Studienlage / Vegetativ/Sonstige / Opioid-Reduktion

Opioid-Reduktion

32 kuratierte Studien · 3 Schlüsselstudien · mechoulam.de

Beobachtungs- und Real-World-Studien berichten übereinstimmend, dass viele Schmerzpatienten ihren Opioidverbrauch unter medizinischem Cannabis senkten, einzelne Studien zeigten zudem ein vermindertes Verlangen unter Cannabidiol. Kontrollierte Studien, die diesen opioidsparenden Effekt absicherten, seien noch begrenzt.

Bewertungsschema

Der Buchstabe bewertet die Qualität einer Studie, unabhängig vom Typ. Jeder Studientyp kann jede Note bekommen: auch ein Review kann B oder C sein, wenn er klein oder schwach ist, und ein RCT kann S sein. Die Note ist eine Synthese aus Studiendesign, Journal-Autorität und klinischer Verbindlichkeit:

S
Höchste Evidenz, große, methodisch erstklassige Studien oder S3-Leitlinien
A
Starke Evidenz, solide, aussagekräftige Studien mit klarem Ergebnis
B
Mittlere Evidenz, kleinere oder methodisch eingeschränkte Studien
C
Schwache Evidenz, vorläufige, indirekte oder widersprüchliche Befunde
D
Geringste Evidenz, explorative Hinweise, Einzelfälle oder Expertenmeinung

Qualitätsprofil je Studie

Links neben jeder Studie steht ein Profil aus vier Merkmalen, es zeigt die Unterschiede innerhalb einer Buchstaben-Klasse.

Größe
Teilnehmerzahl (RCT) bzw. eingeschlossene Studien (Review).
Verblindung
Doppelblind, einfachblind oder offen.
Effektstärke
Klarer Nutzen, gemischt, kein Nutzen oder Schaden.
Zitate / Jahr
Altersbereinigte Zitationshäufigkeit.

Kurz gefasst

Cannabis bei Opioid-Reduktion ist in verschiedenen Kontexten untersucht worden, wobei die Ergebnisse hinsichtlich der Dosisveränderung variieren. Bei nicht-onkologischem chronischem Schmerz zeigten Studien mit medizinischem Vollspektrum-Cannabis eine Opioid-Dosisreduktion zwischen 64 % und 75 %. Es wurden zudem Reduktionen der täglichen Opioid-Tagesdosen in US-Bundesstaaten mit Medical-Cannabis-Gesetzen sowie signifikante Senkungen des Opioid-Verbrauchs bei Traumapatienten durch THC gemessen. Eine wesentliche Einschränkung stellt das teils hohe Bias-Risiko in vielen Übersichtsarbeiten sowie die schwache klinische Evidenz zur Opioid-Einsparung bei Akutschmerz und Krebsschmerz dar.

Stand der Evidenz

Heterogene Studienpopulationen und methodische Grenzen

Die vorliegenden Studien untersuchen Cannabis und Cannabinoide in zwei grundlegend verschiedenen Kontexten: bei Personen mit Opioid-Use-Disorder und bei Patientinnen und Patienten mit chronischem Schmerz. Diese Trennung ist entscheidend, da die Mechanismen und Endpunkte unterschiedlich sind. Bei Opioid-Abhängigen liegt der Fokus auf Craving, Entzugssymptomen und Therapieadhärenz, während bei Schmerzpatientinnen und Patienten die Reduktion der Opioid-Dosis und der Schmerzintensität im Mittelpunkt stehen. Die methodische Qualität der Evidenz variiert stark. Zu den Studien mit hoher Bewertung zählen systematische Reviews und Meta-Analysen, etwa von Nielsen 2022 oder Lake 2020. Diese umfassen eine große Anzahl an eingeschlossenen Studien, bewegen sich aber oft im Bereich der Beobachtungsdaten oder kleinerer klinischer Versuche. Die GRADE-Sicherheit reicht von hoch bei übergreifenden Analysen über moderat bei einigen randomisierten kontrollierten Studien bis hin zu sehr niedrig bei kleinen Kohortenstudien. Viele Einzelstudien weisen ein hohes Bias-Risiko auf, was die Belastbarkeit der Gesamtergebnisse einschränkt. Langzeitdaten fehlen weitgehend, und die Follow-up-Perioden sind häufig kurz, was die Bewertung nachhaltiger Effekte erschwert.

Wirkstoffe, Anwendungsformen und Dosierungen

Die untersuchten Präparate und Wirkstoffe reichen von isolierten Verbindungen wie Cannabidiol und Tetrahydrocannabinol bis hin zu Vollspektrum-Extrakten und medizinischen Zubereitungen wie Dronabinol und Nabiximols. Hurd 2019 und Shafie 2025 fokussieren spezifisch auf Cannabidiol, wobei Letztere sowohl klinische als auch präklinische Daten zu diesem Wirkstoff bei Opioid-Use-Disorder zusammenfasst. Andere Studien, wie Gastmeier 2023 und Lucas 2021, untersuchen medizinisches Cannabis in seiner Komplexität als Adjuvans zur Opioidtherapie. Die Dosierungen sind nicht einheitlich. Im Kontext der Opioid-Abhängigkeit wurde beispielsweise in der randomisierten Studie von Hurd 2019 Cannabidiol in Dosen von 400 oder 800 mg täglich verabreicht. Bei der Entzugssymptomatik untersuchten Lofwall 2016 und Bisaga 2015 Dronabinol in unterschiedlichen Stufen, wobei 20 bis 30 mg moderate Effekte zeigten, niedrige Dosen jedoch weitgehend wirkungslos blieben. Bei den Schmerzpatientinnen und Patienten gibt es keine aus den Studien abgeleitete standardisierte Dosierungsrichtlinie; die Verabreichung variierte je nach klinischem Setting. Die Anwendungen waren meist oral, wie in den Studien von Hickernell 2018 und Schneider-Smith 2020 beschrieben, während in anderen Kontexten die genaue Applikationsroute nicht detailliert angegeben war.

Klinische Effekte bei Opioid-Abhängigkeit und Entzug

Bei Personen mit Opioid-Use-Disorder zeigen die Ergebnisse ein gemischtes Bild hinsichtlich der direkten Opioid-Reduktion. Costa 2024, eine Meta-Analyse longitudinaler Studien mit insgesamt 8.367 Teilnehmenden, fand keine signifikante Assoziation zwischen Cannabis-Gebrauch und nicht-medizinischem Opioid-Konsum während der Pharmakotherapie. Lake 2020 bestätigt dies für die Mehrheit der Studien; weder Methadon- noch Buprenorphin-Therapie profitierten nachweislich von einem begleitenden Cannabiskonsum in Bezug auf Adhärenz oder Retention. Im Gegensatz dazu deuten bestimmte präklinische und akute klinische Daten auf spezifische Wirkmechanismen hin. Hurd 2019 dokumentierte in einer kleinen randomisierten Studie mit 42 Personen eine signifikante Reduktion von cue-induziertem Craving und Angst durch Cannabidiol, mit nachweisbaren Effekten bis sieben Tage nach der letzten Gabe. Shafie 2025 fasst zusammen, dass Cannabidiol gut verträglich ist und Abstinenzangst reduzieren kann. Präklinisch zeigte Nielsen 2022, dass die Kombination aus Morphin und Tetrahydrocannabinol die benötigte Dosis um etwa das 3,5-fache senken kann, was auf ein synergistisches Potenzial hindeutet, das sich im klinischen Alltag jedoch nicht in einer breiten Opioid-Ersparung niederschlägt. Elkrief 2023 bestätigte in einer großen Sekundäranalyse, dass der Cannabiskonsum keinen signifikanten Einfluss auf den Opioid-Konsum oder Entzugssymptome während der Substitutionstherapie hatte.

Ergebnisse bei chronischem Schmerz und Opioid-Ersparung

Im Kontext des chronischen Schmerzes, insbesondere bei nicht-onkologischen Erkrankungen, berichten die vorliegenden Studien häufig von einer Reduktion der Opioid-Dosis, wenn Cannabis parallel angewendet wird. Okusanya 2020 fasst neun Studien zusammen, in denen eine Opioid-Dosisreduktion zwischen 64 und 75 Prozent festgestellt wurde. Lucas 2021 berichtet in einer groß angelegten Beobachtungsstudie aus Kanada von einem Rückgang der täglichen Opioid-Dosis von 152 mg auf 32,2 mg Morphinäquivalent, was einer Reduktion von 78 Prozent entspricht. Ähnliche Befunde lieferten kleinere Studien. Renslo 2022 beschrieb bei 40 Patientinnen und Patienten mit Osteoarthritis einen Rückgang des Morphinäquivalents von 18,2 auf 9,8 mg pro Tag, wobei 37,5 Prozent der Teilnehmenden auf eine Opioid-Dosis von null sanken. Auch in postoperativen Kontexten, wie bei Totalendoprothetik nach Hickernell 2018, zeigte sich eine signifikante Reduktion der Morphinäquivalente und der Liegedauer durch die zusätzliche Verabreichung von Dronabinol. Trotz dieser positiven Berichte und beobachteten Dosisreduktionen ist die Evidenzqualität hier oft niedrig bis sehr niedrig, da es sich bei vielen dieser Analysen um retrospektive Kohorten oder Querschnittserhebungen ohne randomisierte Kontrolle handelt. Selbstberichte, wie von Reiman 2017 dargestellt, sind zwar zahlreich, erlauben aber keine kausalen Schlussfolgerungen.

Limitierungen, offene Fragen und Diskrepanzen

Die Diskrepanz zwischen den positiven Befunden bei der Opioid-Dosisreduktion im Schmerzkontext und den fehlenden Effekten bei der Opioid-Abhängigkeit bleibt ein zentrales Problem der Auswertung. Während bei Schmerzpatientinnen und Patienten ein Opioidersatz durch Cannabis berichtet wird, zeigt dieser Effekt in kontrollierten Studien zur Suchttherapie weitgehend keine statistische Signifikanz. Ein möglicher Grund liegt in der unterschiedlichen Natur der Indikation: Bei der Abhängigkeit geht es um den Erhalt der Therapieadhärenz bei gleichzeitiger Risikoexposition, während der Schmerzpatient primär eine Symptomlinderung anstrebt, die zu einer Dosisanpassung führt. Methodische Limitierungen dominieren die Interpretation. Bei den bevölkerungsbezogenen Studien, wie Bachhuber 2014 oder Bradford 2018, liegen ökologische Korrelationen vor, die durch Störgrößen stark beeinflusst sein können. Bei den klinischen Studien wie Lofwall 2016 oder Bagra 2018 waren die Fallzahlen klein, was die statistische Power begrenzte. Zudem fehlen Langzeitdaten zur Sicherheit und Wirksamkeit, insbesondere bei der Kombination von Cannabis mit Opioidagonisten. Die Studienlage liefert Hinweise auf spezifische Wirkungen von einzelnen Cannabinoiden wie Cannabidiol auf psychische Abhängigkeitssymptome, aber keine generelle Evidenz für eine Opioid-Ersparung in der Substitutionstherapie. Für die Schmerzmedizin deuten die Daten auf ein Potenzial der Opioid-Reduktion hin, das jedoch durch hochwertige randomisierte kontrollierte Studien und standardisierte Dosierungsprotokolle bestätigt werden muss. Unsicher bleiben die langfristigen Auswirkungen auf die Lebensqualität und die Nachhaltigkeit der Dosisreduktion jenseits von sechs Monaten.

Häufige Fragen

Kann Cannabis helfen, Opioide einzusparen?
Studien untersuchten die Opioid-Dosisreduktion bei Patienten mit chronischem Schmerz. In einigen Beobachtungsstudien wurde eine Verringerung der täglichen Opioid-Dosis um bis zu 78 % gemessen.
Wie wirkt sich Cannabis bei Opioid-Reduktion auf die Schmerztherapie aus?
Bei Patienten mit nicht-onkologischem chronischem Schmerz wurde eine Opioid-Dosisreduktion von 64 % bis 75 % bei der Kombination mit medizinischem Cannabis gemessen. Die klinische Evidenz für eine Opioid-Einsparung bei Akutschmerz oder Krebsschmerz wird jedoch als schwach beschrieben.
Welche Ergebnisse zeigen Studien zu Cannabis bei Opioid-Reduktion im Rahmen einer Suchtbehandlung?
Bei Patienten mit Opioid-Use-Disorder wurde gemessen, dass CBD das Craving und die abstinenzinduzierte Angst reduzieren kann. In anderen Untersuchungen zeigten sich keine signifikanten Assoziationen zwischen dem Cannabiskonsum und dem Opioid-Konsum oder den Entzugssymptomen.

Schlüsselstudien

3
  1. 01
    S
    Opioid-sparing effect of cannabinoids for analgesia: an updated systematic review and meta-analysis of preclinical and clinical studies
    Nielsen et al. ·2022 ·Neuropsychopharmacology
    Lesen
  2. 02
    A
    Frequency of cannabis and illicit opioid use among people who use drugs and report chronic pain: A longitudinal analysis
    Lake et al. ·2019 ·PLOS Medicine
    Lesen
  3. 03
    A
    DGS-PraxisLeitlinie Cannabis in der Schmerzmedizin v2.0
    Horlemann et al. ·2024 ·Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin
    Lesen

Leitlinien und Konsensus-Empfehlungen

Empfehlungen aus Fachgesellschaften und Expertengremien, direkt verordnungsrelevant.

1
A
Schlüsselstudie
Horlemann et al. ·2024 ·Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin

DGS-PraxisLeitlinie Cannabis in der Schmerzmedizin v2.0

Design
Leitlinie
Stichprobe
Leitlinie
Zusammenfassung

DGS-PraxisLeitlinie v2.0 zu Cannabis in der Schmerzmedizin; enthält Empfehlungen zu Opioid-sparenden Strategien und Cannabis als Koanalgetikum bei chronischem Schmerz, basierend auf aktueller Evidenz und Expertenkonsens.

ISBN 978-3-9817530-9-7

Systematische Reviews und Meta-Analysen

Synthesen der RCT-Evidenz nach Cochrane- und PRISMA-Standards.

7
S
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Nielsen et al. ·2022 ·Neuropsychopharmacology
87 mal zitiert

Opioid-sparing effect of cannabinoids for analgesia: an updated systematic review and meta-analysis of preclinical and clinical studies

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 92 Studien
Kernaussage

Vorklinische und Beobachtungsstudien zeigen potenzielle opioid-sparende Effekte von Cannabinoiden, während höherwertige RCTs keine Evidenz für opioid-sparende Effekte nachweisen.

Zusammenfassung

Umfassende SR+MA zu Opioid-sparenden Effekten von Cannabinoiden (k=92 Studien inkl. 15 laufender Trials). Präklinisch: ED50 von Morphin+THC 3.5-fach niedriger als Morphin allein (95% CI 2.04-6.03). Klinisch-akut: 3 RCTs fanden keine Opioid-Einsparung bei Akutschmerz. Krebsschmerz: k=4 RCTs, keine Reduktion der Opioid-Dosis (MD -3.8 mg, 95% CI -10.97 bis 3.37) oder Schmerz-Scores (MD 1.84, 95% CI -2.05 bis 5.72); mehr Nebenwirkungen vs. Placebo (RR 1.13, 95% CI 1.03-1.24). Chronischer Nicht-Krebsschmerz: 3 RCTs ohne Dronabinol-Effekt. Beobachtungsstudien: 39% berichteten Opioid-Stopp (95% CI 0.15-0.64), 85% Reduktion (95% CI 0.64-0.99). Präklinisch/beobachtend potenzial-zeigend, RCT-Evidenz widersprüchlich.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Okusanya et al. ·2020 ·Systematic Reviews
73 mal zitiert

Medical cannabis for the reduction of opioid dosage in the treatment of non-cancer chronic pain: a systematic review

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 9 Studien
n = 7.222 Pat.
Kernaussage

Neun Studien zeigten eine 64-75%ige Reduktion der Opioid-Dosierung in Kombination mit medizinischem Cannabis, doch alle Studien hatten hohes Verzerrungsrisiko und eine Kausalaussage ist nicht möglich; die Autoren warnen vor Verallgemeinerungen.

Zusammenfassung

Systematische Review zu medizinischem Cannabis als Adjuvans zur Opioid-Dosisreduktion bei nicht-onkologischem chronischem Schmerz; k=9 Studien (n=7.222). Opioid-Dosisreduktion 64–75% bei Kombination mit MC; 32–59,3% der Patienten nutzten MC zur Opioid-Substitution. Leichte Reduktion stationärer Aufnahmen (p=0,53) und Notaufnahme-Besuche (p=0,39). Hohes Bias-Risiko in allen eingeschlossenen Studien.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Vyas et al. ·2018 ·Nursing Outlook
92 mal zitiert

The use of cannabis in response to the opioid crisis: A review of the literature

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 10 Studien
Kernaussage

Die Literatur deutet darauf hin, dass medizinische Cannabis-Gesetze mit verringerter Opioid-Nutzung, weniger Opioid-bezogenen Hospitalisierungen und niedrigeren Überdosis-Raten assoziiert sein könnten, aber die verfügbare Evidenz ist begrenzt und hat erhebliche Limitationen.

Zusammenfassung

Systematische Review zu medizinischem Cannabis und Opioid-Reduktion (k=10 Studien aus 11.513 Treffern); 4 Cross-Sectional-Surveys zu MC-Substitution für POMs, 6 Sekundärdaten-Analysen zu Opioid-Überdosis-Todesfällen und Hospitalisierungen. MC-Gesetze assoziiert mit reduziertem POM-Gebrauch, weniger POM-bezogenen Krankenhausaufenthalten, niedrigeren Opioid-Überdosis-Raten und verringerten Gesundheitskosten. Literatur spärlich mit methodischen Limitationen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Lake et al. ·2020 ·Clinical psychology review
38 mal zitiert

The relationship between cannabis use and patient outcomes in medication-based treatment of opioid use disorder: A systematic review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 41 Studien
Kernaussage

Die Mehrheit der Studien fand keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Behandlungsergebnissen; einzelne Studien deuteten auf unterstützende oder schädigende Effekte hin, aber Cannabiskonsum bedroht Behandlungsergebnisse wahrscheinlich nicht unabhängig.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabis-Gebrauch während medikamentengestützter Opioid-Therapie (MOUD); k=41 Studien (23 Methadon, 7 Buprenorphin, 6 Naltrexon, 5 gemischt). Mehrheit der Studien fand KEINE statistisch signifikante Assoziation zwischen Cannabis-Gebrauch und Opioid-Outcomes (Opioid-Konsum, Therapie-Adhärenz, Retention). Keine Naltrexon-Studie zeigte verschlechterte Outcomes bei Cannabis-Konsumenten. Cannabis-Gebrauch unwahrscheinlich unabhängige Bedrohung für Behandlungserfolg.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Fink et al. ·2026 ·Drug and alcohol dependence

Association between state cannabis laws and opioid outcomes: A systematic review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 43 Studien
Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabis-Legalisierung und Opioid-Outcomes; k=43 Studien (18 MCL, 11 RCL, 14 beide). Gemischte Befunde zu Opioid-Verschreibungen. Keine Studie fand Reduktion von nicht-medizinischem Opioid-Gebrauch nach MCL; nur 1 Studie nach RCL. Keine Studien fanden Reduktion der Opioid-Use-Disorder. MCL assoziiert mit niedrigerer Opioid-Überdosis-Mortalität in früheren, aber NICHT in neueren Studien; RCL-Befunde zu Überdosis-Todesfällen inkonsistent. Schlussfolgerung: Cannabis-Legalisierung sollte NICHT als wirksame Politik zur Eindämmung der Opioid-Epidemie betrachtet werden.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Costa et al. ·2024 ·The American journal of drug and alcohol abuse
12 mal zitiert

The impact of cannabis on non-medical opioid use among individuals receiving pharmacotherapies for opioid use disorder: a systematic review and meta-analysis of longitudinal studies.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 10 Studien
n = 8.367 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum zeigte keinen signifikanten Einfluss auf nicht-medizinischen Opioidgebrauch bei Patienten unter Pharmakotherapien für Opioid-Störungen (OR: 1,00, 95% CI: 0,97–1,04).

Zusammenfassung

Systematische Review und Meta-Analyse über k=10 longitudinale Studien (n=8.367, 38% weiblich) zum Einfluss von Cannabis-Gebrauch auf nicht-medizinischen Opioid-Konsum während OUD-Pharmakotherapie (76,3% Methadon, 21,3% Buprenorphin, 2,4% Naltrexon). Durchschnittliches Follow-up 9,7 Monate (Range 4–15). Gepoolte Odds Ratio zeigte KEINE signifikante Assoziation zwischen Cannabis-Gebrauch und nicht-medizinischem Opioid-Konsum (OR=1.00, 95% CI 0.97–1.04, p=0.98). Moderate Heterogenität vorhanden.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Nielsen et al. ·2017 ·Neuropsychopharmacology
254 mal zitiert

Opioid-Sparing Effect of Cannabinoids: A Systematic Review and Meta-Analysis

Design
Systematische Review + Meta-Analyse (präklinisch + klinisch)
Stichprobe
k = 28 Studien
Kernaussage

Präklinisch starke synergistische Opioid-Einsparung durch Cannabinoide, klinische Evidenz jedoch gemischt und von sehr niedriger Qualität.

Zusammenfassung

SR+MA: k=28 Studien (19 präklinisch, 9 klinisch). Präklinische Meta-Analyse (n=6 Studien): ED50 von Morphin in Kombination mit THC 3,6× niedriger (95% CI 1.95–6.76); ED50 von Codein+THC 9,5× niedriger (95% CI 1.6–57.5). Klinische Evidenz sehr schwach: 1 Fallserie (n=3) mit sehr niedriger Qualität; größere kontrollierte Studien zeigen gemischte Ergebnisse, Opioid-Dosisveränderungen selten berichtet. Robuste präklinische Synergiedaten; klinische Opioid-Sparing-Evidenz bleibt unzureichend.

Randomisierte Kontrollierte Studien

Wirksamkeits- und Sicherheitsbelege aus kontrollierten Interventionsstudien.

6
B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Portenoy et al. ·2012 ·The Journal of Pain
413 mal zitiert

Nabiximols for Opioid-Treated Cancer Patients With Poorly-Controlled Chronic Pain: A Randomized, Placebo-Controlled, Graded-Dose Trial

Design
RCT (graded-dose)
Stichprobe
n = 360 Pat.
Kernaussage

Primäres Ziel (30% Responder-Rate) nicht signifikant; sekundäre Analysen zeigten aber signifikante Verbesserung der durchschnittlichen Schmerzen, schlimmsten Schmerzen und Schlafstörungen in den niedrigen und mittleren Dosisgruppen im Vergleich zu Placebo, mit dosisabhängigen Nebenwirkungen.

Zusammenfassung

RCT bei Krebs-Patienten mit opioid-refraktärem Schmerz (n=360); Nabiximols als Add-on zu bestehender Opioid-Therapie. Primärer Endpunkt (30%-Responder) nicht signifikant (p=0.59), aber sekundäre kontinuierliche Analyse zeigte größere Analgesie-Proportion vs. Placebo (p=0.035), speziell in niedriger Dosis (p=0.008) und mittlerer Dosis (p=0.039). Niedrig-Dosis-Gruppe: mittlerer Schmerz p=0.006, schlimmster Schmerz p=0.011, Schlafstörung p=0.003. Nebenwirkungen dosisabhängig.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Seeling et al. ·2006 ·Der Anaesthesist
42 mal zitiert

Delta(9)-tetrahydrocannabinol and the opioid receptor agonist piritramide do not act synergistically in postoperative pain

Design
RCT (doppelblind, placebokontrolliert)
Stichprobe
n = 100 Pat.
Kernaussage

Dronabinol zeigte gegenüber Placebo keine signifikante Reduktion des postoperativen Opioidverbrauchs und keine synergistische analgetische Wirkung mit Piritramid.

Zusammenfassung

RCT (n=100) nach radikaler Prostatektomie; orales Dronabinol 5 mg vs. Placebo perioperativ + patientenkontrollierte Piritramid-Analgesie. Piritramid-Verbrauch: Placebo 74 mg Median (IQR 44–90) vs. Dronabinol 54 mg Median (IQR 46–88) — kein signifikanter Unterschied (p>0.05). Kein opioid-sparender Effekt von THC in diesem akuten Setting; Plasma-THC messbar (Median 1.3–1.9 ng/ml). Negatives Ergebnis.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Raby et al. ·2009 ·American Journal on Addictions
51 mal zitiert

Intermittent Cannabis use is associated with improved retention in naltrexone treatment for opiate-dependence.

Design
Sekundäranalyse einer RCT (naturalistische Cannabis-Gruppen)
Stichprobe
n = 63 Pat.
Kernaussage

Intermittierender Cannabiskonsum war mit deutlich verbesserter Retention in der Naltrexon-Behandlung assoziiert.

Zusammenfassung

n=63 opioidabhängige Patienten unter Naltrexon-Therapie; intermittierende Cannabis-Nutzer zeigten signifikant bessere Therapieretention (medianer Verbleib 133 vs. 35 Tage bei Abstinenten; log-rank p=0.002); Effekt in Cox-Modell nach Adjustierung für Heroin-Baseline und Kokain-Nutzung erhalten; höhere Naltrexon-Adhärenz bei intermittierendem Cannabis-Konsum.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Bisaga et al. ·2015 ·Drug and alcohol dependence
96 mal zitiert

The effects of dronabinol during detoxification and the initiation of treatment with extended release naltrexone.

Design
RCT
Stichprobe
n = 60 Pat.
Kernaussage

Dronabinol reduzierte die Schwere des Opioid-Entzugs während der stationären Entgiftung signifikant (p=0.006), hatte aber keinen Effekt auf die Induktionsrate für XR-Naltrexon oder die Behandlungscompliance.

Zusammenfassung

n=60 opioidabhängige Patienten, Dronabinol 30mg/d vs. Placebo während Detoxifikation und Extended-Release-Naltrexon-Induktion. Dronabinol reduzierte Entzugsschwere (SOWS, p=0,006), aber kein Effekt auf XR-Naltrexon-Induktionsrate (66% vs. 55%) oder Behandlungsabschluss (35% vs. 35%). Post-hoc: 32% mit regelmäßigem Cannabis-Konsum hatten geringere Insomnie/Angst-Scores und höhere Abschlussrate.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Lofwall et al. ·2016 ·Drug and alcohol dependence
65 mal zitiert

Opioid withdrawal suppression efficacy of oral dronabinol in opioid dependent humans.

Design
RCT
Stichprobe
n = 12 Pat.
Kernaussage

Dronabinol zeigte in höheren Dosen (20-30mg) bescheidene Signale der Entzugssuppression, wurde aber nicht besser als Placebo bewertet und war mit Nebenwirkungen wie Sedation, Tachykardie und kognitiven Beeinträchtigungen verbunden.

Zusammenfassung

n=12 opioidabhängige Erwachsene, 5-wöchige stationäre Proof-of-Concept-Studie; Dronabinol 5/10/20/30mg vs. Placebo während Oxycodon-Entzug (21h Placebo-Substitution). Dronabinol 20–30mg zeigten moderate Entzugsunterdrückung, aber dosisabhängige Tachykardie, Sedierung und kognitive Beeinträchtigung. Dronabinol 5–10mg wirkungsäquivalent zu Placebo. Effekt-Dauer begrenzt; kein höheres Liking als Placebo.

C
Größe
Verblindung Offen
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Abrams et al. ·2011 ·Clinical Pharmacology & Therapeutics
323 mal zitiert

Cannabinoid–Opioid Interaction in Chronic Pain

Design
Offene kontrollierte Pilotstudie (kein Placebo)
Stichprobe
n = 21 Pat.
Kernaussage

Die Kombination von vaporisiertem Cannabis und Opioiden reduzierte chronischen Schmerz signifikant um 27%, ohne die Opioid-Pharmakokinetik wesentlich zu verändern.

Zusammenfassung

Offene Pharmakokinetik-/Wirksamkeitsstudie (stationär, 5 Tage) an 21 Patienten mit chronischen Schmerzen unter Dauertherapie mit retardiertem Morphin oder Oxycodon: nach Zugabe von verdampftem Cannabis sank die Schmerzstärke im Mittel um 27% (95%-KI 9-46), ohne signifikante Änderung der Plasmaspiegel der Opioide. Deutet auf eine additive/synergistische Analgesie hin, die niedrigere Opioiddosen erlauben könnte. Wesentliche Einschränkung: sehr kleine Fallzahl, keine Kontrollgruppe, nicht verblindet.

Real-World-Evidenz und Beobachtungsstudien

Daten aus klinischer Versorgungspraxis, Registern und Pflichterhebungen.

18
A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Lake et al. ·2019 ·PLOS Medicine
79 mal zitiert

Frequency of cannabis and illicit opioid use among people who use drugs and report chronic pain: A longitudinal analysis

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 1.152 Pat.
Kernaussage

Täglicher Cannabiskonsum war mit signifikant niedrigeren Odds für täglichen illegalisierten Opioidkonsum assoziiert (adjustierte OR 0,50, 95% CI 0,34-0,74, p < 0,001).

Zusammenfassung

Longitudinale Analyse zweier prospektiver Kohorten von PWUD mit chronischem Schmerz (n=1.152, Vancouver 2014-2017). 40% berichteten täglichen illicit Opioid-Gebrauch, 36% täglichen Cannabis-Gebrauch. Nach Adjustierung für demografische/Substanz-/Gesundheitsfaktoren war täglicher Cannabis-Gebrauch assoziiert mit signifikant niedrigerer Odds für täglichen illicit Opioid-Gebrauch (aOR 0.50, 95% CI 0.34-0.74, p<0.001). Hauptgründe für Cannabis: Schmerz (36%), Schlaf (35%), Stress (31%).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Bachhuber et al. ·2014 ·JAMA Internal Medicine
695 mal zitiert

Medical cannabis laws and opioid analgesic overdose mortality in the United States, 1999-2010.

Design
Ökologische Zeitreihen-Analyse (State-Level, alle 50 US-Bundesstaaten)
Stichprobe
Kernaussage

Medical-Cannabis-Gesetze sind mit einer signifikant niedrigeren opioidbedingten Überdosierungssterblichkeit auf Bundesstaatsebene assoziiert.

Zusammenfassung

Bundesstaaten mit Medical-Cannabis-Gesetzen (n=13 Staaten, 1999–2010) hatten im Schnitt 24,8% niedrigere Opioid-Überdosis-Mortalität (95% CI −37,5% bis −9,5%; p=0,003) vs. Staaten ohne solche Gesetze; Effekt verstärkte sich über Zeit (Jahr 6: −33,3%, 95% CI −44,7% bis −19,6%; p<0,001).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Bradford et al. ·2018 ·JAMA Internal Medicine
268 mal zitiert

Association Between US State Medical Cannabis Laws and Opioid Prescribing in the Medicare Part D Population.

Design
Longitudinale Analyse (State-Level)
Stichprobe
Kernaussage

MCLs waren mit signifikant geringeren täglichen Opioid-Verschreibungsmengen assoziiert, insbesondere in Staaten mit Dispensaries.

Zusammenfassung

Longitudinale Analyse (2010-2015) der täglichen Opioid-Tagesdosen in Medicare Part D vs. staatliche Medical-Cannabis-Gesetze (MCL). Staaten mit aktiven Dispensaries: 3,742 Mio. weniger Opioid-Tagesdosen/Jahr (95% CI -6,289 bis -1,194). Hydrocodon-Rückgang: -2,320 Mio. Tagesdosen (-17,4%) bei Dispensary-MCL (p=0.002); Morphin-Rückgang: -0,361 Mio. Tagesdosen (-20,7%) (p=0.047). Einschränkung: ökologische Analyse auf Staatsebene, keine Kausalität auf Patientenebene.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Reiman et al. ·2017 ·Cannabis and Cannabinoid Research
243 mal zitiert

Cannabis as a Substitute for Opioid-Based Pain Medication: Patient Self-Report

Design
Querschnittssurvey (Real-World-Daten)
Stichprobe
n = 2.897 Pat.
Kernaussage

Die große Mehrheit der Befragten berichtete, durch Cannabis den Opioidkonsum reduzieren zu können und Cannabis als alleinige Therapie als wirksamer zu empfinden.

Zusammenfassung

n=2.897 medizinische Cannabis-Patienten; 34% nutzten opioidbasierte Schmerzmittel in den letzten 6 Monaten; 97% stimmten zu, Opioiddosis beim gleichzeitigen Cannabiskonsum reduzieren zu können; 81% berichteten Cannabis allein wirksamer als Cannabis+Opioide. Selbstberichtsdaten ohne kontrollierten Vergleich.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Piper et al. ·2017 ·Journal of Psychopharmacology
191 mal zitiert

Substitution of medical cannabis for pharmaceutical agents for pain, anxiety, and sleep

Design
Beobachtungsstudie (Querschnitt)
Stichprobe
n = 1.513 Pat.
Kernaussage

Die meisten Patienten reduzierten Opioide sowie Angst-, Migräne- und Schlafmittel nach Beginn der medizinischen Cannabis-Nutzung, während Antidepressiva und Alkohol seltener substituiert wurden.

Zusammenfassung

Querschnitts-Survey bei Mitgliedern einer New England Dispensary (n=1.513) zur Substitution von MC für pharmazeutische Wirkstoffe. Von regelmäßigen Opioid-Nutzern berichteten 76.7% Reduktion seit MC-Beginn (signifikant größer als Antidepressiva 37.6% oder Alkohol 42.0%, p<0.0001). Etwa zwei Drittel reduzierten Anti-Angst-Medikation (71.8%), Migräne-Medikation (66.7%) und Schlafmedikation (65.2%) nach MC-Beginn (p<0.0001 vs. Antidepressiva/Alkohol).

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Lucas et al. ·2021 ·Pain Medicine
88 mal zitiert

Cannabis Significantly Reduces the Use of Prescription Opioids and Improves Quality of Life in Authorized Patients: Results of a Large Prospective Study

Design
Prospektive Beobachtungsstudie
Stichprobe
n = 1.145 Pat.
Kernaussage

Medizinisches Cannabis war mit einer deutlichen Reduktion des Opioidkonsums (−78% der mittleren Tagesdosis) und signifikanter Verbesserung der Lebensqualität assoziiert.

Zusammenfassung

Prospektive Beobachtungsstudie über n=1.145 medizinische Cannabis-Patienten in 21 kanadischen Kliniken; 6-Monats-Follow-up. Baseline-Opioid-Nutzung bei 28% der Teilnehmer, Reduktion auf 11% nach 6 Monaten. Tägliche Opioid-Dosis sank von 152 mg MME (Morphin-Milligramm-Äquivalent) auf 32,2 mg MME — eine 78%-Reduktion. Signifikante Verbesserungen in allen vier WHOQOL-BREF-Domänen (Lebensqualität).

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Hickernell et al. ·2018 ·The Journal of Arthroplasty
70 mal zitiert

Should Cannabinoids Be Added to Multimodal Pain Regimens After Total Hip and Knee Arthroplasty?

Design
Retrospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 243 Pat.
Kernaussage

Dronabinol war mit kürzerer Verweildauer und geringerem Opioidverbrauch assoziiert, zeigte jedoch keinen signifikanten Einfluss auf Schmerzscores oder Übelkeit.

Zusammenfassung

Retrospektive Kohortenstudie (n=81 Dronabinol + n=162 gematchte Kontrollen nach Totalendoprothese); Gesamtmorphinäquivalente signifikant reduziert (252,5 ± 131,5 vs. 313,3 ± 185,4 mg, p=0,0088) bei kürzerer Liegedauer (2,3 vs. 3,0 Tage, p=0,02); keine Dronabinol-Nebenwirkungen berichtet.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Gastmeier et al. ·2023 ·Der Schmerz
10 mal zitiert

Cannabinoide reduzieren den Opioidverbrauch bei älteren Schmerzpatienten

Design
Retrospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 178 Pat.
Kernaussage

Cannabinoide reduzierten den Opioidverbrauch bei komedizierten Patienten signifikant um 50 % (24 mg Morphinäquivalente/Tag).

Zusammenfassung

Retrospektive Analyse von n=178 Schmerzpatienten (median 72 Jahre, Range 26-96) über median 366 Tage Cannabinoid-Therapie (Dronabinol, Nabiximols, Extrakte); 115 Patienten (65%) erhielten parallel Opioide (median 65 mg/Tag Morphinäquivalent). Signifikante Opioid-Reduktion um 24 mg/Tag bzw. 50% (p<0.05), unabhängig von Cannabinoid-Dosis, Alter und Geschlecht. Abbruchrate wegen Nebenwirkungen nur 2.8% (n=5).

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Bagra et al. ·2018 ·Journal of addiction medicine
30 mal zitiert

Does Cannabis Use Influence Opioid Outcomes and Quality of Life Among Buprenorphine Maintained Patients? A Cross-sectional, Comparative Study.

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 100 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum beeinflusst Opioid-Ergebnisse, Produktivität und Lebensqualität bei Buprenorphin-Patienten nicht negativ.

Zusammenfassung

n=100 männliche opioidabhängige Patienten unter Buprenorphin-Erhaltungstherapie (Ø 96 Monate); 35% aktueller Cannabis-Gebrauch. Cannabis-Nutzer erhielten niedrigere Buprenorphin-Dosen (7,9 mg vs. 8,9 mg; p=0.04), aber KEINE signifikanten Unterschiede in Opioid-Konsum, Entzugssymptomen, Craving, Compliance (86,92±9,58 Tage/90 Tage), Produktivität oder WHO-QOL-Scores zwischen Cannabis-Nutzern und Nicht-Nutzern. Cannabis-Gebrauch beeinflusst Opioid-Outcomes nicht negativ.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Bradford et al. ·2016 ·Health Affairs
342 mal zitiert

Medical Cannabis Laws Reduce Prescription Medication Use In Medicare Part D.

Design
Retrospektive Datenbankanalyse (Medicare Part D)
Stichprobe
Kernaussage

Medical-Cannabis-Gesetze reduzierten Verschreibungsmengen und -kosten in Medicare Part D signifikant.

Zusammenfassung

Staatliche Medical-Cannabis-Gesetze (MML) reduzierten signifikant die Verordnungen für Medikamente, bei denen Cannabis als klinische Alternative gilt; geschätzte jährliche Einsparungen für das Medicare-Programm: $165,2 Mio. (2013). Analyse aller Medicare-Part-D-Verordnungen 2010–2013 in MML- vs. Nicht-MML-Staaten.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schneider-Smith et al. ·2020 ·Trauma Surgery & Acute Care Open
20 mal zitiert

Matched pilot study examining cannabis-based dronabinol for acute pain following traumatic injury

Design
Matched Kohortenstudie
Stichprobe
n = 66 Pat.
Kernaussage

Adjunktives Dronabinol reduzierte den Opioidverbrauch nach Trauma signifikant um ~79 MME gegenüber einer nicht signifikanten Änderung bei Kontrollen.

Zusammenfassung

Matched Kohortenstudie (n=66, 33 Fälle/33 Kontrollen) bei Traumapatienten; adjunktives Dronabinol (THC) reduzierte Opioidverbrauch um -79 MME (p<0,001) vs. -9 MME in Kontrollen (p=0,63); 9-fach größere Reduktion in der Dronabinol-Gruppe (Gruppenunterschied p=0,02).

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Renslo et al. ·2022 ·Cureus
19 mal zitiert

Medical Cannabis Use Reduces Opioid Prescriptions in Patients With Osteoarthritis

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 40 Pat.
Kernaussage

Medizinisches Cannabis reduzierte die tägliche Opioid-Dosis signifikant und verbesserte Schmerz sowie Lebensqualität bei Arthrose-Patienten.

Zusammenfassung

n=40 Osteoarthritis-Patienten mit chronischem Schmerz, Medical Cannabis-Zertifizierung. Opioid-Verbrauch (MME/Tag) sank von 18.2 auf 9.8 mg (p<0.05), 37.5% der Patienten erreichten 0 MME/Tag. VAS-Schmerzscores und Global Physical Health verbesserten sich signifikant nach 3 und 6 Monaten.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Corroon et al. ·2017 ·Journal of Pain Research
209 mal zitiert

Cannabis as a substitute for prescription drugs &ndash; a cross-sectional study

Design
Querschnittstudie (Online-Befragung, Convenience-Sample)
Stichprobe
n = 2.774 Pat.
Kernaussage

Knapp die Hälfte der Befragten substituierte Verschreibungsmedikamente durch Cannabis, besonders Opioide, unabhängig vom rechtlichen Status des medizinischen Cannabis.

Zusammenfassung

n=2.774 Cannabis-Konsumenten; 1.248 (46%) berichteten Cannabis als Substitut für Rezeptmedikamente einzusetzen. Häufigste Substitutionen: Narkotika/Opioide (35,8%), Anxiolytika/Benzodiazepine (13,6%), Antidepressiva (12,7%). Medizinische Cannabis-Nutzer hatten 4,59× höhere Odds für Substitution vs. Freizeitkonsumenten (95% CI 3.87–5.43). Selbst-selektiertes Convenience-Sample, kein Nachweis tatsächlicher Opioid-Dosisreduktion; Realwelt-Hinweis auf Substitutionsverhalten.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Pritchett et al. ·2022 ·Substance Use & Misuse
23 mal zitiert

Medical Cannabis Patients Report Improvements in Health Functioning and Reductions in Opiate Use

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 2.183 Pat.
Kernaussage

Patienten berichteten Verbesserungen in Bereichen Körperschmerz, physische Funktionsfähigkeit und soziale Funktionsfähigkeit nach Initiierung von medizinischem Cannabis; 79% zeigten Reduktion oder Beendigung der Opioidmedikamentation.

Zusammenfassung

Befragung medizinischer Cannabis-Patienten zu selbstberichteten Verbesserungen in Gesundheitsfunktionen und Opioid-Reduktion; Real-World-Daten, aber ohne kontrolliertes Design oder objektive Opioid-Verbrauchsmessung.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Lucas et al. ·2019 ·Harm Reduction Journal
129 mal zitiert

Medical cannabis patterns of use and substitution for opioids & other pharmaceutical drugs, alcohol, tobacco, and illicit substances; results from a cross-sectional survey of authorized patients.

Design
Querschnittserhebung
Stichprobe
n = 2.032 Pat.
Kernaussage

Medizinalcannabis-Patienten berichten mehrheitlich eine selbst wahrgenommene Reduktion oder vollständige Substitution von Opioiden, Alkohol und weiteren Substanzen.

Zusammenfassung

Querschnittserhebung (n=2032 kanadische medizinische Cannabispatienten): 69,1% berichteten Substitution von Verschreibungsmedikamenten; Opioide machten 35,3% aller Medikamenten-Substitutionen aus (n=610 Opioid-Nennungen); 59,3% davon berichteten vollständige Einstellung des Opioidkonsums. Antidepressiva zweithäufigste Substitution (21,5%).

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Sexton et al. ·2016 ·Cannabis and Cannabinoid Research
342 mal zitiert

A Cross-Sectional Survey of Medical Cannabis Users: Patterns of Use and Perceived Efficacy

Design
Querschnittsstudie (Online-Survey)
Stichprobe
n = 1.429 Pat.
Kernaussage

Nutzer berichten subjektiv starke Symptomlinderung, jedoch fehlt ärztliche Aufsicht und wissenschaftliche Evidenz für viele berichtete Indikationen.

Zusammenfassung

Querschnittssurvey n=1.429 medizinischer Cannabis-Nutzer; 59,8% berichteten, Cannabis als Ersatz für verschriebene Pharmaka (inkl. Opioide) zu verwenden; 86% durchschnittliche Symptomreduktion selbstberichtet (kein Kontrollarm, keine objektiven Opioid-Verbrauchsdaten).

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Takakuwa et al. ·2020 ·Cannabis and Cannabinoid Research
55 mal zitiert

The Impact of Medical Cannabis on Intermittent and Chronic Opioid Users with Back Pain: How Cannabis Diminished Prescription Opioid Usage

Design
Retrospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 61 Pat.
Kernaussage

Cannabis ermöglichte bei gut der Hälfte der Patienten das vollständige Absetzen von Opioiden, bei einem Teil ohne Effekt oder mit Zunahme des Opioidkonsums.

Zusammenfassung

Retrospektive Kohortenstudie (n=61 Opioid-Nutzer mit Rückenschmerz): 50,8% stoppten alle Opioideinnahme nach Cannabis-Empfehlung (Medianzeit 6,4 Jahre, IQR 1,75-11); 31% der verbleibenden Nutzer reduzierten Dosis; höhere Cannabis-Dosierung einziger signifikanter Prädiktor für Opioid-Stopp.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Bellnier et al. ·2018 ·Mental Health Clinician
46 mal zitiert

Preliminary evaluation of the efficacy, safety, and costs associated with the treatment of chronic pain with medical cannabis

Design
Retrospektive Mirror-Image-Studie
Stichprobe
n = 29 Pat.
Kernaussage

Medizinisches Cannabis verbesserte Lebensqualität und Schmerzintensität signifikant gegenüber dem Ausgangswert und reduzierte Opioidverbrauch sowie Behandlungskosten.

Zusammenfassung

Retrospektive Mirror-Image-Studie bei n=29 Patienten mit chronischem Schmerz (medizinisches Cannabis in New York State); 3-Monats-Follow-up. Verbesserung der Lebensqualität gemessen durch EQ-5D (Prä 36 → Post 64, p<0.0001). Reduktion des Opioid-Verbrauchs sowie Kosteneinsparungen bei analgetischen Verschreibungen. Nebenwirkungen bei 10% der Teilnehmer.

Laufende & kommende Studien

Laufende Studien befinden sich in der Erprobungsphase und sind kein Beleg für Wirksamkeit oder Sicherheit. Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken.

10
  • NCT07148206 ClinicalTrials.gov Dronabinol and Epidiolex to Manage Uncontrolled Residual Symptoms of Buprenorphine Initiation Trial Geplant Phase 3 Start: 2026-10
  • NCT07668635 ClinicalTrials.gov Cannabis Effects on Opioid Self-Administration Geplant Phase 1 Start: 2026-09
  • NCT07661446 ClinicalTrials.gov Cannabis and Opioid Use Disorder, Study 2 Geplant Phase 1 Start: 2026-10
  • NCT06037681 ClinicalTrials.gov Cannabis Use and Outcomes in Black and White Patients With Cancer Rekrutierung Start: 2023-03
  • NCT04587791 ClinicalTrials.gov Cannabidiol in Opioid Use Disorder and Chronic Pain Rekrutierung Early Phase 1 Start: 2021-12
  • NCT05729932 ClinicalTrials.gov Cannabis and Opioid Use Disorder Rekrutierung Phase 1 Start: 2024-09
  • NCT04908410 ClinicalTrials.gov The Norwegian Addiction, Pain and Trauma Study Aktiv Start: 2021-03
  • NCT06084520 ClinicalTrials.gov Translation and Validation of the COMM and ASI-SR Rekrutierung Start: 2023-12
  • NCT06940674 ClinicalTrials.gov Adjunctive Cannabidiol for Recovery From Opioid Study Rekrutierung Phase 3 Start: 2025-06
  • NCT06544291 ClinicalTrials.gov Combined THC and CBD for OUD and Chronic Pain Rekrutierung Phase 2 Start: 2024-10
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