Studienlage / Risiken & Sicherheit / Depression-Risiko

Depression-Risiko

38 kuratierte Studien · 5 Schlüsselstudien · mechoulam.de

Hinweis: Dieser Bereich bündelt Studien zu möglichen Risiken und Sicherheitsaspekten von Cannabis. Eine hohe Bewertung bedeutet hier: das Risiko ist gut belegt, nicht, dass Cannabis therapeutisch wirkt. So zeigen wir die Evidenz ausgewogen, in beide Richtungen.

Längsschnittstudien und Meta-Analysen zeigen eine Assoziation zwischen Cannabiskonsum und einem erhöhten Depressionsrisiko, besonders ausgeprägt bei einer Cannabiskonsumstörung. Der Zusammenhang scheine wechselseitig zu sein.

Bewertungsschema

Der Buchstabe bewertet die Qualität einer Studie, unabhängig vom Typ. Jeder Studientyp kann jede Note bekommen: auch ein Review kann B oder C sein, wenn er klein oder schwach ist, und ein RCT kann S sein. Die Note ist eine Synthese aus Studiendesign, Journal-Autorität und klinischer Verbindlichkeit:

S
Höchste Evidenz, große, methodisch erstklassige Studien oder S3-Leitlinien
A
Starke Evidenz, solide, aussagekräftige Studien mit klarem Ergebnis
B
Mittlere Evidenz, kleinere oder methodisch eingeschränkte Studien
C
Schwache Evidenz, vorläufige, indirekte oder widersprüchliche Befunde
D
Geringste Evidenz, explorative Hinweise, Einzelfälle oder Expertenmeinung

Qualitätsprofil je Studie

Links neben jeder Studie steht ein Profil aus vier Merkmalen, es zeigt die Unterschiede innerhalb einer Buchstaben-Klasse.

Größe
Teilnehmerzahl (RCT) bzw. eingeschlossene Studien (Review).
Verblindung
Doppelblind, einfachblind oder offen.
Effektstärke
Klarer Nutzen, gemischt, kein Nutzen oder Schaden.
Zitate / Jahr
Altersbereinigte Zitationshäufigkeit.

Zentrale Risiko-Studien

5
  1. 01
    S
    Association of Cannabis Use in Adolescence and Risk of Depression, Anxiety, and Suicidality in Young Adulthood
    Gobbi et al. ·2019 ·JAMA Psychiatry
    Lesen
  2. 02
    S
    The association between major depressive disorder and cannabis use disorder: A meta-analysis and meta-regression analysis.
    Pini Alemar et al. ·2026 ·Journal of psychiatric research
    Lesen
  3. 03
    S
    Cannabis Use Disorder and Subsequent Risk of Psychotic and Nonpsychotic Unipolar Depression and Bipolar Disorder.
    Jefsen et al. ·2023 ·JAMA Psychiatry
    Lesen
  4. 04
    A
    Comorbid Cannabis Use Disorder with Major Depression and Generalized Anxiety Disorder: A Systematic Review with Meta-analysis of Nationally Representative Epidemiological Surveys
    Onaemo et al. ·2021 ·Journal of Affective Disorders
    Lesen
  5. 05
    A
    The association between cannabis and depression: an updated Systematic Review and Meta-analysis
    Churchill et al. ·2025 ·Psychological Medicine
    Lesen

Systematische Reviews und Meta-Analysen

Synthesen der RCT-Evidenz nach Cochrane- und PRISMA-Standards.

11
S
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Gobbi et al. ·2019 ·JAMA Psychiatry
886 mal zitiert

Association of Cannabis Use in Adolescence and Risk of Depression, Anxiety, and Suicidality in Young Adulthood

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 11 Studien
n = 23.317 Pat.
Kernaussage

Adoleszente Cannabisnutzung ist mit erhöhtem Risiko für Depression (OR 1,37), Suizidideen (OR 1,50) und Suizidversuche (OR 3,46) im jungen Erwachsenenalter assoziiert; Angststörungen zeigen keine statistische Signifikanz (OR 1,18).

Zusammenfassung

SR über 11 Studien (n=23.317 Jugendliche); adoleszenter Cannabis-Konsum assoziiert mit erhöhtem Risiko für Depression im jungen Erwachsenenalter (OR=1.37, 95% CI 1.16-1.62, p0.001), Angststörungen (OR=1.18, 95% CI 1.10-1.26, p0.001) und Suizidalität (OR=1.50, 95% CI 1.11-2.03, p0.01).

S
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Pini Alemar et al. ·2026 ·Journal of psychiatric research
1 mal zitiert

The association between major depressive disorder and cannabis use disorder: A meta-analysis and meta-regression analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 55 Studien
n = 3.279.774 Pat.
Kernaussage

Meta-Analyse zeigt starke bidirektionale Assoziation zwischen Major Depression und Cannabisstörung (MDD-Prävalenz bei CUD: 19-22%, CUD-Prävalenz bei MDD: 4,6-28,5% je nach Setting).

Zusammenfassung

Meta-Analyse zur bidirektionalen Assoziation zwischen Major Depression (MDD) und Cannabis Use Disorder (CUD); k=55 Studien, n=3.279.774 Teilnehmende (454.547 mit CUD, 112.328 mit MDD). Aktuelle MDD-Prävalenz bei CUD-Patienten: 19,24% (psychiatrische Stichproben) bzw. 21,65% (Community-Stichproben). Aktuelle CUD-Prävalenz bei MDD-Patienten: 28,45% (psychiatrisch) vs. 4,61% (Community). Starke bidirektionale Komorbidität über verschiedene Settings hinweg; kein Publikationsbias (Egger-Test).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Tourjman et al. ·2023 ·The Canadian Journal of Psychiatry
33 mal zitiert

Canadian Network for Mood and Anxiety Treatments (CANMAT) Task Force Report: A Systematic Review and Recommendations of Cannabis use in Bipolar Disorder and Major Depressive Disorder

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 56 Studien
n = 2.479.640 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum war mit Verschlimmerung des Verlaufs und der Symptome beider Stimmungsstörungen assoziiert, mit konsistenteren Assoziationen bei bipolarer Störung.

Zusammenfassung

CANMAT-Leitlinie basierend auf systematischer Review (k=56 Studien, n=2.479.640 Teilnehmende gesamt). Lifetime-Prävalenz Cannabis-Konsum: 52-71% bei Bipolarer Störung, 6-50% bei Major Depressive Disorder. Cannabis-Konsum assoziiert mit schlechterem Verlauf und verstärkten depressiven Symptomen bei MDD (Evidenz weniger konsistent als bei Bipolarer Störung). Systematische Empfehlungen für klinische Praxis formuliert nach GRADE-Methodik.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Hunt et al. ·2020 ·Journal of affective disorders
274 mal zitiert

Prevalence of comorbid substance use in major depressive disorder in community and clinical settings, 1990-2019: Systematic review and meta-analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 48 Studien
n = 348.550 Pat.
Kernaussage

Prävalenz von Substanzstörungen bei Major Depression: 25% für jede SUD, 20,8% Alkoholstörung, 11,8% illegale Drogen, 11,7% Cannabis; Männer zeigen signifikant höhere Alkoholstörung-Prävalenz (36%) als Frauen (19%).

Zusammenfassung

Systematische Review und Meta-Analyse zu Substanzgebrauchsstörungen (SUDs) bei Major Depression (MDD); k=48 Artikel (14 epidemiologische Studien, 2 nationale Register, 7 Kohorten, 20 klinische Studien), n=348.550. Prävalenz jeglicher SUD bei MDD: 25,0%; höchste Prävalenz für Alkoholgebrauchsstörung (20,8%), gefolgt von illegalen Drogen (11,8%) und Cannabis (11,7%). Gepoolte Varianz für Alkoholgebrauchsstörung bei Männern mit MDD 36% vs. Frauen 19% (OR=2,63, 95% CI 2,50-2,76).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Lev-Ran et al. ·2014 ·Psychological Medicine
585 mal zitiert

The association between cannabis use and depression: a systematic review and meta-analysis of longitudinal studies

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 14 Studien
n = 76.058 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum, insbesondere intensiver Konsum, ist mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung depressiver Störungen assoziiert (OR 1.17 für Cannabisnutzer, OR 1.62 für intensive Nutzer).

Zusammenfassung

Systematische Review und Meta-Analyse über k=14 prospektive Studien (n=76.058) zur Assoziation zwischen Cannabis-Konsum und Entwicklung einer Depression (kontrolliert für Baseline-Depression). Cannabis-Konsum vs. Kontrolle: OR=1.17 (95% CI 1.05-1.30); starker Cannabis-Konsum vs. Nicht-/Leichtkonsum: OR=1.62 (95% CI 1.21-2.16). Kein signifikanter Alterseffekt, marginaler Effekt der Follow-up-Dauer.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Mammen et al. ·2018 ·The Journal of Clinical Psychiatry
114 mal zitiert

Association of Cannabis With Long-Term Clinical Symptoms in Anxiety and Mood Disorders

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 12 Studien
n = 11.959 Pat.
Kernaussage

Rezente Cannabisnutzung war mit höheren symptomatischen Werten über Zeit und schlechterer Behandlungsrespons bei Angststörungen und affektiven Störungen assoziiert.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabis bei Angst- und affektiven Störungen; k=12 prospektive Kohortenstudien (n=11.959), davon 2 zu depressiven Störungen. In 11/12 Studien war aktueller Cannabis-Konsum (letzte 6 Monate) mit höheren Symptomlevels über Zeit assoziiert; 10 Studien zeigten geringere Symptombesserung unter Behandlung (Medikation/Psychotherapie) bei Cannabis-Nutzern vs. Nicht-Nutzern.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Borges et al. ·2016 ·Journal of Affective Disorders
212 mal zitiert

A literature review and meta-analyses of cannabis use and suicidality

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 17 Studien
Kernaussage

Chronischer Cannabiskonsum prädiziert Suizidalität mit moderaten bis starken Odds Ratios, für akuten Konsum fehlt bislang hinreichende Evidenz.

Zusammenfassung

Meta-Analyse, k=17 Studien (diverse Suizidalitäts-Outcomes); chronische Cannabis-Nutzung und Suizidtod: OR=2,56 (95% CI 1,25–5,27, k=4); Cannabis-Nutzung und Suizidideen: OR=1,43 (95% CI 1,13–1,83, k=6); schwere Nutzung und Suizidversuch: OR=3,20 (95% CI 1,72–5,94, k=6); Akutkonsum kein gesicherter Prädiktor für unmittelbares Suizidalitätsrisiko.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Onaemo et al. ·2021 ·Journal of Affective Disorders
141 mal zitiert

Comorbid Cannabis Use Disorder with Major Depression and Generalized Anxiety Disorder: A Systematic Review with Meta-analysis of Nationally Representative Epidemiological Surveys

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 8 Studien
Kernaussage

Cannabis-Störung ist stark mit Major Depression (OR 3,22) und generalisierter Angststörung (OR 2,99) assoziiert, was auf eine 3-fach erhöhte Komorbiditätsrate hindeutet.

Zusammenfassung

Systematische Review über k=8 national-repräsentative epidemiologische Surveys zur Komorbidität Cannabis Use Disorder (CUD) mit Major Depression (MD) und Generalisierter Angststörung (GAD). CUD stark assoziiert mit MD (OR=3.22; 95% CI 2.31–4.49) und mit GAD (OR=2.99; 95% CI 2.14–4.16). 3-fach erhöhtes Komorbidität-Risiko bestätigt.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Sorkhou et al. ·2024 ·Frontiers in Public Health
38 mal zitiert

Cannabis use and mood disorders: a systematic review

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 78 Studien
Kernaussage

Cannabiskonsum ist mit erhöhten depressiven und manischen Symptomen sowie erhöhtem Risiko für Major Depression und bipolare Störung assoziiert und ist mit ungünstiger Prognose verbunden.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabis-Konsum und affektiven Störungen; untersucht Zusammenhänge zwischen Cannabis-Gebrauch und Depression/Angst, Evidenzsynthese über epidemiologische und klinische Daten.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Churchill et al. ·2025 ·Psychological Medicine
14 mal zitiert

The association between cannabis and depression: an updated Systematic Review and Meta-analysis

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 22 Studien
Kernaussage

Cannabis-Nutzer zeigen ein erhöhtes Risiko für Depression (OR 1,29, 95% KI 1,13-1,46).

Zusammenfassung

Systematische Review und Meta-Analyse über k=22 longitudinale Studien (Update zu Lev-Ran et al.); Cannabis-Konsum mit erhöhtem Depressionsrisiko assoziiert (OR=1.29, 95% CI: 1.13–1.46, p<0.001). Studien kontrollierten Depression an Baseline zur Etablierung temporaler Beziehung. Medium Risk of Bias, keine Publikationsbias-Evidenz (Egger-Test).

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Shamabadi et al. ·2023 ·Dialogues in clinical neuroscience
36 mal zitiert

Suicidality risk after using cannabis and cannabinoids: An umbrella review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 25 Studien
Kernaussage

Freizeitkonsum von Cannabis zeigt eine positive Assoziation mit Suizidgedanken und Suizidversuchen in der Allgemeinbevölkerung und spezifischen Patientengruppen, während therapeutischer Cannabinoidgebrauch als sicher gilt.

Zusammenfassung

Umbrella Review zu Cannabis und Suizidalität; k=25 systematische Reviews (24 zu Freizeitgebrauch, 1 zu therapeutischem Einsatz). Positive Assoziation zwischen Cannabis-Konsum und Suizidgedanken/-versuchen in Allgemeinbevölkerung und bei bipolaren/depressiven Patienten; bidirektionale kausale Verbindung berichtet. Therapeutisches Cannabis als sicher bewertet.

Real-World-Evidenz und Beobachtungsstudien

Daten aus klinischer Versorgungspraxis, Registern und Pflichterhebungen.

27
S
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Jefsen et al. ·2023 ·JAMA Psychiatry
63 mal zitiert

Cannabis Use Disorder and Subsequent Risk of Psychotic and Nonpsychotic Unipolar Depression and Bipolar Disorder.

Design
Prospektive populationsbasierte Kohortenstudie (nationale Register)
Stichprobe
n = 6.651.765 Pat.
Kernaussage

CUD ist mit deutlich erhöhtem Risiko für affektive Störungen – insbesondere psychotische bipolare Störung – assoziiert.

Zusammenfassung

Prospektive dänische Registerstudie (n=6.651.765, 119,5 Mio. Personenjahre, 1995–2021): Cannabis-Use-Disorder (CUD) assoziiert mit erhöhtem Risiko für unipolare Depression HR=1,84 (95%-KI 1,78–1,90), psychotische Depression HR=1,97 (95%-KI 1,73–2,25). CUD → bipolare Störung Männer HR=2,96 (95%-KI 2,73–3,21), Frauen HR=2,54 (95%-KI 2,31–2,80); psychotische bipolare Störung HR=4,05 (95%-KI 3,52–4,65). Adjustiert für Alkohol-/Substanzstörungen, Elternanamnese und weitere Kovariablen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Van Laar et al. ·2007 ·Addiction
224 mal zitiert

Does cannabis use predict the first incidence of mood and anxiety disorders in the adult population?

Design
Prospektive Kohortenstudie (3 Jahre Follow-up, bevölkerungsbasiert)
Stichprobe
n = 3.881 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum erhöht das Risiko für Erst-Depressionen und bipolare Störungen moderat bis deutlich, nicht jedoch für Angststörungen.

Zusammenfassung

n=3.881 Erwachsene (18–64 J.) ohne Lebenszeitdiagnose affektiver Störungen bei Baseline (NEMESIS-Studie, Niederlande); Cannabiskonsum erhöhte das Risiko für erstmalige Major Depression (OR 1,62; 95%-KI 1,06–2,48) und für bipolare Störung (OR 4,98; 95%-KI 1,80–13,81) nach Adjustierung für starke Confounder; kein signifikanter Zusammenhang mit Angststörungen nach Adjustierung.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Manrique-Garcia et al. ·2012 ·BMC Psychiatry
72 mal zitiert

Cannabis use and depression: a longitudinal study of a national cohort of Swedish conscripts

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 45.087 Pat.
Kernaussage

Nach Adjustierung kein erhöhtes Depressionsrisiko durch Cannabiskonsum, aber stark erhöhtes Risiko für schizoaffektive Störung bei hohem Konsum.

Zusammenfassung

n=45.087 schwedische Männer, Cannabiskonsum mit 18–20 Jahren, 35-jähriges Follow-up; höchste Konsumstufe: roh HR 1,5 (95%-KI 1,0–2,2) für Depression, jedoch nach Konfounderadjustierung kein signifikanter Zusammenhang mehr; kein erhöhtes Depressionsrisiko durch Cannabiskonsum nach vollständiger Adjustierung bestätigt.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Grant et al. ·1995 ·Journal of Substance Abuse
308 mal zitiert

Comorbidity between DSM-IV drug use disorders and major depression: results of a national survey of adults.

Design
Querschnittstudie / nationale Bevölkerungserhebung (NLAES)
Stichprobe
n = 42.862 Pat.
Kernaussage

Substanzgebrauchsstörungen und Major Depression zeigen in der US-Allgemeinbevölkerung durchgängig signifikante Komorbidität, mit Variation nach Substanz, Diagnosetyp und demographischen Subgruppen.

Zusammenfassung

n=42.862 Erwachsene (US-Nationalstudie NLAES 1992); Komorbidität zwischen DSM-IV-Drogengebrauchsstörungen (inkl. Cannabis) und Major Depression: alle OR signifikant >1; Drogenabhängigkeit zeigt stärkere Assoziation als Missbrauch; OR geschlechtsspezifisch (bei Männern stärker für Abhängigkeit). Cannabis-Konsum-Störung mit Major Depression signifikant assoziiert (OR>1, p-Wert nicht explizit).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Teesson et al. ·2012 ·Australian & New Zealand Journal of Psychiatry
73 mal zitiert

Prevalence, correlates and comorbidity of DSM-IV Cannabis Use and Cannabis Use Disorders in Australia.

Design
Nationale repräsentative Querschnittsstudie
Stichprobe
n = 8.841 Pat.
Kernaussage

Cannabisgebrauchsstörungen sind in Australien bei jungen Männern konzentriert, häufig komorbide mit Alkohol- und affektiven Störungen, und werden selten behandelt.

Zusammenfassung

Australische Nationalstudie (n=8.841, 16–85 Jahre); 12-Monats-Cannabisstörung Prävalenz 1%; starke Assoziation zwischen aktueller Cannabisstörung und affektiven Störungen (OR=3,0) sowie Alkoholstörungen (OR=3,6); jüngere Nutzer OR=4,6 für Cannabisstörung; nur 36,2% mit aktueller Cannabisstörung suchten Behandlung.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Danielsson et al. ·2016 ·Journal of Affective Disorders
101 mal zitiert

Cannabis use, depression and anxiety: A 3-year prospective population-based study

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 8.598 Pat.
Kernaussage

Nach vollständiger Konfounderadjustierung bestand kein signifikanter longitudinaler Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Depression bzw. Angststörungen in beiden Richtungen.

Zusammenfassung

n=8.598 schwedische Erwachsene (20–64 Jahre), 3-Jahres-Follow-up; Cannabisgebrauch bei Baseline → Depression: RR=1,22 [95% CI 1,06–1,42] unadjustiert, nach vollständiger Adjustierung (Alkohol, Drogen, Bildung, Familienspannung) nicht mehr signifikant RR=0,99 [95% CI 0,82–1,17]; → Angst: RR=1,38 [95% CI 1,26–1,50] unadjustiert, adjustiert RR=1,09 [95% CI 0,98–1,20] (NS). Kein longitudinaler Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und neu aufgetretener Depression oder Angst nach vollständiger Konfounder-Kontrolle.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Chen et al. ·2002 ·Social Psychiatry and Psychiatric Epidemiology
133 mal zitiert

Cannabis use and the risk of Major Depressive Episode. Epidemiological evidence from the United States National Comorbidity Survey.

Design
Epidemiologische Kohortenstudie (Survival-Analyse)
Stichprobe
n = 6.792 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum ist moderat mit einem erhöhten MDE-Risiko assoziiert, die Stärke des Zusammenhangs ist jedoch bestenfalls gering.

Zusammenfassung

National Comorbidity Survey (n=6.792, Alter 15–45 J.); Cannabiskonsum → erhöhtes kumulatives Risiko für Major Depressive Episode (MDE); nicht-abhängige Cannabiskonsumenten hatten 1,6-fach höheres MDE-Risiko vs. Nicht-Konsumenten (95%-KI 1,1–2,2) nach Adjustierung für Geschlecht, Geburtskohorte, Alkoholabhängigkeit und tägliches Rauchen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Gage et al. ·2015 ·PLOS ONE
92 mal zitiert

Associations of Cannabis and Cigarette Use with Depression and Anxiety at Age 18: Findings from the Avon Longitudinal Study of Parents and Children

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 4.561 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum zeigt nach Adjustierung nur noch schwache Assoziation mit Depression; Assoziation mit Angst entfällt nach Confounder-Kontrolle.

Zusammenfassung

ALSPAC-Kohortenstudie (n=4.561); Cannabiskonsum mit 16 Jahren → erhöhte Odds für Depression mit 18 Jahren (unadjustiert OR=1.50, 95%-KI 1.26–1.80); nach vollständiger Adjustierung für Confounder persistierte schwache Assoziation (OR=1.30, 95%-KI 0.98–1.72). Kein signifikanter Zusammenhang mit Angst nach Confounder-Adjustierung.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schaefer et al. ·2021 ·Proceedings of the National Academy of Sciences
59 mal zitiert

Associations between adolescent cannabis use and young-adult functioning in three longitudinal twin studies

Design
Longitudinale Zwillingsstudie (3 Kohorten)
Stichprobe
n = 3.762 Pat.
Kernaussage

Adoleszenter Cannabiskonsum hat vermutlich kausale negative Effekte auf schulische Leistung und sozioökonomische Outcomes, jedoch nicht auf psychische Gesundheit oder kognitive Fähigkeiten im Erwachsenenalter.

Zusammenfassung

Längsschnitt-Zwillingsstudie (n=3.762) zu Cannabiskonsum im Jugendalter und Outcomes im jungen Erwachsenenalter: Univariat höhere Psychopathologie bei stärkerem Konsum, jedoch zeigten monozygote Kotwin-Kontroll-Analysen KEIN kausales Signal für psychische Gesundheit (inkl. Depression) im Erwachsenenalter — nur soziökonomische Outcomes blieben (Bildung, Einkommen, Berufsstatus). Confounding durch gemeinsame genetische/Umweltfaktoren erklärt den Zusammenhang.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
HAYATBAKHSH et al. ·2007 ·Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry
255 mal zitiert

Cannabis and Anxiety and Depression in Young Adults

Design
Prospektive Geburtskohortenstudie
Stichprobe
n = 3.239 Pat.
Kernaussage

Frühbeginn und häufiger Cannabiskonsum sind unabhängig von anderen Einflussfaktoren mit einem signifikant erhöhten Risiko für Angst und Depression im jungen Erwachsenenalter assoziiert.

Zusammenfassung

Prospektive Kohorte n=3.239 australischer junger Erwachsener (Geburt bis Alter 21); frühzeitiger Cannabiskonsum vor 15 Jahren kombiniert mit häufigem Gebrauch mit 21 Jahren assoziiert mit >3-fach erhöhtem Angst-/Depressions-Risiko (OR=3,4; 95% CI 1,9–6,1), unabhängig von anderen Drogenkonsum.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Pedersen et al. ·2008 ·Acta Psychiatrica Scandinavica
141 mal zitiert

Does cannabis use lead to depression and suicidal behaviours? A population-based longitudinal study

Design
Populationsbasierte Longitudinalstudie
Stichprobe
n = 2.033 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum ist mit späteren Suizidgedanken und -versuchen assoziiert, nicht jedoch mit Depression.

Zusammenfassung

Populationsbasierte 13-Jahres-Längsschnittstudie (n=2.033 Norweger, Jugend bis späte Zwanziger): Cannabis-Exposition in der frühen Adoleszenz NICHT mit späterer Depression assoziiert. Im Erwachsenenalter (Zwanziger) signifikante Assoziation mit Suizidversuchen bei intensivem Konsum (≥11×/12 Monate): OR=2,9 (95% CI 1,3-6,1) nach Konfounder-Adjustierung. Befund: Cannabis führt per se nicht zu Depression, ist aber mit späterem Suizidgedanken/-versuchen assoziiert.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Patton et al. ·2002 ·BMJ
1003 mal zitiert

Cannabis use and mental health in young people: cohort study

Design
Prospektive Kohortenstudie (7 Wellen, 6 Jahre)
Stichprobe
n = 1.601 Pat.
Kernaussage

Häufiger Cannabiskonsum im Jugendalter erhöht das Risiko für Depression und Angststörungen im jungen Erwachsenenalter signifikant, besonders bei täglichem Konsum bei Mädchen.

Zusammenfassung

Prospektive 7-Wellen-Kohortenstudie (n=1601, Alter 14–20 Jahre, Victoria/Australien): Täglicher Cannabis-Konsum bei jungen Frauen: OR=5,6 (95%-KI 2,6–12,0) für Depression und Angststörung im Erwachsenenalter nach Adjustierung für andere Substanzkonsum. Wöchentlicher oder häufigerer Konsum in der Adoleszenz: ca. 2-fach erhöhtes Risiko für spätere Depression+Angst (OR≈1,9; 95%-KI 1,1–3,3). Umgekehrte Kausalität nicht bestätigt: frühere Depression/Angst sagte keinen späteren Cannabis-Konsum voraus.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Harder et al. ·2008 ·American Journal of Epidemiology
75 mal zitiert

Adolescent Cannabis Problems and Young Adult Depression: Male-Female Stratified Propensity Score Analyses

Design
Prospektive Kohortenstudie (Propensity-Score-adjustiert)
Stichprobe
n = 1.494 Pat.
Kernaussage

Cannabis-Probleme im Jugendalter erhöhten das Depressionsrisiko im jungen Erwachsenenalter weder bei Frauen noch bei Männern signifikant.

Zusammenfassung

n=1.494 Jugendliche (55% weiblich), Kohorte Alter 6–21 Jahre (1985–2002), wiederholte Messungen, Propensity-Score-Adjustierung; geschätztes Risiko für Depression im jungen Erwachsenenalter bei adoleszenten Cannabis-Problemen: OR Frauen=0,7 (95% KI 0,2–2,3), OR Männer=1,7 (95% KI 0,8–3,6) — beide nicht signifikant; kein statistischer Nachweis einer kausalen Assoziation zwischen adoleszenten Cannabis-Problemen und junger erwachsener Depression.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Wittchen et al. ·2007 ·Drug and Alcohol Dependence
0 mal zitiert

Cannabis use and cannabis use disorders and their relationship to mental disorders: A 10-year prospective-longitudinal community study in adolescents

Design
Prospektive Longitudinal-Kohortenstudie
Stichprobe
n = 1.395 Pat.
Kernaussage

Affektive und Angststörungen sind auch nach Kontrolle externalisierender Störungen signifikant mit Cannabiskonsum und CUD assoziiert, Angststörungen jedoch weniger konsistent.

Zusammenfassung

10-Jahres-Längsschnittstudie (n=1.395, Alter 14–17 Jahre Baseline); kumulative Cannabis-Konsum-Inzidenz 54.3%, CUD-Inzidenz 13.7% über 10 Jahre; depressive und bipolare Störungen signifikant mit CU und CUD assoziiert auch nach Kontrolle für externalisierende Störungen (p<0.05); CUD-Baseline-Prävalenz 2.6%, CU-Baseline 19.3%.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Fergusson et al. ·2002 ·Addiction
571 mal zitiert

Cannabis use and psychosocial adjustment in adolescence and young adulthood.

Design
Prospektive Geburtskohortenstudie (21 Jahre)
Stichprobe
n = 1.265 Pat.
Kernaussage

Regelmäßiger Cannabiskonsum ist mit erhöhten Raten psychosozialer Anpassungsprobleme assoziiert, am stärksten bei schulpflichtigen Jugendlichen.

Zusammenfassung

21-jährige prospektive Geburtskohorte (N=1.265, Neuseeland, Alter 14–21). Cannabiskonsumhäufigkeit nach Kontrolle zeitdynamischer und fixer Confounder weiterhin signifikant mit Depression assoziiert (p<0.05). Kein Alterseffekt für Cannabis-Depression-Assoziation (im Gegensatz zu Kriminalität/Suizid). Zeitliche Richtung konsistent mit Cannabis als Risikofaktor.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Windle et al. ·2004 ·Development and Psychopathology
277 mal zitiert

Trajectories of Cannabis use from adolescence to young adulthood: predictors and outcomes.

Design
Prospektive Längsschnittstudie (Kohorte)
Stichprobe
n = 1.205 Pat.
Kernaussage

Chronischer Cannabiskonsum in der Adoleszenz erhöht das Risiko für Cannabis- und Alkoholstörungen im jungen Erwachsenenalter, nicht aber für depressive oder Angststörungen.

Zusammenfassung

Längsschnittkohorte n=1.205 Jugendliche (4 Messzeitpunkte), 5 Cannabis-Nutzungs-Trajektorien (Abstainer, Experimental, Decreaser, Increaser, High Chronic) verfolgt bis ins junge Erwachsenenalter (Ø 23,5 Jahre); Trajektorien-Zugehörigkeit signifikant assoziiert mit Cannabis- und Alkohol-Störungen — NICHT mit Major-Depression oder Angststörungen. Negativbefund für Depressions-Risiko durch adoleszente Cannabis-Nutzungs-Muster.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Bovasso et al. ·2001 ·American Journal of Psychiatry
457 mal zitiert

Cannabis Abuse as a Risk Factor for Depressive Symptoms

Design
Prospektive Kohortenstudie (ECA-Längsschnitt)
Stichprobe
n = 849 Pat.
Kernaussage

Cannabismissbrauch erhöht das Risiko für spätere depressive Symptome (OR ~4), nicht umgekehrt.

Zusammenfassung

Prospektive ECA-Kohortenstudie (N gesamt=1.920; Analyse-Subkohorte ohne Baseline-Depression n=849). Cannabis-Abusus bei Baseline → 4-fach erhöhtes Risiko für Depressionssymptome im 14-Jahres-Follow-up, nach Adjustierung für Alter, Geschlecht, antisoziale Symptome (OR ca. 4). Erhöhte Suizidideation und Anhedonie. Umgekehrte Richtung nicht signifikant (p>0.05): Baseline-Depression sagte keinen Cannabis-Abusus voraus.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Hengartner et al. ·2020 ·Journal of Affective Disorders
59 mal zitiert

Cannabis use during adolescence and the occurrence of depression, suicidality and anxiety disorder across adulthood: Findings from a longitudinal cohort study over 30 years

Design
Prospektive Bevölkerungskohortenstudie (30 Jahre Follow-up)
Stichprobe
n = 591 Pat.
Kernaussage

Adoleszenter Cannabiskonsum erhöht das Risiko für Depression und Suizidalität im Erwachsenenalter signifikant, nicht jedoch das Risiko für Angststörungen.

Zusammenfassung

Prospektive Kohortenstudie über 30 Jahre (n=591, Zürich). Cannabiskonsum im Jugendalter (24%) assoziiert mit Depression im Erwachsenenalter (aOR=1.70, 95%-CI=1.24-2.32) und Suizidalität (aOR=1.65, 95%-CI=1.11-2.47). Früher Erstkonsum (≤15/16 Jahre) und häufiger Konsum im Jugendalter erhöhten Depressionsrisiko zusätzlich. Kein signifikanter Effekt auf Angststörungen (aOR=1.10, 95%-CI=0.82-1.48). Assoziationen unabhängig von Cannabismissbrauch und anderen Substanzen im Erwachsenenalter.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Cheung et al. ·2010 ·The American Journal of Drug and Alcohol Abuse
81 mal zitiert

Anxiety and mood disorders and cannabis use.

Design
Epidemiologische Querschnittsstudie
Stichprobe
n = 14.531 Pat.
Kernaussage

Sowohl leichter als auch starker Cannabiskonsum ist epidemiologisch mit einem erhöhten Risiko für Angst- und Stimmungsstörungen assoziiert.

Zusammenfassung

n=14.531 Erwachsene (Ontario, CAMH Monitor 2001–2006); häufiger Cannabis-Konsum (fast täglich) assoziiert mit erhöhtem Risiko für Angst- und Stimmungsstörungen (AMD): Prävalenz 18.1% vs. 8.7% bei Abstinenten; OR=2.04 bei täglichen Nutzern, OR=1.43 bei gelegentlichen Nutzern (je vs. Abstinente); Effekte nach Kontrolle für Demografie und Alkoholprobleme erhalten.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Feingold et al. ·2017 ·Psychiatry Research
113 mal zitiert

Cannabis use and the course and outcome of major depressive disorder: A population based longitudinal study

Design
Populationsbasierte Longitudinalstudie (NESARC Wave 1+2)
Stichprobe
n = 2.348 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum war mit mehr depressiven Symptomen assoziiert, dieser Effekt war jedoch nach Adjustierung für Confounder größtenteils nicht mehr nachweisbar.

Zusammenfassung

n=2348 Personen mit Basis-MDD (NESARC), Längsschnitt; Cannabiskonsum war signifikant mit mehr depressiven Symptomen beim Follow-up assoziiert (insbesondere Anhedonie, Gewichtsveränderungen, Schlafstörungen, psychomotorische Probleme); nach Adjustierung für Confounder keine signifikante Assoziation mit Suizidalität, Funktionsfähigkeit oder Lebensqualität; Ergebnis deutet auf Confounding durch soziodemografische/klinische Faktoren hin.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
London-Nadeau et al. ·2021 ·Journal of Abnormal Psychology
22 mal zitiert

Longitudinal associations of cannabis, depression, and anxiety in heterosexual and LGB adolescents.

Design
Longitudinale Kohortenstudie (Cross-Lagged-Panel)
Stichprobe
n = 1.430 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum und Depressions-/Angstsymptome zeigen kleine bidirektionale Zusammenhänge, mit deutlich stärkeren Assoziationen bei LGB-Jugendlichen im Sinne möglicher Selbstmedikation.

Zusammenfassung

Longitudinale Kohortenstudie (n=1.430 Jugendliche, Quebec Longitudinal Study) untersuchte bidirektionale Assoziationen zwischen Cannabiskonsum und Depressions-/Angstsymptomen im Alter 13–17 Jahre via Cross-Lagged-Modelle. Gesamtstichprobe: Cannabis mit 13 Jahren → Angstsymptome mit 15 Jahren (signifikant nach Kontrolle für Alkohol/Zigaretten/andere Drogen); Depressionssymptome mit 15 Jahren → Cannabis mit 17 Jahren (signifikant). Initialer Effekt Cannabis 13→Depression 15 wurde durch anderen Drogenkonsum erklärt. LGB-Minderheiten zeigten substanziell stärkere Assoziation Depression 15→Cannabis 17 (p<0.05 nach Kontrolle für Kovariaten). Effektgrößen insgesamt klein; bidirektionale Beziehung in Adoleszenz belegt.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
van Gastel et al. ·2014 ·Schizophrenia Research
37 mal zitiert

Change in cannabis use in the general population: a longitudinal study on the impact on psychotic experiences.

Design
Longitudinale Kohortenstudie
Stichprobe
n = 705 Pat.
Kernaussage

Abnahme des Cannabiskonsums geht mit weniger psychotischen Erlebnissen einher, Zunahme mit mehr Positivsymptomen, nicht jedoch mit Negativ- oder Depressionssymptomen.

Zusammenfassung

Longitudinale Studie (N=705, Alter 18–27 Jahre, Follow-up 6 Monate bis 5 Jahre): Zunahme des Cannabis-Konsums war NICHT signifikant mit Anstieg von Depressionssymptom-Scores assoziiert (β nicht signifikant). Abnahme des Konsums war signifikant mit Rückgang psychotischer Gesamterfahrungen verbunden (β=−0,096; p=0,01). Kein Beleg für Cannabis als Risikofaktor für Depressionssymptome in dieser Altersgruppe.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Otten et al. ·2013 ·Addiction Biology
33 mal zitiert

Testing bidirectional effects between cannabis use and depressive symptoms: moderation by the serotonin transporter gene

Design
Longitudinale Kohortenstudie
Stichprobe
n = 310 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum steigert depressive Symptome nur bei genetisch vulnerablen Jugendlichen (5-HTTLPR-Kurzallel), nicht bei allen.

Zusammenfassung

Longitudinale Kohortenstudie (n=310 Jugendliche, 4 Jahre) zu Cannabis-Konsum und depressiven Symptomen. Parallelwachstumsmodell: Cannabiskonsum erhöht das Risiko für Zunahme depressiver Symptome über die Zeit, aber ausschließlich bei Trägern des kurzen Allels des 5-HTTLPR-Genotyps (p<0.05 nach Kovariate-Kontrolle). Effekt im Geschwister-Replikationssample bestätigt. Keine Evidenz für umgekehrte Kausalität (Depression → Cannabis).

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Meier et al. ·2015 ·Drug and Alcohol Dependence
113 mal zitiert

Associations of adolescent cannabis use with academic performance and mental health: A longitudinal study of upper middle class youth.

Design
Prospektive Längsschnittstudie
Stichprobe
n = 254 Pat.
Kernaussage

Persistenter Cannabiskonsum war mit niedrigerer Schulleistung und mehr externalisierenden, nicht jedoch internalisierenden Symptomen assoziiert, wobei die Effekte nach Kontrolle für Alkohol- und Tabakkonsum nicht mehr signifikant waren.

Zusammenfassung

Prospektive Kohortenstudie (n=254) oberer Mittelschicht-Jugendlicher über 4 Gymnasialjahre; persistenter Cannabiskonsum zeigte KEINEN signifikanten Zusammenhang mit Internalizing-Symptomen (β=0.04, p=0.53) — kein erhöhtes Depressionsrisiko nach Adjustierung. Externalizing-Symptome (Verhaltensprobleme) jedoch signifikant erhöht (β=0.29, p<0.001). Effekte wurden nach Kontrolle für gleichzeitigen Alkohol- und Tabakkonsum nicht-signifikant.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Halladay et al. ·2019 ·The Canadian Journal of Psychiatry
24 mal zitiert

Temporal Changes in the Cross-Sectional Associations between Cannabis Use, Suicidal Ideation, and Depression in a Nationally Representative Sample of Canadian Adults in 2012 Compared to 2002

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 43.466 Pat.
Kernaussage

Monatliche Cannabisnutzung war mit erhöhten Odds für Suizidgedanken (OR 1,59) und depressive Episode (OR 1,55) assoziiert; Assoziation verstärkte sich von 2002 zu 2012.

Zusammenfassung

Gepoolte Querschnittsdaten aus Canadian Community Health Survey 2002 und 2012 (n=43.466, Alter 15-60 Jahre). Mindestens monatlicher Cannabis-Konsum assoziiert mit erhöhter Odds für Major Depressive Episode (MDE) und Suizidgedanken. Assoziation verstärkte sich 2012 vs. 2002: OR=1.59 (95% CI 1.11-2.27) für Suizidgedanken, OR=1.55 (95% CI 1.12-2.13) für MDE. Effekt persistierte nach Kontrolle für anderen Substanzkonsum.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Gorfinkel et al. ·2020 ·JAMA Network Open
78 mal zitiert

Association of Depression With Past-Month Cannabis Use Among US Adults Aged 20 to 59 Years, 2005 to 2016

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 16.830 Pat.
Kernaussage

Personen mit Depression hatten signifikant höhere Chancen für Cannabis-Konsum (1,90x für jeden Cannabis-Gebrauch, 2,29x für täglichen Gebrauch), und diese Assoziation stieg von 2005 bis 2016 deutlich an.

Zusammenfassung

n=16.830 US-Erwachsene 20-59 Jahre (NHANES 2005-2016), Depression assoziiert mit Cannabis-Gebrauch im letzten Monat (adjustierte OR=1.51, 95% CI 1.04-2.18, p0.05), Querschnitts-Design limitiert Kausalitäts-Interpretation.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Brook et al. ·2002 ·Archives of General Psychiatry
528 mal zitiert

Drug Use and the Risk of Major Depressive Disorder, Alcohol Dependence, and Substance Use Disorders

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 736 Pat.
Kernaussage

Früher Cannabiskonsum sagte in der Längsschnittkohorte ein erhöhtes Risiko für spätere Depressionen, Alkoholabhängigkeit und Substanzkonsumstörungen voraus.

Zusammenfassung

n=736 Kohorte über 20 Jahre, Cannabis-Konsum assoziiert mit erhöhtem Risiko für Major Depression (OR=2.1, 95% CI 1.4-3.2), Alkoholabhängigkeit und Substanzstörungen; epidemiologische Langzeitdaten zu psychischen Risiken.