Studienlage / Psychiatrie / Psychose

Psychose

31 kuratierte Studien · 3 Schlüsselstudien · mechoulam.de

Für die Behandlung einer Psychose gibt es bislang keine gesicherte Wirksamkeit. THC-haltige Cannabinoide könnten paranoide Symptome verstärken. Das nichtpsychoaktive Cannabidiol werde als möglicher Ansatz noch untersucht.

Bewertungsschema

Der Buchstabe bewertet die Qualität einer Studie, unabhängig vom Typ. Jeder Studientyp kann jede Note bekommen: auch ein Review kann B oder C sein, wenn er klein oder schwach ist, und ein RCT kann S sein. Die Note ist eine Synthese aus Studiendesign, Journal-Autorität und klinischer Verbindlichkeit:

S
Höchste Evidenz, große, methodisch erstklassige Studien oder S3-Leitlinien
A
Starke Evidenz, solide, aussagekräftige Studien mit klarem Ergebnis
B
Mittlere Evidenz, kleinere oder methodisch eingeschränkte Studien
C
Schwache Evidenz, vorläufige, indirekte oder widersprüchliche Befunde
D
Geringste Evidenz, explorative Hinweise, Einzelfälle oder Expertenmeinung

Qualitätsprofil je Studie

Links neben jeder Studie steht ein Profil aus vier Merkmalen, es zeigt die Unterschiede innerhalb einer Buchstaben-Klasse.

Größe
Teilnehmerzahl (RCT) bzw. eingeschlossene Studien (Review).
Verblindung
Doppelblind, einfachblind oder offen.
Effektstärke
Klarer Nutzen, gemischt, kein Nutzen oder Schaden.
Zitate / Jahr
Altersbereinigte Zitationshäufigkeit.

Schlüsselstudien

3
  1. 01
    S
    The association between cannabis use and paranoia: Meta-analysis of experimental and observational studies
    Belvederi Murri et al. ·2025 ·Neuroscience & Biobehavioral Reviews
    Lesen
  2. 02
    S
    Cannabinoids for Medical Use
    Whiting et al. ·2015 ·JAMA
    Lesen
  3. 03
    A
    The efficacy and safety of cannabinoids for the treatment of mental disorders and substance use disorders: a systematic review and meta-analysis.
    Wilson et al. ·2026 ·The lancet. Psychiatry
    Lesen

Systematische Reviews und Meta-Analysen

Synthesen der RCT-Evidenz nach Cochrane- und PRISMA-Standards.

10
S
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Belvederi Murri et al. ·2025 ·Neuroscience & Biobehavioral Reviews
3 mal zitiert

The association between cannabis use and paranoia: Meta-analysis of experimental and observational studies

Design
Meta-Analyse (Bayesian Model-Averaged)
Stichprobe
k = 13 Studien
n = 13.559 Pat.
Kernaussage

Cannabinoide sind mit signifikant erhöhten paranoiden Symptomen assoziiert, mit konsistenten Effekten in experimentellen und bevölkerungsbasierten Studien.

Zusammenfassung

Bayesian Meta-Analyse über k=13 Studien (n=13.559) zu Cannabis und paranoiden Symptomen; experimentelle Studien (k=5): Cannabinoid-Teilnehmer entwickelten schwerere paranoide Symptome als Placebo (SMD=0.47, 95% CI 0.13–0.48, PPI=94%); Querschnittsstudien (k=4): Cannabis-User höhere Odds für Paranoia (OR=1.75, 95% CI 1.43–2.07, PPI=99%); prospektive Studien (k=3) zeigen Assoziation mit späterem Paranoia-Onset.

S
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Whiting et al. ·2015 ·JAMA
2103 mal zitiert

Cannabinoids for Medical Use

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 79 Studien
n = 6.462 Pat.
Kernaussage

Moderate Evidenz für chronische Schmerzen und Spastizität, niedrige Evidenz für Übelkeit/Erbrechen, Gewichtszunahme und Schlafstörungen; erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen.

Zusammenfassung

n=79 RCTs (n=6.462), umfassende SR zu medizinischem Cannabis; identifiziert psychotische Symptome als häufige Nebenwirkung (moderate Evidenz), keine therapeutische Evidenz für Psychose-Behandlung; relevante Sicherheitsdaten.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schoeler et al. ·2016 ·Psychological Medicine
95 mal zitiert

The effects of cannabis on memory function in users with and without a psychotic disorder: findings from a combined meta-analysis

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 88 Studien
n = 10.958 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum war mit signifikanten Gedächtnisbeeinträchtigungen bei gesunden Personen assoziiert, aber mit verbessertem Gedächtnis bei Patienten mit psychotischen Störungen.

Zusammenfassung

Meta-Analyse über k=88 Studien (n=10.958: 7.697 Gesunde, 3.261 Psychose-Patienten) zu Cannabis-Effekten auf Gedächtnis. Bei Gesunden: Cannabis assoziiert mit Beeinträchtigungen in globalem Gedächtnis (d=0.27), prospektivem Gedächtnis (d=0.61), verbalem sofortigem (d=0.40) und verzögertem Abruf (d=0.36), visueller Erkennung (d=0.41). Bei Psychose-Patienten paradoxerweise besseres globales Gedächtnis (d=-0.11), visueller Sofortabruf (d=-0.73) und Erkennung (d=-0.42). Cannabis-nutzende Patienten waren jünger und hatten niedrigere Depressionswerte.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Sami et al. ·2018 ·Journal of psychopharmacology (Oxford, England)
46 mal zitiert

Are cannabis-using and non-using patients different groups? Towards understanding the neurobiology of cannabis use in psychotic disorders.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 70 Studien
n = 3.000 Pat.
Kernaussage

Systematische Übersicht zeigt, dass Cannabiskonsum ein wichtiger modifizierbarer Risikofaktor für Psychosen und schlechtere Prognose ist; die genauen neurobiologischen Mechanismen bleiben jedoch unklar.

Zusammenfassung

Systematische Review (k=70 Studien, >3000 Patienten mit psychotischen Störungen oder erhöhtem Psychose-Risiko) zu neurobiologischen und neurochemischen Mechanismen der Cannabis-Effekte bei Psychose. Longitudinale Studien zeigen: Cannabis-Konsum erhöht Risiko für Psychose-Entwicklung, Hospitalisierung, häufigere/längere Klinikaufenthalte, Therapieversagen. Cannabis-konsumierende und nicht-konsumierende Psychose-Patienten zeigen distinkte neurokognitive und neurodevelopmentale Beeinträchtigungsmuster; biologische Grundlagen noch nicht vollständig geklärt.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Wilson et al. ·2026 ·The lancet. Psychiatry
3 mal zitiert

The efficacy and safety of cannabinoids for the treatment of mental disorders and substance use disorders: a systematic review and meta-analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 54 Studien
n = 2.477 Pat.
Kernaussage

Cannabinoide zeigten begrenzte Wirksamkeit bei Cannabis-Entzugssymptomen, Schlafstörungen, Tic-Störungen und autistischen Zügen, aber keine signifikanten Effekte bei Angststörungen, Psychosen, PTBS und Opioid-Störungen; erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen allgemein.

Zusammenfassung

Systematische Review + Meta-Analyse zu Cannabinoiden bei psychischen Störungen und Substanzstörungen; k=54 RCTs (n=2.477, 69% männlich, medianes Alter 33,3 Jahre). 44% der Studien mit hohem Bias-Risiko, Evidenzqualität meist niedrig. CBD+THC-Kombination reduzierte Cannabis-Entzugssymptome (SMD=-0.29, 95% CI -0.57 bis -0.02) und wöchentlichen Cannabis-Konsum (-1.00g, 95% CI -1.69 bis [Daten unvollständig im Abstract]).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Rabin et al. ·2011 ·Schizophrenia Research
138 mal zitiert

The effects of cannabis use on neurocognition in schizophrenia: A meta-analysis

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 8 Studien
n = 942 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum bei Schizophrenie ist entgegen der Erwartung mit kleinen bis mittleren Vorteilen in der neurokognitiven Leistung assoziiert.

Zusammenfassung

Meta-Analyse, k=8 Studien, n=942 (356 Cannabis-Konsumierende mit Schizophrenie, 586 Nicht-Konsumierende); Effektgrößen im kleinen bis mittleren Bereich; Cannabis-konsumierende Patienten zeigten in allen 7 neuropsychologischen Domänen (u.a. allg. kognitive Fähigkeiten, Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, exekutive Funktionen) eine überlegene kognitive Leistung gegenüber nicht-konsumierenden Schizophrenie-Patienten — kein kognitiver Schaden durch Cannabis-Konsum in dieser Population nachweisbar.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Larsen et al. ·2020 ·Journal of Clinical Medicine Research
172 mal zitiert

Dosage, Efficacy and Safety of Cannabidiol Administration in Adults: A Systematic Review of Human Trials

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 25 Studien
n = 927 Pat.
Kernaussage

CBD zeigte gemischte Wirksamkeit je nach Indikation mit positivem Signal bei Angststörungen und Schizophrenie, jedoch fehlender Wirkung auf kognitive Funktionen bei Psychose.

Zusammenfassung

Systematische Review über k=25 Studien (n=927, davon 22 RCTs) zu CBD-Dosierung, Wirksamkeit und Sicherheit bei Erwachsenen; kurzfristige therapeutische Effekte für psychotische Störungen (symptomatische Verbesserung bei Schizophrenie), soziale Angststörung und Substanzgebrauchsstörungen; kein Effekt auf kognitive Funktion bei Psychose; insgesamt gute Verträglichkeit.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Khoury et al. ·2019 ·The world journal of biological psychiatry
45 mal zitiert

Is there a role for cannabidiol in psychiatry?

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 13 Studien
n = 201 Pat.
Kernaussage

Die Evidenz für Wirksamkeit und Sicherheit von CBD in der Psychiatrie ist begrenzt; die meisten Studien zeigten keine statistische Signifikanz und weitere gut gestaltete RCTs sind erforderlich.

Zusammenfassung

Systematische Review zu CBD bei psychiatrischen Störungen (Schizophrenie, Angststörungen, Sucht u.a.); k=13 Studien (6 Fallberichte + 7 Trials), n=201. WFSBP-Evidenzgrad C1 für Reduktion positiver Symptome bei Schizophrenie und bei sozialer Angststörung; C2 für Cannabis-Abhängigkeit; B für Cannabis-Entzug. Mehrheit der Einzelstudien ohne statistische Signifikanz. Häufigste Nebenwirkungen: Sedierung und Schwindel.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Bogaty et al. ·2018 ·Journal of Psychiatric Research
41 mal zitiert

Meta-analysis of neurocognition in young psychosis patients with current cannabis use

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 14 Studien
Kernaussage

Aktuelle Cannabisnutzer (CANN+) zeigen schlechtere Leistungen in mehreren kognitiven Bereichen (premorbide IQ, aktuelle IQ, verbales Lernen, verbales Arbeitsgedächtnis, motorische Inhibition) im Vergleich zu Nie-Nutzern (CANN-), mit Verschlechterung bei älteren Patienten.

Zusammenfassung

Meta-Analyse über k=14 Studien zu Neurokognition bei jungen Psychose-Patienten (mittleres Alter 15–45 Jahre) mit aktuellem Cannabis-Konsum (CANN+) vs. Never-User (CANN-). CANN+ zeigten schlechtere Performance in mehreren Domänen: prämorbider IQ, aktueller IQ, verbales Lernen, verbales Arbeitsgedächtnis, motorische Inhibition. Höheres Alter prädizierte schlechtere Verarbeitungsgeschwindigkeit, Daueraufmerksamkeit, verbales Gedächtnis. CANN+ übertrafen CANN- nur in Conceptual Set-Shifting. Random-Effects-Modellierung, Moderator-Analysen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Coronado-Montoya et al. ·2021 ·Early intervention in psychiatry
13 mal zitiert

Preventive interventions targeting cannabis use and related harms in people with psychosis: A systematic review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 5 Studien
Kernaussage

Keine der fünf eingeschlossenen Studien zeigte klare Wirksamkeit von Präventionsinterventionen zur Reduktion des Cannabiskonsums bei Menschen mit Psychose.

Zusammenfassung

Systematische Review zu präventiven Interventionen bei Cannabis-Konsum in Psychose-Patienten; k=5 kontrollierte Studien (aus 11.460 gescreenten). Keine Studie zeigte klare Wirksamkeit in der Reduktion von Cannabis-Konsum; keine Studie maß Cannabis-assoziierte Schäden. Alle eingeschlossenen Studien hatten hohes Bias-Risiko.

Randomisierte Kontrollierte Studien

Wirksamkeits- und Sicherheitsbelege aus kontrollierten Interventionsstudien.

9
A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
McGuire et al. ·2018 ·American Journal of Psychiatry
615 mal zitiert

Cannabidiol (CBD) as an Adjunctive Therapy in Schizophrenia: A Multicenter Randomized Controlled Trial

Design
RCT (double-blind, parallel-group)
Stichprobe
n = 88 Pat.
Kernaussage

CBD zeigte signifikante Verbesserungen bei positiven psychotischen Symptomen (PANSS) und klinischer Gesamtbewertung der Besserung (CGI-I) im Vergleich zu Placebo, bei guter Verträglichkeit.

Zusammenfassung

Multizentrische doppelblinde RCT, n=88 (CBD 1000 mg/Tag n=43 vs. Placebo n=45) als Add-on zur bestehenden antipsychotischen Medikation bei Schizophrenie. Nach 6 Wochen: CBD-Gruppe zeigte niedrigere positive Psychose-Symptome (PANSS: Behandlungsunterschied=-1.4, 95% CI=-2.5, -0.2), höhere Verbesserungsrate (CGI-I: -0.5, 95% CI=-0.8, -0.1) und weniger schwere Erkrankung (CGI-S: -0.3, 95% CI=-0.5, 0.0). Kognitive Leistung (BACS: +1.31, 95% CI=-0.10, 2.72) und Gesamtfunktion (GAF: +3.0, 95% CI=-0.4, 6.4) zeigten Verbesserungstrends ohne statistische Signifikanz. CBD gut verträglich, Nebenwirkungsraten ähnlich wie Placebo.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Leweke et al. ·2012 ·Translational Psychiatry
1049 mal zitiert

Cannabidiol enhances anandamide signaling and alleviates psychotic symptoms of schizophrenia

Design
RCT (double-blind, randomized)
Stichprobe
n = 42 Pat.
Kernaussage

Cannabidiol führte zu signifikanter klinischer Verbesserung bei akuter Schizophrenie mit überlegenem Nebenwirkungsprofil im Vergleich zu Amisulprid.

Zusammenfassung

Doppelblind-RCT, CBD vs. Amisulprid bei akuter Schizophrenie. Beide Behandlungen führten zu signifikanter klinischer Verbesserung; CBD zeigte deutlich überlegenes Nebenwirkungsprofil. CBD-Behandlung war mit signifikantem Anstieg der Serum-Anandamid-Spiegel assoziiert, die signifikant mit klinischer Verbesserung korrelierten (p-Werte nicht im Abstract angegeben, aber 'significant' mehrfach genannt).

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
van Boxel et al. ·2023 ·Journal of Psychiatric Research
18 mal zitiert

The impact of cannabidiol treatment on resting state functional connectivity, prefrontal metabolite levels and reward processing in recent-onset patients with a psychotic disorder.

Design
RCT (doppelblind, Placebo-kontrolliert, adjunktiv)
Stichprobe
n = 31 Pat.
Kernaussage

CBD induzierte signifikante Veränderungen der funktionellen Konnektivität im Default Mode Network, zeigte aber keine Effekte auf präfrontale Metaboliten oder Gehirnaktivität während Reward-Verarbeitung.

Zusammenfassung

n=31 Patienten mit Ersterkrankungs-Psychose (≤5 Jahre nach Diagnose); adjunktives CBD 600 mg/Tag vs. Placebo über 28 Tage. CBD-Behandlung veränderte signifikant die funktionelle Konnektivität im Default-Mode-Netzwerk (DMN; Zeit×Behandlung-Interaktion p=0.037): Anstieg im CBD-Arm (0.59±0.39 → 0.80±0.32) vs. Abnahme unter Placebo (0.77±0.37 → 0.62±0.33). Abnahme der Positivsymptomatik korrelierte mit sinkenden Glutamat- (p=0.029) und NAA-Spiegeln (p=0.019) nur in der CBD-Gruppe. Kein Effekt auf präfrontale Metabolit-Konzentrationen oder Belohnungsverarbeitung.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Chesney et al. ·2025 ·Neuropsychopharmacology
11 mal zitiert

Does cannabidiol reduce the adverse effects of cannabis in schizophrenia? A randomised, double-blind, cross-over trial.

Design
RCT
Stichprobe
n = 30 Pat.
Kernaussage

CBD-Vorbehandlung verschlechterte statt verbesserte die kognitiven und psychotischen Effekte von Cannabis: verbal recall war schlechter (-1,3 Wörter) und PANSS-Positiv-Symptome waren höher (+2,2 Punkte) im Vergleich zu Placebo.

Zusammenfassung

RCT (n=30) bei Schizophrenie-Patienten mit Cannabis-Gebrauchsstörung; randomisiert, doppelblind, cross-over Design. CBD-Prämedikation 1000 mg vs. Placebo vor vaporisiertem Cannabis (THC 20-60 mg). Verzögerter verbaler Abruf nach CBD-Prämedikation schlechter als nach Placebo (3.5 vs. 4.8 Wörter, MD=-1.3, 95% CI: -2.0 bis -0.6, p=0.001). PANSS-P-Anstieg nach CBD größer als nach Placebo (+5.0 vs. +2.9, MD=2.2, 95% CI: 0.6-3.7, p=0.01). CBD attenuierte Cannabis-Effekte nicht, sondern verstärkte sie paradoxerweise.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Theunissen et al. ·2022 ·Psychopharmacology
19 mal zitiert

Psychotomimetic symptoms after a moderate dose of a synthetic cannabinoid (JWH-018): implications for psychosis.

Design
RCT
Stichprobe
n = 24 Pat.
Kernaussage

JWH-018 induzierte psychotomimetische Symptome einschließlich psychedelischer Effekte (veränderte Wahrnehmung), dissoziative Effekte (Amnesie, Derealisation, Depersonalisation) und Verwirrtheitsgefühle.

Zusammenfassung

n=24 gesunde Teilnehmende (10m, 14w), placebo-kontrolliertes Cross-over-Design mit synthetischem Cannabinoid JWH-018 (durchschnittlich 5.52mg inhaliert, 75µg/kg Körpergewicht + Booster). JWH-018 induzierte ausgeprägte psychotomimetische Symptome (Dissoziation, Derealisation, Depersonalisation, Amnesie, Konfusion, veränderte Wahrnehmung) bei gesunden Probanden ohne psychiatrische Anamnese. Zeitfenster 4.5h, CADSS/Bowdle/POMS/SCRQ-Skalen.

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Boggs et al. ·2018 ·Psychopharmacology
235 mal zitiert

The effects of cannabidiol (CBD) on cognition and symptoms in outpatients with chronic schizophrenia a randomized placebo controlled trial

Design
RCT (parallel, doppelblind, placebokontrolliert)
Stichprobe
n = 36 Pat.
Kernaussage

CBD-Augmentation zeigte keine Verbesserung kognitiver oder psychotischer Symptome gegenüber Placebo bei chronischer Schizophrenie.

Zusammenfassung

n=36 stabile antipsychotisch behandelte Patienten mit chronischer Schizophrenie; 6-wöchiges CBD 600 mg/d vs. Placebo als Augmentation. Kein Haupteffekt auf MCCB-Gesamtscore; signifikanter Medikament×Zeit-Effekt (p=0,02), jedoch nur Placebo-Gruppe verbesserte sich (p=0,03). PANSS-Total nahm über die Zeit ab (p<0,0001), kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen (p=0,18). Negatives RCT — CBD-Augmentation verbesserte Kognition oder Symptome nicht.

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Bhattacharyya et al. ·2015 ·European Neuropsychopharmacology
79 mal zitiert

Impairment of inhibitory control processing related to acute psychotomimetic effects of cannabis.

Design
RCT (crossover, experimentell, gesunde Probanden)
Stichprobe
n = 36 Pat.
Kernaussage

THC verschlechterte die Inhibitionskontrolle und korrelierte mit dem Ausmaß akut-psychotischer Symptome.

Zusammenfassung

n=36 gesunde Männer; 10 mg orales THC vs. Placebo (doppelblind crossover, fMRT); THC induzierte transiente Psychosesymptome; Symptom-Schwere korrelierte direkt mit Hemm-Fehlerfrequenz und invers mit Hemm-Effizienz; gedämpfte linke inferior-frontale Aktivierung als neuraler Mechanismus THC-induzierter Psychosesymptome.

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Fusar-Poli et al. ·2009 ·Archives of General Psychiatry
459 mal zitiert

Distinct Effects of Δ9-Tetrahydrocannabinol and Cannabidiol on Neural Activation During Emotional Processing

Design
RCT
Stichprobe
n = 15 Pat.
Kernaussage

Delta9-THC erhöhte Angst und Intoxikation, während CBD einen Trend zur Angstreduktion zeigte mit unterschiedlichen Effekten auf Hirnaktivierung und autonome Reaktionen.

Zusammenfassung

n=15 gesunde Probanden, fMRI-Studie zu THC vs. CBD bei emotionaler Verarbeitung; THC induzierte Aktivierung in limbischen Regionen (Amygdala, anteriores Cingulum), CBD zeigte gegenteilige Effekte mit Dämpfung subcorticaler Aktivierung.

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Bhattacharyya et al. ·2009 ·Archives of General Psychiatry
248 mal zitiert

Modulation of Mediotemporal and Ventrostriatal Function in Humans by Δ9-Tetrahydrocannabinol

Design
RCT
Stichprobe
n = 15 Pat.
Kernaussage

Δ9-THC erhöhte psychotische Symptome, Angst und Sedation, modifizierte Hirnaktivierung in Parahippocampus und Ventrostri­atum, beeinträchtigte jedoch nicht signifikant die Lernleistung; Cannabidiol zeigte keine derartigen Effekte.

Zusammenfassung

n=15 gesunde Probanden, THC-induzierte Modulation mediotemporaler und ventrostriataler Funktion mittels fMRI; THC modulierte Aktivität in Hippocampus und ventralem Striatum, Regionen relevant für Psychose-Pathophysiologie.

Real-World-Evidenz und Beobachtungsstudien

Daten aus klinischer Versorgungspraxis, Registern und Pflichterhebungen.

8
A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Clausen et al. ·2014 ·Psychological Medicine
75 mal zitiert

Change in cannabis use, clinical symptoms and social functioning among patients with first-episode psychosis: a 5-year follow-up study of patients in the OPUS trial.

Design
Prospektive Kohortenstudie (OPUS-Trial, 5-Jahres-Follow-up)
Stichprobe
n = 314 Pat.
Kernaussage

Kontinuierlicher Cannabiskonsum war mit anhaltend höherer psychotischer Symptomatik und schlechterer Funktionsfähigkeit assoziiert; ein Konsumstop reduzierte die Symptomatik signifikant.

Zusammenfassung

n=314 Erst-Psychose-Patienten (OPUS), 5 Jahre Verlauf. Fortgesetzte Cannabis-Nutzung vs. Abstinenz: höhere Psychose-Symptome (Differenz 0,97; p<0,001) und niedrigere Funktionsfähigkeit (GAF-Differenz 8,26; p=0,01). Absetzen nach Erkrankungsbeginn protektiv: adjustierte Symptom-Differenz -1,04 (p=0,006), auch nach Kontrolle für Antipsychotika-Compliance.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Schoeler et al. ·2016 ·The Lancet Psychiatry
164 mal zitiert

Effects of continuation, frequency, and type of cannabis use on relapse in the first 2 years after onset of psychosis: an observational study

Design
Prospektive Beobachtungsstudie
Stichprobe
n = 256 Pat.
Kernaussage

Fortgesetzter täglicher Konsum hochpotenten Cannabis nach erstem Psychoseereignis erhöht das Rückfallrisiko signifikant gegenüber Abstinenz.

Zusammenfassung

n=256 Erst-Psychose-Patienten: tägliche Nutzung hochpotenter Cannabis über 24 Monate assoziiert mit erhöhtem Rückfallrisiko (OR=3,28; 95%-KI 1,22–9,18) und häufigeren Rückfällen (IRR=1,77; 95%-KI 0,96–3,25) vs. Abstinente; Absetzen nach Erkrankungsbeginn war mit günstigstem Krankheitsverlauf assoziiert.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Schoeler et al. ·2017 ·The Lancet Psychiatry
136 mal zitiert

Poor medication adherence and risk of relapse associated with continued cannabis use in patients with first-episode psychosis: a prospective analysis.

Design
Prospektive Kohortenstudie (2 Jahre)
Stichprobe
n = 245 Pat.
Kernaussage

Fortgesetzter Cannabiskonsum nach Erstpsychose erhöht das Rückfallrisiko, teilweise vermittelt durch schlechtere Medikamenten-Adhärenz.

Zusammenfassung

n=245 Erstpsychose-Patienten; 37% Rückfallrate über 2 Jahre; Cannabiskonsum nach Psychosebeginn prädizierte Rückfall, Anzahl Rückfälle, Versorgungsintensität; strukturelle Gleichungsmodelle: 20–36% des Effekts über Medikamentenadhärenz vermittelt (β=0,06–0,08, alle 95% CI >0).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
van Os et al. ·2002 ·American Journal of Epidemiology
932 mal zitiert

Cannabis use and psychosis: a longitudinal population-based study.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 59 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum erhöht das Risiko für Psychoseinzidenz und verschlechtert die Prognose bei bestehender Psychosevulnerabilität erheblich.

Zusammenfassung

3-Jahres-Follow-up, Subgruppe n=59 Personen mit bestehender Psychosediagnose; Cannabiskonsum war mit einer Risikodifferenz von 54.7% für klinisch-relevante Verschlechterung assoziiert (vs. 2.2% ohne Psychose-Vorerkrankung; p für Interaktion=0.001). Ergebnis: Cannabiskonsum erhöht das Risiko für Psychose-Persistenz und schlechten Verlauf bei bereits erkrankten Patienten erheblich.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
van Gastel et al. ·2014 ·Schizophrenia Research
37 mal zitiert

Change in cannabis use in the general population: a longitudinal study on the impact on psychotic experiences.

Design
Longitudinale Kohortenstudie
Stichprobe
n = 705 Pat.
Kernaussage

Abnahme des Cannabiskonsums geht mit weniger psychotischen Erlebnissen einher, Zunahme mit mehr Positivsymptomen, nicht jedoch mit Negativ- oder Depressionssymptomen.

Zusammenfassung

Longitudinale Studie (N=705, Alter 18–27 Jahre): Zunahme des Cannabis-Konsums signifikant assoziiert mit erhöhten psychotischen Positivsymptomen (β=0,07; p=0,02). Abnahme des Konsums assoziiert mit Rückgang der Gesamtfrequenz psychotischer Erfahrungen (β=−0,096; p=0,01). Erste Längsschnittstudie, die Änderungen im Cannabis-Konsum direkt mit Änderungen psychotischer Erfahrungen in der Allgemeinbevölkerung verknüpft.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Shalit et al. ·2016 ·The Journal of clinical psychiatry
29 mal zitiert

Characteristics of Synthetic Cannabinoid and Cannabis Users Admitted to a Psychiatric Hospital: A Comparative Study.

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 223 Pat.
Kernaussage

Synthetic-Cannabinoid-Nutzer zeigten schwerere psychotische Symptome, längere Hospitalisierungsdauer und mehr vorherige Hospitalisierungen als Cannabis-Nutzer, aber dies ist eine vergleichende Beobachtungsstudie ohne Interventionseffekt.

Zusammenfassung

n=223 psychiatrisch hospitalisierte Patienten (synthetische Cannabinoide n=60 vs. Cannabis n=163); SC-Nutzer jünger (30,5±7,8 vs. 34,7±10,1 Jahre, p=0.009), längere Hospitalisierung (43,5±54,0 vs. 22,9±31,4 Tage, p=0.005), mehr Vorhospitalisierungen (3,7±5,1 vs. 2,0±5,1, p<0.001), höhere PANSS-Scores (82,5±23,1 vs. 70,0±19,9, p=0.008), häufiger gerichtliche Einweisungen (36,7% vs. 19,9%, p=0.028).

C
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Giuffrida et al. ·2004 ·Neuropsychopharmacology
477 mal zitiert

Cerebrospinal Anandamide Levels are Elevated in Acute Schizophrenia and are Inversely Correlated with Psychotic Symptoms

Design
Beobachtungsstudie (CSF-Biomarker)
Stichprobe
n = 203 Pat.
Kernaussage

CSF-Anandamid-Spiegel sind bei unbehandelten First-Episode-Schizophrenen 8-fach erhöht und korrelieren negativ mit psychotischen Symptomen; die klinische Bedeutung und Kausalität bleiben unklar.

Zusammenfassung

n=203 (47 antipsychotika-naive First-Episode-Paranoide, 84 Gesunde, 13 Demenz, 22 affektive Störung, 37 typische Antipsychotika, 34 atypische Antipsychotika). CSF-Anandamid-Level 8-fach erhöht bei unbehandelten akuten paranoid-schizophrenen Patienten vs. Kontrollen (p<0.001). Negative Korrelation zwischen CSF-Anandamid und psychotischen Symptomen (rS=-0.452, p=0.001). Erhöhung war abwesend bei typischer Antipsychotika-Behandlung.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schwarcz et al. ·2009 ·Journal of Clinical Psychopharmacology
62 mal zitiert

Synthetic Δ-9-Tetrahydrocannabinol (Dronabinol) Can Improve the Symptoms of Schizophrenia

Design
Fallserie (compassionate use)
Stichprobe
n = 6 Pat.
Kernaussage

Bei 4 von 6 behandlungsrefraktären Patienten wurde eine Verbesserung der Schizophrenie-Symptome berichtet, davon bei 3 eine Reduktion Kern-psychotischer Symptome; keine klinisch signifikanten Nebenwirkungen genannt.

Zusammenfassung

n=6 therapierefraktäre chronische Schizophrenie-Patienten mit selbstberichteter Cannabis-induzierter Besserung erhielten Dronabinol (synthetisches Δ9-THC). 4 von 6 zeigten Symptomverbesserung; bei 3 der 4 Responder Reduktion psychotischer Kernsymptome (nicht nur unspezifische Sedierung). Keine klinisch signifikanten Nebenwirkungen.

Übersichtsarbeiten

Nicht-systematische Übersichts- und Expertenarbeiten zur Einordnung der Evidenzlage.

2
B
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Batalla et al. ·2019 ·Journal of Clinical Medicine
78 mal zitiert

The Potential of Cannabidiol as a Treatment for Psychosis and Addiction: Who Benefits Most? A Systematic Review

Design
Narrative Review
Stichprobe
Narrative Review
Kernaussage

CBD zeigte vielversprechende Effekte bei Schizophrenie (besonders im frühen Krankheitsstadium) und bei Cannabis-Entzugssymptomen, aber die Evidenzbasis ist nach Einschätzung der Autoren unvollständig.

Zusammenfassung

Narrative Übersicht zu CBD-Wirkung bei Schizophrenie und Substanzgebrauchsstörungen. CBD als Mono- oder Add-on-Therapie verbesserte Symptome bei Schizophrenie-Patienten, besonders vielversprechend in frühen Krankheitsstadien. Anandamid-Blutlevel als potenzieller Biomarker diskutiert. CBD-THC-Mischungen zeigten positive Effekte bei Cannabis-Entzug und Craving.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Desfossés et al. ·2010 ·Pharmaceuticals
39 mal zitiert

Endocannabinoids and Schizophrenia

Design
Narrative Review
Stichprobe
Narrative Review
Kernaussage

Narrative Review über die Störung des Endocannabinoid-Systems bei Schizophrenie; keine Intervention untersucht, nur assoziative Befunde und pathophysiologische Mechanismen beschrieben.

Zusammenfassung

Narrative Übersicht zu endocannabinoider Dysfunktion bei Schizophrenie; berichtet erhöhte CB1-Rezeptordichte in Präfrontalkortex/Hippocampus/Basalganglien bei Schizophrenie-Patienten und erhöhte Anandamid-Spiegel in CSF/Serum (inkl. Prodromalphase). Qualitative Synthese ohne numerische Effektgrößen; diskutiert mögliche protektive Rolle von Endocannabinoiden in Psychose-Homöostase.

Mechanistische und Präklinische Studien

Pharmakologische Grundlagen und tierexperimentelle Befunde zur Wirkmechanismus-Plausibilität.

2
A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Galimberti et al. ·2025 ·Nature Mental Health
4 mal zitiert

The genetic relationship between cannabis use disorder, cannabis use and psychiatric disorders

Design
Genetische Korrelationsstudie (GWAS, Mendelian Randomization)
Stichprobe
Zusammenfassung

Genomweite Assoziationsstudie zu Cannabis Use Disorder (CanUD), Cannabis-Konsum und psychiatrischen Störungen; CHRNA2-Variante signifikant geteilt zwischen CanUD und Schizophrenie (Kolokalisation + lokale genetische Korrelation); Mendelian Randomization zeigt bidirektionale kausale Beziehung zwischen CanUD und den meisten psychiatrischen Störungen, anders als bei reinem Cannabis-Konsum.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Dean et al. ·2001 ·Neuroscience
386 mal zitiert

Studies on [3H]CP-55940 binding in the human central nervous system: regional specific changes in density of cannabinoid-1 receptors associated with schizophrenia and cannabis use.

Design
Postmortale Laboruntersuchung (in-situ-Radioligand-Binding)
Stichprobe
Kernaussage

CB1-Rezeptordichte ist region- und ursachenspezifisch erhöht: im präfrontalen Kortex bei Schizophrenie, im Caudate-Putamen bei Cannabiskonsum.

Zusammenfassung

Postmortale Messung der CB1-Rezeptordichte im menschlichen Gehirn: Im dorsolateralen präfrontalen Kortex (BA9) signifikant erhöhte Bindungsdichte bei Schizophrenie vs. Kontrollen (142±9,9 vs. 119±6,6 fmol/mg; p<0,05), unabhängig von kürzlichem Cannabis-Konsum. Im Striatum (Nucleus caudatus-Putamen) signifikant erhöhte CB1-Dichte nach kurz zurückliegendem Cannabis-Konsum vs. Nicht-Konsumenten (151±9,0 vs. 123±7,2 fmol/mg; p<0,05), diagnoseunabhängig. Hinweis auf unterschiedliche neurobiologische Substrate für Schizophrenie-assoziierte vs. cannabis-induzierte CB1-Veränderungen.

Laufende & kommende Studien

Laufende Studien befinden sich in der Erprobungsphase und sind kein Beleg für Wirksamkeit oder Sicherheit. Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken.

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  • NCT06036316 ClinicalTrials.gov Study of Language Disorders and Interactions Between Mnesic Capabilities and Semantic Competencies in Patients With Psychosis Rekrutierung Start: 2024-01
  • NCT07056894 ClinicalTrials.gov Effects of Action-Based Cognitive Remediation on Substance Misuse in Early Phase Psychosis Rekrutierung Start: 2026-03
  • NCT05064319 ClinicalTrials.gov Gabapentin for Restoring GABA/Glutamate Homeostasis in Co-occurring Bipolar and Cannabis Use Disorders Rekrutierung Phase 2 Start: 2022-02
  • NCT06058702 ClinicalTrials.gov Genetics of Cannabis Use Disorder and Cannabinoid Response in Humans Rekrutierung Phase 1 Start: 2024-09
  • NCT02926859 ClinicalTrials.gov Enhancing Recovery in Early Schizophrenia Aktiv Phase 2 Start: 2017-04
  • NCT07398365 ClinicalTrials.gov Medical Phenotyping of NHS General Adult Psychiatry (GAP) Inpatients Rekrutierung Start: 2024-04
  • NCT07001878 ClinicalTrials.gov Cannabis Potency Effects on Brain White Matter in Early Phase Psychosis Rekrutierung Phase 4 Start: 2025-03
  • NCT02407808 ClinicalTrials.gov Cannabinoids, Learning, and Memory Aktiv Phase 1 Start: 2015-02
  • NCT05445180 ClinicalTrials.gov Investigating the Neural Correlates of Cognitive Function in Psychosis Patients and Non-Psychiatric Controls With Cannabis Use Rekrutierung Start: 2022-04
  • NCT01730781 ClinicalTrials.gov Imaging Cannabinoid Receptors Using Positron Emission Tomography (PET) Scanning Rekrutierung Start: 2010-07