Studienlage / Onkologie/Palliativ / Palliativmedizin

Palliativmedizin

35 kuratierte Studien · 3 Schlüsselstudien · mechoulam.de

In der Palliativmedizin lindere Cannabis vor allem Schmerz und Übelkeit, mit moderater Aussagekraft. Für Appetit und Gewicht bei fortgeschrittener Erkrankung sei ein klarer Nutzen in kontrollierten Studien dagegen nicht gesichert.

Bewertungsschema

Der Buchstabe bewertet die Qualität einer Studie, unabhängig vom Typ. Jeder Studientyp kann jede Note bekommen: auch ein Review kann B oder C sein, wenn er klein oder schwach ist, und ein RCT kann S sein. Die Note ist eine Synthese aus Studiendesign, Journal-Autorität und klinischer Verbindlichkeit:

S
Höchste Evidenz, große, methodisch erstklassige Studien oder S3-Leitlinien
A
Starke Evidenz, solide, aussagekräftige Studien mit klarem Ergebnis
B
Mittlere Evidenz, kleinere oder methodisch eingeschränkte Studien
C
Schwache Evidenz, vorläufige, indirekte oder widersprüchliche Befunde
D
Geringste Evidenz, explorative Hinweise, Einzelfälle oder Expertenmeinung

Qualitätsprofil je Studie

Links neben jeder Studie steht ein Profil aus vier Merkmalen, es zeigt die Unterschiede innerhalb einer Buchstaben-Klasse.

Größe
Teilnehmerzahl (RCT) bzw. eingeschlossene Studien (Review).
Verblindung
Doppelblind, einfachblind oder offen.
Effektstärke
Klarer Nutzen, gemischt, kein Nutzen oder Schaden.
Zitate / Jahr
Altersbereinigte Zitationshäufigkeit.

Kurz gefasst

Cannabis in der Palliativmedizin wurde in Studien zu Symptomen wie Schmerz, Übelkeit, Appetit und Schlaf gemessen. Die Ergebnisse zu den untersuchten Wirkstoffkombinationen und Einzelwirkstoffen wie THC oder CBD fallen gemischt aus, wobei einige Meta-Analysen bei Tumorschmerzen keinen Nutzen im Vergleich zu Placebo oder etablierten Analgetika zeigten. Es wurden orale Präparate und Kombinationen untersucht, allerdings besteht eine Einschränkung durch die teilweise dünne Datenlage und das Risiko für psychiatrische oder neurologische Nebenwirkungen bei THC-dominanten Formulierungen.

Stand der Evidenz

Belastbarkeit und Heterogenität der Studiendaten

Die vorliegenden Studien liefern ein uneinheitliches Bild zur Wirksamkeit von Cannabis in der Palliativmedizin. Die Evidenzbasis besteht aus einer Mischung von randomisierten kontrollierten Studien, systematischen Reviews und Meta-Analysen sowie zahlreichen retrospektiven Beobachtungsstudien. Die Qualität der Beweise schwankt erheblich. So weist Whiting 2015 mit hoher GRADE-Sicherheit eine moderate Evidenz für chronischen Schmerz und MS-Spastik sowie eine schwache Evidenz für die Kontrolle von Chemotherapie-induzierter Übelkeit und palliativer Symptomkontrolle aus. Im Gegensatz dazu stuft Hauser 2023 die Evidenz für Cannabis-basierte Medikamente bei Tumorschmerz nach einer Cochrane-Review als moderat ein und berichtet von einem fehlenden Nutzen gegenüber Placebo oder etablierten Analgetika. Die Heterogenität der Ergebnisse lässt sich durch unterschiedliche Studienpopulationen, untersuchte Wirkstoffe und Endpunkte erklären. Einige Studien berichten von signifikanten Verbesserungen, während andere keine Unterschiede zu Placebo feststellen. Die Datenlage ist zudem durch fehlende Langzeitdaten und kleine Fallzahlen in vielen Einzelstudien gekennzeichnet, was die direkte Übertragbarkeit der Ergebnisse auf die klinische Gesamtpopulation erschwert.

Untersuchte Präparate und Anwendungsformen

In den analysierten Publikationen werden verschiedene pharmakologische Ansätze und Applikationswege untersucht. Die Wirkstoffe reichen von isoliertem Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC) bis hin zu Kombinationen und Vollspektrum-Ölen. Hardy 2025 testete ein 1:1 THC:CBD-Öl in oraler Anwendung, während Hardy 2023 reines CBD-Öl in titrierter Dosis untersuchte. Brisbois 2011 und Noyes 1975 evaluierten orales THC als isolierten Wirkstoff. Bar-Lev Schleider 2018 und Waissengrin 2015 berichteten über den Einsatz von Vollspektrum-Cannabis in der Real-World-Praxis. Die Anwendungsformen variieren zwischen oralen Präparaten und in manchen historischen Studien intramuskulär verabreichten Derivaten wie Levonantradol in Studien von Stambaugh 1984 und Hutcheon 1983. Die untersuchten Formulierungen unterscheiden sich in der Konzentration und dem Verhältnis der Cannabinoide, was zu unterschiedlichen pharmakologischen Profilen und damit zu variierenden Wirkungsspektren führt. Die orale Anwendung dominiert in den neueren Studien der Stufe A und B, während in der früheren Evidenz auch parenterale Wege eine Rolle spielten.

Patientengruppen und Größe der Studien

Die Studienteilnehmenden umfassen hauptsächlich erwachsene Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen, aber auch Menschen mit anderen schwer verlaufenden Erkrankungen wie HIV/AIDS oder Demenz. Whiting 2015 umfasste in ihrer Meta-Analyse 79 randomisierte kontrollierte Studien mit insgesamt 6.462 Teilnehmenden. Creanga-Murariu 2025 wertete 98 Studien zu krebsassoziierten Symptomen aus. Doppen 2022 erfasste in einer systematischen Review 52 Studien mit 4.786 Teilnehmenden, wobei 4.491 davon Krebspatienten waren. Einige spezifische randomisierte kontrollierte Studien hatten deutlich kleinere Größen, wie Hardy 2025 und Hardy 2023 mit je 144 Patientinnen und Patienten oder Noyes 1975 mit nur 10 Teilnehmenden. Auch pädiatrische Populationen wurden untersucht, etwa von Kuhlen 2016 mit 16 Kindern und Jugendlichen mit neurologischen Erkrankungen. Die Größe der Studien variiert stark, wobei viele individualisierte randomisierte kontrollierte Studien kleine Fallzahlen aufweisen, was die statistische Power begrenzt. Retrospektive Daten wie von Bar-Lev Schleider 2018 mit 2.970 Krebspatienten oder Phansila 2022 mit 491 Patienten bieten größere Stichproben, unterliegen aber dem Risiko von Selektions- und Confounding-Verzerrungen.

Divergenz der Ergebnisse und deren Ursachen

Die Ergebnisse widersprechen sich teilweise fundamental. Whiting 2015 und Creanga-Murariu 2025 berichten über signifikante Schmerzreduktion mit mittleren Differenzen von -1.22 bzw. im Kontext von Angstreduktion -1.30. Im Widerspruch dazu zeigen Hardy 2025 und Hardy 2023 in vergleichbaren Populationen mit fortgeschrittenem Krebs keinen signifikanten Unterschied im Total Symptom Distress Score zwischen dem Cannabis-Arm und der Placebo-Gruppe. Hauser 2023 stuft die Evidenz für einen Nutzen bei Tumorschmerz ebenfalls als nicht belegt ein. Diese Diskrepanz lässt sich durch methodische Unterschiede erklären: Unterschiedliche Schmerz- und Symptom-Scores, variable Dosierungen, unterschiedliche Kombinationen von THC und CBD sowie die Art der Kontrollgruppen (Placebo versus aktive Standardtherapie) beeinflussen die Ergebnisse stark. Zudem berichten mehrere Studien, etwa Creanga-Murariu 2025 und Frytak 1979, über ein erhöhtes Risiko für psychiatrische und neurologische Nebenwirkungen, insbesondere bei THC-dominanten Formulierungen, was das Nutzen-Risiko-Profil individuell verschieben kann. Die Beobachtungsstudien von Pawasarat 2020 zeigen zwar assoziierte Opioid-Spareffekte und verbesserte emotionale Symptome, ohne jedoch einen kausalen Zusammenhang belegen zu können.

Offene Fragen und Grenzen der Evidenz

Aus der Studienlage ergeben sich mehrere ungelöste Fragen für die klinische Praxis. Es fehlt an großen, gut kontrollierten Langzeitstudien, die die Nachhaltigkeit der Symptomlinderung und die Sicherheit der Dauertherapie eindeutig belegen. Die optimale Dosierung und das beste Wirkstoffverhältnis für spezifische palliative Symptome wie Tumorschmerz, Appetitverlust oder Übelkeit sind nicht einheitlich definiert. Die Evidenz für spezifische Subgruppen, wie etwa ältere Menschen mit Multimorbidität oder Patientinnen und Patienten mit bestimmten Tumorentitäten, ist dünn. Zudem bleibt die Frage offen, inwieweit die berichteten Verbesserungen in retrospektiven oder Pilotstudien auf eine breitere Patientengruppe übertragbar sind. Das Vorhandensein von Leitlinien wie der von Horlemann 2024 bietet zwar praktische Empfehlungen, stützt sich aber auf die beschriebene heterogene Evidenzlage. Weitere randomisierte Studien mit standardisierten Endpunkten, größeren Stichproben und differenzierten Wirkstoff-Analysen sind notwendig, um belastbare Aussagen zur Integration von Cannabis in die palliative Versorgung zu treffen.

Häufige Fragen

Wird Cannabis in der Palliativmedizin eingesetzt?
In der Palliativmedizin wurden Studien zu Symptomen wie Schmerz, Übelkeit, Appetit, Schlaf und Fatigue gemessen. Die Datenlage zu den Effekten von Cannabis ist gemischt.
Welche Wirkung zeigt Cannabis in der Palliativmedizin bei krebsassoziierten Symptomen?
Studien untersuchten die Auswirkungen auf Schmerz und Angst bei krebsassoziierten Symptomen. Dabei wurde eine signifikante Schmerzreduktion und Angstreduktion im Vergleich zum Ausgangswert gemessen.
Welche Risiken bestehen durch Cannabis in der Palliativmedizin?
Es wurden psychiatrische und neurologische Nebenwirkungen im Zusammenhang mit THC-dominanten Formulierungen untersucht. Bei THC-haltigen Präparaten wurden zudem psychotomimetische Toxizität sowie Sedierung und mentale Eintrübung gemessen.

Schlüsselstudien

3
  1. 01
    S
    Cannabis-based medicines and medical cannabis for adults with cancer pain.
    Hauser et al. ·2023 ·The Cochrane database of systematic reviews
    Lesen
  2. 02
    S
    Cannabinoids for Medical Use
    Whiting et al. ·2015 ·JAMA
    Lesen
  3. 03
    A
    Cannabis in Palliative Care: A Systematic Review of Current Evidence.
    Doppen et al. ·2022 ·Journal of pain and symptom management
    Lesen

Leitlinien und Konsensus-Empfehlungen

Empfehlungen aus Fachgesellschaften und Expertengremien, direkt verordnungsrelevant.

1
A
Horlemann et al. ·2024 ·Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin

DGS-PraxisLeitlinie Cannabis in der Schmerzmedizin v2.0

Design
Leitlinie
Stichprobe
Leitlinie
Zusammenfassung

DGS-PraxisLeitlinie v2.0 (2024) zu Cannabis in der Schmerzmedizin; umfasst palliativmedizinische Indikationen mit Empfehlungen zu Dosierung, Applikationsformen und klinischem Management bei Tumorschmerz, Kachexie und refraktären Symptomen.

ISBN 978-3-9817530-9-7

Systematische Reviews und Meta-Analysen

Synthesen der RCT-Evidenz nach Cochrane- und PRISMA-Standards.

6
S
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Hauser et al. ·2023 ·The Cochrane database of systematic reviews
53 mal zitiert

Cannabis-based medicines and medical cannabis for adults with cancer pain.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 14 Studien
n = 10 Pat.
Kernaussage

Cannabis-basierte Medikamente (Nabiximols, THC, Nabilon, CBD) zeigen keine klinisch relevanten Vorteile gegenüber Placebo bei der Schmerzlinderung bei Krebspatienten mit opioid-refraktären oder chemotherapie-assoziierten Schmerzen.

Zusammenfassung

Cochrane SR zu Cannabis-basierten Medikamenten bei Tumorschmerz (Erwachsene). Evaluiert Nutzen und Schäden vs. Placebo oder etablierte Analgetika; primäre Outcomes: ≤mild pain, PGIC much/very much improved, Withdrawals due to AE. Suche bis 26.01.2023, Einschlusskriterien: doppelblinde RCTs, ≥10 Teilnehmende pro Arm.

S
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Whiting et al. ·2015 ·JAMA
2103 mal zitiert

Cannabinoids for Medical Use

Design
Stichprobe
n = 6.462
Kernaussage

Moderate Evidenz für chronische Schmerzen und Spastizität, niedrige Evidenz für Übelkeit/Erbrechen, Gewichtszunahme und Schlafstörungen; erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen.

Zusammenfassung

Umfassende SR über 79 RCTs (n=6.462) zu medizinischem Cannabis; moderate Evidenz für chronischen Schmerz (inkl. Krebs-assoziierter Schmerz) und MS-Spastik, schwache Evidenz für Chemotherapie-induzierte Übelkeit/Erbrechen, Appetitanregung bei HIV/AIDS und palliative Symptomkontrolle.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Doppen et al. ·2022 ·Journal of pain and symptom management
44 mal zitiert

Cannabis in Palliative Care: A Systematic Review of Current Evidence.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 52 Studien
n = 4.786 Pat.
Kernaussage

Positive Behandlungseffekte für einige Cannabis-Produkte bei Schmerz, Übelkeit, Appetit und Schlaf bei Krebspatienten sowie Appetit und Agitation bei Demenzpatienten berichtet, jedoch sehr niedrige bis niedrige Evidenzqualität aller eingeschlossenen Studien.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabis in der Palliativmedizin; k=52 Studien (20 RCTs, 32 nicht-randomisierte), n=4.786 Teilnehmende (Krebs n=4.491, Demenz n=43, AIDS n=235, Spastik n=16). Positive Behandlungseffekte (p<0.05) für einige Cannabis-Produkte bei Schmerz, Übelkeit/Erbrechen, Appetit, Schlaf, Fatigue bei Krebs-Patienten; Appetit/Agitation bei Demenz; Appetit/Übelkeit bei AIDS. Evidenzqualität durchgehend 'very low' oder 'low'. Meta-Analyse nicht durchführbar aufgrund Heterogenität der Produkte und Outcomes.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Creanga-Murariu et al. ·2025 ·Current oncology reports
3 mal zitiert

Indications of Cannabinoids for the Palliation of Cancer-Associated Symptoms: A Systematic Review and Meta-Analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 98 Studien
Kernaussage

Cannabinoide reduzierten Schmerz und Angst, zeigten Tendenzen zur Verbesserung bei Appetit und Übelkeit/Erbrechen, hatten aber keinen Effekt auf Verstopfung, Depression, Müdigkeit, Mobilität oder Lebensqualität; THC-dominante Formulierungen erhöhten das Risiko psychiatrischer, neurologischer und gastrointestinaler Nebenwirkungen.

Zusammenfassung

Systematische Review + Meta-Analyse über k=98 Studien zu Cannabinoiden bei krebsassoziierten Symptomen (PROSPERO CRD42023479375). Signifikante Schmerzreduktion (MD=-1.22, 95% CI: -1.92; -0.52) und Angstreduktion (MD=-1.30, 95% CI: -2.22; -0.39) vs. Baseline. THC-dominante Formulierungen erhöhen Risiko psychiatrischer Nebenwirkungen (OR=10.62, 95% CI: 1.35; 83.57), neurologischer (OR=2.24, 95% CI: 1.15; 4.35) und gastrointestinaler Ereignisse (OR=2.69, 95% CI: 0.73; 9.90). Tendenz zur Verbesserung bei Appetit, Chemotherapie-induzierter Übelkeit und Insomnie ohne statistische Signifikanz.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Mücke et al. ·2016 ·Der Schmerz
40 mal zitiert

Cannabinoide in der palliativen Versorgung

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 9 Studien
n = 1.561 Pat.
Kernaussage

Cannabinoide zeigten Überlegenheit gegenüber Placebo bei Gewichtszunahme und Appetit bei HIV-Wasting-Syndrom, aber nicht bei Krebsschmerz, Kalorienaufnahme oder Schlafproblemen; Megestrol-Acetat war Dronabinol überlegen.

Zusammenfassung

Systematische Review + Meta-Analyse zu Cannabinoiden in der Palliativmedizin; k=9 RCTs (n=1.561) bei fortgeschrittenen/End-Stage-Erkrankungen (Krebs, HIV, Alzheimer). Krebs-Outcomes nicht signifikant: 30%-Schmerzreduktion RD=0.07 (95% CI: -0.01 bis 0.16, p=0.07), kalorische Aufnahme SMD=0.2 (p=0.65), Schlafprobleme SMD=-0.09 (p=0.72). HIV: signifikante Gewichtszunahme SMD=0.57 (95% CI: 0.22-0.92, p=0.001) und Appetit SMD=0.57 (95% CI: 0.11-1.03, p=0.02).

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Côté et al. ·2016 ·Annals of Otology, Rhinology & Laryngology
72 mal zitiert

Improving Quality of Life With Nabilone During Radiotherapy Treatments for Head and Neck Cancers

Design
RCT (randomisiert, doppelblind, placebo-kontrolliert)
Stichprobe
n = 56 Pat.
Kernaussage

Nabilone war Placebo hinsichtlich Lebensqualität und therapiebedingter Symptome bei Kopf-Hals-Bestrahlung nicht überlegen.

Zusammenfassung

Randomisierte doppelblinde placebokontrollierte Studie (n=56) zu Nabilon zur Verbesserung der Lebensqualität und Linderung von Nebenwirkungen während der Strahlentherapie bei Kopf-Hals-Karzinomen. Nabilon war Placebo nicht überlegen: kein signifikanter Vorteil bei Lebensqualität (P=,43), Schmerz (P=,60), Übelkeit (P=,71), Appetitverlust (P=,33), Gewicht (P=,15), Stimmung (P=,32) oder Schlaf (P=,44). In der verwendeten Dosierung kein Nutzen nachweisbar (negatives Ergebnis). Limitierung: kleine Fallzahl, möglicherweise zu niedrige Dosis.

Randomisierte Kontrollierte Studien

Wirksamkeits- und Sicherheitsbelege aus kontrollierten Interventionsstudien.

14
A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Hardy et al. ·2023 ·Journal of clinical oncology
66 mal zitiert

Phase IIb Randomized, Placebo-Controlled, Dose-Escalating, Double-Blind Study of Cannabidiol Oil for the Relief of Symptoms in Advanced Cancer (MedCan1-CBD).

Design
RCT
Stichprobe
n = 144 Pat.
Kernaussage

CBD-Öl erbrachte gegenüber Placebo keinen zusätzlichen Nutzen bei der Symptombelastung von Palliativpatienten mit fortgeschrittenem Krebs.

Zusammenfassung

n=144 fortgeschrittene Krebspatienten unter Palliativversorgung, CBD-Öl (100 mg/mL titriert bis 600 mg/Tag) vs. Placebo über 28 Tage. Primärer Endpunkt ESAS Total Symptom Distress Score (TSDS) Tag 14: CBD -3.0 vs. Placebo -6.2, kein signifikanter Unterschied (p=0.24). Response-Rate (TSDS-Reduktion ≥6): CBD 44.8% vs. Placebo 58.7% (p=0.13). CBD zeigte keinen Zusatznutzen zur spezialisierten Palliativversorgung; Dyspnoe häufiger unter CBD.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Hardy et al. ·2025 ·Supportive care in cancer
6 mal zitiert

Medicinal cannabis for symptom control in advanced cancer: a double-blind, placebo-controlled, randomised clinical trial of 1:1 tetrahydrocannabinol and cannabidiol.

Design
RCT
Stichprobe
n = 144 Pat.
Kernaussage

THC:CBD-Kombinationsöl zeigte keinen signifikanten Vorteil gegenüber Placebo bei der Gesamtsymptombelastung, mit nur kleinem Schmerznutzen, der durch größere psychomimetische Toxizität aufgewogen wurde.

Zusammenfassung

RCT (n=144) zu 1:1 THC:CBD-Öl (10 mg/ml) vs. Placebo bei fortgeschrittenem Krebs über 28 Tage; primärer Endpunkt Total Symptom Distress Score (TSDS) Tag 14: kein Unterschied zwischen Armen (MC -6.30±12.3, Placebo -6.98±12.56, p=0.76). ESAS-Schmerzscore signifikant für MC (MC -1.42±2.15, Placebo -0.46±2.83, p=0.04), aber höhere psychomimetische Toxizität. Global Impression of Change und Schmerz-QoL favorisierten MC.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Frytak et al. ·1979 ·Annals of Internal Medicine
202 mal zitiert

Delta-9-tetrahydrocannabinol as an antiemetic for patients receiving cancer chemotherapy. A comparison with prochlorperazine and a placebo.

Design
RCT (double-blind, parallel-group)
Stichprobe
n = 116 Pat.
Kernaussage

THC reduzierte Übelkeit/Erbrechen gegenüber Placebo, bot jedoch keinen Vorteil gegenüber Prochlorperazin und war mit erheblich mehr ZNS-Nebenwirkungen assoziiert.

Zusammenfassung

n=116 Karzinom-Patienten unter Chemotherapie, THC 15 mg 3x täglich vs. Prochlorperazin vs. Placebo; THC zeigte überlegene Antiemese vs. Placebo, kein Vorteil gegenüber Prochlorperazin; ZNS-Nebenwirkungen signifikant häufiger/schwerer mit THC; Gesamterfahrung für ältere Patienten (Medianalter 61 J.) mit THC belastender.

B
Größe
Verblindung Einfachblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Hutcheon et al. ·1983 ·European Journal of Cancer and Clinical Oncology
30 mal zitiert

A randomised multicentre single blind comparison of a cannabinoid anti-emetic (levonantradol) with chlorpromazine in patients receiving their first cytotoxic chemotherapy.

Design
RCT (randomisiert, einfach blind, aktive Kontrollgruppe)
Stichprobe
n = 108 Pat.
Kernaussage

Levonantradol 0,5 mg zeigte bessere antiemetische Wirkung als Chlorpromazin, ist jedoch wegen inakzeptabler ZNS-Nebenwirkungen nicht empfohlen.

Zusammenfassung

n=108 Krebspatienten; Levonantradol 0,5 mg als palliative Antiemesis-Therapie bei Chemotherapie; antiemetisch überlegen gegenüber Chlorpromazin 25 mg (aktiver Standard); jedoch dysphorische Reaktionen bei 22–50% je nach Dosis und kein ausreichender Cisplatin-Schutz. Die Autoren empfehlen wegen der hohen Rate inakzeptabler ZNS-Nebenwirkungen keine routinemäßige Anwendung.

B
Größe
Verblindung Offen
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schloss et al. ·2021 ·Frontiers in Oncology
60 mal zitiert

A Phase 2 Randomised Clinical Trial Assessing the Tolerability of Two Different Ratios of Medicinal Cannabis in Patients With High Grade Gliomas.

Design
Phase-2-RCT
Stichprobe
n = 88 Pat.
Kernaussage

Die 1:1-Ratio medizinischen Cannabis verbesserte Schlaf, körperliche und funktionelle Kapazität signifikant ohne schwerwiegende Nebenwirkungen.

Zusammenfassung

Phase-2-RCT n=88 terminal erkrankte Gliom-Patienten; 1:1-THC:CBD-Verhältnis verbesserte FACT-Br (physisch p=0,025, funktionell p=0,014) und Schlaf (p=0,009) nach 12 Wochen; keine schwerwiegenden UAW; gut verträglich als palliative Begleittherapie.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Brisbois et al. ·2011 ·Annals of Oncology
240 mal zitiert

Delta-9-tetrahydrocannabinol may palliate altered chemosensory perception in cancer patients: results of a randomized, double-blind, placebo-controlled pilot trial

Design
RCT (double-blind, placebo-controlled)
Stichprobe
n = 21 Pat.
Kernaussage

THC verbesserte signifikant die Chemosensorische Wahrnehmung, den Geschmack von Nahrung, die Appetit vor Mahlzeiten und den Proteinkonsum im Vergleich zu Placebo bei Krebspatienten mit Chemosensorischen Alterationen.

Zusammenfassung

Pilot-RCT bei n=21 Krebspatienten mit Chemosensory-Alterationen; THC 2,5 mg 2×täglich vs. Placebo über 18 Tage. THC-Gruppe zeigte verbesserte Geschmacks-/Geruchswahrnehmung (p=0.026), besseres Schmecken (p=0.04), gesteigerten präprandialen Appetit (p=0.05) und erhöhte Proteinaufnahme (p=0.008) vs. Placebo. Verbesserung von Schlafqualität (p=0.025) und Entspannung (p=0.045).

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Stambaugh et al. ·1984 ·The Journal of Clinical Pharmacology
23 mal zitiert

Dose ranging evaluation of the antiemetic efficacy and toxicity of intramuscular levonantradol in cancer subjects with chemotherapy-induced emesis.

Design
RCT (doppelblind, Placebo-kontrolliert, Dosisfindung Phase II)
Stichprobe
n = 20 Pat.
Kernaussage

Alle Levonantradol-Dosen reduzierten chemotherapieinduzierte Emesis signifikant gegenüber Placebo (p<0,01) ohne nachweisbaren Dosis-Wirkungs-Effekt.

Zusammenfassung

n=20 Krebspatienten in fortgeschrittenem Krankheitsstadium; Levonantradol i.m. als antiemetische Supportivtherapie bei Chemotherapie; signifikante Symptomkontrolle (p<0,01) gegenüber Placebo für alle Dosierungen 0,5–2,0 mg. Relevant für palliative Supportivtherapie zur Kontrolle chemoinduzierter Emesis.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Noyes et al. ·1975 ·The Journal of Clinical Pharmacology
273 mal zitiert

Analgesic effect of delta-9-tetrahydrocannabinol.

Design
RCT (Dosis-Eskalation, doppelblind)
Stichprobe
n = 10 Pat.
Kernaussage

Orales THC (15–20 mg) reduziert Tumorschmerzen signifikant besser als Placebo, geht jedoch mit ausgeprägter Sedierung und mentaler Eintrübung einher.

Zusammenfassung

Pilotstudie (n=10, Krebspatienten mit Tumorschmerz), orales THC (5/10/15/20 mg) vs. Placebo doppelblind: signifikante Schmerzlinderung bei hohen Dosierungen (15 mg und 20 mg); Nebenwirkungen (Sedierung, mentale Eintrübung) bei analgetisch wirksamen Dosierungen relevant für palliative Nutzen-Risiko-Abwägung.

B
Größe
Verblindung Offen
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Good et al. ·2020 ·Journal of Palliative Medicine
40 mal zitiert

An Open-Label Pilot Study Testing the Feasibility of Assessing Total Symptom Burden in Trials of Cannabinoid Medications in Palliative Care.

Design
Open-Label-Pilotstudie (zweiarmig)
Stichprobe
n = 21 Pat.
Kernaussage

Cannabinoide (CBD/THC) waren überwiegend gut verträglich und führten bei 43% der Palliativpatienten zu einer relevanten Symptomreduktion, jedoch ohne Kontrollgruppe und mit hoher Dropout-Rate bis Tag 28.

Zusammenfassung

Pilottrial n=21 Palliativpatienten mit fortgeschrittenem Krebs (CBD-Arm n=16, THC-Arm n=5); 9/21 (43%) erreichten klinische Response (≥6-Punkte-Reduktion TSDS); mediane maximale Toleranzdosis CBD 300 mg/Tag (Range 100–600 mg), THC 10 mg/Tag (Range 5–30 mg); 86% schlossen primären Endpunkt Tag 14 ab; Schläfrigkeit häufigste UAW — Machbarkeitsstudie mit begrenzter Aussagekraft.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Cronin et al. ·1981 ·The Journal of Clinical Pharmacology
50 mal zitiert

Antiemetic effect of intramuscular levonantradol in patients receiving anticancer chemotherapy.

Design
Offene Dosisfindungsstudie
Stichprobe
n = 28 Pat.
Kernaussage

Intramuskuläres Levonantradol erzielte bei 89 % der Patienten eine antiemetische Wirkung bei niedrigen Dosen ab 0,5 mg.

Zusammenfassung

n=28 Krebspatienten unter Chemotherapie, refraktär auf Standardantiemetika, IM Levonantradol 0,5–1,5 mg; Ansprechrate 89% (25/28) komplett oder partiell; Dysphoie als dosislimitierende Toxizität bei 16% (5/31 auswertbare Patienten); Somnolenz 48%, Mundtrockenheit 32%.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Nelson et al. ·1994 ·Journal of Palliative Care
216 mal zitiert

A phase II study of delta-9-tetrahydrocannabinol for appetite stimulation in cancer-associated anorexia.

Design
Phase-II-Studie (einarmig)
Stichprobe
n = 18 Pat.
Kernaussage

THC steigerte den Appetit bei 13 von 18 auswertbaren Krebspatienten mit Anorexie und zeigte eine gute Verträglichkeit.

Zusammenfassung

Phase-II-Studie (n=18) zu THC bei palliativer Tumoranorexie (Lebenserwartung >4 Wochen); 13/18 (72%) verbesserter Appetit; 10/18 vollständige 28-Tage-Einnahme; 4 Patienten Grad-I-Toxizität; 3 Abbrüche auf Patientenwunsch; Verträglichkeit bei 2,5 mg t.i.d. gut.

C
Größe
Verblindung Offen
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Johnson et al. ·2013 ·Journal of pain and symptom management
231 mal zitiert

An open-label extension study to investigate the long-term safety and tolerability of THC/CBD oromucosal spray and oromucosal THC spray in patients with terminal cancer-related pain refractory to strong opioid analgesics.

Design
RCT
Stichprobe
n = 43 Pat.
Kernaussage

THC/CBD-Spray zeigte Verbesserung der Schmerzintensität und schlimmsten Schmerzes sowie Verbesserung von Schlaflosigkeit, Schmerz und Müdigkeit mit guter Verträglichkeit über längerfristige Verwendung.

Zusammenfassung

Open-Label-Extensionsstudie (n=43) nach vorausgegangenem 2-Wochen-RCT zu THC/CBD-Oromukosalspray bei refraktärem Krebs-Schmerz. Brief Pain Inventory-Short Form: Verbesserung in 'pain severity' und 'worst pain' bei jedem Follow-up-Visit. EORTC QLQ-C30: Verbesserung in Domänen Insomnie, Schmerz, Fatigue. Keine Dosissteigerung über Zeit (kein Hinweis auf Toleranzentwicklung), gute Langzeitverträglichkeit.

D
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Gerhartz et al. ·1983 ·Journal of Molecular Medicine
6 mal zitiert

Levonantradol for the treatment of chemotherapy-induced nausea and vomiting.

Design
Offene unkontrollierte Pilotstudie
Stichprobe
n = 20 Pat.
Kernaussage

Levonantradol bewirkte bei 15 von 20 refraktären Patienten eine substanzielle antiemetische Wirkung.

Zusammenfassung

n=20 Krebspatienten mit therapierefraktärer chemotherapieinduzierter Übelkeit/Erbrechen im palliativen Kontext; Levonantradol (THC-Analogon): 15/20 (75%) deutliche Symptomlinderung, 10/20 bevorzugten Fortsetzung — Hinweis auf Nutzen bei konventionell austherapierten Patienten.

D
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Bar-Sela et al. ·2019 ·Integrative Cancer Therapies
73 mal zitiert

The Effects of Dosage-Controlled Cannabis Capsules on Cancer-Related Cachexia and Anorexia Syndrome in Advanced Cancer Patients: Pilot Study.

Design
Pilot-Interventionsstudie (nicht-randomisiert)
Stichprobe
n = 17 Pat.
Kernaussage

Bei einem Teil der Patienten zeigte sich eine klinisch relevante Gewichtszunahme und verminderter Appetitverlust, jedoch mit erheblichem Studienschwund und ohne Kontrollgruppe.

Zusammenfassung

n=17 Patienten mit fortgeschrittenem Krebsleiden (palliative Situation), THC/CBD-Kapseln (5–10 mg THC 2×täglich); Selbstberichtete Verbesserungen bei Appetit, Stimmung, Schmerz und Fatigue; Appetitverlustsymptome signifikant gebessert (p=0,05); 3/17 mit Gewichtszunahme ≥10%; keine schwerwiegenden Nebenwirkungen.

Real-World-Evidenz und Beobachtungsstudien

Daten aus klinischer Versorgungspraxis, Registern und Pflichterhebungen.

11
B
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Bar-Lev Schleider et al. ·2018 ·European Journal of Internal Medicine
200 mal zitiert

Prospective analysis of safety and efficacy of medical cannabis in large unselected population of patients with cancer

Design
Prospektive Real-World-Registerstudie
Stichprobe
n = 2.970 Pat.
Kernaussage

95,9% der auswertbaren Patienten berichteten nach 6 Monaten medizinischer Cannabisbehandlung eine Verbesserung ihrer krebsassoziierten Symptome.

Zusammenfassung

Prospektive Real-World-Daten zu n=2970 Krebspatienten mit medizinischem Cannabis (Israel 2015–2017); Hauptsymptome: Schlafstörungen (78,4%), Schmerz (77,7%, median 8/10), Schwäche (72,7%), Übelkeit (64,6%), Appetitlosigkeit (48,9%). Nach 6 Monaten Follow-up berichteten 95,9% der verbliebenen Responder (n=1211/2056, 60,6%) eine Verbesserung ihres Zustands, 3,7% keine Veränderung, 0,3% Verschlechterung. Cannabis als palliative Behandlung gut verträglich, effektiv und sicher zur Symptomkontrolle bei Krebspatienten.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Wendelmuth et al. ·2019 ·Der Schmerz
8 mal zitiert

Dronabinol bei geriatrischen Schmerz- und Palliativpatienten

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 40 Pat.
Kernaussage

52,5% der Patienten erreichten eine Schmerzlinderung von mehr als 30%, 10% von mehr als 50%; etwa vier Symptome oder Nebenwirkungen aus vorheriger Behandlung wurden positiv beeinflusst.

Zusammenfassung

Retrospektive Analyse zu Dronabinol bei geriatrischen Schmerz- und Palliativpatienten; Beschreibung von Verträglichkeit, Dosierungsstrategien und klinischen Outcomes in vulnerabler Population mit Multimorbidität.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Phansila et al. ·2022 ·F1000Research
1 mal zitiert

Survival rate of patients with combined hepatocellular cholangiocarcinoma receiving medical cannabis treatment: A retrospective, cohort comparative study.

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 491 Pat.
Kernaussage

Cannabis-Gruppe zeigte längere mediane Überlebenszeit (5,66 vs. 0,83 Monate) und niedrigere Mortalitätsrate, aber Autoren warnen vor unmeasured confounding und fordern prospektive Studien zur Bestätigung.

Zusammenfassung

Retrospektive Kohorte zu medizinischem Cannabis bei fortgeschrittenem cholangiozellulären Karzinom (CCA), n=491 (87 Cannabis-Therapie CT, 404 Standard-Palliativversorgung ST). Medianes Überleben CT=5.66 Monate (95% CI: 1.94–9.38) vs. ST=0.83 Monate (95% CI: 0.71–0.95). Multivariate Analyse: CT assoziiert mit verlängertem Überleben (HRadj=0.28; 95% CI: 0.20–0.37; p<0.001). Mortalitätsrate CT=10.9/100 Personenmonate vs. ST=48.35/100 Personenmonate. Autoren betonen mögliche Residual-Confounding.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Waissengrin et al. ·2015 ·Journal of Pain and Symptom Management
81 mal zitiert

Patterns of Use of Medical Cannabis Among Israeli Cancer Patients: A Single Institution Experience

Design
Retrospektive Beobachtungsstudie
Stichprobe
n = 279 Pat.
Kernaussage

Patienten berichteten Verbesserungen bei Schmerz (70%), Allgemeinbefinden (70%), Appetit (60%) und Übelkeit (50%), aber nur 46% der nach 6 Monaten noch lebenden Patienten erneuerten ihre Permit; Nebenwirkungen waren mild (Fatigue, Schwindel).

Zusammenfassung

Retrospektive Studie zu medizinischem Cannabis bei n=279 israelischen Krebs-Patienten (84% metastasiert); von n=113 Nutzern nach 1 Monat berichteten 70% Verbesserung bei Schmerz, 70% bei Allgemeinbefinden, 60% bei Appetit, 50% bei Übelkeit. Nebenwirkungen mild (Fatigue, Schwindel). Von n=151 nach 6 Monaten lebenden Patienten erneuerten 46% die Cannabis-Genehmigung.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Pawasarat et al. ·2020 ·Journal of Palliative Medicine
34 mal zitiert

The Efficacy of Medical Cannabis in the Treatment of Cancer-Related Pain.

Design
Retrospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 232 Pat.
Kernaussage

MMJ-Nutzung verbesserte Symptomscores und stabilisierte den Opioidverbrauch, während Nicht-Nutzer einen signifikanten Anstieg des Opioidkonsums aufwiesen.

Zusammenfassung

n=232 onkologische Palliativpatienten; MMJ(+) erhielt Opioid-Dosis stabil (45 mg/Tag MME) während MMJ(−) um 23% stieg (p=0,004); ESAS-Gesamtscore und emotionale Symptome signifikant besser in MMJ(+); medizinisches Cannabis als viables adjuvantes Therapeutikum im Palliativkontext.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Meghani et al. ·2021 ·Journal of Pain Research
14 mal zitiert

Impact of Cannabis Use on Least Pain Scores Among African American and White Patients with Cancer Pain: A Moderation Analysis.

Design
Beobachtungsstudie (Längsschnitt, gemischte lineare Modelle)
Stichprobe
n = 136 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum hatte keinen signifikanten Haupteffekt auf den Schmerz, reduzierte jedoch die rassenbezogene Schmerzdisparität zwischen afroamerikanischen und weißen Krebspatient:innen.

Zusammenfassung

Beobachtungsstudie (n=136 Krebspatienten mit Tumorschmerz) zu Cannabiskonsum und Schmerzlinderung im palliativen Setting: kein signifikanter Haupteffekt von Cannabis auf BPI-Schmerzscores (p=0.28), jedoch signifikanter Moderationseffekt auf rassiale Schmerzdisparität (p=0.03) — unter Cannabiskonsum verschwand der Unterschied zwischen Afroamerikanern und weißen Patienten. Hinweis auf Potenzial als Adjuvans in der palliativen Schmerztherapie.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Bar-Sela et al. ·2013 ·Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine
82 mal zitiert

The Medical Necessity for Medicinal Cannabis: Prospective, Observational Study Evaluating

Design
Prospektive Beobachtungsstudie
Stichprobe
n = 131 Pat.
Kernaussage

Alle Krebs- und Behandlungs-assoziierten Symptome zeigten signifikante Verbesserung (P < 0.001), mit Ausnahme von Gedächtnisverschlechterung bei prolongierter Nutzung.

Zusammenfassung

Prospektive Beobachtungsstudie bei n=131 Krebspatienten mit Cannabis-Lizenz (von initial 211); alle Krebs- oder Therapie-assoziierten Symptome zeigten signifikante Verbesserung (p<0.001). Einzige signifikante Nebenwirkung: Gedächtnisbeeinträchtigung bei prolongiertem Gebrauch (p=0.002). Keine Kontrollgruppe.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Kuhlen et al. ·2016 ·European Journal of Paediatric Neurology
48 mal zitiert

Effective treatment of spasticity using dronabinol in pediatric palliative care.

Design
Offene retrospektive Studie
Stichprobe
n = 16 Pat.
Kernaussage

Dronabinol reduzierte oder beseitigte die refraktäre Spastik bei 12 von 16 pädiatrischen Palliativpatienten.

Zusammenfassung

Pädiatrische Palliativversorgung, n=16 Kinder/Jugendliche mit komplexen neurologischen Erkrankungen und refraktärer Spastik; Dronabinol (2,5% THC-Öl), Median 0,33 mg/kg/d; 12/16 Patienten profitierten (Spastik-Aufhebung oder deutliche Verbesserung); schwere oder anhaltende UAW auch bei Kleinkindern und Langzeitbehandlung (181 Tage Median) nicht aufgetreten.

D
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Macari et al. ·2020 ·American Journal of Clinical Oncology
31 mal zitiert

Medical Cannabis in Cancer Patients: A Survey of a Community Hematology Oncology Population.

Design
Querschnittsurvey (Selbstbericht)
Stichprobe
n = 188 Pat.
Kernaussage

MC-Nutzer:innen berichteten mehrheitlich Symptomverbesserungen bei Schmerz, Appetit und Angst; als häufigste Nebenwirkung wurde geistige Unschärfe angegeben.

Zusammenfassung

Survey (n=188 onkologische Patienten); 24,5% nutzten Medical Cannabis palliativ. Symptomverbesserung: Schmerz 81% (34/42), Appetit 77,3% (34/44), Angst 73% (32/44); verbesserte Behandlungstoleranz 54,5% (24/44). Basis-Symptomlast signifikant höher bei MC-Nutzern (Score 17,5 vs. 14,4, p<0.001). Geringes Toxizitätsprofil; häufigste UAW: Denkbeeinträchtigung 16,7%.

D
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Abrahamov et al. ·1995 ·Life Sciences
183 mal zitiert

An efficient new cannabinoid antiemetic in pediatric oncology.

Design
Prospektive Fallserie
Stichprobe
n = 8 Pat.
Kernaussage

Delta-8-THC verhinderte chemotherapieinduziertes Erbrechen bei allen behandelten Kindern vollständig.

Zusammenfassung

n=8 pädiatrische Onkologie-Patienten (3–13 Jahre) unter Antineoplastika-Therapie, Delta-8-THC als antiemetische Supportivmaßnahme (480 Behandlungen, bis 8 Monate); vollständige Verhinderung chemotherapie-induzierter Emesis in 100% der Verabreichungen; Nebenwirkungen vernachlässigbar — relevant für palliative Symptomkontrolle bei Kindern mit hämatologischen Malignomen.

D
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Senderovich et al. ·2022 ·Oncology research and treatment
9 mal zitiert

A Case Report on Cannabinoid Hyperemesis Syndrome in Palliative Care: How Good Intentions Can Go Wrong.

Design
Fallserie
Stichprobe
n = 1 Pat.
Kernaussage

Nabilone führte zur Verschlimmerung von Übelkeit und Erbrechen (Cannabinoid-Hyperemesis-Syndrom) statt zur erwarteten Linderung; nach Absetzen keine Rückkehr der Symptome.

Zusammenfassung

Einzelner Fallbericht (n=1): 70-jährige Patientin mit kleinzelligem Lungenkarzinom in Palliativversorgung; Nabilone (inkrementell erhöht von 0.5 auf 2 mg über 5 Jahre) führte zu refraktärem Erbrechen (Cannabinoid-Hyperemesis-Syndrom vermutet). Nach Absetzen von Nabilone komplette Remission von Nausea/Emesis, Schmerzkontrolle mit Opioiden erfolgreich.

Übersichtsarbeiten

Nicht-systematische Übersichts- und Expertenarbeiten zur Einordnung der Evidenzlage.

2
B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Troyer et al. ·2024 ·Cancers
11 mal zitiert

Review of the Use of Medicinal Cannabis Products in Palliative Care

Design
Narrative Review
Stichprobe
Narrative Review
Kernaussage

Begrenzte Evidenz für Wirksamkeit bei Krebsschmerzen und gastrointestinalen Symptomen; gemischte Ergebnisse bei Insomnie und Stimmungsstörungen; Nebenwirkungen dokumentiert.

Zusammenfassung

Review (2024) zu medizinischen Cannabisprodukten in der Palliativmedizin; Evidenzsynthese zu Tumorschmerz, Appetit, Übelkeit und Lebensqualität bei onkologischen Palliativpatienten, Diskussion von THC/CBD-Präparaten und klinischer Praktikabilität.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Rasche et al. ·2019 ·Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz
4 mal zitiert

Cannabis und Cannabinoide in der Palliativversorgung

Design
Narrative Review
Stichprobe
Narrative Review
Kernaussage

Es gibt keine hochwertige Evidenz für den Einsatz von Cannabis und Cannabinoiden in der Palliativversorgung; sie könnten als therapeutischer Versuch bei Krebsschmerzen, HIV-assoziierter Gewichtszunahme und anderen Symptomen erwogen werden, wenn etablierte Behandlungen versagen.

Zusammenfassung

Narrative Übersichtsarbeit zu Cannabis/Cannabinoiden in der Palliativversorgung, fokussiert auf Mücke et al. SR. Schlussfolgerung: insgesamt keine hochqualitative Evidenz; Cannabinoide können als Therapieversuch bei Tumorschmerz, Gewichtszunahme (HIV) sowie Übelkeit/Appetitlosigkeit erwogen werden, wenn etablierte Therapien versagen. Weitere Studien mit größeren Patientenzahlen erforderlich; besondere Bedingungen der Palliativmedizin erschweren hochqualitative Studien.

Mechanistische und Präklinische Studien

Pharmakologische Grundlagen und tierexperimentelle Befunde zur Wirkmechanismus-Plausibilität.

1
B
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Gastmeier et al. ·2019 ·Der Schmerz
5 mal zitiert

Einsatz von Cannabisarzneimitteln in der Schmerz- und Palliativmedizin

Design
Sonstiges
Stichprobe
n = 120
Kernaussage

Studie zeigt Informationsdefizite bei Ärzten im Umgang mit Cannabisarzneimitteln und hohe Ablehnungsquoten (36,1%) bei Kostenübernahmeanträgen durch Krankenkassen.

Zusammenfassung

Narrative Übersicht zum Einsatz von Cannabisarzneimitteln in Schmerz- und Palliativmedizin; Diskussion von Indikationen, Applikationsformen, Dosierung und praktischen Aspekten ohne systematische Datenextraktion.

Laufende & kommende Studien

Laufende Studien befinden sich in der Erprobungsphase und sind kein Beleg für Wirksamkeit oder Sicherheit. Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken.

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  • NCT05615389 ClinicalTrials.gov Pilot Study of MC in Paediatric Palliative Care Rekrutierung Phase 1 Start: 2024-02
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