Palliativtherapie bei Krebs-bedingtem Schmerz empfohlen.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Meghani et al. ·2021 ·Journal of Pain Research
14 mal zitiert

Impact of Cannabis Use on Least Pain Scores Among African American and White Patients with Cancer Pain: A Moderation Analysis.

Design
Beobachtungsstudie (Längsschnitt, gemischte lineare Modelle)
Stichprobe
n = 136 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum hatte keinen signifikanten Haupteffekt auf den Schmerz, reduzierte jedoch die rassenbezogene Schmerzdisparität zwischen afroamerikanischen und weißen Krebspatient:innen.

Zusammenfassung

Beobachtungsstudie (n=136 Krebspatienten, 49 Afroamerikaner/87 Weiße) zu Cannabiskonsum und Schmerzlinderung (BPI "least pain"): kein signifikanter Haupteffekt von Cannabis (p=0.28); jedoch signifikanter Moderationseffekt — rassiale Schmerzdisparität (Afroamerikaner vs. Weiße: Differenz 1.63±0.5, p=0.001) war unter Cannabiskonsum nicht mehr signifikant (Differenz 0.59±0.59, p=0.32). Hinweis auf mögliche Rolle von Cannabis bei Krebsschmerz und Reduktion gesundheitlicher Ungleichheit.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Oldfield et al. ·2022 ·Postgraduate medical journal
12 mal zitiert

Experiences, patient interactions and knowledge regarding the use of cannabis as a medicine in a cohort of New Zealand doctors in an oncology setting.

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 45 Pat.
Kernaussage

Studie dokumentiert Häufigkeit von Patientenanfragen zu Cannabis-basierten Produkten (84% der Ärzte berichteten dies) und Wissenslücken bei Onkologen; es handelt sich um eine deskriptive Beobachtungsstudie ohne Interventionseffekt-Messung.

Zusammenfassung

Querschnitts-Survey unter n=45 Ärzten (Response Rate 85%) in 4 neuseeländischen Onkologie-Abteilungen, November 2019–Januar 2020. 37/44 (84%, 95% CI: 70–93%) berichteten Patienten-Anfragen zu Cannabis-Produkten; 43/44 (98%, 95% CI: 88–100%) berichteten Patienten-Nutzung von illegalem Cannabis für medizinische Symptome. Anfrage-Gründe: Schmerz, Übelkeit/Erbrechen, Krebsbehandlung. 36/44 (82%, 95% CI: 67–92%) äußerten künftige Verschreibungs-Bedenken, alle waren bereit, Produkte mit traditioneller medizinischer Provenienz zu nutzen.

D
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Weiss et al. ·2022 ·Cancer
59 mal zitiert

A Coala-T-Cannabis Survey Study of breast cancer patients' use of cannabis before, during, and after treatment.

Design
Querschnittsurvey (Selbstbericht)
Stichprobe
n = 612 Pat.
Kernaussage

Cannabis wurde von 42% der Brustkrebspatientinnen zur Symptomkontrolle eingesetzt, überwiegend während aktiver Behandlung und ohne ärztliche Rücksprache.

Zusammenfassung

Online-Survey (n=612 US-Brustkrebspatientinnen): 42% (n=257) nutzten Cannabis zur Symptomkontrolle. Häufigste Indikationen: Schmerz (78%), Insomnie (70%), Angst (57%), Übelkeit (46%). Unter Nutzenden: 81% berichteten Schmerzverbesserung, 77.3% Appetitsteigerung, 73% Angstreduktion; 54.5% verbesserte Behandlungstoleranz. Einschränkung: Selbstbericht ohne Kontrollgruppe; 79% nutzten Cannabis während aktiver Behandlung.

D
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Macari et al. ·2020 ·American Journal of Clinical Oncology
31 mal zitiert

Medical Cannabis in Cancer Patients: A Survey of a Community Hematology Oncology Population.

Design
Querschnittsurvey (Selbstbericht)
Stichprobe
n = 188 Pat.
Kernaussage

MC-Nutzer:innen berichteten mehrheitlich Symptomverbesserungen bei Schmerz, Appetit und Angst; als häufigste Nebenwirkung wurde geistige Unschärfe angegeben.

Zusammenfassung

Survey (n=188 Krebspatienten, onkologische Praxis Michigan); MC-Nutzung 24,5% (n=46). Symptomverbesserung unter Nutzenden: Schmerz 81% (34/42), Appetit 77,3% (34/44), Angst 73% (32/44); verbesserte Behandlungstoleranz 54,5% (24/44). Baseline-Symptomscore signifikant höher bei MC-Nutzern vs. Nicht-Nutzern (17,5 vs. 14,4, p<0.001). Unerwünschte Effekte: Denkbeeinträchtigung 16,7%, Energiemangel 9,8%.

D
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Madden et al. ·2020 ·Pediatrics
58 mal zitiert

Clinically Significant Drug-Drug Interaction Between Methadone and Cannabidiol

Design
Fallbericht
Stichprobe
n = 1 Pat.
Kernaussage

Nach Absetzen von Cannabidiol sank der Methadon-Serumspiegel von 271 auf 125 ng/mL, was mit Verbesserung der Schläfrigkeit und Müdigkeit korrelierte.

Zusammenfassung

Einzelfallbericht einer 13-jährigen Patientin mit metastasiertem Krebs und chronischen Schmerzen; Interaktion CBD-Methadon führte zu erhöhtem Methadon-Serumspiegel (271 ng/mL, Reduktion auf 125 ng/mL nach CBD-Absetzen) mit Sedierung/Fatigue. Mechanismus: CBD inhibiert CYP3A4/CYP2C19.

Übersichtsarbeiten

Nicht-systematische Übersichts- und Expertenarbeiten zur Einordnung der Evidenzlage.

2
B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Kleckner et al. ·2019 ·Therapeutic Advances in Medical Oncology
85 mal zitiert

Opportunities for cannabis in supportive care in cancer

Design
Narrative Review
Stichprobe
Narrative Review
Kernaussage

Cannabis zeigt reasonable Evidenz für Übelkeit/Erbrechen, Appetitlosigkeit und Schmerzen als Supplement; vielversprechende aber limitierte Evidenz für chemotherapie-induzierte periphere Neuropathie, gastrointestinale Beschwerden und Schlafstörungen; spärliche Evidenz für kognitive Beeinträchtigung, Angst, Depression und Fatigue.

Zusammenfassung

Narrative Übersicht zu Cannabis in der supportiven Krebstherapie; qualitative Review von präklinischen bis klinischen Daten über multiple Indikationen (Krebs, HIV, MS, PTBS u.a.). Schlussfolgerungen: angemessene Evidenz für Cannabis als Supplement bei Übelkeit/Erbrechen, Appetitlosigkeit und Schmerz; vielversprechende aber limitierte Evidenz für CIPN, GI-Beschwerden, Schlafstörungen. Nebenwirkungen dokumentiert, meist mild. Keine systematische Datenextraktion oder Meta-Analyse.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Troyer et al. ·2024 ·Cancers
11 mal zitiert

Review of the Use of Medicinal Cannabis Products in Palliative Care

Design
Narrative Review
Stichprobe
Narrative Review
Kernaussage

Begrenzte Evidenz für Wirksamkeit bei Krebsschmerzen und gastrointestinalen Symptomen; gemischte Ergebnisse bei Insomnie und Stimmungsstörungen; Nebenwirkungen dokumentiert.

Zusammenfassung

Narrative Übersicht zu medizinischen Cannabis-Produkten in der Palliativversorgung bei Krebs; zusammenfassende Diskussion zu Symptom-Management (Schmerz, Übelkeit, Appetit, Schlaf), keine systematische Meta-Analyse, primär mechanistische und Best-Practice-Perspektive.

Laufende & kommende Studien

Laufende Studien befinden sich in der Erprobungsphase und sind kein Beleg für Wirksamkeit oder Sicherheit. Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken.

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  • NCT06731894 ClinicalTrials.gov Phytocannabinoids for Reducing Chronic Chemotherapy-Induced Peripheral Neuropathy in Breast and Colon Cancer Survivors Rekrutierung Phase 2 Start: 2025-10
  • NCT04567394 ClinicalTrials.gov Cannabis Use Disorder Treatment Study Aktiv Start: 2019-08
  • NCT05969314 ClinicalTrials.gov To Check Safety of Ayurvedic Oral Cannabis in Breast and Head and Neck Cancer Aktiv Phase 1 Start: 2022-06
  • NCT06418204 ClinicalTrials.gov Assessing Benefits and Harms of Cannabis/Cannabinoid Use Among Cancer Patients Treated in Community Oncology Clinics Rekrutierung Start: 2025-01
  • NCT05064319 ClinicalTrials.gov Gabapentin for Restoring GABA/Glutamate Homeostasis in Co-occurring Bipolar and Cannabis Use Disorders Rekrutierung Phase 2 Start: 2022-02
  • NCT07403266 ClinicalTrials.gov Treatment With Full-spectrum Cannabis Extract of Refractory Epilepsy Associated With Tuberous Sclerosis Complex (TSC) Rekrutierung Phase 3 Start: 2024-06
  • NCT07398365 ClinicalTrials.gov Medical Phenotyping of NHS General Adult Psychiatry (GAP) Inpatients Rekrutierung Start: 2024-04
  • NCT07107607 ClinicalTrials.gov Assessing Claims of Cannabis as an Anti-cancer Agent (CATA) Aktiv Start: 2021-03
  • NCT06601218 ClinicalTrials.gov Impact of Daily Oral Cannabis Doses in Patients With Cancer Rekrutierung Phase 1 Start: 2025-06
  • NCT06488612 ClinicalTrials.gov Evaluation of the Use of Minced Skin Grafts for Promoting Donor Site Wound Healing After Split-Thickness Skin Grafting Rekrutierung Start: 2023-12
  • 2024-519568-42-00 EU CTIS Cannabis extrAct in oncology Patients for the treatment of TUmor Related symptom burden (CAPTURE) Geplant Therapeutic exploratory (Phase II)
  • 2024-514049-13-02 EU CTIS A phase 2a study on the anti-tumoral effect of cannabis oil (THC 10% / CBD 5%) in patients with untreatable advanced hepatocellular carcinoma - the CanHep study Laufend Therapeutic exploratory (Phase II) Start: 2024-10