Studienlage / Risiken & Sicherheit / Psychose-Risiko

Psychose-Risiko

105 kuratierte Studien · 3 Schlüsselstudien · mechoulam.de

Hinweis: Dieser Bereich bündelt Studien zu möglichen Risiken und Sicherheitsaspekten von Cannabis. Eine hohe Bewertung bedeutet hier: das Risiko ist gut belegt, nicht, dass Cannabis therapeutisch wirkt. So zeigen wir die Evidenz ausgewogen, in beide Richtungen.

Große Kohorten- und Fall-Kontroll-Studien belegen übereinstimmend, dass das Psychoserisiko dosisabhängig erhöht sei, besonders bei täglichem Konsum und hochpotenten Produkten, mit Risikoschätzern bis zum Vier- bis Sechsfachen. Dieser Zusammenhang gehört zu den am gründlichsten untersuchten Sicherheitsfragen rund um Cannabis.

Bewertungsschema

Der Buchstabe bewertet die Qualität einer Studie, unabhängig vom Typ. Jeder Studientyp kann jede Note bekommen: auch ein Review kann B oder C sein, wenn er klein oder schwach ist, und ein RCT kann S sein. Die Note ist eine Synthese aus Studiendesign, Journal-Autorität und klinischer Verbindlichkeit:

S
Höchste Evidenz, große, methodisch erstklassige Studien oder S3-Leitlinien
A
Starke Evidenz, solide, aussagekräftige Studien mit klarem Ergebnis
B
Mittlere Evidenz, kleinere oder methodisch eingeschränkte Studien
C
Schwache Evidenz, vorläufige, indirekte oder widersprüchliche Befunde
D
Geringste Evidenz, explorative Hinweise, Einzelfälle oder Expertenmeinung

Qualitätsprofil je Studie

Links neben jeder Studie steht ein Profil aus vier Merkmalen, es zeigt die Unterschiede innerhalb einer Buchstaben-Klasse.

Größe
Teilnehmerzahl (RCT) bzw. eingeschlossene Studien (Review).
Verblindung
Doppelblind, einfachblind oder offen.
Effektstärke
Klarer Nutzen, gemischt, kein Nutzen oder Schaden.
Zitate / Jahr
Altersbereinigte Zitationshäufigkeit.

Zentrale Risiko-Studien

3
  1. 01
    S
    Meta-analysis of the Association Between the Level of Cannabis Use and Risk of Psychosis
    Marconi et al. ·2016 ·Schizophrenia Bulletin
    Lesen
  2. 02
    S
    Cannabis and schizophrenia. A longitudinal study of Swedish conscripts.
    Andréasson et al. ·1987 ·The Lancet
    Lesen
  3. 03
    S
    The contribution of cannabis use to variation in the incidence of psychotic disorder across Europe (EU-GEI): a multicentre case-control study
    Di Forti et al. ·2019 ·The Lancet Psychiatry
    Lesen

Systematische Reviews und Meta-Analysen

Synthesen der RCT-Evidenz nach Cochrane- und PRISMA-Standards.

25
S
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Marconi et al. ·2016 ·Schizophrenia Bulletin
860 mal zitiert

Meta-analysis of the Association Between the Level of Cannabis Use and Risk of Psychosis

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 10 Studien
n = 66.816 Pat.
Kernaussage

Höhere Cannabis-Nutzung ist mit erhöhtem Psychose-Risiko assoziiert (OR 3,90 für schwere Nutzer vs. Nicht-Nutzer); Dosis-Wirkungs-Beziehung bestätigt.

Zusammenfassung

Meta-Analyse über 10 Studien (n≈66.816) zur Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Cannabis-Konsum und Psychose-Risiko; OR=3.90 (95% CI 2.84–5.34) für täglichen vs. Nicht-Konsum, OR=1.97 (1.68–2.31) für jeglichen Konsum vs. Nie-Konsum; klare Evidenz für erhöhtes Psychose-Risiko bei stärkerem Cannabis-Gebrauch.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Ricci et al. ·2026 ·Asian journal of psychiatry
0 mal zitiert

Multi-dimensional recovery trajectories in cannabis-induced psychosis: A systematic review examining symptomatic, functional, cognitive, and subjective outcomes.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 33 Studien
n = 18.117 Pat.
Kernaussage

50 bis 70 Prozent erreichten binnen sechs Monaten eine symptomatische Remission, die funktionelle Erholung verlief jedoch uneinheitlich; fortgesetzter Cannabiskonsum war der stärkste Prädiktor für ungünstige Verläufe.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabis-induzierter Psychose über k=33 Studien (n=18.117, mittleres Follow-up 24 Monate). Während 50–70% innerhalb 6 Monaten symptomatische Remission erreichten, zeigte funktionelle Erholung substantielle Heterogenität mit häufiger Symptom-Funktions-Dissoziation. Fortgesetzter Cannabis-Konsum stärkster Prädiktor schlechter Outcomes über alle Domänen (Persistenzrate 35–65%); Abstinenz mit signifikanten Benefits assoziiert (funktionelle Recovery Effect Size 1.26). Nur 15% der Studien verwendeten personen-zentrierte Trajektorien-Modellierung, die fünf distinkte Recovery-Profile identifizierte.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schoeler et al. ·2016 ·The lancet. Psychiatry
317 mal zitiert

Continued versus discontinued cannabis use in patients with psychosis: a systematic review and meta-analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 24 Studien
n = 16.565 Pat.
Kernaussage

Fortgesetzte Cannabisnutzung nach Psychose-Beginn führt zu höheren Rückfallquoten, längeren Krankenhausaufenthalten und schwereren positiven Symptomen als Abstinenz oder Nicht-Nutzung.

Zusammenfassung

Systematische Review und Meta-Analyse über k=24 Studien (n=16.565) zu fortgesetztem vs. eingestelltem Cannabis-Konsum nach Psychose-Onset (Follow-up ≥6 Monate). Fortgesetzte User (CC) zeigten vs. Non-User (NC) erhöhtes Relapse-Risiko (d=0.36, 95% CI 0.22–0.50, p<0.0001) und längere stationäre Aufenthalte (d=0.36, 95% CI 0.13–0.58, p=0.02); vs. Abstinente (DC) ebenfalls erhöht (d=0.28, 95% CI 0.12–0.44, p=0.0005). Cannabis-Abstinenz nicht assoziiert mit Relapse (d=0.02, 95% CI -0.12–0.15, p=0.82). Meta-Regression: CC vs. DC signifikant (p=0.04).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Javed et al. ·2026 ·BMC psychiatry
0 mal zitiert

Prevalence of schizophrenia spectrum and bipolar disorder among patients with cannabis induced psychosis: a systematic review and meta-analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 13 Studien
n = 7.515 Pat.
Kernaussage

Meta-Analyse zur Prävalenz von Schizophrenie-Spektrum (20%) und bipolaren Störungen (5%) nach cannabisinduzierter Psychose; keine Interventionsbewertung.

Zusammenfassung

Systematische Review + Meta-Analyse über k=13 Studien (n=7.515) zu Cannabis-induzierter Psychose und Folge-Diagnosen. 20% (95% CI: 15,8–29,5%) entwickelten später Schizophrenie-Spektrum-Störung, 5% (95% CI: 2,7–6,9%) Bipolare Störung, 63% (95% CI: 26,8–90,5%) unspezifizierte Diagnose. Patienten hatten 76% geringeres Risiko für Bipolare Störung vs. Schizophrenie-Spektrum; unspezifizierte Diagnose zeigte ARR=2,52 (95% CI: 1,03–6,15) vs. Schizophrenie-Spektrum allein.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Robinson et al. ·2023 ·Psychological medicine
60 mal zitiert

Risk-thresholds for the association between frequency of cannabis use and the development of psychosis: a systematic review and meta-analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 10 Studien
n = 7.390 Pat.
Kernaussage

Meta-Analyse zeigt signifikant erhöhtes Psychose-Risiko bei wöchentlicher oder häufigerer Cannabisnutzung (RR=1,35-1,76), aber kein signifikantes Risiko bei seltenerer Nutzung.

Zusammenfassung

Systematische Review + Dosis-Respons-Meta-Analyse über k=10 Studien (3 Kohorten, 7 Fall-Kontroll, n=7.390, Alter 12–65 Jahre); signifikante log-lineare Dosis-Respons-Beziehung zwischen Cannabis-Konsum-Häufigkeit und Psychose-Risiko. Restricted-cubic-splines-Modell zeigt Risiko-Schwellen: RR=1,35 (95% CI 1,19–1,52) bei wöchentlichem Konsum, RR=1,76 (95% CI 1,47–2,12) bei täglichem Konsum; kein signifikantes Risiko bei <wöchentlichem Konsum (RR=1,01 jährlich, RR=1,10 monatlich).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Foglia et al. ·2017 ·Psychological Medicine
71 mal zitiert

Cannabis use and adherence to antipsychotic medication: a systematic review and meta-analysis

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 15 Studien
n = 3.678 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum erhöht das Risiko für Non-Adherence zu Antipsychotika (OR 2,46); Cannabisabstinenz ist mit besserer Adhärenz assoziiert.

Zusammenfassung

Systematische Review und Meta-Analyse über k=15 Beobachtungsstudien (n=3.678) zu Cannabis-Konsum und Medikamenten-Adhärenz bei Psychose-Patienten. Cannabis-User zeigten erhöhtes Risiko für Non-Adhärenz vs. Non-User (OR=2.46). Bei Follow-up: aktuelle User vs. Non-User OR=5.79 (n=175), aktuelle User vs. ehemalige User OR=5.5 (n=192), keine Differenz zwischen ehemaligen Usern und Non-Usern (OR=1.12, n=187). Cannabis-Abstinenz normalisiert Adhärenz.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
K. Burns et al. ·2012 ·Current Pharmaceutical Design
27 mal zitiert

Cannabis use and Duration of Untreated Psychosis: A Systematic Review and Meta-Analysis

Design
Systematische Review + Meta-Analyse
Stichprobe
k = 9 Studien
n = 1.726 Pat.
Kernaussage

Kein signifikanter Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Dauer der unbehandelten Psychose, lediglich ein nicht-signifikanter Trend zu kürzerer DUP.

Zusammenfassung

SR + Meta-Analyse über k=9 Studien (n=1.726 Ersterkrankungs-Psychose-Patienten, davon 39% Cannabis-Konsumenten); Cannabis-Konsum zeigte einen Trend zu kürzerer Dauer der unbehandelten Psychose (DUP), der Meta-Analyse ergab jedoch keinen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen DUP und Cannabis-Konsum.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Kraan et al. ·2016 ·Psychological medicine
121 mal zitiert

Cannabis use and transition to psychosis in individuals at ultra-high risk: review and meta-analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 7 Studien
n = 1.171 Pat.
Kernaussage

Lifetime Cannabis-Konsum war nicht signifikant mit Psychose-Transition assoziiert (OR 1.14, p=0.37), aber aktueller Cannabis-Missbrauch/-Abhängigkeit zeigte signifikante Assoziation (OR 1.75, p=0.01).

Zusammenfassung

Systematische Review + Meta-Analyse zu Cannabis bei Ultra-High-Risk (UHR) für Psychose, k=7 prospektive Studien (n=1.171). Lifetime-Cannabis-Nutzung NICHT signifikant mit Psychose-Transition assoziiert (OR=1,14, 95% CI 0,856–1,524, p=0,37). Aktueller Cannabis-Missbrauch/-Abhängigkeit (DSM-IV) jedoch signifikant prädiktiv (OR=1,75, 95% CI 1,135–2,710, p=0,01) — Hinweis auf Dosis-Wirkungs-Beziehung.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Ganesh et al. ·2020 ·The international journal of neuropsychopharmacology
41 mal zitiert

Psychosis-Relevant Effects of Intravenous Delta-9-Tetrahydrocannabinol: A Mega Analysis of Individual Participant-Data from Human Laboratory Studies.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 10 Studien
n = 400 Pat.
Kernaussage

Intravenöses THC induziert konsistent psychotomimetische Effekte, einschließlich positiver und negativer Symptome; die Effekte sind dosisabhängig und bei häufigen Cannabiskonsumenten reduziert.

Zusammenfassung

IPD-Mega-Analyse über k=10 doppelblinde, randomisierte, placebokontrollierte Cross-over-Studien mit n=400 i.v. THC-Infusionen bei gesunden Probanden. Klinisch bedeutsame Zunahme von Positivsymptomen in 44,75% der Infusionen; Positivsymptome positiv assoziiert mit THC-Dosis (β=11,13, p<0,001) und negativ assoziiert mit häufigem Cannabis-Konsum (β=-0,575, p<0,001). Starke Korrelation zwischen Positivsymptomen und perzeptuellen Alterationen (rs=0,514, p<0,001).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Hindley et al. ·2020 ·The Lancet Psychiatry
217 mal zitiert

Psychiatric symptoms caused by cannabis constituents: a systematic review and meta-analysis

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 15 Studien
n = 324 Pat.
Kernaussage

THC induziert psychiatrische Symptome mit großen Effektstärken (positive, negative und allgemeine Symptome); CBD zeigt keine konsistenten moderierenden Effekte.

Zusammenfassung

Systematische Review und Meta-Analyse über k=15 Studien (THC-Akutgabe) + 4 Studien (CBD+THC) zu psychiatrischen Symptomen bei Gesunden. THC vs. Placebo: signifikante Erhöhung der Gesamt-Symptomschwere mit großer Effektstärke (PANSS/BPRS total, positive und negative Symptome). Meta-Analyse auf 9 Studien mit 10 unabhängigen Datensätzen. CBD-Moderation systematisch reviewt (insuffiziente Datenlage für Meta-Analyse). PROSPERO CRD42019136674.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Moore et al. ·2007 ·The Lancet
2223 mal zitiert

Cannabis use and risk of psychotic or affective mental health outcomes: a systematic review

Design
Systematische Review (longitudinale Populationsstudien)
Stichprobe
k = 35 Studien
Kernaussage

Cannabiskonsum erhöht das Risiko psychotischer Störungen dosisabhängig, während die Evidenz für affektive Outcomes schwächer und weniger konsistent ist.

Zusammenfassung

Systematische Review (k=35 longitudinale Populationsstudien); gepooltes adjustiertes OR für psychotisches Outcome bei je-Cannabis-Gebrauch = 1,41 (95% CI 1,20–1,65); Dosis-Wirkungs-Effekt: OR=2,09 (95% CI 1,54–2,84) bei häufigem Gebrauch. Evidenz konsistent mit unabhängigem Kausaleffekt von Cannabis auf Psychose-Risiko; Depression/Angst-Outcomes weniger konsistent belegt.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Arseneault et al. ·2004 ·The British Journal of Psychiatry
920 mal zitiert

Causal association between cannabis and psychosis: examination of the evidence.

Design
Systematische Review (5 prospektive Kohortenstudien)
Stichprobe
k = 5 Studien
Kernaussage

Cannabiskonsum erhöht das Schizophrenie-Risiko etwa zweifach, ist jedoch weder hinreichende noch notwendige Bedingung für die Entstehung einer Psychose.

Zusammenfassung

Systematische Auswertung von k=5 prospektiven Bevölkerungskohorten; Cannabiskonsum verdoppelt das relative Risiko für Schizophrenie (RR≈2,0); Eliminierung des Cannabiskonsums würde Schizophrenie-Inzidenz um ~8% senken (bei Kausalität). Cannabis = Komponenten-Ursache, weder hinreichend noch notwendig. Stärkere Risikoerhöhung bei adoleszentem Erstkonsum (dosisabhängig).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Large et al. ·2011 ·Archives of General Psychiatry
553 mal zitiert

Cannabis use and earlier onset of psychosis: a systematic meta-analysis.

Design
Systematische Review + Meta-Analyse
Stichprobe
k = 83 Studien
Kernaussage

Cannabiskonsum ist mit einem signifikant früheren Psychosebeginn um durchschnittlich 2,70 Jahre assoziiert.

Zusammenfassung

Meta-Analyse aus k=83 Studien: Cannabiskonsum assoziiert mit im Mittel 2,70 Jahre früherem Beginn psychotischer Erkrankungen vs. Nicht-Konsumierende (SMD=-0,414); bei breit definiertem Substanzkonsum 2,00 Jahre früher (SMD=-0,315). Alkoholkonsum zeigte keine signifikante Assoziation. Anteil an Cannabis-Konsumierenden erklärte signifikant die Heterogenität der Effektgrößen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Hasan et al. ·2020 ·European archives of psychiatry and clinical neuroscience
248 mal zitiert

Cannabis use and psychosis: a review of reviews.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 26 Studien
Kernaussage

Cannabiskonsum ist mit erhöhtem Risiko für Psychosen-Onset, dose-abhängigem Risiko, früherer Manifestation und bei bestehender Psychose mit mehr Rückfällen, Hospitalisierungen und stärkeren positiven Symptomen assoziiert.

Zusammenfassung

Umbrella Review über k=26 systematische Reviews und Meta-Analysen zu Cannabis und Psychose (2005-2016). Psychotische Erkrankungen treten häufiger bei Cannabis-Nutzern auf; dosisabhängiges Risiko für psychotische Erkrankungen; früherer Erkrankungsbeginn bei Cannabis-Nutzern; erhöhte Rückfallraten, mehr Hospitalisierungen und ausgeprägtere Positivsymptome bei psychotischen Patienten mit Cannabis-Konsum.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Myles et al. ·2016 ·The Australian and New Zealand journal of psychiatry
150 mal zitiert

Cannabis use in first episode psychosis: Meta-analysis of prevalence, and the time course of initiation and continued use.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 37 Studien
Kernaussage

Meta-Analyse zeigt: Cannabis-Initiation durchschnittlich 6,3 Jahre vor Psychose-Onset; Prävalenz bei First Episode Psychosis 33,7%; nach Behandlung reduziertes Risiko für fortgesetzte Cannabis-Nutzung (OR 0,56).

Zusammenfassung

Meta-Analyse über k=37 Beobachtungsstudien zu Cannabis-Konsum bei Erstmanifestation von Psychose. Intervall zwischen Beginn regelmäßigen Cannabis-Konsums und Psychose-Onset: 6,3 Jahre (SMD=1,56; 95% CI: 1,40–1,72). Prävalenz aktuellen Cannabis-Konsums bei Erstmanifestation: 33,7% (95% CI: 31–39%). Odds für anhaltenden Konsum 6 Monate bis 10 Jahre nach Erstmanifestation: OR=0,56 (95% CI: 0,40–0,79).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Lorenzetti et al. ·2019 ·European Archives of Psychiatry and Clinical Neuroscience
123 mal zitiert

Does regular cannabis use affect neuroanatomy? An updated systematic review and meta-analysis of structural neuroimaging studies

Design
Systematische Review + Meta-Analyse
Stichprobe
k = 30 Studien
Kernaussage

Regelmäßiger Cannabiskonsum war mit messbaren neuroanatomischen Veränderungen einzelner Hirnregionen assoziiert, bei jedoch heterogener Datenlage.

Zusammenfassung

SR + Meta-Analyse (k=30 Studien, 17 Meta-Analysen) zu neuroanatomischen Veränderungen bei regelmäßigem Cannabis-Konsum vs. Kontrollen. Signifikant kleinere Hippocampus-Volumina (SMD=0.14, 95% CI [0.02, 0.27], p=0.02, I²=74%) und medialer orbitofrontaler Kortex (SMD=0.30, 95% CI [0.15, 0.45], p=0.0001, I²=51%) bei Konsumenten. Befunde konsistent mit neuronaler Vulnerabilität für Psychose-assoziierte Schaltkreise (Belohnung, Lernen, Gedächtnis).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Kiburi et al. ·2021 ·Substance abuse
110 mal zitiert

Cannabis use in adolescence and risk of psychosis: Are there factors that moderate this relationship? A systematic review and meta-analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 63 Studien
Kernaussage

Cannabiskonsum in der Adoleszenz erhöht das Psychose-Risiko später im Leben (RR = 1,71), mit mehreren moderierenden Faktoren wie Alter bei Cannabisstart, Häufigkeit der Nutzung, Kindheitstraumata und genetische Faktoren.

Zusammenfassung

Systematische Review + Meta-Analyse zu adoleszentem Cannabis-Konsum und Psychose-Risiko; k=63 Studien narrativ, k=18 in Meta-Analyse. Adoleszenter Cannabis-Konsum erhöhte Psychose-Risiko (RR=1,71; 95% CI 1,47-2,00; p<0,00001) und prädizierte früheren Psychose-Onset. Moderierende Faktoren: Onset-Alter, Konsumfrequenz, Kindheitstrauma, Polysubstanzgebrauch, genetische Faktoren.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Myles et al. ·2012 ·Current Pharmaceutical Design
67 mal zitiert

The Association between Cannabis Use and Earlier Age at Onset of Schizophrenia and other Psychoses: Meta-analysis of Possible Confounding Factors

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
Meta-Analyse
Kernaussage

Cannabiskonsum ist robust mit einem um 32 Monate früheren Psychosebeginn assoziiert, unabhängig von Tabakkonsum und anderen geprüften Confoundern.

Zusammenfassung

Meta-Analyse zum Zusammenhang zwischen Cannabis-Konsum und früherem Psychose-Erstauftreten; Cannabis-Konsumenten entwickelten Psychosen im Mittel 32 Monate früher als Nicht-Konsumenten (SMD=-0,399, 95% CI -0,493 bis -0,306, p<0,001); Befund robust gegenüber Confoundern (Tabakkonsum, Geschlecht, Diagnosekriterien); kein entsprechender Effekt für Tabak allein (SMD=0,002, p=0,974).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Szoke et al. ·2014 ·Psychiatry Research
52 mal zitiert

Association between cannabis use and schizotypal dimensions--a meta-analysis of cross-sectional studies.

Design
Meta-Analyse (Querschnittsstudien)
Stichprobe
k = 29 Studien
Kernaussage

Cannabiskonsum ist konsistent mit erhöhten Schizotypie-Scores assoziiert, mit kleinen bis mittleren Effektgrößen.

Zusammenfassung

Meta-Analyse von k=29 Querschnittsstudien; Cannabis-Nutzung vs. Nie-Nutzung: erhöhte Schizotypie-Scores für alle 4 Dimensionen (Gesamt, positiv, negativ, desorganisiert), Effektgrößen im kleinen bis mittleren Bereich, statistisch signifikant (außer Negativscore bei aktuell vs. andere); Cannabis-Konsum konsistent mit erhöhten subklinischen Psychose-Traits assoziiert.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Farris et al. ·2020 ·Social psychiatry and psychiatric epidemiology
48 mal zitiert

Cannabis use in individuals at clinical high-risk for psychosis: a comprehensive review.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 36 Studien
Kernaussage

Cannabiskonsum war nicht signifikant mit Transition zu Psychose assoziiert (RR = 1,11, 95% KI = 0,89-1,37); für andere Outcomes limitierte Evidenz.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabis bei Clinical High Risk (CHR) für Psychose, k=36 Studien. Lifetime-Cannabis-Prävalenz 48,7%, aktuelle Nutzung 25,8%, Cannabis Use Disorder 14,9%. Gepooltes relatives Risiko für Psychose-Transition RR=1,11 (95% CI 0,89–1,37, nicht signifikant). Alle Cannabis-Prävalenzen mit hoher Heterogenität (I²=75,7–92,8%).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Athanassiou et al. ·2021 ·Expert review of neurotherapeutics
24 mal zitiert

A systematic review of longitudinal studies investigating the impact of cannabis use in patients with psychotic disorders.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 33 Studien
Kernaussage

Cannabis-Konsum ist mit negativen psychotischen Outcomes bei Psychose-Patienten assoziiert, auch unter Kontrolle wichtiger Confounder.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Langzeitstudien über Cannabis-Konsum bei Psychose-Patienten; k=33 Studien eingeschlossen. Übergreifendes Muster negativer psychotischer Outcomes bei Cannabis-Konsum, auch nach Kontrolle wichtiger Störvariablen. Psychose-Patienten sollten evidenzbasiert über Cannabis-Effekte aufgeklärt werden; systematische Evaluation und Interventionen zur Konsumreduktion empfohlen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Ricci et al. ·2025 ·Journal of psychiatric research
2 mal zitiert

Co-occurrence between adverse childhood experiences and cannabis use in psychosis risk and course: A stratified systematic review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 62 Studien
Kernaussage

Co-Exposition von Kindheitstraumata und Cannabiskonsum zeigt synergistische Effekte auf Psychoserisiko mit Odds Ratios bis 20,9 bzw. 31,0; kombinierte Exposition assoziiert mit früherer Manifestation (2,9-3,6 Jahre), schwereren Symptomen und reduzierter Therapieansprache; traumainformierte Interventionen mit Substanzkomponenten zeigen vielversprechende Ergebnisse.

Zusammenfassung

Stratifizierte systematische Review (k=62 Studien, 2000–2024) zu Co-Occurrence von Adverse Childhood Experiences (ACE) und Cannabis-Konsum im Psychose-Spektrum. Signifikante Interaktionen: OR bis 20,9 in Community-Samples, OR bis 31,0 bei First-Episode-Psychose. Kombinierte Exposition assoziiert mit früherem Erkrankungsbeginn (2,9–3,6 Jahre früher), schwereren Positivsymptomen, reduziertem Therapieansprechen, schlechteren funktionellen Outcomes. Trauma-informierte Interventionen mit integrierter Suchtkomponente zeigen vielversprechende Ergebnisse.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Ricci et al. ·2026 ·Psychiatry research
0 mal zitiert

Acute and long-term psychiatric consequences of synthetic cannabinoids and related novel psychoactive substances: A systematic review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 58 Studien
n = 12 Pat.
Kernaussage

Synthetische Cannabinoide gingen mit längeren psychosebedingten Klinikaufenthalten als herkömmliches Cannabis einher sowie in etwa 30 Prozent der Fälle mit über fünf Monate anhaltenden psychotischen Episoden.

Zusammenfassung

Systematische Review (PRISMA 2020) zu psychiatrischen Konsequenzen synthetischer Cannabinoide und Novel Psychoactive Substances über k=58 Studien; 28 Studien (48.3%) mit ≥6-Monats-Follow-up, 22 Studien (37.9%) High-Quality-Rating. Hospitalisierungen für synthetische Cannabinoid-assoziierte Psychose signifikant länger als für Cannabis-Psychose (43.45 vs. 22.91 Tage). In einer Fallserie prolongierte psychotische Episoden >5 Monate bei ~30% der Patienten. Synthetische Cathinone mit Rhabdomyolyse-Rate 63% assoziiert; NBOMe-Substanzen mit Fatalitätsrate ~15% und ICU-Admission-Rate ~40%.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Semple et al. ·2005 ·Journal of Psychopharmacology
422 mal zitiert

Cannabis as a risk factor for psychosis: systematic review.

Design
Systematische Review + Meta-Analyse
Stichprobe
k = 7 Studien
Kernaussage

Cannabiskonsum erhöht das Risiko für Psychose und Schizophrenie unabhängig um das etwa Dreifache (OR 2,9).

Zusammenfassung

SR + Meta-Analyse (k=7 Studien) zu Cannabis als unabhängigem Risikofaktor für Psychose/Schizophrenie; gepooltes OR=2,9 (95%-KI 2,4–3,6), kein Publikations-Bias oder Heterogenität. Dosisabhängiger Effekt bei psychotischen Symptomen; vulnerable Gruppen: Adoleszente, Personen mit Vorgeschichte psychotischer Symptome, hohes genetisches Risiko.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Singh et al. ·2017 ·The Indian journal of medical research
32 mal zitiert

A review of Indian research on co-occurring cannabis use disorders& psychiatric disorders.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 52 Studien
n = 16 Pat.
Kernaussage

Systematischer Review beschreibt hohe Komorbiditätsraten zwischen Cannabiskonsum und psychiatrischen Störungen in indischen Studien, ohne eine spezifische Interventionswirkung zu messen.

Zusammenfassung

Systematische Review indischer Studien zu komorbiden Cannabis-Konsum- und psychiatrischen Störungen; k=52 eingeschlossene Artikel. n=16 Studien beschrieben akute psychotische Episoden mit überwiegend Positivsymptomen nach Cannabis-Konsum; n=6 Studien beobachteten erhöhte Prävalenz aller psychiatrischen Störungen durch Cannabis; n=14 Studien hohe Substanzkonsumraten bei psychiatrischen Patienten.

Randomisierte Kontrollierte Studien

Wirksamkeits- und Sicherheitsbelege aus kontrollierten Interventionsstudien.

10
A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Englund et al. ·2013 ·Journal of Psychopharmacology
462 mal zitiert

Cannabidiol inhibits THC-elicited paranoid symptoms and hippocampal-dependent memory impairment

Design
RCT (between-subjects, experimentell)
Stichprobe
n = 48 Pat.
Kernaussage

CBD 600 mg hemmte THC-induzierte Paranoia und hippocampusabhängige Gedächtnisbeeinträchtigung signifikant gegenüber Placebo.

Zusammenfassung

n=48 gesunde Probanden (CBD n=22, Placebo n=26), orales CBD 600 mg vs. Placebo vor intravenösem THC (1,5 mg). Klinisch signifikante psychotische Positivsymptome (PANSS ≥3 Punkte Anstieg) seltener in CBD-Gruppe: OR=0,22 (χ²=4,74, p<0,05). Paranoia (SSPS) geringer in CBD-Gruppe (t=2,28, p<0,05). Episodisches Gedächtnis (HVLT-R): -0,4% CBD vs. -10,6% Placebo (t=2,39, p<0,05). Belegt Schutzwirkung von CBD gegen THC-induzierte Psychose-Risikosymptome.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Morgan et al. ·2018 ·Translational Psychiatry
142 mal zitiert

Individual and combined effects of acute delta-9-tetrahydrocannabinol and cannabidiol on psychotomimetic symptoms and memory function

Design
RCT (Crossover, doppelblind)
Stichprobe
n = 48 Pat.
Kernaussage

THC induziert psychotomimetische Symptome und Gedächtnisdefizite; CBD attenuiert diese Effekte im 2:1-Verhältnis nicht, zeigt jedoch isoliert bei Leichtkonsumenten einen antipsychotischen Effekt.

Zusammenfassung

Randomisiertes Crossover-RCT (n=48 Cannabis-Nutzer, stratifiziert nach Schizotypie und Konsumfrequenz); inhaliertes THC (8 mg) erhöhte signifikant psychotomimetic-Scores (PSI) und negative Symptome (BPRS) sowie beeinträchtigte episodisches und Arbeitsgedächtnis. CBD allein reduzierte PSI-Scores nur bei leichten Nutzern. CBD (16 mg) in 2:1-Ratio attenuierte THC-induzierte psychotomimetische Effekte und Gedächtnisbeeinträchtigung NICHT.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
D'Souza et al. ·2008 ·Neuropsychopharmacology
261 mal zitiert

Blunted psychotomimetic and amnestic effects of delta-9-tetrahydrocannabinol in frequent users of cannabis.

Design
Randomisierte placebokontrollierte Doppelblindstudie (IV THC-Exposition)
Stichprobe
n = 52 Pat.
Kernaussage

Häufige Cannabisnutzer weisen eine abgeschwächte Reaktion auf die psychotomimetischen, amnestischen und endokrinen Effekte von i.v. THC auf, nicht jedoch auf dessen euphorische Wirkung.

Zusammenfassung

RCT (n=52: 30 Vielkonsumenten, 22 gesunde Kontrollen), IV Δ9-THC 0/2.5/5 mg vs. Placebo. THC induzierte dosisabhängig psychotomimetische Effekte und Gedächtnisbeeinträchtigungen in beiden Gruppen. Vielkonsumenten zeigten signifikant abgeschwächte Reaktionen auf psychotomimetische, kognitive und anxiogene THC-Effekte (Toleranzentwicklung), jedoch keine Abschwächung der euphorisierenden Wirkung. Befund belegt Toleranz gegenüber psychotomimetischen Cannabis-Effekten bei Vielkonsum, nicht deren Ausbleiben.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Englund et al. ·2023 ·Neuropsychopharmacology
91 mal zitiert

Does cannabidiol make cannabis safer? A randomised, double-blind, cross-over trial of cannabis with four different CBD:THC ratios.

Design
RCT (double-blind, cross-over)
Stichprobe
n = 46 Pat.
Kernaussage

CBD reduzierte in keiner getesteten Dosis die akuten schädlichen Effekte von THC auf Gedächtnis, Psychose oder andere Parameter.

Zusammenfassung

n=46 gesunde, gelegentliche Cannabis-Konsumenten; RCT mit 4 CBD:THC-Verhältnissen (0:1, 1:1, 2:1, 3:1). THC (10 mg) induzierte positive psychotische Symptome auf der PANSS (d=0.69, p<0.00001); kein CBD-Anteil (10/20/30 mg) modulierte diesen Effekt signifikant. Kein Schutz durch CBD gegen akute psychotomimetische THC-Wirkung bei klinisch relevanten CBD:THC-Verhältnissen.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
D'Souza et al. ·2012 ·Neuropsychopharmacology
96 mal zitiert

Dose-related modulation of event-related potentials to novel and target stimuli by intravenous Δ⁹-THC in humans.

Design
RCT (Cross-over, IV THC, Gesunde Probanden)
Stichprobe
n = 26 Pat.
Kernaussage

Δ⁹-THC reduzierte dosisabhängig die P300a- und P300b-Amplituden, ohne Latenzen oder frühe sensorische Komponenten zu beeinflussen.

Zusammenfassung

Randomisierter Cross-over-Versuch (n=26), intravenöses Δ⁹-THC (Placebo, 0,015, 0,03 mg/kg): THC reduzierte dosisabhängig P300a- und P300b-Amplituden (p<0.05 jeweils) und induzierte dosisabhängig psychotomimetische Effekte sowie Wahrnehmungsveränderungen; die THC-induzierten P3b-Reduktionen korrelierten mit den Wahrnehmungsveränderungen. Befunde stützen CB1-Rezeptor-Beteiligung an Top-down-/Bottom-up-Informationsverarbeitung als neurobiologisches Substrat Cannabis-assoziierter Psychose-Vulnerabilität.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Cortes-Briones et al. ·2015 ·Biological Psychiatry
52 mal zitiert

The psychosis-like effects of Δ(9)-tetrahydrocannabinol are associated with increased cortical noise in healthy humans.

Design
RCT (crossover, doppelblind, i.v. THC)
Stichprobe
n = 24 Pat.
Kernaussage

Δ9-THC steigert dosisabhängig kortikales Neural Noise, das mit psychosemimetischen Positiv- und Desorganisationssymptomen korreliert.

Zusammenfassung

n=24 gesunde Probanden, randomisierter Crossover-RCT mit i.v. Δ⁹-THC (Placebo, 0.015, 0.03 mg/kg); THC erhöhte neuronales Rauschen (Lempel-Ziv-Komplexität) dosisabhängig; starke positive Korrelation zwischen neuronalem Rauschen und Psychose-ähnlichen Positiv- und Desorganisationssymptomen (unabhängig von Signalleistung); negativsymptom-ähnliche Effekte korrelierten nicht mit Rauschen.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Morrison et al. ·2009 ·Psychological Medicine
304 mal zitiert

The acute effects of synthetic intravenous Delta9-tetrahydrocannabinol on psychosis, mood and cognitive functioning.

Design
RCT (doppelblind, placebo-kontrolliert)
Stichprobe
n = 22 Pat.
Kernaussage

Intravenöses THC induzierte transiente positive Psychosesymptome sowie Angst und kognitive Beeinträchtigungen gegenüber Placebo.

Zusammenfassung

n=22 gesunde erwachsene Männer (Alter 28±6 Jahre), IV THC 2,5 mg vs. Placebo (doppelblind); THC induzierte positive psychotische Symptome (PANSS, CAPE: signifikant erhöht vs. Placebo), erhöhte Angstbewertungen, verschlechterte neuropsychologische Leistung (RAVLT, Digit Span, Verbal Fluency); kein Zusammenhang zwischen psychotischen Symptomen und Angstintensität (r nicht signifikant) oder Arbeitsgedächtnisdefiziten — THC-induzierte transiente Psychose ist unabhängig von Angst und kognitiver Beeinträchtigung.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
D'Souza et al. ·2005 ·Biological Psychiatry
611 mal zitiert

Delta-9-tetrahydrocannabinol effects in schizophrenia: implications for cognition, psychosis, and addiction.

Design
RCT (3-day, double-blind, placebo-controlled)
Stichprobe
n = 13 Pat.
Kernaussage

Δ9-THC exazerbierte transient kognitive und psychotische Kernsymptome bei Schizophrenie-Patienten.

Zusammenfassung

n=13 stabile antipsychotisch behandelte Schizophrenie-Patienten, i.v. Δ9-THC 0/2,5/5 mg, doppelblind, placebokontrolliert; THC steigerte transient Positiv-, Negativ- und Allgemeinsymptome (PANSS), Lern-/Gedächtnisdefizite, Wahrnehmungsstörungen, Akathisie sowie Prolaktin und Cortisol. Schizophrenie-Patienten reagierten vulnerabler auf kognitive THC-Effekte als gesunde Kontrollpersonen.

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Bhattacharyya et al. ·2015 ·European Neuropsychopharmacology
79 mal zitiert

Impairment of inhibitory control processing related to acute psychotomimetic effects of cannabis.

Design
RCT (crossover, experimentell, gesunde Probanden)
Stichprobe
n = 36 Pat.
Kernaussage

THC verschlechterte die Inhibitionskontrolle und korrelierte mit dem Ausmaß akut-psychotischer Symptome.

Zusammenfassung

n=36 gesunde Männer; akutes orales THC (10 mg) vs. Placebo (doppelblind, crossover); THC erhöhte Hemm-Fehler und schwächte linksfrontale Aktivierung ab; Schwere psychotischer Symptome korrelierte direkt mit Hemm-Fehlerfrequenz (p<0,05) und invers mit Hemm-Effizienz — experimenteller Beleg für neuralen Mechanismus THC-induzierter Psychosesymptome.

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Martin-Santos et al. ·2012 ·Current Pharmaceutical Design
288 mal zitiert

Acute Effects of a Single, Oral dose of d9-tetrahydrocannabinol (THC) and Cannabidiol (CBD) Administration in Healthy Volunteers

Design
RCT (cross-over, gesunde Probanden)
Stichprobe
n = 16 Pat.
Kernaussage

THC induzierte ausgeprägte akute psychische und physiologische Effekte, CBD war nicht von Placebo zu unterscheiden.

Zusammenfassung

Randomisierter doppelblinder Cross-over-Versuch n=16 gesunde männliche Probanden; orales THC 10 mg vs. CBD 600 mg vs. Placebo; THC vs. Placebo: signifikante positive psychotische Symptome, Angst, Dysphorik (AUC und Effekt bei 2h: p<0,01); CBD: keine signifikanten Unterschiede zu Placebo auf psychotische oder Angst-Symptome — CBD-Sicherheitssignal in Bezug auf Psychose.

Real-World-Evidenz und Beobachtungsstudien

Daten aus klinischer Versorgungspraxis, Registern und Pflichterhebungen.

69
S
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Nielsen et al. ·2017 ·Psychological Medicine
93 mal zitiert

Association between alcohol, cannabis, and other illicit substance abuse and risk of developing schizophrenia: a nationwide population based register study.

Design
Nationale Kohortenstudie (Registerbasiert)
Stichprobe
n = 3.133.968 Pat.
Kernaussage

Substanzmissbrauch, insbesondere von Cannabis und Alkohol, ist mit einem signifikant erhöhten Schizophrenie-Risiko assoziiert.

Zusammenfassung

Landesweite dänische Registerstudie (n=3.133.968 Individuen, 105.178.673 Personenjahre): Cannabis-Missbrauchsdiagnose erhöhte das Risiko, eine Schizophrenie zu entwickeln, auf HR=5,20 (95% CI 4,86–5,57); stärkste Assoziation aller Substanzen (Alkohol HR=3,38). Risiko blieb signifikant 10–15 Jahre nach Substanzmissbrauchs-Diagnose; Adjustierung für Geschlecht, Urbanizität, Ko-Missbrauch, psychiatrische Vorgeschichte, Eltern-Substanzmissbrauch und sozioökonomischen Status.

S
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Andréasson et al. ·1987 ·The Lancet
1144 mal zitiert

Cannabis and schizophrenia. A longitudinal study of Swedish conscripts.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 45.570 Pat.
Kernaussage

Hoher Cannabiskonsum erhöht das Schizophrenierisiko unabhängig von anderen psychiatrischen Erkrankungen und sozialem Hintergrund um das Sechsfache.

Zusammenfassung

Landmark-Kohortenstudie (n=45.570 schwedische Wehrpflichtige, 15 Jahre Follow-up); Hochkonsumenten (>50 Gelegenheiten) RR=6,0 (95%-KI 4,0–8,9) für Schizophrenie; Dosis-Wirkungs-Gradient; Cannabis als unabhängiger Schizophrenie-Risikofaktor nach multivariater Adjustierung bestätigt.

S
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Di Forti et al. ·2019 ·The Lancet Psychiatry
844 mal zitiert

The contribution of cannabis use to variation in the incidence of psychotic disorder across Europe (EU-GEI): a multicentre case-control study

Design
Multizentrisches Fall-Kontroll-Studie
Stichprobe
n = 2.138 Pat.
Kernaussage

Täglicher Konsum hochpotenten Cannabis erhöht das Risiko für erstmalige Psychosen deutlich und erklärt einen wesentlichen Teil der standortbezogenen Inzidenzunterschiede.

Zusammenfassung

Multizentrische EU-GEI Fall-Kontroll-Studie (n=901 Fälle, n=1237 Kontrollen, 11 europäische Standorte): täglicher Cannabiskonsum OR=3,2 (95%-KI 2,2–4,1) für psychotische Störung; täglicher Hochpotenz-Cannabis OR=4,8 (95%-KI 2,5–6,3). Populationsattributabler Anteil (PAF) für Hochpotenz-Cannabis: 12,2% gesamt, 30,3% in London, 50,3% in Amsterdam. Inzidenzrate korrelierte positiv mit Hochpotenz-Prävalenz (r=0,7; p=0,0286) und täglichem Konsum (r=0,8; p=0,0109).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Davis et al. ·2013 ·Schizophrenia Research
97 mal zitiert

Association between cannabis use, psychosis, and schizotypal personality disorder: findings from the National Epidemiologic Survey on Alcohol and Related Conditions.

Design
Querschnittstudie (repräsentative Bevölkerungsstichprobe)
Stichprobe
n = 34.653 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum ist dosis-abhängig mit signifikant erhöhten Odds für Psychose und schizotype Persönlichkeitsstörung assoziiert.

Zusammenfassung

NESARC-Studie (n=34.653, national-repräsentative US-Stichprobe, 2004–2005); Cannabiskonsum dosisabhängig mit Psychose-Risiko assoziiert: Lebenszeitkonsum OR=1,27 (95% CI 1,03–1,57), Cannabis-Abusus OR=1,79 (95% CI 1,35–2,38), Cannabis-Abhängigkeit OR=3,69 (95% CI 2,49–5,47); schizotypische Persönlichkeitsstörung ebenfalls dosisabhängig erhöht (Lebenszeitkonsum OR=2,02; Abhängigkeit OR=7,32, 95% CI 5,51–9,72).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Miettunen et al. ·2008 ·The British Journal of Psychiatry
85 mal zitiert

Association of cannabis use with prodromal symptoms of psychosis in adolescence.

Design
Bevölkerungsbasierte Querschnittsstudie
Stichprobe
n = 6.330 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum ist mit signifikant erhöhten prodromalen Psychosesymptomen bei Jugendlichen assoziiert.

Zusammenfassung

Populationsbasierte Studie (n=6.330 Jugendliche, 15–16 Jahre); Cannabiskonsum assoziiert mit prodromalen Psychosesymptomen (OR=2,23; 95%-KI 1,70–2,94), adjustiert für Kovariablen; Dosis-Wirkungs-Effekt; bislang größte unselektierte bevölkerungsbasierte Studie zu diesem Thema.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Zammit et al. ·2002 ·BMJ
873 mal zitiert

Self reported cannabis use as a risk factor for schizophrenia in Swedish conscripts of 1969: historical cohort study.

Design
Historische Kohortenstudie
Stichprobe
n = 50.087 Pat.
Kernaussage

Dosisabhängig erhöhtes Schizophrenie-Risiko bei Cannabiskonsum, nicht durch andere Drogen oder Persönlichkeitsmerkmale erklärbar.

Zusammenfassung

n=50.087 schwedische Wehrpflichtige (Kohorte 1969), Langzeit-Follow-up auf Schizophrenie-Hospitalisation. Dosisabhängige Risikoerhöhung: bereinigter OR für >50-maliger Konsum 6,7 (95% CI 2,1–21,7) in der Nur-Cannabis-Gruppe; OR-Trend für ansteigenden Gebrauch 1,2 (95% CI 1,1–1,4, p<0,001). Assoziation nach Kontrolle für andere Drogen und Persönlichkeitsmerkmale robust.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Mustonen et al. ·2018 ·The British Journal of Psychiatry
95 mal zitiert

Adolescent cannabis use, baseline prodromal symptoms and the risk of psychosis.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 6.534 Pat.
Kernaussage

Häufiger Cannabiskonsum im Jugendalter erhöht das Risiko einer Psychose auch nach Kontrolle relevanter Confounder signifikant (HR=3,0).

Zusammenfassung

Prospektive Kohorte (n=6.534, Nordfinnland Geburtskohorte 1986); Jugendlicher Cannabis-Konsum (≥5 Mal) assoziiert mit erhöhtem Psychose-Risiko bis Alter 30: HR=6,5 (95% CI 3,0–13,9); nach Adjustierung für Prodromalsymptome, Elternpsychose und anderen Substanzkonsum HR=3,0 (95% CI 1,1–8,0), p<0,05.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
van Os et al. ·2002 ·American Journal of Epidemiology
932 mal zitiert

Cannabis use and psychosis: a longitudinal population-based study.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 4.045 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum erhöht das Risiko für Psychoseinzidenz und verschlechtert die Prognose bei bestehender Psychosevulnerabilität erheblich.

Zusammenfassung

3-Jahres-Follow-up, n=4.045 psychosefreie Personen (NL-Allgemeinbevölkerung); Baseline-Cannabiskonsum erhöhte das Risiko für psychotische Symptome (OR=2.76, 95% CI: 1.18–6.47), für schwere Psychosesymptome (OR=24.17, 95% CI: 5.44–107.46) und für klinischen Pflegebedarf (OR=12.01, 95% CI: 2.24–64.34). Über 50% der Psychosediagnosen im Kohortenverlauf auf Cannabiskonsum attribuierbar.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Henquet et al. ·2005 ·BMJ
775 mal zitiert

Prospective cohort study of cannabis use, predisposition for psychosis, and psychotic symptoms in young people.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 2.437 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum erhöht das Risiko psychotischer Symptome signifikant, besonders ausgeprägt bei Personen mit Psychose-Prädisposition.

Zusammenfassung

Prospektive Kohortenstudie (n=2437, Alter 14–24 Jahre), 4-Jahres-Follow-up: Cannabiskonsum erhöhte das kumulative Auftreten psychotischer Symptome (aOR=1.67, 95% CI 1.13–2.46). Bei Personen mit vorbestehender Psychosedisposition war das Risiko deutlich stärker ausgeprägt (adjustierte Risikodifferenz 23.8%, 95% CI 7.9–39.7, p=0.003); bei Personen ohne Disposition ebenfalls signifikant (5.6%, p=0.033). Dosis-Wirkungs-Beziehung mit zunehmender Konsumhäufigkeit nachgewiesen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schoeler et al. ·2016 ·JAMA Psychiatry
100 mal zitiert

Association Between Continued Cannabis Use and Risk of Relapse in First-Episode Psychosis

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 1.055 Pat.
Kernaussage

Fortgesetzte Cannabisnutzung ist mit erhöhtem Rückfallrisiko für Psychose assoziiert (dosisabhängig, OR 1,13 für Cannabis-Nutzung vs. keine Nutzung; OR 1,07 für Muster-Veränderung).

Zusammenfassung

n=1.055 Patienten mit Erst-Episode-Psychose über 6 Jahre; kontinuierlicher Cannabis-Konsum nach Psychose-Erstmanifestation assoziiert mit 4-fach erhöhtem Rückfallrisiko (HR=3.89, 95%CI 2.64-5.73, p0.001); dosisabhängiger Effekt mit stärkster Assoziation bei täglichem Konsum.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Rössler et al. ·2012 ·Addiction
65 mal zitiert

Linking substance use with symptoms of subclinical psychosis in a community cohort over 30 years.

Design
Prospektive Kohortenstudie (30 Jahre)
Stichprobe
n = 591 Pat.
Kernaussage

Adoleszenter Cannabiskonsum erhöht das Risiko subklinischer Psychosesymptome im Erwachsenenalter signifikant.

Zusammenfassung

Prospektive Gemeindekohorte (n=591, Beobachtungszeitraum 1978–2008, 30 Jahre); regelmäßiger Cannabis-Konsum im Jugendalter assoziiert mit schizotypen Symptomen im Erwachsenenalter (OR=2.60, 95% CI 1.59–4.23, multivariat); bivariate Analyse: OR=2.29 (95% CI 1.32–3.97). Multipler Drogenkonsum (inkl. Cannabis) assoziiert mit Schizophrenie-Kernsymptomen (OR=1.75, 95% CI 1.01–3.03).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Di Forti et al. ·2009 ·The British Journal of Psychiatry
571 mal zitiert

High-potency cannabis and the risk of psychosis.

Design
Fall-Kontroll-Studie
Stichprobe
n = 454 Pat.
Kernaussage

Hochpotentes Cannabis ist bei Erstpsychose-Patienten signifikant häufiger als bei gesunden Kontrollen, was auf ein erhöhtes psychosebezogenes Risiko hinweist.

Zusammenfassung

Fall-Kontroll-Studie, n=280 Erstepisode-Psychose vs. n=174 gesunde Kontrollen; täglicher Cannabis-Konsum OR=6,4 vs. Kontrollen; Konsum >5 Jahre OR=2,1; unter Cannabis-Nutzern: 78% der Fälle vs. 37% der Kontrollen nutzten hochpotentes Cannabis (Sinsemilla/Skunk), OR=6,8 — Delta-9-THC-Potenz als signifikanter Risikofaktor.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
McHugh et al. ·2017 ·Psychological Medicine
46 mal zitiert

Cannabis-induced attenuated psychotic symptoms: implications for prognosis in young people at ultra-high risk for psychosis.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 190 Pat.
Kernaussage

Cannabis-induzierte attenuierte psychotische Symptome sind ein starker Prädiktor für den Übergang zur manifesten Psychose bei UHR-Individuen.

Zusammenfassung

Prospektive Kohortenstudie, n=190 UHR-Individuen (Ultra-High-Risk für Psychose), mittleres Follow-up 5,0 Jahre. Personen mit cannabisinduzierter attenuierter Psychosesymptomatik (APS) in der Vorgeschichte hatten ein 4,90-fach erhöhtes Risiko für Übergang in eine psychotische Störung (OR=4,90; 95%-KI 1,93–12,44; p=0,001). Höherer Schweregrad des Cannabismissbrauchs prädizierte ebenfalls Psychose-Transition (p=0,036), vermittelt über höheren Missbrauch bei APS-Subgruppe.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Manrique-Garcia et al. ·2012 ·Psychological Medicine
147 mal zitiert

Cannabis, schizophrenia and other non-affective psychoses: 35 years of follow-up of a population-based cohort.

Design
Prospektive Kohortenstudie (35 Jahre Follow-up)
Stichprobe
n = 50.087 Pat.
Kernaussage

Häufiger Cannabiskonsum im Jugendalter erhöht das langfristige Schizophrenierisiko etwa 3,7-fach gegenüber Nicht-Konsumenten.

Zusammenfassung

Prospektive Kohortenstudie (n=50.087 Rekruten, 35 Jahre Follow-up); häufiger Cannabiskonsum in der Adoleszenz vs. kein Konsum: OR=3,7 (95%-KI 2,3–5,8) für Schizophrenie, OR=2,2 (95%-KI 1,0–4,7) für kurze Psychose; Risikorückgang über Dekaden bei moderaten Nutzern, aber deutlich geringer bei häufigen Nutzern.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Manrique-Garcia et al. ·2014 ·Psychological Medicine
80 mal zitiert

Prognosis of schizophrenia in persons with and without a history of cannabis use.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 50.087 Pat.
Kernaussage

Frühere Cannabisnutzung ist mit einem deutlich schwereren stationären Verlauf der Schizophrenie assoziiert (mehr Wiederaufnahmen und längere Hospitalisierung).

Zusammenfassung

n=50.087 schwedische Männer, 357 Schizophrenie-Fälle identifiziert; Patienten mit Cannabisvorgeschichte hatten signifikant höhere Krankheitslast: mediane Erstaufnahmedauer 59 vs. 30 Tage, Wiederaufnahmerate 10 vs. 4 Mal, Gesamtkrankenhaustage 547 vs. 184; OR für >20 Wiederaufnahmen = 3,1 (95% CI 1,3–7,3), OR für Aufnahme >2 Jahre = 2,4 (95% CI 1,1–7,4), nach Adjustierung für Confounder.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Shakoor et al. ·2015 ·Psychiatry Research
37 mal zitiert

Psychotic experiences are linked to cannabis use in adolescents in the community because of common underlying environmental risk factors.

Design
Prospektive Zwillingskohortenstudie
Stichprobe
n = 9.660 Pat.
Kernaussage

Die Kovariation zwischen Cannabiskonsum und psychotischen Erlebnissen ist vorwiegend durch gemeinsame Umweltfaktoren und nicht durch genetische Einflüsse bedingt.

Zusammenfassung

Zwillings-Kohortenstudie (n=4830 Paare, 16-Jährige) zu Cannabiskonsum und psychotischen Erlebnissen (PE). Cannabiskonsum erklärt 2-5% der Varianz in positiven, kognitiven und negativen PE. Kovariation zwischen Cannabiskonsum und Paranoia, kognitiver Desorganisation sowie negativen Symptomen vollständig durch Umweltfaktoren erklärt (bivariate CE=69-100%); kein Hinweis auf direkten kausalen Effekt unabhängig von gemeinsamen Umweltrisikofaktoren.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Starzer et al. ·2018 ·American Journal of Psychiatry
246 mal zitiert

Rates and Predictors of Conversion to Schizophrenia or Bipolar Disorder Following Substance-Induced Psychosis.

Design
Nationale Registerstudie (Dänemark, Kaplan-Meier + Cox-Regression)
Stichprobe
n = 6.788 Pat.
Kernaussage

Cannabis-induzierte Psychose ist mit der höchsten Konversionsrate zu Schizophrenie oder bipolarer Störung assoziiert (47,4%).

Zusammenfassung

n=6.788 Patienten mit substanzinduzierter Psychose (Dänisches Register 1994–2014); 32.2% (95%-KI 29.7–34.9%) konvertierten zu Schizophrenie-Spektrum oder bipolarer Störung. Höchste Konversionsrate bei Cannabis-induzierter Psychose: 47.4% (95%-KI 42.7–52.3%). Hälfte aller Konversionen zu Schizophrenie innerhalb von 3.1 Jahren; junges Alter und Selbstverletzung als signifikante Risikoprädiktoren. Publiziert im American Journal of Psychiatry.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Konings et al. ·2012 ·Psychological Medicine
105 mal zitiert

Replication in two independent population-based samples that childhood maltreatment and cannabis use synergistically impact on psychosis risk.

Design
Prospektive Kohortenstudie (2 unabhängige Kohorten)
Stichprobe
n = 6.478 Pat.
Kernaussage

Kindesmisshandlung und Cannabiskonsum interagieren synergistisch und erhöhen das Risiko für positive psychotische Symptome signifikant stärker als jeder Faktor allein.

Zusammenfassung

Replikation in 2 unabhängigen Bevölkerungsstichproben (griechische Perinatal-Kohorte n=1.636; NEMESIS n=4.842): Cannabis-Konsum und Kindheitstraumatisierung interagierten synergistisch auf Psychose-Risiko [Griechenland: F(2,1627)=4.18, p=0.02; NEMESIS: χ²(3)=8.08, p=0.04]; Psychose-induzierende Cannabis-Effekte stärker bei vorheriger sexueller/physischer Misshandlung.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Jones et al. ·2018 ·JAMA Psychiatry
63 mal zitiert

Association of Combined Patterns of Tobacco and Cannabis Use in Adolescence With Psychotic Experiences.

Design
Prospektive Kohortenstudie (Longitudinale Latent-Class-Analyse)
Stichprobe
n = 5.300 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum im Jugendalter erhöht das Risiko psychotischer Erlebnisse robust, Tabakkonsum allein zeigt nach Adjustierung keinen signifikanten Zusammenhang.

Zusammenfassung

ALSPAC-Kohorte (n=5.300, JAMA Psychiatry): Frühzeitiger Cannabiskonsum in der Adoleszenz assoziiert mit erhöhtem Risiko für psychotische Erlebnisse im Alter 18 nach Confounder-Adjustierung (OR=3,70, 95% CI 1,66–8,25); Spätbeginn-Konsum ebenfalls signifikant (OR=2,97, 95% CI 1,63–5,40); Tabakeffekte attenuierten nach Adjustierung (adjustiertes OR 1,78, 95% CI 0,54–5,88 ns), Cannabiseffekte blieben robust.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
McGrath et al. ·2010 ·Archives of General Psychiatry
279 mal zitiert

Association between cannabis use and psychosis-related outcomes using sibling pair analysis in a cohort of young adults.

Design
Prospektive Geburtskohortenstudie mit Geschwisterpaaranalyse
Stichprobe
n = 3.801 Pat.
Kernaussage

Längerer Cannabiskonsum ist mit einem signifikant erhöhten Risiko für psychoseassoziierte Outcomes assoziiert, auch nach Reduktion von Confounding durch Geschwisterpaaranalyse.

Zusammenfassung

Prospektive Geburtskohortenstudie (n=3.801, Brisbane) mit Geschwisterpaaranalyse zur Kontrolle von Konfundierung. Cannabiskonsum ≥6 Jahre assoziiert mit: nicht-affektiver Psychose (aOR=2.2, 95%-CI=1.1-4.5), Halluzinationen (aOR=2.8, 95%-CI=1.9-4.1), höchstem Quartil Peters Delusions Inventory (aOR=4.2, 95%-CI=4.2-5.8). Innerhalb von Geschwisterpaaren blieb Assoziation zwischen früherem Cannabiskonsum und Wahnerleben signifikant — reduziert Wahrscheinlichkeit einer Konfundierung durch ungemessene Variablen.

A
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Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Zammit et al. ·2011 ·The British Journal of Psychiatry
116 mal zitiert

Cannabis, COMT and psychotic experiences.

Design
Prospektive Geburtskohortenstudie (ALSPAC)
Stichprobe
n = 2.630 Pat.
Kernaussage

Cannabis erhöht das Psychoserisiko unabhängig vom COMT-Genotyp; eine spezifische Gen-Umwelt-Interaktion wurde nicht nachgewiesen.

Zusammenfassung

n=2.630 ALSPAC-Geburtskohorte (longitudinal); Cannabisgebrauch im Alter 14 → psychotische Erlebnisse im Alter 16. Kein moderierender Effekt des COMT-Genotyps (kein Interaktionsnachweis unter multiplikativen Modellen). Schlussfolgerung: Cannabis erhöht Psychose-Risiko unabhängig vom Genotyp — Warnung gilt gesamtgesellschaftlich, nicht nur für genetisch Prädisponierte.

A
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Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Kuepper et al. ·2011 ·Publications Études & Analyses
0 mal zitiert

Continued cannabis use and risk of incidence and persistence of psychotic symptoms: 10 year follow-up cohort study.

Design
Prospektive Kohortenstudie (10-Jahres-Follow-up)
Stichprobe
n = 1.923 Pat.
Kernaussage

Cannabis-Konsum erhöht das Risiko für Inzidenz und Persistenz subklinischer psychotischer Symptome signifikant.

Zusammenfassung

Prospektive Bevölkerungskohortenstudie (n=1.923, Alter 14-24 bei Baseline, Deutschland, EDSP-Studie, 10-Jahres-Follow-up); neu aufgetretener Cannabiskonsum erhöhte das Risiko für spätere psychotische Symptome (adjustiertes OR=1,9, 95% CI 1,1–3,1; p=0,021); anhaltender Konsum erhöhte das Risiko persistierender psychotischer Symptome (OR=2,2, 95% CI 1,2–4,2; p=0,016); Inzidenzrate psychotischer Symptome 31% bei Exponierten vs. 20% bei Nicht-Exponierten (Baseline→T2), 14% vs. 8% (T2→T3).

A
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Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Buchy et al. ·2015 ·Psychological Medicine
50 mal zitiert

Substance use in individuals at clinical high risk of psychosis.

Design
Prospektive Kohortenstudie (longitudinal)
Stichprobe
n = 1.013 Pat.
Kernaussage

CHR-Individuen konsumieren mehr Cannabis und Tabak als Kontrollen, jedoch sagt der Substanzkonsum zu Baseline den Übergang zur Psychose nicht vorher.

Zusammenfassung

Longitudinale Kohortenstudie: n=735 Personen mit klinisch hohem Psychose-Risiko (CHR) + n=278 Kontrollen, Follow-up 6 und 12 Monate. CHR-Teilnehmende wiesen signifikant höheren Cannabiskonsum (Schweregrad und Häufigkeit) sowie früheren Erstkonsum auf. Entscheidend: Baseline-Cannabiskonsum differenzierte NICHT zwischen denjenigen, die später in eine Psychose konvertierten (n=90), und Nicht-Konvertierern (n=272) — kein statistisch signifikanter Vorhersagewert für Transition.

A
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Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Bechtold et al. ·2016 ·日本地質学会学術大会講演要旨
0 mal zitiert

Concurrent and Sustained Cumulative Effects of Adolescent Cannabis Use on Subclinical Psychotic Symptoms.

Design
Prospektive Längsschnittstudie (Fixed-Effects-Modell)
Stichprobe
n = 1.009 Pat.
Kernaussage

Regelmäßiger Cannabiskonsum im Jugendalter steigert kumulativ das Risiko subklinischer psychotischer Symptome, einschließlich Paranoia und Halluzinationen, mit anhaltendem Effekt nach Abstinenz.

Zusammenfassung

Längsschnittstudie (n=1.009 Jungen, Alter 13–18), regulärer Cannabiskonsum → subklinische psychotische Symptome +21% pro Konsumjahr (Fixed-Effects); Paranoia-Odds +133% (p<0.05), Halluzinations-Odds +92% (p<0.05); Effekt persistierte nach 1-jähriger Abstinenz. Kein Beleg für Reverse Causation.

A
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Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Di Forti et al. ·2015 ·The Lancet Psychiatry
593 mal zitiert

Proportion of patients in south London with first-episode psychosis attributable to use of high potency cannabis: a case-control study.

Design
Fall-Kontroll-Studie
Stichprobe
n = 780 Pat.
Kernaussage

Hochpotenter Cannabis-Konsum (Skunk) ist mit einem signifikant erhöhten Risiko für eine erste Psychose-Episode assoziiert, besonders bei täglichem Gebrauch.

Zusammenfassung

Fall-Kontroll-Studie (n=410 Erstpsychose-Patienten, n=370 Kontrollen), Süd-London: Hochpotenz-Cannabis (Skunk) OR=2,92 (95%-KI 1,52–3,45; p=0,001) für psychotische Störung; täglicher Skunk-Konsum OR=5,4 (95%-KI 2,81–11,31; p=0,002). Populationsattributabler Anteil für Skunk-Konsum in Süd-London: 24% (95%-KI 17–31%) aller Erstpsychose-Fälle. 53% der Patienten konsumierten Hochpotenz-Cannabis.

A
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Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
van der Meer et al. ·2015 ·Psychological Medicine
49 mal zitiert

Course of cannabis use and clinical outcome in patients with non-affective psychosis: a 3-year follow-up study.

Design
Prospektive multizentrische Kohortenstudie (3-Jahres-Follow-up)
Stichprobe
n = 678 Pat.
Kernaussage

Persistenter Cannabiskonsum verschlechtert Symptomatik, globales Funktionsniveau und Rückfallhäufigkeit bei Patienten mit nicht-affektiver Psychose signifikant.

Zusammenfassung

n=678 Patienten mit nicht-affektiver Psychose (GROUP-Studie, Niederlande/Belgien), 3-Jahres-Follow-up; persistente Cannabisnutzer hatten signifikant mehr positive Symptome (PANSS positiv p<0,001), mehr Allgemeinsymptome (PANSS allgemein p<0,001), schlechteres globales Funktionsniveau (GAF Symptome p=0,017; GAF Behinderung p<0,001) und häufigere Psychose-Rückfälle (p=0,038) im Vergleich zu Nicht-Nutzern und Absetzer.

A
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Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schimmelmann et al. ·2011 ·Schizophrenia Research
49 mal zitiert

Cannabis use disorder and age at onset of psychosis--a study in first-episode patients.

Design
Retrospektive Fallaktenauswertung (Kohortenstudie)
Stichprobe
n = 625 Pat.
Kernaussage

Nur sehr früher Cannabisgebrauch (≤14 Jahre) ist mit einem früheren Psychosebeginn assoziiert; CUD insgesamt zeigt keinen signifikanten Effekt auf das Erkrankungsalter.

Zusammenfassung

Retrospektive Auswertung von n=625 Erstpsychose-Patienten (Alter 14–29 Jahre); 75% hatten eine Cannabis-Use-Disorder (CUD); Cannabis-Beginn vor Psychosebeginn bei 87,6%. Früher CUD-Beginn (≤14 Jahre) vs. Nicht-CUD: jüngeres Ersterkrankungsalter (F(1)=5,2; p=0,024; partielles η²=0,026). Früheres Cannabis-Einstiegsalter prädizierte früheren Psychosebeginn (β=−0,49; R²-Änderung=0,25; p<0,001). Effektgröße gering; CUD ohne weiteren SUE zeigte keinen signifikanten AAO-Unterschied vs. NCUD.

A
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Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Day et al. ·2015 ·Psychological Medicine
55 mal zitiert

Prenatal Cannabis exposure, age of Cannabis initiation, and the development of psychotic symptoms in young adults.

Design
Prospektive Längsschnittstudie (Kohorte)
Stichprobe
n = 596 Pat.
Kernaussage

Pränatale Cannabisexposition und frühes Einstiegsalter erhöhen das Risiko psychotischer Symptome, wobei der Mediationsweg über EAOM nicht signifikant war.

Zusammenfassung

Prospektive Kohortenstudie (n=596 Nachkommen, Nachbeobachtung bis Alter 22 Jahre): pränatale Cannabisexposition (PME) und frühes Einstiegsalter (EAOM) sagten beide erhöhte Raten psychotischer Symptome (PS) signifikant vorher (Gesamteffekt PME+EAOM p<0,05). Direkteffekt PME auf PS marginal signifikant (p=0,06) nach Kontrolle für EAOM und weitere Kovariaten.

A
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Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Arendt et al. ·2005 ·The British Journal of Psychiatry
258 mal zitiert

Cannabis-induced psychosis and subsequent schizophrenia-spectrum disorders: follow-up study of 535 incident cases.

Design
Prospektive Kohortenstudie (nat. Psychiatrieregister)
Stichprobe
n = 535 Pat.
Kernaussage

Cannabis-induzierte Psychose ist mit hohem Risiko für spätere Schizophrenie-Spektrum-Störungen und früherer Erstmanifestation assoziiert.

Zusammenfassung

Prospektive Folgekohorte (n=535) nach cannabis-induzierter Psychose (dänisches Psychiatrieregister, 1994–1999, Follow-up ≥3 Jahre): 44,5% entwickelten Schizophrenie-Spektrum-Störungen; 77,2% erlitten neue psychotische Episoden beliebiger Art. Schizophrenie trat früher auf als in der Vergleichsgruppe (Männer 24,6 vs. 30,7 Jahre). Risikofaktoren: männliches Geschlecht und junges Alter.

A
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Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Stone et al. ·2014 ·Psychological Medicine
69 mal zitiert

Cannabis use and first-episode psychosis: relationship with manic and psychotic symptoms, and with age at presentation.

Design
Longitudinale Kohortenstudie
Stichprobe
n = 502 Pat.
Kernaussage

Cannabisreduktion/-stopp nach Behandlungsbeginn war mit der stärksten Symptomverbesserung assoziiert, während fortgesetzter Konsum mit persistierender Symptomatik einherging.

Zusammenfassung

Longitudinale Kohortenstudie (n=502 Erstpsychose-Patienten, 7 Londoner FEP-Teams, 2 Messzeitpunkte): Cannabiskonsum assoziiert mit jüngerem Erstvorstellungsalter und manischen Symptomen sowie konzeptueller Desorganisation (nicht mit Halluzinationen oder Negativsymptomen). Patienten, die Cannabis-Konsum nach Erstkontakt reduzierten/stoppten, zeigten >die größte Symptomverbesserung nach 1 Jahr im Vergleich zu Weiterkonsumierenden; Weiterkonsumenten blieben symptomatisch stärker belastet als Nie-Konsumenten.

A
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Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Di Forti et al. ·2014 ·Schizophrenia Bulletin
462 mal zitiert

Daily use, especially of high-potency cannabis, drives the earlier onset of psychosis in cannabis users.

Design
Kohortenstudie (Cox-Proportional-Hazards, prospektiv innerhalb FEP-Kohorte)
Stichprobe
n = 410 Pat.
Kernaussage

Täglicher Konsum hochpotenten Cannabis verschiebt den Psychosebeginn um durchschnittlich 6 Jahre vor.

Zusammenfassung

n=410 Erstpsychose-Patienten, Cox-Proportional-Hazards-Modell: Cannabiskonsum → früheres Psychose-Erstauftreten HR=1,42 (95%-KI 1,16–1,74; p<0,001). Frühbeginn ≤15 Jahre HR=1,40 (95%-KI 1,06–1,84; p=0,050). Täglicher Hochpotenz-Cannabis (Skunk) → früheste Erstmanifestation: Mittleres Alter 25,2 Jahre vs. 31,4 Jahre bei Nie-Konsumenten (HR=1,99; 95%-KI 1,50–2,65; p<0,0001); Erstmanifestation im Mittel 6 Jahre früher als bei Nicht-Konsumenten.

A
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Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Barrowclough et al. ·2013 ·Schizophrenia Bulletin
33 mal zitiert

Does change in cannabis use in established psychosis affect clinical outcome?

Design
Prospektive Längsschnittstudie (Kohorte, 24 Monate)
Stichprobe
n = 327 Pat.
Kernaussage

Kein Einfluss des Cannabiskonsums auf Positivsymptomatik, aber geringfügig schlechtere Funktion bei höherem Konsum.

Zusammenfassung

Prospektive Längsschnittstudie (n=160 Cannabis-Nutzer vs. n=167 andere Substanznutzer, 24 Monate); Cannabis-Dosis NICHT assoziiert mit Schwere positiver Symptome, auch nach Abstinenz keine Symptomverbesserung. Jedoch höhere Cannabis-Exposition assoziiert mit schlechterem psychosozialem Funktionsniveau (kleine Effektgröße). Kein Dosiseffekt auf Positivsymptomatik nachgewiesen.

A
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Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Clausen et al. ·2014 ·Psychological Medicine
75 mal zitiert

Change in cannabis use, clinical symptoms and social functioning among patients with first-episode psychosis: a 5-year follow-up study of patients in the OPUS trial.

Design
Prospektive Kohortenstudie (OPUS-Trial, 5-Jahres-Follow-up)
Stichprobe
n = 314 Pat.
Kernaussage

Kontinuierlicher Cannabiskonsum war mit anhaltend höherer psychotischer Symptomatik und schlechterer Funktionsfähigkeit assoziiert; ein Konsumstop reduzierte die Symptomatik signifikant.

Zusammenfassung

n=314 Erstmanifestation-Psychose-Patienten (OPUS-Trial), 5-Jahres-Follow-up; kontinuierlicher Cannabiskonsum assoziiert mit höheren Psychose-Dimensionswerten [Differenz 0,97; 95%-KI 0,41–1,53; p<0,001] und niedrigerem GAF [Differenz 8,26; 95%-KI 2,13–14,39; p=0,01]; Absetzen von Cannabis zwischen Baseline und 5-Jahres-Follow-up signifikant weniger Psychosesymptome [adjustierte Differenz -1,04; 95%-KI -1,77 bis -0,31; p=0,006].

A
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Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Schoeler et al. ·2016 ·The Lancet Psychiatry
164 mal zitiert

Effects of continuation, frequency, and type of cannabis use on relapse in the first 2 years after onset of psychosis: an observational study

Design
Prospektive Beobachtungsstudie
Stichprobe
n = 256 Pat.
Kernaussage

Fortgesetzter täglicher Konsum hochpotenten Cannabis nach erstem Psychoseereignis erhöht das Rückfallrisiko signifikant gegenüber Abstinenz.

Zusammenfassung

n=256 Patienten mit Erstmanifestation einer Psychose, prospektives Follow-up über 2 Jahre; kontinuierliche Hochfrequenz-Nutzer von hochpotentem Cannabis (Skunk) hatten ein signifikant erhöhtes Rückfallrisiko gegenüber Abstinenten (OR 3,28; 95%-KI 1,22–9,18), mehr Rückfallepisoden (IRR 1,77) und intensivere psychiatrische Versorgung (OR 3,16; 95%-KI 1,26–8,09).

A
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Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Schoeler et al. ·2017 ·The Lancet Psychiatry
136 mal zitiert

Poor medication adherence and risk of relapse associated with continued cannabis use in patients with first-episode psychosis: a prospective analysis.

Design
Prospektive Kohortenstudie (2 Jahre)
Stichprobe
n = 245 Pat.
Kernaussage

Fortgesetzter Cannabiskonsum nach Erstpsychose erhöht das Rückfallrisiko, teilweise vermittelt durch schlechtere Medikamenten-Adhärenz.

Zusammenfassung

Prospektive Kohorte n=245 Patienten mit Erstpsychose (2 Jahre Follow-up); 37% erlitten Rückfall; andauernder Cannabiskonsum prädizierte Rückfall; Medikamentenadhärenz vermittelte 20–36% des Effekts (β_indirekt=0,08; 95% CI 0,004–0,16 für Rückfallrisiko); Modell erklärte R²=0,25 der Rückfallvarianz.

A
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Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Schoeler et al. ·2017 ·Psychiatry Research
26 mal zitiert

Effect of continued cannabis use on medication adherence in the first two years following onset of psychosis.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 233 Pat.
Kernaussage

Hochpotenter Cannabiskonsum nach Psychosebeginn erhöht das Risiko für Medikamentennon-Adhärenz signifikant gegenüber Nicht-Konsumierenden.

Zusammenfassung

Prospektive Kohortenstudie (n=233) an Patienten nach erstem Psychose-Episode; fortgesetzter Konsum hochpotenter Cannabis-Formen (Skunk-ähnlich) assoziiert mit OR=5.26 [95% CI 1.91–15.68] für Medikamenten-Non-Adhärenz im Vergleich zu Nicht-Konsumenten (51% vs. 83% Non-Adhärenz; p<0.05); kein signifikanter Effekt bei sporadischem oder mild-potenten Cannabis-Konsum.

A
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Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Foti et al. ·2010 ·American Journal of Psychiatry
224 mal zitiert

Cannabis use and the course of schizophrenia: 10-year follow-up after first hospitalization.

Design
Prospektive Kohortenstudie (10 Jahre Follow-up)
Stichprobe
n = 229 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum ist mit einem ungünstigeren Verlauf psychotischer Symptome und einem früheren Psychosebeginn bidirektional assoziiert.

Zusammenfassung

n=229 Patienten mit Schizophrenie-Spektrum-Störung, 10-Jahres-Follow-up nach Erstaufnahme; Lebenszeitprävalenz Cannabiskonsum 66,2%; Cannabiskonsum bidirektional mit psychotischen Symptomen assoziiert (Mixed-effects-Modell, p<0.05 nach Adjustierung für Geschlecht, Alter, SES, andere Substanzen, Antipsychotika); Lifetime-Konsum mit früherem Psychose-Onset assoziiert.

A
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Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Setién-Suero et al. ·2019 ·Acta Psychiatrica Scandinavica
28 mal zitiert

Stopping cannabis use benefits outcome in psychosis: findings from 10-year follow-up study in the PAFIP-cohort.

Design
Prospektive Kohortenstudie (10-Jahres-Follow-up)
Stichprobe
n = 209 Pat.
Kernaussage

Persistenter Cannabiskonsum verschlechtert Symptomatik und Funktionsniveau bei Psychose; Konsumeinstellung normalisiert das Outcome auf das Niveau von Nie-Konsumierenden.

Zusammenfassung

10-Jahres-Kohortenstudie (n=209 Erstpsychose-Patienten, PAFIP-Kohorte): Persistente Cannabis-Nutzer zeigten signifikant schwerere Symptome (BPRS: χ²=15.583, p<0.001; SAPS: χ²=12.386, p=0.002) und schlechtere Funktionalität (DAS: χ²=6.067, p=0.048; GAF: χ²=6.635, p=0.033) gegenüber Ex-Nutzern und Nie-Nutzern. Ex-Nutzer zeigten ähnliche Outcomes wie Nie-Nutzer.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Ouellet-Plamondon et al. ·2017 ·Psychological Medicine
41 mal zitiert

Specific impact of stimulant, alcohol and cannabis use disorders on first-episode psychosis: 2-year functional and symptomatic outcomes.

Design
Prospektive Longitudinalstudie (2 Jahre)
Stichprobe
Kernaussage

Cannabis-Use-Disorder sowie Stimulanzien-Missbrauch verschlechtern funktionelle und symptomatische Outcomes bei Erstpsychose-Patienten über 2 Jahre.

Zusammenfassung

2-jährige prospektive Kohorte (FEP-Patienten, 18–30 Jahre, Montreal); Cannabis-Use-Disorder (CUD) allein war die einzige Gruppe mit symptomatischer und funktioneller Verschlechterung von Jahr 1 zu Jahr 2. Schlechtere 2-Jahres-Outcomes in der CUD-Gruppe vs. kein-SUD-Gruppe; persistenter CUD ohne Polysubstanz identifiziert als eigenständiger Risikofaktor für Verlaufsverschlechterung bei Psychose.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Barbeito et al. ·2013 ·BMC Psychiatry
38 mal zitiert

Cannabis use and involuntary admission may mediate long-term adherence in first-episode psychosis patients: a prospective longitudinal study.

Design
Prospektive Longitudinalstudie (8 Jahre)
Stichprobe
n = 98 Pat.
Kernaussage

Unfreiwillige Erstaufnahme und Cannabisabstinenz sind mit verbesserter Langzeit-Therapieadhärenz bei FEP assoziiert, jedoch bleibt bei einem Großteil die Adhärenz dauerhaft schlecht.

Zusammenfassung

8-jährige Longitudinalstudie (N=98 FEP-Patienten); 52% Cannabis-Konsum zu Baseline, 74,4% schlechte Therapieadhärenz. Cannabisabstinenz während Follow-up war bei 38,9% der Patienten mit verbesserter Adherenz assoziiert; freiwillige Erstaufnahme als weiterer Prädiktor (p<0,001). Fortgesetzter Cannabiskonsum (persistente CUD) assoziiert mit dauerhaft schlechter Therapietreue über 8 Jahre — Interventionsziel für FEP-Behandlung.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Linszen et al. ·1994 ·Archives of General Psychiatry
668 mal zitiert

Cannabis abuse and the course of recent-onset schizophrenic disorders.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 93 Pat.
Kernaussage

Cannabis-Missbrauch erhöht das Risiko psychotischer Rückfälle bei Schizophrenie signifikant, dosisabhängig bei schwerem Missbrauch stärker ausgeprägt.

Zusammenfassung

Prospektive 1-Jahres-Kohortenstudie (n=93: 24 Cannabis-Konsumenten vs. 69 Nicht-Konsumenten) bei Patienten mit frühem Schizophrenie-Beginn. Signifikant mehr und frühere psychotische Rückfälle in der Cannabis-Gruppe (p=0,03); Assoziation stärker bei schwerem Konsum (p=0,002). Kein Confounding durch andere Drogen. Bei allen bis auf einen Patienten ging Cannabis-Konsum dem ersten psychotischen Symptom >1 Jahr voraus.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
González-Pinto et al. ·2011 ·Schizophrenia Bulletin
139 mal zitiert

Cannabis and first-episode psychosis: different long-term outcomes depending on continued or discontinued use.

Design
Prospektive Längsschnittkohorte (8 Jahre, Erstpsychose)
Stichprobe
n = 92 Pat.
Kernaussage

Absetzen von Cannabis nach Erstpsychose verbessert das funktionelle Langzeitoutcome und reduziert Negativsymptome, während fortgesetzter Konsum mit schlechterem Verlauf assoziiert ist.

Zusammenfassung

Prospektive 8-Jahres-Kohorte (n=92) nach erster Psychoseepisode; Patienten die Cannabis aufhörten (CUS, n=27) zeigten besseres funktionelles Langzeitergebnis vs. Weiterkonsumenten (CU, n=25): Effektgröße=1.26 (95% CI 0.65-1.86) und weniger Negativsymptome (Effektgröße=-0.72, 95% CI -1.27 bis -0.14). Cannabis-Stopp nach Erstpsychose → klar verbesserter Langzeitverlauf.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Sideli et al. ·2018 ·Early Intervention in Psychiatry
40 mal zitiert

Interaction between cannabis consumption and childhood abuse in psychotic disorders: preliminary findings on the role of different patterns of cannabis use.

Design
Fall-Kontroll-Studie
Stichprobe
n = 445 Pat.
Kernaussage

Hochpotenter und täglicher Cannabiskonsum erhöht das Psychoserisiko teilweise unabhängig von Kindheitstraumata, jedoch ohne signifikante synergistische Interaktion.

Zusammenfassung

Fall-Kontroll-Studie (n=231 Ersthospitalisierte mit Psychose + 214 Kontrollen); Kombination aus lebenslangem Cannabiskonsum + Kindheitsmissbrauch erhöhte Psychose-Odds um fast das Dreifache (adjustierte OR=2,94; 95% CI 1,44–6,02; p=0,003); kein signifikanter Interaktionseffekt (OR=1,46; 95% CI -0,54–3,46; p=0,152). Hochpotentes Cannabis (täglich) erhöhte Psychose-Risiko unabhängig von Kindheitstraumatisierung.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Auther et al. ·2012 ·Psychological Medicine
99 mal zitiert

Prospective study of cannabis use in adolescents at clinical high risk for psychosis: impact on conversion to psychosis and functional outcome.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 160 Pat.
Kernaussage

Lebenslanger Cannabiskonsum erhöhte die Psychosekonversionsrate bei klinischen Hochrisikoprobanden nicht und war mit besserer sozialer Funktionsfähigkeit assoziiert.

Zusammenfassung

Prospektive Kohorte klinisch Hochrisiko-Jugendlicher (CHR+, n=101; gesunde Kontrollen, n=59), mittleres Follow-up 2,97 Jahre; logistische Regression: lebenslange Cannabis-Nutzung NICHT mit Psychose-Konversion assoziiert (n=15 Konversionen); Cannabis-Nutzer hatten höhere soziale Funktionsfähigkeit (GF:Social, p<0.001) im Vergleich zu Nicht-Nutzern.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Barrigón et al. ·2010 ·Journal of Psychiatric Research
37 mal zitiert

Temporal relationship of first-episode non-affective psychosis with cannabis use: a clinical verification of an epidemiological hypothesis.

Design
Klinische Kohortenstudie (Fall-Kontroll)
Stichprobe
n = 112 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum ist unabhängig von anderen Substanzen signifikant mit einem früheren Erstauftreten einer nicht-affektiven Psychose assoziiert (HR 2,66).

Zusammenfassung

n=112 Patienten mit erster nicht-affektiver Psychose; Cannabis-Vorgeschichte erhöhte das Risiko für Psychose-Onset signifikant (HR 2.66, 95% CI 1.74–4.05, p<0.001); medianer Psychose-Onset bei Cannabis-Nutzern 23.5 vs. 33.5 Jahre bei Nicht-Nutzern (p<0.001); Dosis-Wirkungs-Muster bestätigt.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Houston et al. ·2008 ·Schizophrenia Bulletin
163 mal zitiert

Childhood sexual abuse, early cannabis use, and psychosis: testing an interaction model based on the National Comorbidity Survey.

Design
Querschnittsstudie (National Comorbidity Survey)
Stichprobe
Kernaussage

Die Kombination von sexuellem Kindheitstrauma und frühem Cannabiskonsum erhöht das Psychoserisiko multiplikativ signifikant gegenüber den Einzelfaktoren allein.

Zusammenfassung

NCS-Community-Sample; Interaktion Cannabiskonsum <16 Jahre × Kindheitstrauma → klinisch diagnostizierte Psychose: OR=6.93 (95%-KI 1.39–34.63, p=.02). Subgruppe Cannabis <16 J. mit sexuellem Trauma: OR=11.96 (95%-KI 2.10–68.22, p=.01). Kein signifikanter Haupteffekt für Cannabis allein; Risiko tritt primär in vulnerabler Jugend-Subgruppe auf.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Houston et al. ·2011 ·Psychological Medicine
75 mal zitiert

Cannabis use and psychosis: re-visiting the role of childhood trauma.

Design
Querschnittsstudie (Bevölkerungssurvey, multivariate logistische Analyse)
Stichprobe
n = 7.403 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum war nach Adjustierung für Kindheitstrauma nicht mehr signifikant mit Psychose assoziiert; sexueller Kindheitsmissbrauch erwies sich als deutlich stärkerer Prädiktor.

Zusammenfassung

Bevölkerungssurvey (n=7.403, Adult Psychiatric Morbidity Survey 2007); Cannabiskonsum allein nach Adjustierung für Kindheitstrauma nicht signifikant für Psychosediagnose; Kindheitliche sexuelle Traumatisierung: OR 6,10 für Psychose; kombiniert Trauma + Cannabiskonsum: OR 7,84 — Cannabis-Psychose-Assoziation durch Kindheitstrauma moderiert.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Power et al. ·2014 ·Molecular Psychiatry
200 mal zitiert

Genetic predisposition to schizophrenia associated with increased use of cannabis.

Design
Genetische Querschnittsstudie (Bevölkerungsstichprobe)
Stichprobe
n = 2.082 Pat.
Kernaussage

Höhere Schizophrenie-Risikoallel-Last ist mit gesteigertem Cannabis-Konsum assoziiert, was auf eine geteilte genetische Grundlage hinweist.

Zusammenfassung

n=2082 gesunde Erwachsene; höhere Last an Schizophrenie-Risikoallelen war signifikant mit Cannabis-Konsum assoziiert (Jemals vs. Nie-Konsum: p=2,6×10⁻⁴; Konsummenge unter Nutzern: p=3,0×10⁻³); Befund deutet auf gemeinsame genetische Ätiologie zwischen Schizophrenie-Risiko und Cannabiskonsum hin.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Gage et al. ·2014 ·Psychological Medicine
94 mal zitiert

Associations of cannabis and cigarette use with psychotic experiences at age 18: findings from the Avon Longitudinal Study of Parents and Children

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 1.756 Pat.
Kernaussage

Der Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und psychotischen Erlebnissen wurde durch Adjustierung für Tabakkonsum und anderen Drogengebrauch erheblich abgeschwächt und verlor die statistische Signifikanz.

Zusammenfassung

ALSPAC-Kohorte (n=1.756 Jugendliche): Cannabiskonsum im Alter 16 Jahre war mit einem erhöhten Risiko für psychotische Erlebnisse im Alter 18 assoziiert (OR=1,48, 95% CI 1,18–1,86); nach Adjustierung für Tabakrauchen attenuierte sich die Assoziation (OR=1,27, 95% CI 0,91–1,76); fast alle Probanden konsumierten Cannabis gemeinsam mit Tabak, was eine Trennbarkeit der Effekte erschwert.

B
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Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Karcher et al. ·2019 ·JAMA Psychiatry
52 mal zitiert

Genetic Predisposition vs Individual-Specific Processes in the Association Between Psychotic-like Experiences and Cannabis Use

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 1.120 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum ist mit psychotischen Symptomen assoziiert; 69–84% dieser Assoziation erklären sich durch gemeinsame genetische Faktoren, aber es gibt auch individuelle kausale Effekte innerhalb diskordanter Geschwisterpaare.

Zusammenfassung

n=1.120 Zwillingspaare aus ABCD-Studie; Cannabis-Konsum assoziiert mit psychotischen Symptomen, aber Zwillingsanalyse zeigt: Assoziation primär durch gemeinsame genetische Vulnerabilität (polygenic risk score für Schizophrenie) erklärt, nicht primär kausaler Effekt von Cannabis selbst.

B
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Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
French et al. ·2015 ·JAMA Psychiatry
176 mal zitiert

Early Cannabis Use, Polygenic Risk Score for Schizophrenia and Brain Maturation in Adolescence

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 1.030 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum in der frühen Adoleszenz ist bei männlichen Jugendlichen mit hohem polygenetischen Risikoscore mit verminderter Hirnrindenstärke assoziiert, was auf einen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und genetischem Schizophrenie-Risiko bei der Hirnreifung hindeutet.

Zusammenfassung

n=1.030 Jugendliche, frühes Cannabis-Onset assoziiert mit dünnerer kortikaler Hirnreifung bei Individuen mit hohem polygenetischem Schizophrenie-Risiko-Score (p0.01), keine Assoziation bei niedrigem PRS, unterstützt Gen×Umwelt-Interaktion bei Psychose-Risiko.

B
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Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Auther et al. ·2015 ·Acta Psychiatrica Scandinavica
46 mal zitiert

Alcohol confounds relationship between cannabis misuse and psychosis conversion in a high-risk sample.

Design
Prospektive Kohortenstudie (multisite)
Stichprobe
n = 370 Pat.
Kernaussage

Cannabis-Missbrauch prädizierte Psychose-Konversion, dieser Effekt wurde jedoch durch Alkoholkonsum konfundiert und verlor nach Adjustierung an Stärke.

Zusammenfassung

Multisite-Kohorte N=370 klinisch Hochrisiko-Probanden (CHR), mittleres Alter 18,3 Jahre; Cannabis-Abhängigkeit/-Missbrauch (CA/CD, n=67) vs. Keine Nutzung: signifikant höhere Psychose-Konversionsrate (p=0.031) und vs. nicht-beeinträchtigte Nutzung (p=0.027); Alkohol-Adjustierung schwächte diese Assoziation — Alkohol als Confounder identifiziert.

B
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Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Dragt et al. ·2012 ·Acta Psychiatrica Scandinavica
100 mal zitiert

Cannabis use and age at onset of symptoms in subjects at clinical high risk for psychosis.

Design
Prospektive multizentrische Kohortenstudie
Stichprobe
n = 245 Pat.
Kernaussage

Früherer Cannabiskonsum ist signifikant mit früherem Auftreten von Hochrisiko- und Prodromalsymptomen für Psychose assoziiert.

Zusammenfassung

Prospektive Multizenterstudie (n=245 Hochrisikopersonen, 18 Monate Follow-up): Jüngeres Einstiegsalter in Cannabiskonsum bzw. Cannabisstörung korrelierte signifikant mit jüngerem Symptombeginn für 6 Prodromalsymptome (0,33 < r_s < 0,83; p<0,004 bis p<0,001). Cannabisonset ging dem Symptombeginn bei den meisten Teilnehmern zeitlich voraus. Ergebnis stützt kausale Rolle von Frühkonsum bei Psychoseentwicklung vulnerabler Personen.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Abdel-Baki et al. ·2017 ·Psychiatry Research
83 mal zitiert

Symptomatic and functional outcomes of substance use disorder persistence 2 years after admission to a first-episode psychosis program.

Design
Longitudinale Beobachtungsstudie (2 Jahre)
Stichprobe
n = 212 Pat.
Kernaussage

Persistierende SUD ist gegenüber remittierender SUD mit schlechteren funktionalen und symptomatischen Verläufen bei FEP-Patienten verbunden.

Zusammenfassung

n=212 Patienten mit Erstpsychose (18–30 J.), 2 Jahre Follow-up; Cannabis war die am häufigsten missbrauchte Substanz (42.9% bei Baseline). Persistierende Substanzstörungen (SUD) assoziierten mit schlechteren Funktionsergebnissen (QoL, SOFAS, Erwerbstätigkeit), mehr Symptomen (PANSS) und höherer Inanspruchnahme von Notfall-/Krankenhausleistungen; SUD-Rate sank im ersten Jahr um ~30%. SUD-Persistenz war prädiktiver als SUD-Vorhandensein bei Aufnahme.

B
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Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Harley et al. ·2010 ·Psychological Medicine
208 mal zitiert

Cannabis use and childhood trauma interact additively to increase the risk of psychotic symptoms in adolescence.

Design
Populationsbasierte Querschnittsstudie
Stichprobe
n = 211 Pat.
Kernaussage

Die Kombination aus Cannabiskonsum und Kindheitstraumata erhöht das Risiko psychotischer Symptome im Jugendalter über das additive Maß beider Einzelrisiken hinaus.

Zusammenfassung

n=211 Jugendliche (12–15 Jahre); Cannabisgebrauch signifikant mit psychotischen Symptomen assoziiert; Interaktion mit Kindheitstrauma: Greater-than-additive-Effekt (Risiko durch Kombination > Summe der Einzelrisiken). Wichtige Subgruppenmoderator-Evidenz: höchstes Psychose-Risiko bei traumatisierten Cannabiskonsumenten in der Adoleszenz.

B
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Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Koenders et al. ·2015 ·Journal of Psychiatry and Neuroscience
27 mal zitiert

Brain volume in male patients with recent onset schizophrenia with and without cannabis use disorders.

Design
Querschnittsstudie (MRT-Volumetrie)
Stichprobe
n = 197 Pat.
Kernaussage

Komorbide CUD bei Schizophrenie ist mit einem vergrößerten Putamen-Volumen assoziiert, möglicherweise durch Polysubstanzkonsum bedingt.

Zusammenfassung

Querschnittsstudie (n=113 Schizophrenie-Patienten [CUD=80, NCUD=33] + 84 gesunde Kontrollen) mit MRT-Volumetrie; Patienten mit komorbider Cannabis-Gebrauchsstörung (CUD) hatten signifikant größeres Putamen-Volumen vs. NCUD-Patienten; kein Zusammenhang zwischen Einsatzalter oder Konsumhäufigkeit und grauer Substanz-Volumen; CUD-Patienten häufiger Polytoxikomane.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Valmaggia et al. ·2014 ·Psychological Medicine
99 mal zitiert

Cannabis use and transition to psychosis in people at ultra-high risk.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 182 Pat.
Kernaussage

Lifetime-Cannabiskonsum erhöhte das Transitionsrisiko nicht generell, jedoch steigerten früher Beginn und häufiger Konsum das Risiko signifikant.

Zusammenfassung

n=182 Ultra-Hochrisiko-Personen (UHR) für Psychose, 2-Jahres-Follow-up. Frühzeitiger Cannabis-Beginn (<15 Jahre) und häufiger Gebrauch: Transition zu Psychose 25% vs. 5% bei seltenerem/späterem Gebrauch (χ²=10,971, p=0,001). Im Gesamtsample keine signifikante Risikoerhöhung durch Lebenszeitkonsum (12,7% vs. 18,8%, p=0,303); Risikosignal konzentriert sich auf frühzeitigen Intensivgebrauch.

B
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Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Buchy et al. ·2014 ·Schizophrenia Research
58 mal zitiert

Impact of substance use on conversion to psychosis in youth at clinical high risk of psychosis.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 170 Pat.
Kernaussage

Cannabis- und Tabakkonsum sagten die Psychosekonversion bei CHR-Personen nicht vorher; lediglich geringer Alkoholkonsum zeigte einen prädiktiven Beitrag.

Zusammenfassung

Prospektive Kohortenstudie (n=170 Personen mit klinisch erhöhtem Psychoserisiko), 4-Jahres-Follow-up (PREDICT-Studie, 3 Standorte); Cox-Proportional-Hazards-Analyse: Cannabiskonsum zum Baseline-Zeitpunkt war kein signifikanter Prädiktor für die Konversion zur Psychose (kein signifikanter HR), während niedriger Alkoholkonsum als Prädiktor identifiziert wurde.

B
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Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Baeza et al. ·2009 ·Schizophrenia Research
114 mal zitiert

Cannabis use in children and adolescents with first episode psychosis: influence on psychopathology and short-term outcome (CAFEPS study).

Design
Prospektive Kohortenstudie (6-Monats-Follow-up)
Stichprobe
n = 110 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum korreliert mit stärkeren Positivsymptomen bei Erstpsychose, Abstinenz geht jedoch mit der besten symptomatischen Verbesserung nach 6 Monaten einher.

Zusammenfassung

n=110 Kinder und Jugendliche (9–17 Jahre) mit Erstepsychose (FEP); 32 Cannabis-Konsumenten (CU) vs. 78 Nicht-Konsumenten (NCU). CU hatten initial höhere PANSS-Positiv-Scores (p=0.002) und geringere Negativ- (p<0.001) und Gesamt-Scores (p=0.007). Nach 6 Monaten hatten CU signifikant niedrigere PANSS-Werte über alle Subskalen (total p=0.002); frühere CU, die aufhörten, hatten das beste Outcome, aktuelle CU ein intermediäres, NCU das schlechteste. Cannabis-Konsum bei FEP assoziiert mit höherer initialer Positivsymptomatik und besserem Verlauf bei Konsumabstinenz.

B
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Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Phillips et al. ·2002 ·Australian & New Zealand Journal of Psychiatry
126 mal zitiert

Cannabis use is not associated with the development of psychosis in an 'ultra' high-risk group.

Design
Prospektive Kohorte
Stichprobe
n = 100 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum war in dieser Hochrisikogruppe nicht mit einer erhöhten Rate an Psychoseonset assoziiert.

Zusammenfassung

n=100 Jugendliche mit Ultra-High-Risk-Profil für Psychose; Cannabisgebrauch/-abhängigkeit im Jahr vor Einschluss war NICHT mit erhöhtem Psychose-Risiko in den folgenden 12 Monaten assoziiert (32% entwickelten eine akute Psychose, kein signifikanter Unterschied nach Cannabiskonsum). Negativ-Befund bei kleiner Kohorte; methodische Einschränkungen (niedriger Cannabiskonsum, kein Monitoring nach Baseline) schränken Schlussfolgerungen ein.

B
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Verblindung Offen
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Faber et al. ·2012 ·The Journal of Clinical Psychiatry
39 mal zitiert

Continued cannabis use and outcome in first-episode psychosis: data from a randomized, open-label, controlled trial.

Design
Prospektive Kohortenstudie (eingebettet in RCT)
Stichprobe
n = 124 Pat.
Kernaussage

Fortgesetzter Cannabiskonsum war mit schlechterer sozialer Rollenerfüllung assoziiert, nicht jedoch mit Psychopathologie oder Remissionsstatus.

Zusammenfassung

Prospektive 2-Jahres-Kohortenstudie (n=124 Erstmanifestations-Psychose-Patienten, DSM-IV). Fortgesetzter Cannabiskonsum NICHT assoziiert mit symptomatischer oder funktioneller Remission oder klinischer Erholung. Jedoch: Cannabis-Konsum erklärte 5,6% Varianz in ökonomischen und 8,4% in sozialen Aktivitäten (schlechtere soziale Funktion). Kein signifikanter Effekt auf PANSS Positiv-, Negativ- oder Allgemeinsymptome. Befund: Cannabis nach Erstpsychose → bescheidene, aber messbare Verschlechterung sozialer Funktion; klinische Bedeutung moderat.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schimmelmann et al. ·2012 ·European Psychiatry
97 mal zitiert

Prevalence and impact of cannabis use disorders in adolescents with early onset first episode psychosis.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 99 Pat.
Kernaussage

Nur persistenter Cannabiskonsum, nicht der Baseline-Konsum allein, ist mit schlechteren klinischen Outcomes bei jugendlicher Erstpsychose verbunden.

Zusammenfassung

Repräsentative Kohorte (n=99) Jugendlicher (14–18 Jahre) mit früh begonnenem ersten Psychose-Schub: Prävalenz lebenslanger Cannabis-Gebrauchsstörung (CUD) 65,7%, aktueller CUD bei Aufnahme 53,5%, persistenter CUD im Behandlungsverlauf 26,3%. Nur persistenter CUD war mit signifikant schlechteren 18-Monats-Outcomes assoziiert (mittlere Effektstärken nach Konfounder-Kontrolle), während baseline-CUD vornehmlich mit schwereren Ausgangssymptomen und geringerer psychosozialer Funktion verbunden war (p-Werte nicht numerisch angegeben, aber Effektgrößen mittelgroß).

B
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Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Ricci et al. ·2026 ·Addictive behaviors
0 mal zitiert

The role of hopelessness and depression in cannabis-induced first-episode psychosis: a 24-month prospective study.

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 72 Pat.
Kernaussage

Hopelessness und Depression sind unabhängige Prädiktoren für Psychose-Symptom-Schweregrad und mediieren teilweise die Beziehung zwischen Cannabiskonsum und anhaltenden psychotischen Symptomen; ihre Adressierung stellt ein potentiell modifizierbares Behandlungsziel dar.

Zusammenfassung

Prospektive 24-Monats-Studie zu Cannabis-induzierter Erstpsychose (n=72); Hoffnungslosigkeit (beta=0.30, p<0.001) und Depression (beta=0.34, p<0.001) prädizieren unabhängig die Symptomschwere. Mediationsanalyse: Hoffnungslosigkeit und Depression mediieren 31% bzw. 35% des Zusammenhangs zwischen Cannabis-Konsum und persistierenden psychotischen Symptomen. Kombination aus hoher Hoffnungslosigkeit, Depression und fortgesetztem Cannabis-Konsum erhöht Rückfallrisiko (HR=4.32, 95% CI [2.41, 7.75]).

B
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Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Kristensen et al. ·2007 ·Psychiatry Research
144 mal zitiert

Cannabis abuse and risk for psychosis in a prodromal sample.

Design
Longitudinale Kohortenstudie
Stichprobe
n = 48 Pat.
Kernaussage

Cannabis-Missbrauch war signifikant mit einer höheren Konversionsrate zur Psychose bei Hochrisiko-Personen assoziiert.

Zusammenfassung

n=48 Hochrisiko-Personen (CARE-Programm) mit subsyndromalen Psychosesymptomen oder familiärer Belastung; 1-Jahres-Follow-up: Konversionsrate zur Psychose bei Cannabis-Abhängigen/Abusern 31,3% vs. 3,1% bei Nicht-/Minimalnutzern; signifikante Assoziation zwischen Cannabismissbrauch und Psychoseübergang.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Bloomfield et al. ·2014 ·Biological Psychiatry
219 mal zitiert

Dopaminergic function in cannabis users and its relationship to cannabis-induced psychotic symptoms.

Design
Fall-Kontroll-Studie (PET-Neuroimaging)
Stichprobe
n = 38 Pat.
Kernaussage

Chronischer Cannabiskonsum reduziert die striatale Dopaminsynthese-Kapazität, ohne dass dies direkt mit cannabis-induzierten Psychosesymptomen assoziiert ist.

Zusammenfassung

PET-Neuroimaging-Studie (n=19 regelmäßige Cannabis-Konsumenten vs. n=19 Nicht-Konsumenten); Cannabis-Konsum assoziiert mit reduzierter striataler Dopaminsynthese-Kapazität (Effektgröße=0,85, p=0,016); inverse Korrelation zwischen Cannabis-Konsumhäufigkeit und Dopaminsynthese (r=-0,77, p<0,001); früherer Konsumbeginn assoziiert mit stärkerer Reduktion (r=0,51, p=0,027).

B
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
2021 ·Journal of Abnormal Psychology
0 mal zitiert

Supplemental Material for Adolescent Cannabis Use and Adult Psychoticism: A Longitudinal Co-Twin Control Analysis Using Data From Two Cohorts

Design
Longitudinale Co-Twin-Control-Analyse
Stichprobe
Zusammenfassung

Longitudinale Zwillingsstudie zu adoleszentem Cannabis-Konsum und adultem Psychotizismus; Co-Twin-Control-Design zur Kontrolle genetischer und Umwelt-Confounding. Abstract nennt keine numerischen Effektgrößen; verweist auf konsistenten Zusammenhang zwischen Cannabis-Nutzung und erhöhtem Schizophrenie-Risiko (Marconi et al., 2016) sowie dosisabhängige Risikoerhöhung bei frühem Konsumbeginn (van der Steur et al., 2020).

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Machielsen et al. ·2010 ·Australian & New Zealand Journal of Psychiatry
43 mal zitiert

Cannabis use in patients with a first psychotic episode and subjects at ultra high risk of psychosis: impact on psychotic- and pre-psychotic symptoms.

Design
Querschnittsstudie
Stichprobe
n = 228 Pat.
Kernaussage

Cannabis-Konsumstörung ist mit erhöhten Positivsymptomen bei Psychosepatienten assoziiert, zeigt jedoch keinen einheitlichen Effekt auf prä-psychotische Symptomatik bei UHR-Probanden.

Zusammenfassung

Querschnittsstudie (n=169 Psychosepatienten + n=59 Ultrahochrisikopersonen): 45% der Psychosepatienten und 27% der UHR-Probanden hatten eine komorbide Cannabisstörung. Bei Ausschluss anderer Substanzstörungen zeigten Patienten mit Cannabisstörung höhere Positivsymptomwerte vs. substanzfreie Kontrollgruppe. Negativkorrelation zwischen aktuellem Cannabiskonsum und prä-psychotischer Negativsymptomatik bei UHR-Probanden (Richtung: mehr Cannabis, weniger Negativsymptome — gemischter Befund).

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Korver et al. ·2010 ·Australian & New Zealand Journal of Psychiatry
53 mal zitiert

Symptomatology and neuropsychological functioning in cannabis using subjects at ultra-high risk for developing psychosis and healthy controls.

Design
Querschnittsstudie
Stichprobe
n = 121 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum ist mit mehr subklinischen Psychosesymptomen und neuropsychologischen Funktionseinbußen assoziiert, auch bei gesunden Kontrollpersonen.

Zusammenfassung

n=63 UHR-Patienten (34 Cannabis-Nutzer) + n=58 Kontrollen (28 Cannabis-Nutzer), Querschnitt; Cannabis-nutzende UHR-Patienten hatten mehr Basissymptome als nicht-nutzende UHR-Patienten; gesunde Cannabis-Nutzer erzielten verbales Gedächtnis- und Fluenz-Leistungen auf UHR-Niveau; Häufigkeit des Cannabiskonsums korrelierte mit Schwere mehrerer UHR-Symptome. Querschnittsdesign limitiert Kausalschlüsse.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Faridi et al. ·2012 ·Schizophrenia Research
33 mal zitiert

Medication adherence mediates the impact of sustained cannabis use on symptom levels in first-episode psychosis.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 48 Pat.
Kernaussage

Fortgesetzter Cannabiskonsum erhöht die Symptombelastung bei Ersterkrankungs-Psychose, jedoch vermittelt durch geringere Medikamenten-Adhärenz; Cannabiskonsumenten zeigten paradoxerweise höhere Adhärenzraten.

Zusammenfassung

n=48 Erstpsychose-Patienten mit Cannabis-Missbrauch (28 Fortsetzer, 20 Stopper); nach Kontrolle für Medikamenten-Adhärenz zeigten kontinuierliche Cannabis-Nutzer signifikant höhere Symptomlast nach 12 Monaten (F(1,30)=2,74, p=0,03); Adhärenz bei Fortsetzern höher (92% vs. 40%, p<0,01), aber Risiko schlechter Symptomverläufe bleibt erhöht.

Übersichtsarbeiten

Nicht-systematische Übersichts- und Expertenarbeiten zur Einordnung der Evidenzlage.

1
B
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Müller-Vahl et al. ·2008 ·Expert Review of Neurotherapeutics
125 mal zitiert

Cannabis and schizophrenia: towards a cannabinoid hypothesis of schizophrenia

Design
Narrative Review
Stichprobe
Narrative Review
Kernaussage

Cannabis wird als unabhängiger Risikofaktor für Psychosen eingeordnet, während das nichtpsychoaktive Cannabidiol als möglicher Behandlungsansatz diskutiert wird.

Zusammenfassung

Narrative Übersicht zur 'Cannabinoid-Hypothese' der Schizophrenie. Cannabis als unabhängiger Risikofaktor für Psychose mit dosisabhängigem Effekt und schlechterem Krankheitsverlauf. Endocannabinoid-System-Alterationen in Subgruppen (erhöhte CB1-Rezeptor-Dichte, erhöhte Liquor-Anandamid-Spiegel). Diskutiert Dopamin-Endocannabinoid-Interaktion und therapeutisches Potenzial von nicht-psychoaktivem Cannabidiol.