Studienlage / Gastroenterologie / Colitis ulcerosa

Colitis ulcerosa

9 kuratierte Studien · 3 Schlüsselstudien · mechoulam.de

Bei Colitis ulcerosa lindere Cannabis in kontrollierten Studien Beschwerden und verbessere die Lebensqualität, die eigentliche Krankheitsaktivität bessere sich dagegen nicht eindeutig. Die Datenbasis sei noch klein.

Bewertungsschema

Der Buchstabe bewertet die Qualität einer Studie, unabhängig vom Typ. Jeder Studientyp kann jede Note bekommen: auch ein Review kann B oder C sein, wenn er klein oder schwach ist, und ein RCT kann S sein. Die Note ist eine Synthese aus Studiendesign, Journal-Autorität und klinischer Verbindlichkeit:

S
Höchste Evidenz, große, methodisch erstklassige Studien oder S3-Leitlinien
A
Starke Evidenz, solide, aussagekräftige Studien mit klarem Ergebnis
B
Mittlere Evidenz, kleinere oder methodisch eingeschränkte Studien
C
Schwache Evidenz, vorläufige, indirekte oder widersprüchliche Befunde
D
Geringste Evidenz, explorative Hinweise, Einzelfälle oder Expertenmeinung

Qualitätsprofil je Studie

Links neben jeder Studie steht ein Profil aus vier Merkmalen, es zeigt die Unterschiede innerhalb einer Buchstaben-Klasse.

Größe
Teilnehmerzahl (RCT) bzw. eingeschlossene Studien (Review).
Verblindung
Doppelblind, einfachblind oder offen.
Effektstärke
Klarer Nutzen, gemischt, kein Nutzen oder Schaden.
Zitate / Jahr
Altersbereinigte Zitationshäufigkeit.

Kurz gefasst

Cannabis bei Colitis ulcerosa wurde in verschiedenen Studien untersucht, wobei die klinische Krankheitsaktivität sowie die Lebensqualität gemessen wurden. Meta-Analysen zu Cannabinoiden zeigten keine signifikante Verbesserung der klinischen Krankheitsaktivität bei Colitis ulcerosa, jedoch wurde eine Verbesserung der Lebensqualität sowie der patientenberichteten Symptome wie Bauchschmerz, Übelkeit und Wohlbefinden festgestellt. Untersucht wurden unter anderem THC-haltige Zigaretten, CBD-reiche Extrakte sowie verschiedene Cannabinoid-Kombinationen. Die Datenlage ist teilweise durch eine geringe Anzahl an randomisierten kontrollierten Studien sowie gemischte Ergebnisse hinsichtlich der klinischen Remission geprägt.

Stand der Evidenz

Dünne und heterogene Studiendaten

Die aktuelle Studienlage zu Cannabis bei Colitis ulcerosa zeichnet sich durch eine dünne und heterogene Datenbasis aus. Bis zum Jahr 2018 identifizierte die systematische Übersicht von Kafil 2018 keinerlei randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), wodurch keine Effektivitäts- oder Sicherheitsdaten gepoolt werden konnten und die Evidenz als unzureichend eingestuft wurde. Erst in den Jahren darauf vergrößerte sich der Datenpool. Eine Meta-Analyse von Desmarais 2020 basierte lediglich auf einer einzigen RCT mit 60 Teilnehmern und fand keinen Unterschied zwischen der Cannabis- und der Placebogruppe bezüglich des Remissionsversagens oder des Ansprechens. Die Evidenzqualität der Daten wurde in dieser Arbeit als niedrig bis sehr niedrig bewertet. Im Vergleich dazu umfasst die Meta-Analyse von Kang 2025 mit k=8 RCTs einen breiteren Ausschnitt der Erkrankung Colitis ulcerosa und des Morbus Crohn. Auch hier zeigte sich bei der klinischen Krankheitsaktivität für die Colitis ulcerosa keine signifikante Verbesserung, obwohl die Lebensqualität signifikant besser war. Die hohe Heterogenität der Ergebnisse, ausgedrückt durch I²-Werte von über 80 Prozent, legt nahe, dass die zugrunde liegenden Studien methodisch ungleichwertig sind oder unterschiedliche Patientengruppen und Interventionen untersuchen, was die belastbare Interpretation der Effekte erschwert.

Untersuchte Präparate, Wirkstoffe und Anwendungsformen

Die untersuchten Interventionen weisen große Unterschiede in der Zusammensetzung und der Applikationsform auf. Eine randomisierte Studie von Naftali 2021 setzte auf inhalativen Cannabiskonsum mittels Zigaretten, die 23 Prozent THC und 0,5 Prozent CBD enthielten, und verglich diese über acht Wochen mit einem Placebo. Im Gegensatz dazu untersuchte Irving 2018 den oralen Weg mit einem CBD-reichen Cannabis-Extrakt, bei dem die Patienten zweimal täglich 50 mg CBD über zehn Wochen erhielten. Eine narrative Übersicht von Carvalho 2020 diskutierte zudem potenzielle Wirkmechanismen über das Endocannabinoid-System, ohne jedoch spezifische Präparate zu benennen. Systematische Reviews von Kang 2025, Utz 2024 und Doeve 2021 stellten die spezifischen Wirkstoffe in den einzelnen Studien teils nicht klar dar, was auf Uneinheitlichkeit in der Dokumentation oder der Zusammensetzung der geprüften Präparate hindeutet. Lediglich die Anwendung von Phytotherapeutika wie Plantago psyllium oder einer Kombination aus Myrrhe, Kamillenblütenextrakt und Kaffeekohle zur Remissionserhaltung wird in gastroenterologischen Leitlinien als komplementär erwähnt.

Patientengruppen, Studienteilnahmen und klinische Endpunkte

Die Fallzahlen in den randomisierten Studien sind durchgehend klein. Naftali 2021 rekrutierte 32 Patienten mit aktiver Colitis ulcerosa, während Irving 2018 29 Patienten einbezog. Auch die als Meta-Analyse konzipierte Arbeit von Desmarais 2020 stützte sich auf nur 60 randomisierte Teilnehmer. Größere Beobachtungsdaten liefert eine retrospektive Kohortenstudie von Mbachi 2019, die mit n=596 Teilnehmern aus der NIS-Datenbank analysiert wurde. Diese Vergleichsstudie zwischen Cannabis-Nutzern und Nicht-Nutzern zeigte eine signifikant niedrigere Kolektomie-Rate sowie kürzere Krankenhausverweildauer in der Cannabiskonsumierenden-Gruppe. In den RCTs wurde die klinische Remission als primärer Endpunkt definiert. Naftali 2021 erzielte 28 Prozent klinische Remission in der Cannabis-Gruppe und 26 Prozent im Placebo, ein Unterschied, der sich nicht signifikant erwies. Ebenso blieb in der Studie von Irving 2018 die Remissionsrate mit 28 Prozent im Cannabis-Arm gegen 26 Prozent im Placebo-Arm statistisch nicht signifikant. Endoskopische Remission und Entzündungsmarker wiesen in den Metadaten von Kang 2025 keine Unterschiede auf.

Offene Fragen und Belastbarkeit der Ergebnisse

Die bestehende Evidenz beantwortet die Frage nach einer direkten Krankheitsaktivitätssenkung durch Cannabis nicht zufriedenstellend. Während patientenberichtete Symptome wie Bauchschmerz, Wohlbefinden und Lebensqualität in mehreren Studien als verbessert beschrieben werden, fehlen belastbare Daten zur objektiven Entzündungsreduktion oder zur endoskopischen Heilung. Die kleinen Fallzahlen in den primären RCTs limitieren die statistische Power der Ergebnisse erheblich. Zudem bleibt unklar, ob die beobachteten Effekte auf die spezifische Zusammensetzung des Präparats, die Dosierung oder die Applikationsform zurückzuführen sind. Langzeitdaten zur Sicherheit und Wirksamkeit fehlen weitgehend, da die meisten klinischen Studien Zeiträume von nur wenigen Wochen bis zehn Monaten abdecken. Weiterhin bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der Generalisierbarkeit der Ergebnisse, da die Studien unterschiedliche Krankheitsphasen und Schweregrade einschlossen. Die Datenlage ist daher nicht ausreichend, um eine belastbare klinische Empfehlung für die Therapie der Colitis ulcerosa mit Cannabis abzugeben.

Häufige Fragen

Hilft Cannabis gegen Colitis ulcerosa?
In klinischen Studien wurde keine signifikante Verbesserung der klinischen Remission oder der Krankheitsaktivität im Vergleich zu Placebo gemessen. Es wurden jedoch Verbesserungen bei patientenberichteten Symptomen wie Bauchschmerz, Übelkeit und Appetit sowie der Lebensqualität beobachtet.
Wie wirkt Cannabis bei Colitis ulcerosa auf die Lebensqualität?
Studien zu Cannabinoiden bei Colitis ulcerosa zeigten eine Verbesserung der Lebensqualität. Die Datenlage zu diesem Effekt gilt in Meta-Analysen als vorhanden, die klinischen Endpunkte der Krankheitsaktivität bleiben jedoch unklar.
Welche Effekte zeigte Cannabis bei Colitis ulcerosa in Bezug auf Krankenhausaufenthalte?
In einer retrospektiven Kohortenstudie wiesen Cannabis-Nutzer mit hospitalisierter Colitis ulcerosa eine signifikant niedrigere Kolektomie-Rate auf. Zudem wurde ein Trend zu weniger Darmobstruktion und einer kürzeren Krankenhausverweildauer gemessen.

Schlüsselstudien

3
  1. 01
    S
    Cannabis for the treatment of ulcerative colitis.
    Kafil et al. ·2018 ·The Cochrane database of systematic reviews
    Lesen
  2. 02
    A
    Meta-analysis of the Therapeutic Impact of Cannabinoids in Inflammatory Bowel Disease.
    Kang et al. ·2025 ·Inflammatory bowel diseases
    Lesen
  3. 03
    A
    A Systematic Review With Meta-Analysis of the Efficacy of Cannabis and Cannabinoids for Inflammatory Bowel Disease: What Can We Learn From Randomized and Nonrandomized Studies?
    Doeve et al. ·2021 ·Journal of Clinical Gastroenterology
    Lesen

Systematische Reviews und Meta-Analysen

Synthesen der RCT-Evidenz nach Cochrane- und PRISMA-Standards.

5
S
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Kafil et al. ·2018 ·The Cochrane database of systematic reviews
43 mal zitiert

Cannabis for the treatment of ulcerative colitis.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 2 Studien
n = 60 Pat.
Kernaussage

Die Wirkung von Cannabis und Cannabinoiden auf Colitis ulcerosa ist unsicher; es können keine gesicherten Schlussfolgerungen zur Wirksamkeit und Sicherheit gezogen werden.

Zusammenfassung

Cochrane Systematische Review zu Cannabis/Cannabinoiden bei Colitis ulcerosa (Suche bis 02.01.2018). Keine RCTs zur Wirksamkeit bei UC identifiziert — Review konnte keine Effektivitäts- oder Sicherheitsdaten poolieren. Schlussfolgerung: unzureichende Evidenz für Cannabis-Therapie bei UC zum Zeitpunkt der Publikation.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Kang et al. ·2025 ·Inflammatory bowel diseases
8 mal zitiert

Meta-analysis of the Therapeutic Impact of Cannabinoids in Inflammatory Bowel Disease.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 8 Studien
Kernaussage

Cannabinoide zeigten Verbesserungen bei Krankheitsaktivität in Morbus Crohn und Lebensqualität in beiden IBD-Formen, aber keine signifikanten Effekte auf UC-Aktivität, endoskopische Befunde oder Entzündungsmarker.

Zusammenfassung

Meta-Analyse über k=8 RCTs zu Cannabinoiden bei IBD (4 Crohn, 3 UC, 1 beide Erkrankungen). Für UC: klinische Krankheitsaktivität nicht signifikant verbessert (RR=-2,13; 95% CI -4,80 bis 0,55; I²=90,3%). Verbesserung der Lebensqualität sowohl für Crohn als auch UC (RR=1,79; 95% CI 0,92-2,66; I²=82,8%). Keine Unterschiede in endoskopischer Aktivität oder Entzündungsmarkern.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Utz et al. ·2024 ·Zeitschrift fur Gastroenterologie
5 mal zitiert

Phytotherapeutic recommendations in medical guidelines for the treatment of gastroenterological diseases - a systematic review

Design
Systematic Review
Stichprobe
Systematische Review
Kernaussage

Phytotherapeutika zeigen für verschiedene gastroenterologische Erkrankungen unterschiedliche Evidenzgrade: starke Empfehlung für Pfefferminzöl bei Reizdarmsyndrom, Empfehlungen für weitere Phytotherapeutika bei Verstopfung und Colitis ulcerosa, aber unzureichende Daten für Morbus Crohn und Bedarf für weitere methodisch hochwertige Studien.

Zusammenfassung

Systematisches Screening phytotherapeutischer Empfehlungen in gastroenterologischen Leitlinien. Für Colitis ulcerosa: Plantago psyllium sowie Kombination Myrrhe/Kamillenblütenextrakt/Kaffeekohle komplementär zur Remissionserhaltung; 'offene Empfehlung' für Curcumin (Remissionsinduktion und -erhaltung). Cannabis-basierte Medikamente bei abdominellen Schmerzen/Appetitverlust erwägbar, wenn Standardtherapie ineffektiv; nicht bei akuter Entzündung.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Doeve et al. ·2021 ·Journal of Clinical Gastroenterology
40 mal zitiert

A Systematic Review With Meta-Analysis of the Efficacy of Cannabis and Cannabinoids for Inflammatory Bowel Disease: What Can We Learn From Randomized and Nonrandomized Studies?

Design
Systematische Review + Meta-Analyse
Stichprobe
k = 20 Studien
n = 146 Pat.
Kernaussage

Cannabinoide induzierten keine klinische Remission bei IBD, verbesserten aber Symptome und Lebensqualität signifikant.

Zusammenfassung

SR+MA zu Cannabinoiden bei CED (k=20 Studien: 5 RCTs + 15 nicht-randomisierte); n=146 randomisierte Teilnehmer; klinische Remission nicht erreicht (RR=1,56; 95%-KI 0,99–2,46); jedoch signifikante Verbesserung patientenberichteter Symptome (Bauchschmerz, Wohlbefinden, Übelkeit, Diarrhö, Appetit) und Lebensqualität.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Desmarais et al. ·2020 ·Annals of Gastroenterology
10 mal zitiert

Evidence supporting the benefits of Cannabis for Crohn’s disease and ulcerative colitis is extremely limited: a meta-analysis of the literatureEvidence supporting the benefits of Cannabis for Crohn’s disease and ulcerative colitis is extremely limited: a meta-analysis of the literature

Design
Meta-Analyse (Systematische Review)
Stichprobe
k = 1 Studien
n = 60 Pat.
Kernaussage

Cannabis zeigte gegenüber Placebo/Standardtherapie keinen signifikanten Nutzen bei klinischer Remission oder Response bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.

Zusammenfassung

Meta-Analyse zu Cannabis bei Colitis ulcerosa; k=1 RCT (n=60: 29 Cannabis, 31 Placebo); kein Unterschied bei Remissionsversagen (RR 1.02, 95%CI 0.76-1.37) oder Ansprechen (RR 0.99, 95%CI 0.65-1.21); UAW traten bei allen Cannabis-Patienten auf (RR 1.28, 95%CI 1.05-1.56); GRADE-Evidenz niedrig bis sehr niedrig.

Randomisierte Kontrollierte Studien

Wirksamkeits- und Sicherheitsbelege aus kontrollierten Interventionsstudien.

2
B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Irving et al. ·2018 ·Inflammatory Bowel Diseases
158 mal zitiert

A Randomized, Double-blind, Placebo-controlled, Parallel-group, Pilot Study of Cannabidiol-rich Botanical Extract in the Symptomatic Treatment of Ulcerative Colitis

Design
RCT
Stichprobe
n = 29 Pat.
Kernaussage

Primärer Endpunkt (Remissionsrate) nicht erreicht (CBD 28% vs. Placebo 26%), aber sekundäre Analysen zeigten Vorteile der CBD-reichen Extrakt bei Mayo-Scores und subjektiven Parametern.

Zusammenfassung

n=29 Colitis ulcerosa, 10 Wochen CBD-reicher Cannabis-Extrakt (2×50 mg CBD oral) vs. Placebo; kein signifikanter Unterschied im primären Endpunkt (klinische Remission: 28% CBD vs. 26% Placebo, p=0.97); Lebensqualität (IBDQ) nicht-signifikant verbessert (p=0.36); gut toleriert.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Naftali et al. ·2021 ·PLOS ONE
51 mal zitiert

Cannabis is associated with clinical but not endoscopic remission in ulcerative colitis: A randomized controlled trial

Design
RCT
Stichprobe
n = 32 Pat.
Kernaussage

Cannabis führte zu klinischer Remission und verbesserter Lebensqualität, aber nicht zu signifikanter Verbesserung der endoskopischen Scores oder Entzündungsmarker.

Zusammenfassung

n=32 aktive Colitis ulcerosa, Cannabis-Zigaretten (23% THC, 0.5% CBD) vs. Placebo über 8 Wochen; klinische Remission höher in Cannabis-Gruppe (28% vs. 26%, n.s.), keine endoskopische Remission-Unterschiede, Symptom-Score-Verbesserung in beiden Gruppen; primärer Endpunkt nicht erreicht.

Real-World-Evidenz und Beobachtungsstudien

Daten aus klinischer Versorgungspraxis, Registern und Pflichterhebungen.

1
C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Mbachi et al. ·2019 ·Medicine
16 mal zitiert

Association between cannabis use and complications related to ulcerative colitis in hospitalized patients: A propensity matched retrospective cohort study.

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 596 Pat.
Kernaussage

Cannabisnutzer mit UC zeigten niedrigere Raten für Colektomie (4,4% vs 9,7%), einen Trend zu weniger Darmobstruktionen und kürzere Krankenhausaufenthalte (4,5 vs 5,7 Tage).

Zusammenfassung

Propensity-Score-gematchte retrospektive Kohortenstudie aus NIS-Datenbank (2010-2014); n=596 (298 Cannabis-User vs. 298 Nicht-User) mit hospitalisierter Colitis ulcerosa. Cannabis-Nutzer hatten signifikant niedrigere Kolektomie-Rate (4,4% vs. 9,7%, p=0.010), Trend zu weniger Darmobstruktion (6,4% vs. 10,7%, p=0.057) und kürzere Krankenhausverweildauer (4,5 vs. 5,7 Tage, p<0.007).

Übersichtsarbeiten

Nicht-systematische Übersichts- und Expertenarbeiten zur Einordnung der Evidenzlage.

1
B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Carvalho et al. ·2020 ·International Journal of Molecular Sciences
34 mal zitiert

Cannabis and Canabidinoids on the Inflammatory Bowel Diseases: Going Beyond Misuse

Design
Narrative Review
Stichprobe
Narrative Review
Kernaussage

Cannabis zeigte in Studien Verbesserungen bei UC- und CD-Scores und Lebensqualität, doch die Autoren warnen vor Standardisierungsmängeln und fordern randomisierte kontrollierte Studien, bevor therapeutische Empfehlungen gegeben werden können.

Zusammenfassung

Narrative Übersichtsarbeit zu Cannabis und Cannabinoiden bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (IBD); diskutiert Wirkmechanismen über Endocannabinoid-System, antiinflammatorische Effekte und präklinische/klinische Daten zu Morbus Crohn und Colitis ulcerosa; keine systematische Meta-Analyse.

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