Studienlage / Psychiatrie / PTBS

PTBS

42 kuratierte Studien · 4 Schlüsselstudien · mechoulam.de

Für die posttraumatische Belastungsstörung wächst die Forschung. Einzelne kontrollierte Studien deuteten auf eine angstlösende und schlaffördernde Wirkung von Cannabinoiden hin, große Studien mit der PTBS als primärem Endpunkt stünden noch aus.

Bewertungsschema

Der Buchstabe bewertet die Qualität einer Studie, unabhängig vom Typ. Jeder Studientyp kann jede Note bekommen: auch ein Review kann B oder C sein, wenn er klein oder schwach ist, und ein RCT kann S sein. Die Note ist eine Synthese aus Studiendesign, Journal-Autorität und klinischer Verbindlichkeit:

S
Höchste Evidenz, große, methodisch erstklassige Studien oder S3-Leitlinien
A
Starke Evidenz, solide, aussagekräftige Studien mit klarem Ergebnis
B
Mittlere Evidenz, kleinere oder methodisch eingeschränkte Studien
C
Schwache Evidenz, vorläufige, indirekte oder widersprüchliche Befunde
D
Geringste Evidenz, explorative Hinweise, Einzelfälle oder Expertenmeinung

Qualitätsprofil je Studie

Links neben jeder Studie steht ein Profil aus vier Merkmalen, es zeigt die Unterschiede innerhalb einer Buchstaben-Klasse.

Größe
Teilnehmerzahl (RCT) bzw. eingeschlossene Studien (Review).
Verblindung
Doppelblind, einfachblind oder offen.
Effektstärke
Klarer Nutzen, gemischt, kein Nutzen oder Schaden.
Zitate / Jahr
Altersbereinigte Zitationshäufigkeit.

Schlüsselstudien

4
  1. 01
    S
    Cannabinoids for Medical Use
    Whiting et al. ·2015 ·JAMA
    Lesen
  2. 02
    S
    Cannabinoids for the treatment of mental disorders and symptoms of mental disorders: a systematic review and meta-analysis
    Black et al. ·2019 ·The Lancet Psychiatry
    Lesen
  3. 03
    A
    Therapeutic potential of cannabidiol (CBD) in anxiety disorders: A systematic review and meta-analysis.
    Han et al. ·2024 ·Psychiatry research
    Lesen
  4. 04
    A
    Evidence for Use of Cannabinoids in Mood Disorders, Anxiety Disorders, and PTSD: A Systematic Review
    Stanciu et al. ·2021 ·Psychiatric Services
    Lesen

Systematische Reviews und Meta-Analysen

Synthesen der RCT-Evidenz nach Cochrane- und PRISMA-Standards.

15
S
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Whiting et al. ·2015 ·JAMA
2103 mal zitiert

Cannabinoids for Medical Use

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 79 Studien
n = 6.462 Pat.
Kernaussage

Moderate Evidenz für chronische Schmerzen und Spastizität, niedrige Evidenz für Übelkeit/Erbrechen, Gewichtszunahme und Schlafstörungen; erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen.

Zusammenfassung

Umfassende SR über 79 RCTs (n=6.462) zu medizinischem Cannabis; PTBS wurde als Indikation evaluiert, aber nur in 1 RCT mit n=10 (sehr niedrige Evidenz, keine signifikanten Effekte). Hauptevidenz für chronischen Schmerz, MS-Spastik, Chemotherapie-induzierte Übelkeit. Für PTBS: unzureichende Datenlage.

S
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Black et al. ·2019 ·The Lancet Psychiatry
557 mal zitiert

Cannabinoids for the treatment of mental disorders and symptoms of mental disorders: a systematic review and meta-analysis

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 83 Studien
n = 3.067 Pat.
Kernaussage

Cannabinoide zeigen kaum Evidenz für die Verbesserung von Depressionen, Angststörungen, ADHS, Tourette-Syndrom, PTBS oder Psychose; nur sehr schwache Evidenz für kleine Verbesserung von Angst-Symptomen bei anderen Erkrankungen, aber erhöhte Nebenwirkungen.

Zusammenfassung

Umfassende SR + Meta-Analyse zu medizinischen Cannabinoiden (Cannabis, pharmazeutische Cannabinoide, THC, CBD) bei psychischen Störungen (Depression, Angst, ADHS, Tourette, PTBS, Psychose); Datenbanken 1980–2018. Primäre Outcomes: Remission und Symptomveränderung. Evidenzsynthese via Random-Effects-Meta-Analysen (OR für Remission/Nebenwirkungen, SMD für Symptomveränderung). GRADE-Qualitätsbewertung. Für PTBS als eine der untersuchten Indikationen enthalten.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Rehman et al. ·2021 ·AIMS Neuroscience
70 mal zitiert

Cannabis in the management of PTSD: a systematic review

Design
Systematic Review
Stichprobe
n = 4.672 Pat. (gepoolt)
Kernaussage

Cannabis war assoziiert mit Reduktion von PTSD-Symptomen und verbesserter Lebensqualität, aber einige Patienten erlebten eine Verschlechterung der PTSD-Symptome; Evidenz basiert hauptsächlich auf Studien niedriger Qualität mit hohem Bias-Risiko.

Zusammenfassung

Systematische Review spezifisch zu Cannabis bei PTBS; analysiert RCTs und Beobachtungsstudien, zeigt Hinweise auf Symptomreduktion (Albträume, Hyperarousal) bei heterogener Datenlage, methodisch fundierte Evidenzsynthese.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Hill et al. ·2024 ·Journal of anxiety disorders
10 mal zitiert

Cannabis use and trauma-focused treatment for co-occurring posttraumatic stress disorder and substance use disorders: A meta-analysis of individual patient data.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 4 Studien
n = 410 Pat.
Kernaussage

Trauma-fokussierte Behandlungen zeigten größere PTSD-Symptomreduktionen als nicht-trauma-fokussierte Behandlungen, unabhängig von Cannabis-Konsum bei Baseline.

Zusammenfassung

IPD-Meta-Analyse über k=4 RCTs aus Project Harmony (Subset n=410, 33.2% Cannabis-Nutzer) zu trauma-fokussierten (TF) vs. nicht-TF Therapien bei ko-morbider PTBS+SUD. TF-Behandlung zeigte größere PTBS-Symptomreduktion als non-TF — unabhängig von Cannabis-Nutzung — aber niedrigere Attendance-Raten. Alkohol- und Drogen-Outcomes ähnlich über alle Bedingungen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Han et al. ·2024 ·Psychiatry research
43 mal zitiert

Therapeutic potential of cannabidiol (CBD) in anxiety disorders: A systematic review and meta-analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 8 Studien
n = 316 Pat.
Kernaussage

CBD zeigte einen signifikanten Effekt auf Angststörungen mit großer Effektgröße (Hedges' g = -0,92, 95% KI -1,80 bis -0,04).

Zusammenfassung

Systematische Review + Meta-Analyse über k=8 Studien (n=316) zu CBD bei Angststörungen (GAD, SAD, PTBS); signifikanter Effekt von CBD auf Angst mit Hedges' g=-0.92 (95% CI -1.80 bis -0.04). Vorsicht bei Interpretation aufgrund limitierter Stichprobengröße.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Orsolini et al. ·2019 ·Medicina (Kaunas, Lithuania)
136 mal zitiert

Use of Medicinal Cannabis and Synthetic Cannabinoids in Post-Traumatic Stress Disorder (PTSD): A Systematic Review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
Systematische Review
Kernaussage

Cannabis und synthetische Cannabinoide zeigen potenziellen therapeutischen Nutzen zur Verbesserung von PTSD-Symptomen, aber die aktuelle Evidenz bezüglich Sicherheit und Wirksamkeit ist begrenzt.

Zusammenfassung

Systematische Review zu medizinischem Cannabis und synthetischen Cannabinoiden bei PTBS (PRISMA-konform, PubMed/Cochrane/Web of Science bis Mai 2019). Cannabis und synthetische Cannabinoide zeigen therapeutisches Potenzial zur Verbesserung von PTBS-Symptomen (Angstreduktion, Modulation gedächtnisassoziierter Prozesse, Schlafverbesserung) durch Wirkung am Endocannabinoid-System. Evidenz zu Sicherheit und Wirksamkeit derzeit limitiert; weitere Forschung erforderlich.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
O'Neil et al. ·2017 ·Annals of Internal Medicine
74 mal zitiert

Benefits and Harms of Plant-Based Cannabis for Posttraumatic Stress Disorder

Design
Systematische Review
Stichprobe
k = 5 Studien
Kernaussage

Die beobachteten Studien fanden, dass Cannabis im Vergleich zu Nicht-Anwendung PTSD-Symptome nicht reduzierte.

Zusammenfassung

Systematische Review zu pflanzlichem Cannabis bei PTSD (bis März 2017); k=5 Studien identifiziert (2 SRs, 3 Beobachtungsstudien, 0 RCTs). Beobachtungsstudien zeigten, dass Cannabis im Vergleich zu Nicht-Nutzung PTSD-Symptome NICHT reduzierte. Gesamtevidenz als unzureichend bewertet (insufficient evidence) für Schlussfolgerungen zu Nutzen und Schaden; mittleres bis hohes Bias-Risiko. 2 RCTs und 6 weitere Studien in Durchführung (Stand 2017).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Hindocha et al. ·2020 ·Journal of Dual Diagnosis
59 mal zitiert

The Effectiveness of Cannabinoids in the Treatment of Posttraumatic Stress Disorder (PTSD): A Systematic Review

Design
Systematische Review
Stichprobe
k = 10 Studien
Kernaussage

Cannabinoide können möglicherweise PTSD-Symptomatologie reduzieren, insbesondere Schlafstörungen und Albträume, aber die Evidenzqualität ist niedrig.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabinoiden bei PTBS, k=10 Studien (nur 1 RCT, Rest Beobachtungsstudien/Fallberichte). Alle identifizierten Studien hatten mittleres bis hohes Bias-Risiko und niedrige Qualität. Cannabinoide können PTBS-Symptomatik reduzieren, insbesondere Schlafstörungen und Alpträume. Evidenz unzureichend für klinische Praxisempfehlungen; gut kontrollierte RCTs dringend erforderlich.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Narayan et al. ·2022 ·Neuroscience & Biobehavioral Reviews
29 mal zitiert

Cannabinoid treatments for anxiety: A systematic review and consideration of the impact of sleep disturbance

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 58 Studien
Kernaussage

CBD zeigte in gesunden und bestimmten klinischen Populationen anxiolytische Effekte ohne prominente Effekte auf den Schlaf, wobei eine invertierte U-förmige Dosis-Beziehung und das CBD-zu-THC-Verhältnis die Effekte moderierten.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabinoiden bei Angststörungen mit besonderem Fokus auf Schlafstörungen; umfasst PTBS-relevante Daten zu anxiolytischen Effekten und Schlafqualität, methodisch robuste systematische Datenextraktion.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Rodas et al. ·2024 ·The Journal of clinical psychiatry
16 mal zitiert

A Systematic Review of the Clinical Effects of Cannabis and Cannabinoids in Posttraumatic Stress Disorder Symptoms and Symptom Clusters.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 14 Studien
Kernaussage

Bei PTSD ohne komorbide Cannabinoidstörung zeigten 5 von 10 Studien Nutzen und 5 keinen Effekt oder Verschlechterung; bei komorbider Störung alle 3 Studien Risiken für Symptomverschlechterung; einige Vorteile für Cluster-B- und E-Symptome beobachtet.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabis/Cannabinoiden bei PTSD (Januar 1990–Februar 2023); k=14 Studien (3 in komorbider PTSD+CUD-Stichprobe, 11 in Nicht-CUD-Stichprobe). Von 10 Studien zu Gesamt-PTSD-Symptomen (Nicht-CUD): 5 berichteten Nutzen, 5 keinen Effekt oder Verschlechterung. 4 Studien zeigten Nutzen für Cluster-B- und -E-Symptome. Alle 3 Studien bei komorbider CUD berichteten Risiken für Symptomverschlechterung. Keine wesentlichen Vorteile für Gesamt-PTSD-Symptome; einige Risiken bzgl. Suizidalität und Gewaltverhalten.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Lotfinia et al. ·2023 ·Brain and behavior
7 mal zitiert

Functional brain changes after alternative pharmacological interventions in posttraumatic stress disorder: A systematic review of clinical trials.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 16 Studien
Kernaussage

Oxytocin zeigte normalisierte Hirn-Konnektivität und verbesserte Funktionen in emotionalen und kognitiven Regionen; Hydrocortison hatte keine Effekte; THC reduzierte Amygdala-Aktivität, aber die Evidenz ist vorläufig.

Zusammenfassung

Systematische Review zu funktionellen Hirnveränderungen unter alternativen Pharmakotherapien bei PTBS; k=16 fMRI-Studien (11 Oxytocin, 2 Hydrocortison, 3 THC). THC-Gabe assoziiert mit Amygdala-Reduktion und erhöhter medialer präfrontaler Kortex-Aktivierung; Oxytocin normalisierte vmPFC-Amygdala-Konnektivität.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Raminelli et al. ·2025 ·Cannabis and cannabinoid research
2 mal zitiert

Effects of Different Cannabinoid Formulations on Anxiety-Related Disorders, and Tourette Syndrome: A Systematic Review and Meta-Analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 21 Studien
Kernaussage

Für reine CBD zeigt sich ein moderater Effekt (SMD -0,61), für Delta9-THC ein moderater signifikanter Effekt (SMD -0,65), für CBD/Delta9-THC-Mischungen kein signifikanter Effekt; insgesamt begrenzte und niedrige Evidenzqualität.

Zusammenfassung

SR + Meta-Analyse über k=21 placebokontrollierte RCTs zu Cannabinoiden bei Angststörungen und verwandten Erkrankungen, darunter 7 PTBS-Studien. Für reine/angereicherte Δ9-THC-Präparate moderater signifikanter Effekt (SMD=-0.65, 95% CI: -1.06/-0.24) zugunsten THC-dominanter Formulierungen; reine CBD-Präparate SMD=-0.61 (95% CI: -1.15/-0.07). Erhebliche Heterogenität bei Outcomes (klinische Symptome, Neuroimaging, Verträglichkeit).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Hicks et al. ·2022 ·Drug and alcohol dependence
21 mal zitiert

The association between recreational cannabis use and posttraumatic stress disorder: A systematic review and methodological critique of the literature.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 45 Studien
n = 37 Pat.
Kernaussage

Mehrheit der Studien (n=37 von 45) zeigte signifikante Assoziation zwischen RCU und PTSD; Richtung der Effekte variabel und möglicherweise bidirektional.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Freizeitkonsum-Cannabis und PTBS; k=45 Studien, davon n=37 mit signifikanter Assoziation. Befunde stützen sowohl Self-Medication- als auch High-Risk-Modelle; Assoziation wahrscheinlich bidirektional. Methodische Variabilität (v.a. nicht-standardisierte Cannabis-Assessments) erschwert Vergleichbarkeit.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Roberts et al. ·2025 ·Psychiatry research
3 mal zitiert

Medicinal cannabis in the management of anxiety disorders: A systematic review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 57 Studien
n = 23 Pat.
Kernaussage

70% der höchstwertigen Studien zeigten positive Effekte bei GAD, SAD und PTSD, aber 30% berichteten negative Ergebnisse bei OCD, Trichotillomanie und Testangst; langfristige Effekte bleiben unklar.

Zusammenfassung

Systematische Review zu medizinischem Cannabis bei Angststörungen; k=57 Studien (40% Kohortenstudien n=23, 30% RCTs n=17, 18% Querschnitt n=10, 12% andere n=7). MASTER-Score mean=62.9/100 (hohes Bias-Risiko). Unter den 13 Studien höchster Qualität: 70% (n=9) positive Verbesserung bei GAD, SAD und PTBS; 30% (n=4) negative Ergebnisse bei OCD, Trichotillomanie, Testangst und SAD. Über 90% aller Studien berichten positive Outcomes für CBD- und THC-basiertes Cannabis; 53% (n=30) fehlende oder selbst-berichtete Daten zu Form/Dosierung.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Stanciu et al. ·2021 ·Psychiatric Services
81 mal zitiert

Evidence for Use of Cannabinoids in Mood Disorders, Anxiety Disorders, and PTSD: A Systematic Review

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 8 Studien
n = 10 Pat.
Kernaussage

Insgesamt unzureichende Evidenz für Wirksamkeit von CBD und THC bei affektiven Störungen, Angststörungen oder PTSD; teilweise Verschlechterung mit Angst- und psychotischen Symptomen bei Depression beobachtet.

Zusammenfassung

Systematische Review zu THC/CBD bei affektiven Störungen, Angststörungen und PTBS; k=8 kontrollierte Studien identifiziert. Für PTBS: eine Crossover-Studie (n=10) zeigte THC-assoziierte Reduktion selbstberichteter Alpträume bei PTBS-Patienten unter Standard-Pharmakotherapie. Schlussfolgerung: unzureichende Evidenz für Wirksamkeit von Cannabinoiden bei PTBS; medizinisches Cannabis nicht empfohlen.

Randomisierte Kontrollierte Studien

Wirksamkeits- und Sicherheitsbelege aus kontrollierten Interventionsstudien.

14
A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Bonn-Miller et al. ·2021 ·PLOS ONE
127 mal zitiert

The short-term impact of 3 smoked cannabis preparations versus placebo on PTSD symptoms: A randomized cross-over clinical trial

Design
RCT
Stichprobe
n = 80 Pat.
Kernaussage

Keine signifikanten Unterschiede zwischen aktiven Cannabis-Konzentrationen und Placebo in der Veränderung der PTSD-Symptomsschwere nach 3 Wochen.

Zusammenfassung

Erste randomisierte, placebokontrollierte Studie zu gerauchtem Cannabis bei PTSD; n=80 US-Veteranen, Cross-over-Design mit 3 aktiven Konzentrationen (High THC ≈12%, High CBD ≈11%, THC+CBD ≈8%/8%) vs. Placebo über 3 Wochen. Kein signifikanter Unterschied in PTSD-Symptomreduktion zwischen aktiven Armen und Placebo in Stage 1; alle Gruppen inkl. Placebo zeigten signifikante Verbesserung (p<0.001 innerhalb der Gruppen). Gute Verträglichkeit aller Konzentrationen.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Bedard-Gilligan et al. ·2018 ·Psychology of Addictive Behaviors
47 mal zitiert

Alcohol, cannabis, and other drug use: Engagement and outcome in PTSD treatment.

Design
Sekundäranalyse RCT (Real-World-Daten)
Stichprobe
n = 200 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum und Drogengebrauch erhöhen signifikant das Dropout-Risiko und verschlechtern die Behandlungsergebnisse bei PTSD-Therapie.

Zusammenfassung

n=200 PTBS-Patienten (chronische PTBS, PE vs. Sertralin): aktueller Cannabiskonsum prädizierte signifikant höheres Dropout-Risiko aus PTBS-Behandlung (OR=3,38) und schlechtere Adhärenz zu Prolonged Exposure (β=-0,22 bis -0,29, p<0.05). Schweregrad Drogenkonsum prädizierte schlechteres Behandlungs-Outcome (β=-0,22). Cannabis-/Drogenkonsum = bedeutsamer Risikofaktor für Therapieabbruch und verminderte PTBS-Symptomreduktion.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Rabinak et al. ·2020 ·Psychopharmacology
55 mal zitiert

Cannabinoid modulation of corticolimbic activation to threat in trauma-exposed adults: a preliminary study.

Design
RCT
Stichprobe
n = 71 Pat.
Kernaussage

THC reduzierte bedrohungsbedingte Amygdala-Reaktivität, erhöhte mPFC-Aktivierung und verstärkte mPFC-Amygdala-Kopplung bei Erwachsenen mit PTSD.

Zusammenfassung

n=71 (19 PTBS-Patienten, 27 trauma-exponierte Kontrollen ohne PTBS, 25 gesunde Kontrollen); randomisiert, doppelblind, Placebo-kontrolliert. Akute niedrige THC-Dosis bei PTBS-Patienten: reduzierte bedrohungsassoziierte Amygdala-Reaktivität, erhöhte mPFC-Aktivierung während Bedrohung, verstärkte mPFC-Amygdala-Kopplung (fMRI). THC moduliert bedrohungsassoziierte Verarbeitung bei PTBS.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Zabik et al. ·2023 ·Neurobiology of learning and memory
20 mal zitiert

Cannabinoid modulation of corticolimbic activation during extinction learning and fear renewal in adults with posttraumatic stress disorder.

Design
RCT
Stichprobe
n = 71 Pat.
Kernaussage

THC zeigte Effekte auf neuronale Aktivierung (vmPFC und Amygdala) bei PTSD-Patienten während Extinktionslernen und Furchtenerneuerung, aber keine signifikanten Effekte auf behaviorale Furchtindikatoren.

Zusammenfassung

RCT mit n=71 (PTBS n=19, trauma-exponierte Kontrollen n=26, gesunde Kontrollen n=26); randomisiert zu niedrig-dosiertem oralem THC (n=34) vs. Placebo (n=37) vor Extinktionslernen. PTBS-Patienten unter THC zeigten größere vmPFC-Aktivierung während frühem Extinktionslernen und größere Amygdala-Aktivierung beim Furcht-Renewal (vs. Placebo). Keine signifikanten Effekte auf behaviorale Furchtindizes.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Bogenschutz et al. ·2026 ·Alcohol, clinical & experimental research
0 mal zitiert

Effects of cannabidiol in alcohol use disorder patients with and without co-occurring post-traumatic stress disorder: Tolerability but no evidence for efficacy in two randomized proof-of-concept trials.

Design
RCT
Stichprobe
n = 57 Pat.
Kernaussage

CBD zeigte gute Verträglichkeit, aber keine Überlegenheit gegenüber Placebo bei Trinkmengen, Craving, Stimmung, Angst oder PTSD-Symptomen in beiden Studien.

Zusammenfassung

Zwei proof-of-concept RCTs (Study 1: n=27 AUD, Study 2: n=30 AUD+PTSD/subthreshold-PTSD); CBD bis 1200 mg/Tag vs. Placebo über 4–6 Wochen. CBD gut toleriert, aber KEINE Überlegenheit vs. Placebo für Alkohol-Outcomes, Craving, Angst oder PTBS-Symptomatik (beide Gruppen zeigten große Drinks-per-Day-Reduktionen, Cohen's dz >0.9). 22.6% der CBD-Teilnehmenden erlebten dosislimitierende Nebenwirkungen.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Pacitto et al. ·2022 ·Neuropharmacology
9 mal zitiert

Cannabinoid modulation of brain activation during volitional regulation of negative affect in trauma-exposed adults.

Design
RCT (doppelblind, fMRI)
Stichprobe
n = 51 Pat.
Kernaussage

THC reduzierte negativen Affekt und normalisierte PTSD-assoziierte Unterschiede in der corticolimbischen Aktivierung während emotionaler Neubewertung.

Zusammenfassung

Doppelblinde RCT (n=51 traumaexponierte Personen mit/ohne PTBS). THC vs. Placebo vor kognitiver Neubewertungsaufgabe im fMRI. THC reduzierte negativen Affekt während Reappraisal; THC normalisierte Angular-Gyrus-Aktivierung in der PTBS-Gruppe auf das Niveau der Traumakontrollgruppe (kein signifikanter Gruppenunterschied mehr unter THC). Höhere PCC/Precuneus-Aktivierung unter THC assoziiert mit geringerem selbstberichteten negativen Affekt (p<0.05). THC-Effekte auf dmPFC und Cerebellum ebenfalls signifikant. Erste RCT-Evidenz für THC als pharmakologisches Adjuvans zur kognitiven Reappraisal-Therapie bei PTBS.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Gournay et al. ·2024 ·Journal of traumatic stress
0 mal zitiert

The effects of acute versus repeated cannabidiol administration on trauma-relevant emotional reactivity: A double-blind, randomized, placebo-controlled trial.

Design
RCT
Stichprobe
n = 42 Pat.
Kernaussage

CBD 300 mg reduzierte weder akut noch nach 1 Woche wiederholter Gabe signifikant Angst, Belastung oder Herzfrequenz in Reaktion auf Trauma-Skripte im Vergleich zu Placebo.

Zusammenfassung

n=42 trauma-exponierte Erwachsene mit erhöhtem Stress, 300 mg CBD täglich vs. Placebo über 1 Woche; CBD reduzierte Angst (B=13.37, p=0.096, d=0.09, BF₁₀=0.54), Distress (B=15.20, p=0.197, d=0.07, BF₁₀=0.51) und Herzfrequenz (B=-1.09, p=0.755, d=0.02, BF₁₀=0.29) nach idiographischer Trauma-Script-Präsentation NICHT signifikant gegenüber Placebo — weder akut noch nach wiederholter Gabe.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Zabik et al. ·2026 ·Psychopharmacology
8 mal zitiert

Dose-dependent effect of acute THC on extinction memory recall and fear renewal: a randomized, double-blind, placebo-controlled study.

Design
RCT
Stichprobe
n = 36 Pat.
Kernaussage

5 mg THC zeigte nach 24 h erhöhte Hirnaktivierung in ACC und PFC während früher Angsterneuerung; 10 mg THC zeigte nach einer Woche erhöhte Hippocampus-Aktivierung während Extinktionserinnerung und PFC-Aktivierung während Angsterneuerung – dosisabhängige Effekte auf Angstgedächtnis-Prozesse.

Zusammenfassung

RCT, n=36 Erwachsene mit PTBS, randomisiert zu Placebo (n=11), 5 mg THC (n=11) oder 10 mg THC (n=14) vor Extinktionslernen. 24h nach THC-Gabe: 5 mg THC → erhöhte ACC- und PFC-Aktivierung bei früher Furcht-Renewal. Eine Woche später: 10 mg THC → erhöhte Hippocampus-Aktivierung bei Extinktions-Recall und PFC-Aktivierung bei Fear Renewal. Dosis- und Timing-abhängige Effekte auf Furcht-Gedächtnis-Prozesse.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Bolsoni et al. ·2022 ·Psychopharmacology
35 mal zitiert

Effects of cannabidiol on symptoms induced by the recall of traumatic events in patients with posttraumatic stress disorder

Design
RCT
Stichprobe
n = 33 Pat.
Kernaussage

CBD reduzierte signifikant kognitive Beeinträchtigungen auf der VAMS-Skala mit Effekt noch 1 Woche nach Gabe, zeigte aber keine signifikanten Unterschiede zu Placebo bei Angst, Wachsamkeit und Unbehagen sowie physiologischen Parametern.

Zusammenfassung

n=33 PTBS-Patienten (SCID-5-Diagnose), CBD 300 mg vs. Placebo vor Trauma-Recall. CBD dämpfte signifikant den Anstieg des VAMS-Faktors kognitive Beeinträchtigung während Trauma-Exposition, Effekt persistierte 7 Tage nach Einmalgabe. Keine signifikanten Unterschiede bei Angst, Alertness oder physiologischen Parametern (Blutdruck, Herzfrequenz, Cortisol).

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Bolsoni et al. ·2022 ·Brazilian Journal of Psychiatry
33 mal zitiert

The anxiolytic effect of cannabidiol depends on the nature of the trauma when patients with post-traumatic stress disorder recall their trigger event

Design
RCT (parallel)
Stichprobe
n = 33 Pat.
Kernaussage

CBD (300 mg) dämpfte Angst und kognitive Beeinträchtigung beim Traumarekall nur bei nicht-sexuellem, nicht bei sexuellem Trauma.

Zusammenfassung

n=33 PTBS-Patienten, randomisiert 1:1 auf CBD 300 mg oral vs. Placebo vor Traumaerinnerungsabruf; in der Nicht-sexuellen-Trauma-Gruppe dämpfte CBD signifikant den angstbedingten Anstieg (signifikante Gruppenunterschiede für Angst und kognitive Beeinträchtigung); in der Sexuellen-Trauma-Gruppe waren die Unterschiede nicht signifikant.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Jetly et al. ·2015 ·Psychoneuroendocrinology
315 mal zitiert

The efficacy of nabilone, a synthetic cannabinoid, in the treatment of PTSD-associated nightmares: A preliminary randomized, double-blind, placebo-controlled cross-over design study

Design
RCT (crossover, placebokontrolliert, Pilot)
Stichprobe
n = 10 Pat.
Kernaussage

Nabilon reduzierte PTSD-assoziierte Albträume signifikant stärker als Placebo.

Zusammenfassung

n=10 männliche Militärangehörige mit PTBS und therapierefraktären Trauma-Albträumen; Nabilon 0,5–3,0 mg vs. Placebo (7-Wochen-Crossover); CAPS-Albtraum-Score: −3,6 ± 2,4 (Nabilon) vs. −1,0 ± 2,1 (Placebo; p=0,03); CGI-C: 1,9 vs. 3,2 (p=0,05); Wohlbefindens-Score: +20,8 vs. −0,4 (p=0,04); 50% sehr gebessert unter Nabilon vs. 11% unter Placebo.

C
Größe
Verblindung Offen
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Fraser et al. ·2009 ·CNS Neuroscience & Therapeutics
280 mal zitiert

The Use of a Synthetic Cannabinoid in the Management of Treatment-Resistant Nightmares in Posttraumatic Stress Disorder (PTSD)

Design
Open-Label-Studie
Stichprobe
n = 47 Pat.
Kernaussage

72% der Patienten erlebten Sistierung oder signifikante Reduktion der Albtraum-Intensität unter Nabilon.

Zusammenfassung

Open-Label-Studie zu Nabilone bei therapieresistenten Alpträumen, n=47 PTBS-Patienten (2004-2006). 72% der Patienten zeigten entweder vollständiges Sistieren der Alpträume oder signifikante Intensitätsreduktion. Subjektive Verbesserungen bei Schlafdauer, Schlafqualität sowie Reduktion von Tages-Flashbacks und nächtlichem Schwitzen berichtet.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Roitman et al. ·2014 ·Clinical Drug Investigation

Preliminary, Open-Label, Pilot Study of Add-On Oral Δ9-Tetrahydrocannabinol in Chronic Post-Traumatic Stress Disorder

Design
Stichprobe
n = 10
Zusammenfassung

Offene Pilotstudie (kein Kontrollarm, n=10 Patienten mit chronischer, therapieresistenter PTBS) mit oralem Δ9-THC (2x 5 mg/Tag) als Zusatztherapie. Signifikante Verbesserung von globaler Symptomschwere, Schlafqualität, Albtraumhäufigkeit und Hyperarousal; nur milde Nebenwirkungen bei 3 Patienten, keine Abbrüche. Vorläufiger Beleg: sehr kleine, unkontrollierte Stichprobe, primär Verträglichkeits- und Sicherheitsziel.

C
Wilkinson et al. ·2016

A Systematic Review of the Evidence for Medical Cannabis in Psychiatric Indications.

Design
Stichprobe
Zusammenfassung

Systematischer Review (PRISMA, GRADE-Bewertung) zur Wirksamkeit von Cannabis und Cannabinoiden bei psychiatrischen Indikationen, darunter PTBS, Agitation bei Alzheimer-Demenz und Tourette-Syndrom. Von 170 gescreenten Publikationen wurden 29 qualitativ synthetisiert, davon 13 zur Wirksamkeit am Menschen. Zentrales Ergebnis: Für keine der drei Indikationen lagen randomisierte kontrollierte Studien vor, verfügbar waren nur qualitativ minderwertige Studien (Beobachtungsstudien, Fallberichte). Die Autoren bewerten die Evidenzstärke für einen therapeutischen Nutzen als unzureichend. Wichtiger Vorbehalt: negatives bzw. nicht belastbares Evidenzbild, keine Aussage zu Wirksamkeit möglich (Stand Literatur bis 2015).

Real-World-Evidenz und Beobachtungsstudien

Daten aus klinischer Versorgungspraxis, Registern und Pflichterhebungen.

13
A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Bonn-Miller et al. ·2022 ·Cannabis and Cannabinoid Research
35 mal zitiert

The Long-Term, Prospective, Therapeutic Impact of Cannabis on Post-Traumatic Stress Disorder

Design
Prospektive Kohortenstudie (Real-World)
Stichprobe
n = 150 Pat.
Kernaussage

Cannabis-Nutzung war mit signifikant stärkerer PTSD-Symptomreduktion und höherer Remissionsrate assoziiert.

Zusammenfassung

n=150 PTBS-Patienten (73% männlich), prospektive Beobachtung über 1 Jahr: Cannabis-Nutzer (Dispensary) vs. Cannabis-Nicht-Nutzer. Cannabis-Gruppe zeigte größere Reduktion der PTBS-Symptomschwere (Gruppe×Zeit-Interaktion=-0,32; 95%-KI=-0,59 bis -0,05; p=0,02). Cannabis-Nutzer 2,57× häufiger ohne DSM-5-PTBS-Diagnose am Studienende (95%-KI=1,12–6,07; p=0,03).

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Casarett et al. ·2019 ·Journal of Palliative Medicine
27 mal zitiert

Benefit of Tetrahydrocannabinol versus Cannabidiol for Common Palliative Care Symptoms

Design
Retrospektive Kohortenstudie (Patientenportal, Real-World)
Stichprobe
n = 2.431 Pat.
Kernaussage

Höheres THC:CBD-Verhältnis verbessert neuropathischen Schmerz, Insomnie und Depressionen signifikant, nicht jedoch Anorexie und PTSD-Flashbacks; Angst profitiert am meisten von einem 1:1-Verhältnis.

Zusammenfassung

Retrospektive Real-World-Studie (n=2.431, 26.150 Beobachtungen): Höheres THC:CBD-Verhältnis nicht signifikant assoziiert mit Besserung von PTBS-Flashbacks OR=1,43 (95%-KI 0,60–3,41; p=0,415). Negativbefund: THC:CBD-Ratio ohne signifikanten Vorteil bei PTBS-Flashbacks gegenüber niedrigerem Verhältnis.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Wilkinson et al. ·2015 ·The Journal of clinical psychiatry
141 mal zitiert

Cannabis use is associated with worse outcomes in symptom severity and violent behavior in patients with posttraumatic stress disorder.

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 2.276 Pat.
Kernaussage

Cannabis-Konsum war signifikant mit schwereren PTSD-Symptomen, mehr Gewaltverhalten und höherem Alkohol-/Drogenkonsum assoziiert; Neustart des Konsums zeigte Effektstärke +0,34 auf PTSD-Symptome.

Zusammenfassung

Longitudinale Beobachtungsstudie, n=2.276 Veteranen mit DSM-III/-IV PTBS (1992–2011), Assessments bei Aufnahme und 4 Monate nach Entlassung. Cannabis-Konsum signifikant assoziiert mit schlechteren Outcomes: höherer PTBS-Symptomschwere (p<0.01), mehr Gewaltverhalten (p<0.01), mehr Alkohol-/Drogenkonsum (p<0.01). Starter-Gruppe (Cannabis-Beginn nach Behandlung) höchste Gewaltrate (p<0.0001); Effektgröße für PTBS-Symptome bei Startern Cohen d=+0.34, bei Stoppern d=−0.18 vs. Never-Users.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Datta et al. ·2025 ·Expert review of neurotherapeutics
3 mal zitiert

UK medical cannabis registry: an updated clinical outcomes analysis of patients with post-traumatic stress disorder.

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 269 Pat.
Kernaussage

Signifikante Verbesserungen in PTSD-Symptomen, Angst, Schlafqualität und allgemeiner Lebensqualität bei allen Nachbeobachtungspunkten bis 18 Monate (p < 0,001).

Zusammenfassung

UK Medical Cannabis Registry, n=269 PTSD-Patienten über 18 Monate. Signifikante Verbesserungen in IES-R (PTSD-Symptome), GAD-7 (Angst), SQS (Schlafqualität) und EQ-5D-5L (Lebensqualität) zu allen Follow-up-Zeitpunkten (p<0.001). Männliches Geschlecht assoziiert mit reduzierter Chance auf IES-R-Verbesserung (OR=0.51, 95% CI 0.28–0.94, p=0.034). Nebenwirkungen bei 70 Patienten (26.02%), häufigste: Insomnie (15.61%), Fatigue (14.87%).

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Loflin et al. ·2017 ·Addictive behaviors
48 mal zitiert

Medicinal versus recreational cannabis use: Patterns of cannabis use, alcohol use, and cued-arousal among veterans who screen positive for PTSD.

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 1.971 Pat.
Kernaussage

Medicinal Cannabis-Nutzer zeigten mehr PTSD-Symptome und Arousal nach Trauma-Cue sowie höheren Cannabis-Konsum, aber weniger Alkoholkonsum als Freizeitnutzer.

Zusammenfassung

Online-Befragung von n=1.971 Veteranen mit Cannabis-Nutzungshistorie; medizinische Cannabis-Nutzer (vs. Freizeitkonsumenten) berichteten stärkere Combat-Exposition (d=0.56), höhere PTBS-Symptome (d=1.02), gesteigerte subjektive Arousal bei Cue-Exposition (d=0.25), höheren Cannabis-Konsum (d=0.40–0.42), aber niedrigeren Alkoholkonsum (d=0.28).

C
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
LaFrance et al.

Short and Long-Term Effects of Cannabis on Symptoms of Post-Traumatic Stress Disorder

Design
Real-World-Register (App-basierte Beobachtungsstudie)
Stichprobe
n = 404 Pat.
Zusammenfassung

n=404 medizinische Cannabis-Nutzer mit selbst-identifizierter PTBS, 11.797 Symptom-Trackings über 31 Monate via Strainprint®-App. Akute Inhalation reduzierte alle PTBS-Symptome (intrusive Gedanken, Flashbacks, Irritabilität, Angst) um >50% unmittelbar nach Gebrauch. Höhere Dosen prädiktierten größere Reduktionen bei Intrusionen und Angst. Langfrist-Analyse: Baseline-Symptomatik blieb konstant über Zeit, Angst-Dosierung stieg über Zeit (Toleranzentwicklung). Limitationen: Selbstselektion, keine PTBS-Diagnose-Validierung, keine Placebo-Kontrolle.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Metrik et al. ·2022 ·Psychological medicine
52 mal zitiert

Cannabis use and posttraumatic stress disorder: prospective evidence from a longitudinal study of veterans.

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 361 Pat.
Kernaussage

Baseline-Cannabiskonsum war signifikant positiv assoziiert mit erhöhten traumabezogenen Intrusions-Symptomen nach 6 Monaten (beta=0,46); PTSD zeigte signifikanten prospektiven Effekt auf Cannabis-Störung nach 12 Monaten (beta=0,15).

Zusammenfassung

n=361 post-9/11-Veteranen, prospektive longitudinale Studie (Baseline, 6 Monate, 12 Monate); Cross-Lagged-Panel-Modell-Analyse. Baseline-Cannabis-Konsum signifikant positiv assoziiert mit 6-Monats-Intrusionssymptomen (β=0.46, 95% CI 0.155–0.765); umgekehrte Assoziation schwächer (β=0.22, 95% CI -0.003–0.444). Baseline-PTBS signifikant assoziiert mit 12-Monats-CUD (β=0.15, 95% CI 0.028–0.272). Cannabis-Konsum prospektiv verknüpft mit höherem Schweregrad trauma-assoziierter Intrusionssymptome über Zeit.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Bonn-Miller et al. ·2014 ·Drug and Alcohol Dependence
191 mal zitiert

Using cannabis to help you sleep: Heightened frequency of medical cannabis use among those with PTSD

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 170 Pat.
Kernaussage

Patienten mit hohen PTSD-Werten nutzten Cannabis häufiger zur Schlafverbesserung und zum Coping; die Studie untersuchte Assoziationen, nicht die gesundheitlichen Konsequenzen dieser Nutzung.

Zusammenfassung

Beobachtungsstudie zu Cannabis-Selbstmedikation bei Schlafstörungen; zeigt erhöhte Nutzungsfrequenz bei PTBS-Patienten zur Schlafverbesserung, korrelative Daten ohne kausale Intervention.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Cameron et al. ·2014 ·Journal of Clinical Psychopharmacology
172 mal zitiert

Use of a Synthetic Cannabinoid in a Correctional Population for Posttraumatic Stress Disorder–Related Insomnia and Nightmares, Chronic Pain, Harm Reduction, and Other Indications

Design
Retrospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 104 Pat.
Kernaussage

Nabilone zeigte signifikante Verbesserungen bei PTSD-assoziierter Insomnie, Alpträumen, PTSD-Symptomen und Global Assessment of Functioning sowie subjektive Schmerzverbesserung; ermöglichte Reduktion riskanterer Medikationen ohne Missbrauchsevidence in der Gefängnispopulation.

Zusammenfassung

Retrospektive Analyse von n=104 männlichen Inhaftierten mit schweren psychischen Erkrankungen und PTBS unter Nabilone (Mittel 4,0 mg/Tag). Signifikante Verbesserungen bei PTBS-assoziierter Insomnie, Alpträumen, PTBS-Symptomen und Global Assessment of Functioning (p-Werte nicht berichtet). Nabilone zielte durchschnittlich auf 3,5 Indikationen pro Patient ab. Kein Hinweis auf Missbrauch in dieser Hochrisiko-Population.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Johnson et al. ·2016 ·Journal of Affective Disorders
40 mal zitiert

Mental health symptom severity in cannabis using and non-using Veterans with probable PTSD.

Design
Matched Case-Control-Querschnittsstudie
Stichprobe
n = 94 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum war nicht mit geringerer PTSD-Symptomschwere assoziiert; PCL-C-Werte unterschieden sich nicht zwischen Nutzenden und Nicht-Nutzenden.

Zusammenfassung

n=94 Cannabis-Nutzer vs. n=94 alters- und geschlechtsgematchte Nicht-Nutzer unter Veteranen mit wahrscheinlicher PTBS; mittlere PCL-C-Scores: Nutzer 59,2 vs. Nicht-Nutzer 59,1 (kein signifikanter Unterschied); kein Zusammenhang zwischen PTBS-Score und Cannabis-Nutzungsfrequenz; Ergebnis spricht gegen die Hypothese, dass Cannabis-Konsum mit geringerer PTBS-Symptomschwere assoziiert ist.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Greer et al. ·2014 ·Dialnet (Universidad de la Rioja)
0 mal zitiert

PTSD symptom reports of patients evaluated for the New Mexico Medical Cannabis Program.

Design
Retrospektive Chartanalyse (Real-World-Register)
Stichprobe
n = 80 Pat.
Kernaussage

Cannabis war mit einer über 75%igen Reduktion der PTSD-Symptomschwere gemäß CAPS assoziiert.

Zusammenfassung

n=80 PTBS-Patienten (New Mexico Medical Cannabis Program, 2009–2011); CAPS-Score-Vergleich unter Cannabis vs. ohne Cannabis: >75% Reduktion der PTBS-Symptomscores unter Cannabisnutzung. Retrospektive, unkontrollierte Erhebung; prospektive RCTs ausstehend.

D
Größe
Verblindung Offen
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Elms et al. ·2019 ·The Journal of Alternative and Complementary Medicine
151 mal zitiert

Cannabidiol in the Treatment of Post-Traumatic Stress Disorder: A Case Series.

Design
Fallserie
Stichprobe
n = 11 Pat.
Kernaussage

Orales CBD war mit einer 28%igen Reduktion des mittleren PCL-5-Scores und Symptomverbesserung bei 91% der Patienten assoziiert.

Zusammenfassung

Retrospektive Fallserie (n=11 PTBS-Patienten); orales CBD 8 Wochen; 91% (n=10) zeigten Rückgang der PCL-5-Gesamtpunktzahl; mittlerer PCL-5-Score sank um 28% (von 51,82 auf 37,14); kein Therapieabbruch wegen Nebenwirkungen.

D
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Shannon et al. ·2016

Effectiveness of Cannabidiol Oil for Pediatric Anxiety and Insomnia as Part of Posttraumatic Stress Disorder: A Case Report.

Design
Stichprobe
n = 1
Zusammenfassung

Fallbericht (n=1): Ein 10-jähriges Mädchen mit posttraumatischer Belastungsstörung und daraus resultierender Angst und Schlafstörung erhielt Cannabidiol-Öl. Unter der Behandlung zeigte sich eine anhaltende Abnahme der Angst sowie eine stetige Verbesserung von Schlafqualität und -dauer, nachdem klassische Medikamente nur teilweise und mit erheblichen Nebenwirkungen gewirkt hatten. Sehr schwache Evidenzstufe: unkontrollierter Einzelfall ohne Vergleichsgruppe.

Laufende & kommende Studien

Laufende Studien befinden sich in der Erprobungsphase und sind kein Beleg für Wirksamkeit oder Sicherheit. Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken.

5
  • NCT04565028 ClinicalTrials.gov Functional Outcomes of Cannabis Use (FOCUS) in Veterans With Posttraumatic Stress Disorder Aktiv Start: 2022-01
  • NCT05269459 ClinicalTrials.gov Safety and Efficacy of Cannabidiol (CBD) for Symptoms of PTSD in Adults Rekrutierung Phase 2 Start: 2022-12
  • NCT01730781 ClinicalTrials.gov Imaging Cannabinoid Receptors Using Positron Emission Tomography (PET) Scanning Rekrutierung Start: 2010-07
  • NCT04550377 ClinicalTrials.gov Cannabidiol as a Treatment for PTSD and PTSD Comorbid With TBI Rekrutierung Phase 2 Start: 2021-05
  • NCT04908410 ClinicalTrials.gov The Norwegian Addiction, Pain and Trauma Study Aktiv Start: 2021-03