Studienlage / Psychiatrie / Angststörungen

Angststörungen

41 kuratierte Studien · 3 Schlüsselstudien · mechoulam.de

Die Evidenz bei Angststörungen entwickelt sich noch. Einzelne Übersichten berichten Verbesserungen bei einem Teil der Patienten, insbesondere unter Cannabidiol. Kontrollierte Studien mit Angst als primärem Endpunkt seien bislang selten, und Beobachtungsdaten zeigten je nach Konsummuster auch gegenläufige Effekte.

Bewertungsschema

Der Buchstabe bewertet die Qualität einer Studie, unabhängig vom Typ. Jeder Studientyp kann jede Note bekommen: auch ein Review kann B oder C sein, wenn er klein oder schwach ist, und ein RCT kann S sein. Die Note ist eine Synthese aus Studiendesign, Journal-Autorität und klinischer Verbindlichkeit:

S
Höchste Evidenz, große, methodisch erstklassige Studien oder S3-Leitlinien
A
Starke Evidenz, solide, aussagekräftige Studien mit klarem Ergebnis
B
Mittlere Evidenz, kleinere oder methodisch eingeschränkte Studien
C
Schwache Evidenz, vorläufige, indirekte oder widersprüchliche Befunde
D
Geringste Evidenz, explorative Hinweise, Einzelfälle oder Expertenmeinung

Qualitätsprofil je Studie

Links neben jeder Studie steht ein Profil aus vier Merkmalen, es zeigt die Unterschiede innerhalb einer Buchstaben-Klasse.

Größe
Teilnehmerzahl (RCT) bzw. eingeschlossene Studien (Review).
Verblindung
Doppelblind, einfachblind oder offen.
Effektstärke
Klarer Nutzen, gemischt, kein Nutzen oder Schaden.
Zitate / Jahr
Altersbereinigte Zitationshäufigkeit.

Schlüsselstudien

3
  1. 01
    S
    Cannabinoids for Medical Use
    Whiting et al. ·2015 ·JAMA
    Lesen
  2. 02
    A
    A positive association between anxiety disorders and cannabis use or cannabis use disorders in the general population--a meta-analysis of 31 studies.
    Kedzior et al. ·2014 ·BMC psychiatry
    Lesen
  3. 03
    A
    Medicinal cannabis in the management of anxiety disorders: A systematic review.
    Roberts et al. ·2025 ·Psychiatry research
    Lesen

Systematische Reviews und Meta-Analysen

Synthesen der RCT-Evidenz nach Cochrane- und PRISMA-Standards.

14
S
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Whiting et al. ·2015 ·JAMA
2103 mal zitiert

Cannabinoids for Medical Use

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 79 Studien
n = 6.462 Pat.
Kernaussage

Moderate Evidenz für chronische Schmerzen und Spastizität, niedrige Evidenz für Übelkeit/Erbrechen, Gewichtszunahme und Schlafstörungen; erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen.

Zusammenfassung

Umfassende SR über 79 RCTs (n=6.462) zu medizinischem Cannabis; KEINE ausreichende Evidenz für Angststörungen als primäres Outcome — moderate Evidenz nur für Schmerz und MS-Spastik, Angst nur als sekundäres/exploratives Outcome in einigen Studien.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Lowe et al. ·2024 ·The American journal of drug and alcohol abuse
23 mal zitiert

Cannabis use in adolescents and anxiety symptoms and disorders: a systematic review and meta-analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 18 Studien
n = 33.380 Pat.
Kernaussage

Adoleszente Cannabisnutzung ist mit erhöhtem Risiko für spätere Angststörungen und Angstsymptome assoziiert (OR = 2.14).

Zusammenfassung

SR + Meta-Analyse über k=18 Längsschnittstudien (n=33.380) zu adoleszentem Cannabis-Konsum und späteren Angst-Outcomes; Meta-Analyse von k=6 Studien zeigt erhöhtes Risiko für spätere Angststörungen (OR=2.14, 95% CI: 1.37-3.36, p<0.01). Qualitative Synthese von k=12 weiteren Studien: 9 von 12 fanden signifikanten Zusammenhang zwischen adoleszentem Cannabis-Konsum und späteren Angstsymptomen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Han et al. ·2024 ·Psychiatry research
43 mal zitiert

Therapeutic potential of cannabidiol (CBD) in anxiety disorders: A systematic review and meta-analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 8 Studien
n = 316 Pat.
Kernaussage

CBD zeigte einen signifikanten Effekt auf Angststörungen mit großer Effektgröße (Hedges' g = -0,92, 95% KI -1,80 bis -0,04).

Zusammenfassung

Systematische Review + Meta-Analyse zu CBD bei Angststörungen (GAD, SAD, PTSD); k=8 RCTs, n=316 Teilnehmende. Signifikanter Effekt von CBD auf Angst mit großer Effektstärke (Hedges' g=-0.92, 95% CI -1.80 bis -0.04, p<0.05). Einschränkung: begrenzte klinische Stichprobengröße.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Bonaccorso et al. ·2019 ·NeuroToxicology
169 mal zitiert

Cannabidiol (CBD) use in psychiatric disorders: A systematic review

Design
Systematische Review (PRISMA)
Stichprobe
k = 27 Studien
Kernaussage

CBD zeigt begrenzte, aber potenzielle therapeutische Wirkung bei ausgewählten psychiatrischen Störungen, insbesondere Substanzkonsum, Psychose und Angst.

Zusammenfassung

Systematische Review (PRISMA) zu CBD bei psychiatrischen Störungen; k=27 RCTs eingeschlossen (initial n=1.301 Treffer); begrenzte, aber vorhandene Evidenz für therapeutische Wirksamkeit bei Angststörungen; weitere groß angelegte RCTs erforderlich.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Stanciu et al. ·2021 ·Psychiatric Services
81 mal zitiert

Evidence for Use of Cannabinoids in Mood Disorders, Anxiety Disorders, and PTSD: A Systematic Review

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 8 Studien
Kernaussage

Insgesamt unzureichende Evidenz für Wirksamkeit von CBD und THC bei affektiven Störungen, Angststörungen oder PTSD; teilweise Verschlechterung mit Angst- und psychotischen Symptomen bei Depression beobachtet.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabinoiden bei Angststörungen; k=8 kontrollierte Studien identifiziert. Für Angststörungen: 1 Studie mit THC ≤3 mg/Tag über 1 Monat zeigte Symptomreduktion bei DSM-II-Angststörung (Baseline-Symptome sehr niedrig); 1 Studie mit niedrig-dosiertem THC bei sozialer Phobie ohne Symptomänderung; 2 Studien mit Einmal-CBD-Gabe reduzierten Angst in Labor-Paradigmen bei sozialer Phobie; 1 Studie mit täglichem CBD über 4 Wochen bei Jugendlichen mit sozialer Phobie zeigte moderate Verbesserung. Schlussfolgerung: unzureichende Evidenz für Wirksamkeit von CBD/THC bei Angststörungen; medizinisches Cannabis nicht empfohlen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Xue et al. ·2021 ·The Canadian Journal of Psychiatry
59 mal zitiert

Cannabis Use and Prospective Long-Term Association with Anxiety: A Systematic Review and Meta-Analysis of Longitudinal Studies: Usage du cannabis et association prospective à long terme avec l’anxiété: une revue systématique et une méta-analyse d’études longitudinales

Design
Systematische Review + Meta-Analyse (Längsschnittstudien)
Stichprobe
k = 24 Studien
Kernaussage

Cannabiskonsum erhöht das Risiko für Angststörungen insgesamt signifikant, nicht jedoch für einzelne Angststörungsdiagnosen.

Zusammenfassung

SR+MA von 24 Längsschnittstudien (10 mit OR-Daten); Cannabis-Konsum signifikant assoziiert mit erhöhter Wahrscheinlichkeit, Angststörungen zu entwickeln (OR=1,25; 95% CI 1,01–1,54). Kein signifikanter Zusammenhang mit generalisierter Angststörung, Panikstörung oder sozialer Phobie isoliert. Kausalität aufgrund methodischer Heterogenität nicht belegbar.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Kwee et al. ·2022 ·Journal of psychopharmacology (Oxford, England)
22 mal zitiert

Cannabidiol in clinical and preclinical anxiety research. A systematic review into concentration-effect relations using the IB-de-risk tool.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 87 Studien
Kernaussage

Bei den meisten Beobachtungen (70,3%) hatte CBD keine Wirkung auf Angststörungen; es gab keine identifizierbare Beziehung zwischen Angst-Ergebnissen und Wirkstoffkonzentrationen über Spezies hinweg.

Zusammenfassung

Systematische Review zu CBD bei Angststörungen (präklinisch + klinisch); k=87 Studien (PK/PD-Daten über Spezies hinweg). 70.3% der Beobachtungen zeigten KEINEN Effekt auf Angst-Outcomes; keine konsistente Konzentrations-Wirkungs-Beziehung identifizierbar. Angstreduzierende Effekte in bestimmten Konzentrationsbereichen geclustert, aber spezies-unterschiedlich. Bias-Assessment: SYRCLE's RoB + Cochrane RoB 2.0.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Burke et al. ·2024 ·Psychological medicine
8 mal zitiert

Associations of cannabis use, tobacco use, and incident anxiety, mood, and psychotic disorders: a systematic review and meta-analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 75 Studien
Kernaussage

Tabakkonsum assoziiert mit Stimmungsstörungen (RR 1,39), Cannabiskonsum assoziiert mit psychotischen Störungen (RR 3,19), aber kein klarer Nachweis für Cannabis und Angst-/Stimmungsstörungen.

Zusammenfassung

Systematische Review und Meta-Analyse zu Cannabis/Tabak und inzidenten psychiatrischen Störungen; k=75 Longitudinalstudien. Cannabis-Gebrauch zeigte KEINE klare Assoziation mit Angststörungen (k=7; RR: 1.10, 95% CI 0.99-1.22). Nur 27% der Studien als hochwertig bewertet; Confounder-Matrizen und E-Werte deuten auf mögliche Überschätzung der Effekte hin.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Kedzior et al. ·2014 ·BMC psychiatry
299 mal zitiert

A positive association between anxiety disorders and cannabis use or cannabis use disorders in the general population--a meta-analysis of 31 studies.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 31 Studien
n = 112.000 Pat.
Kernaussage

Kleine positive Assoziation zwischen Angststörungen und Cannabiskonsum (OR 1,24) sowie zwischen Angststörungen und Cannabisnutzungsstörungen (OR 1,68); Cannabiskonsum zu Baseline war mit Angststörungen bei Follow-up assoziiert (OR 1,28).

Zusammenfassung

Meta-Analyse über k=31 Studien (n≈112.000) zur Assoziation zwischen Angststörungen und Cannabis-Konsum. Kleine positive Assoziation: Angst↔Cannabis-Konsum OR=1.24 (95% CI: 1.06-1.45, p=0.006), Angst↔Cannabis Use Disorder OR=1.68 (95% CI: 1.23-2.31, p=0.001). Prospektive Subgruppe (k=5): Baseline-Cannabis-Konsum prädiziert Follow-up-Angst OR=1.28 (95% CI: 1.06-1.54, p=0.01). Adjustiert für Confounder.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Bahji et al. ·2020 ·Journal of Psychiatric Research
37 mal zitiert

Efficacy and acceptability of cannabinoids for anxiety disorders in adults: A systematic review & meta-analysis

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 14 Studien
n = 1.548 Pat.
Kernaussage

Cannabinoide reduzierten Angstsymptome signifikant (SMD = -1.85), aber nach Korrektur für Publikationsbias war der anxiolytische Effekt nicht mehr statistisch signifikant.

Zusammenfassung

Systematische Review und Meta-Analyse zu Cannabinoiden bei Angststörungen; k=14 RCTs (n=1.548, Median-Alter 33 Jahre, 66% männlich). Cannabinoide reduzierten Angst-Symptome (SMD=-1,85, 95% CI [-2,61 bis -1,09]) ohne signifikante Nebenwirkungen. Stärkere Wirksamkeit bei jüngeren Patienten (p<0,01) und längerer Behandlungsdauer (p<0,01). Nach Korrektur für Publication Bias war der anxiolytische Gesamteffekt nicht mehr statistisch signifikant.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Roberts et al. ·2025 ·Psychiatry research
3 mal zitiert

Medicinal cannabis in the management of anxiety disorders: A systematic review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 57 Studien
n = 9 Pat.
Kernaussage

70% der höchstwertigen Studien zeigten positive Effekte bei GAD, SAD und PTSD, aber 30% berichteten negative Ergebnisse bei OCD, Trichotillomanie und Testangst; langfristige Effekte bleiben unklar.

Zusammenfassung

Systematische Review zu medizinischem Cannabis bei Angststörungen; k=57 Studien (40% Kohorten, 30% RCTs, 18% Querschnitt, 12% qualitative Designs). Unter den 13 hochwertigsten Studien zeigten 70% (n=9) positive Verbesserungen bei GAD, SAD und PTBS; 30% (n=4) negative Ergebnisse bei OCD, Trichotillomanie, Prüfungsangst und SAD. Über 90% aller Studien berichteten positive Outcomes für CBD- und THC-basiertes Cannabis. MASTER-Score: 62,9/100 (hohes Bias-Risiko durch unzureichendes Reporting). 53% (n=30) der Studien omittierten oder verwendeten selbstberichtete Daten zu Form/Dosierung.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Khan et al. ·2020 ·Journal of Cannabis Research
96 mal zitiert

The therapeutic role of Cannabidiol in mental health: a systematic review

Design
Systematische Review
Stichprobe
k = 23 Studien
Kernaussage

CBD und Nabiximols zeigen je nach psychiatrischer Indikation moderate bis schwache Evidenz, mit stärkster Unterstützung für Cannabis-Gebrauchsstörung und Schizophrenie.

Zusammenfassung

Systematische Review (k=23 Studien) zu CBD und Nabiximols bei psychiatrischen Störungen; Grade B Empfehlung für Soziale Angststörung; Grade C (schwächere Evidenz) für generalisierte Angst und Bipolar-Störung. CBD-haltige Verbindungen halfen bei Symptomreduktion psychotischer und kognitiver Störungen; für Angststörungen moderate bis schwache Evidenz.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Sarris et al. ·2020 ·BMC Psychiatry
246 mal zitiert

Medicinal cannabis for psychiatric disorders: a clinically-focused systematic review

Design
Systematische Review
Stichprobe
Systematische Review
Kernaussage

Frühe, gemischte Evidenz mit vorläufigen positiven Signalen für CBD bei sozialer Angst und Schizophrenie, jedoch unzureichende Datenlage für eine klinische Empfehlung.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabis/Cannabinoiden bei psychiatrischen Störungen (2019); tentativer Beleg für CBD bei sozialer Angststörung (positiver Einzelstudienbefund); gemischte (überwiegend positive) Evidenz für adjunktiven Einsatz bei Schizophrenie; Empfehlung: Vorsicht bei hochdosiertem THC bei Angststörungen.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Skelley et al. ·2020 ·Journal of the American Pharmacists Association
135 mal zitiert

Use of cannabidiol in anxiety and anxiety-related disorders

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 8 Studien
Kernaussage

CBD zeigte verbesserte klinische Ergebnisse in mehreren Angststörungen, war gut verträglich mit minimalen Nebenwirkungen, aber Evidenz ist begrenzt und heterogen.

Zusammenfassung

Systematische Review zu CBD bei Angststörungen; k=8 Studien (6 kleine RCTs, 1 Fallserie, 1 Fallbericht). Dosis-Range 6-400 mg CBD oral/sublingual. CBD zeigte Verbesserung auf verschiedenen Angst-Assessment-Skalen bei gesunden Probanden, generalisierter Angststörung, sozialer Phobie und PTBS-Angst-Komponente. Gut verträglich, minimale Nebenwirkungen. Keine Studien zu Panikstörung, spezifischer Phobie, Trennungsangst oder Zwangsstörung identifiziert.

Randomisierte Kontrollierte Studien

Wirksamkeits- und Sicherheitsbelege aus kontrollierten Interventionsstudien.

17
A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Gundugurti et al. ·2024 ·Asian Journal of Psychiatry
21 mal zitiert

Evaluation of the efficacy, safety, and pharmacokinetics of nanodispersible cannabidiol oral solution (150 mg/mL) versus placebo in mild to moderate anxiety subjects: A double blind multicenter randomized clinical trial.

Design
RCT (Phase III, doppelblind, placebokontrolliert, multizentrisch)
Stichprobe
n = 178 Pat.
Kernaussage

CBD zeigte signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo bei GAD-7 und HAM-A Scores (p<0.0001) sowie bei sekundären Endpunkten (CGI-I, CGI-S, PHQ-9, PSQI) mit guter Verträglichkeit und ohne ernsthafte Nebenwirkungen.

Zusammenfassung

n=178, Phase-III-RCT (doppelblind, placebokontrolliert, multizentrisch), nanodispersibler CBD (150 mg/mL oral) vs. Placebo über 15 Wochen bei leichter bis mittelschwerer Angststörung; primäre Endpunkte GAD-7 (Differenz CBD vs. Placebo: −7,02; 95% CI −7,52 bis −6,52; p<0,0001) und HAM-A (Differenz: −11,9; 95% CI −12,6 bis −11,3; p<0,0001) signifikant verbessert; sekundäre Outcomes (CGI-I, CGI-S, PHQ-9, PSQI) ebenfalls positiv; keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Kwee et al. ·2022 ·European neuropsychopharmacology
43 mal zitiert

Cannabidiol enhancement of exposure therapy in treatment refractory patients with social anxiety disorder and panic disorder with agoraphobia: A randomised controlled trial.

Design
RCT
Stichprobe
n = 80 Pat.
Kernaussage

CBD als Augmentation zu Expositionstherapie zeigte keinen signifikanten Unterschied zur Placebo-Kontrollgruppe in der Fear Questionnaire über den Behandlungsverlauf und die Follow-up-Phase.

Zusammenfassung

Doppelblinde, randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie zur CBD-Augmentation (300 mg oral) von Expositionstherapie bei therapierefraktären Angststörungen (Panikstörung mit Agoraphobie, soziale Angststörung); n=80 (CBD n=39, Placebo n=41), 8 wöchentliche Expositionssitzungen. Keine Unterschiede im Fear Questionnaire (FQ) zwischen CBD und Placebo über die Zeit (β=0,32, 95% CI [-0,60; 1,25]) oder innerhalb der Diagnosegruppen (β=-0,11, 95% CI [-1,62; 1,40]). CBD verbesserte weder frühe Therapie-Response noch Extinktionslernen. Nebenwirkungsrate: CBD 10,3%, Placebo 15,4%.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Gournay et al. ·2023 ·Psychopharmacology
34 mal zitiert

The effects of cannabidiol on worry and anxiety among high trait worriers: a double-blind, randomized placebo controlled trial.

Design
RCT
Stichprobe
n = 63 Pat.
Kernaussage

Keine Wirkung auf Sorgen und akute Angststörung, aber reduzierte Angstsymptome bei wiederholter 300mg-CBD-Gabe über 2 Wochen.

Zusammenfassung

n=63 Personen mit erhöhter trait worry, CBD 300mg vs. CBD 50mg vs. Placebo; keine Akut-Effekte auf Sorgen oder Angstsymptome. Nach 2-wöchiger Gabe reduzierte CBD 300mg körperliche Angstsymptome vs. Placebo, aber nicht kognitive Symptome (Sorgen). CBD-Anxiolyse spezifisch für physische Aspekte von Angst.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Zuardi et al. ·2017 ·Frontiers in Pharmacology
291 mal zitiert

Inverted U-Shaped Dose-Response Curve of the Anxiolytic Effect of Cannabidiol during Public Speaking in Real Life

Design
RCT (randomisiert, 5 Parallelgruppen)
Stichprobe
n = 60 Pat.
Kernaussage

CBD 300 mg reduziert akute Angst beim öffentlichen Sprechen signifikant, 100 mg und 900 mg jedoch nicht, was eine invertierte U-förmige Dosis-Wirkungs-Kurve belegt.

Zusammenfassung

n=60 gesunde Probanden (18–35 Jahre); CBD 100/300/900 mg vs. Placebo vs. Clonazepam 1 mg bei öffentlichem Redetest (TPSRS). CBD 300 mg reduzierte Angst-Scores signifikant gegenüber Placebo in der Post-Speech-Phase (p<0.05); invertierte U-förmige Dosis-Wirkungs-Kurve bestätigt — CBD 100 mg und 900 mg ohne signifikante Anxiolyse. Clonazepam stärker sedierend als CBD 300/900 mg.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Linares et al. ·2019 ·Brazilian Journal of Psychiatry
233 mal zitiert

Cannabidiol presents an inverted U-shaped dose-response curve in a simulated public speaking test

Design
RCT (parallel, double-blind)
Stichprobe
n = 57 Pat.
Kernaussage

CBD 300 mg reduzierte Angst signifikant, höhere und niedrigere Dosen zeigten keine Wirkung gegenüber Placebo (umgekehrte U-Kurve).

Zusammenfassung

n=57 gesunde männliche Probanden, CBD 150/300/600 mg vs. Placebo bei simuliertem Redeangst-Test (SPST); nur 300 mg CBD reduzierte Angst signifikant vs. Placebo (VAMS p<0.05); 150 mg und 600 mg zeigten keinen signifikanten Unterschied zu Placebo — umgekehrte U-förmige Dosis-Wirkungs-Kurve.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Buckner et al. ·2019 ·Behaviour research and therapy
54 mal zitiert

Integrated cognitive behavioral therapy for comorbid cannabis use and anxiety disorders: A pilot randomized controlled trial.

Design
RCT
Stichprobe
n = 55 Pat.
Kernaussage

ICART führte zu höherer Abstinenzrate post-treatment, aber Therapieart moderierte die Auswirkung auf Häufigkeit des Konsums und assoziierte Probleme nicht.

Zusammenfassung

Pilot-RCT (n=55; 56.4% männlich, M(Alter)=23.2 Jahre) zu integrierter CBT bei komorbider Cannabis-Use-Disorder und Angststörungen (ICART) vs. MET-CBT allein. ICART-Patienten besuchten signifikant mehr Sitzungen und zeigten höhere Post-Treatment-Abstinenzraten. Beide Behandlungen reduzierten Cannabis-Konsum und -Probleme; kein Moderator-Effekt des Therapie-Typs auf Konsumfrequenz.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Masataka et al. ·2019 ·Frontiers in Psychology
193 mal zitiert

Anxiolytic Effects of Repeated Cannabidiol Treatment in Teenagers With Social Anxiety Disorders

Design
RCT (double-blind)
Stichprobe
n = 37 Pat.
Kernaussage

300 mg CBD täglich reduzierte die soziale Angstsymptomatik bei Teenagern signifikant gegenüber Placebo.

Zusammenfassung

n=37 japanische Jugendliche (18-19 Jahre) mit sozialer Angststörung und vermeidender Persönlichkeitsstörung, doppelblind randomisiert: 300 mg CBD täglich (n=17) vs. Placebo (n=20) über 4 Wochen. CBD reduzierte Angst signifikant in Fear of Negative Evaluation Questionnaire und Liebowitz Social Anxiety Scale (p<0.05). CBD könnte nützliche Option zur Behandlung sozialer Angst sein.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Stanley et al. ·2023 ·Cannabis and Cannabinoid Research
21 mal zitiert

A Double-Blind, Randomized, Placebo-Controlled Test of the Effects of Cannabidiol on Experiences of Test Anxiety Among College Students

Design
RCT
Stichprobe
n = 32 Pat.
Kernaussage

CBD in Dosen von 150, 300 oder 600 mg zeigte keinen Effekt auf selbstberichtete Testangst oder allgemeine Angst während einer Statistikprüfung.

Zusammenfassung

n=32 College-Studierende mit moderater bis schwerer Prüfungsangst, randomisiert zu CBD-Einzeldosen (150/300/600 mg) vs. Placebo. Kein signifikanter Effekt von CBD auf selbstberichtete Prüfungsangst oder generalisierte Angst während experimenteller Prüfungssituation; experimentelle Manipulation validiert (Prüfungsangst erfolgreich induziert).

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Hutten et al. ·2022 ·Psychopharmacology
36 mal zitiert

Cannabis containing equivalent concentrations of delta-9-tetrahydrocannabinol (THC) and cannabidiol (CBD) induces less state anxiety than THC-dominant cannabis

Design
RCT (cross-over)
Stichprobe
n = 26 Pat.
Kernaussage

CBD mildert THC-induzierte Zustandsangst, insbesondere bei Personen mit niedrigem Baseline-Angstniveau.

Zusammenfassung

n=26 gesunde Cannabis-Nutzer, randomisiert-placebo-kontrolliert (within-subjects), vaporisiertes THC (13,75 mg), CBD (13,75 mg), THC/CBD (13,75 mg/13,75 mg) vs. Placebo. THC und THC/CBD erhöhten selbst-berichtete Angst signifikant vs. Placebo (p<0.05); THC/CBD-induzierte Angst war signifikant niedriger als nach reinem THC. Bei niedriger Baseline-Angst neutralisierte CBD vollständig THC-induzierte Angst; bei hoher Baseline-Angst zeigte CBD keine anxiolytische Gegenwirkung.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Fabre et al. ·1981 ·Dialnet (Universidad de la Rioja)
0 mal zitiert

The efficacy and safety of nabilone (a synthetic cannabinoid) in the treatment of anxiety.

Design
RCT (placebokontrolliert, doppelblind)
Stichprobe
n = 25 Pat.
Kernaussage

Nabilon reduzierte Angstsymptome signifikant stärker als Placebo (p<0,001).

Zusammenfassung

Placebokontrollierter RCT (n=25 Angstpatient:innen, 28 Tage): Nabilone (synthetisches Cannabinoid) vs. Placebo — dramatische Verbesserung auf der Hamilton Angstskala unter Nabilone (p<0,001). Nebenwirkungen: Mundtrockenheit, trockene Augen, Schläfrigkeit; keine psychotropen Erleben (kein "Rausch"-Bericht).

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Bergamaschi et al. ·2011 ·Neuropsychopharmacology
763 mal zitiert

Cannabidiol Reduces the Anxiety Induced by Simulated Public Speaking in Treatment-Naïve Social Phobia Patients

Design
RCT (doppelblind, Placebo-kontrolliert)
Stichprobe
n = 24 Pat.
Kernaussage

CBD 600 mg reduzierte die situative Angst, kognitive Beeinträchtigung und negative Selbstaussagen bei SAD-Patienten signifikant gegenüber Placebo.

Zusammenfassung

n=24 treatment-naïve Patienten mit sozialer Angststörung (SAD), CBD 600 mg vs. Placebo vor simuliertem Public-Speaking-Test. CBD-Gruppe zeigte signifikant reduzierte Angst, kognitive Beeinträchtigung und Unbehagen (VAMS, p-Werte nicht spezifiziert); SSPS-N-Scores in CBD-Gruppe nahezu identisch mit gesunden Kontrollen (n=12), während Placebo-Gruppe deutlich höhere Angstwerte aufwies. Prämedikation mit CBD führte zu ähnlicher Stressantwort wie bei Gesunden.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Kayser et al. ·2020 ·Depression and Anxiety
78 mal zitiert

Acute effects of cannabinoids on symptoms of obsessive-compulsive disorder: A human laboratory study

Design
RCT (crossover, within-subjects)
Stichprobe
n = 12 Pat.
Kernaussage

Gerauchtes Cannabis (THC oder CBD) hatte keinen signifikanten akuten Effekt auf OCD-Symptome und führte zu geringerer Angstreduktion als Placebo.

Zusammenfassung

n=12 OCD-Patienten (Erwachsene), randomisiertes crossover-Labor-RCT mit THC-haltigem Cannabis, CBD-haltigem Cannabis und Placebo. OCD-Symptome unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Cannabis-Varietäten. Zustandsangst war unmittelbar nach Placebo signifikant geringer als nach THC und CBD — Cannabis zeigte keine Angstreduktion gegenüber Placebo. Erster placebo-kontrollierter Befund zu Cannabis bei OCD.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Crippa et al. ·2011 ·Journal of Psychopharmacology
529 mal zitiert

Neural basis of anxiolytic effects of cannabidiol (CBD) in generalized social anxiety disorder: a preliminary report

Design
RCT
Stichprobe
n = 10 Pat.
Kernaussage

CBD reduzierte subjektive Angst signifikant im Vergleich zu Placebo und zeigte spezifische Effekte auf limbische und paralimbische Hirnregionen.

Zusammenfassung

n=10 behandlungsnaive Patienten mit generalisierter sozialer Angststörung (SAD), CBD 400 mg oral vs. Placebo (double-blind cross-over); rCBF-Messung via 99mTc-ECD SPECT. CBD reduzierte subjektive Angst signifikant (p<0.001); reduzierte ECD-Aufnahme in linkem Parahippocampus, Hippocampus, inferiotem Temporalgyrus (p<0.001, uncorrected); erhöhte Aufnahme im rechten posterioren Cingulum (p<0.001, uncorrected).

B
Größe
Verblindung Offen
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Berger et al. ·2022 ·The Journal of Clinical Psychiatry
71 mal zitiert

Cannabidiol for Treatment-Resistant Anxiety Disorders in Young People

Design
Open-Label-Studie
Stichprobe
n = 31 Pat.
Kernaussage

CBD führte zu einer signifikanten Reduktion der Angstschwere um 42,6% (OASIS-Score von 10,8 auf 6,3) sowie zu signifikanten Verbesserungen der depressiven Symptome, klinischen Gesamteindruck und Funktionsfähigkeit.

Zusammenfassung

n=31 therapieresistente Jugendliche/junge Erwachsene (12-25 Jahre) mit DSM-5-Angststörungen, 12 Wochen CBD-Add-on bis 800 mg/Tag. OASIS-Scores reduzierten sich von 10,8 (SD=3,8) auf 6,3 (SD=4,5), entsprechend -42,6% (p<0,0001). Depressive Symptome (p<0,0001), CGI-Severity (p=0,0008) und Funktionsniveau (p=0,04) verbesserten sich signifikant. Nebenwirkungen bei 80,6% (Fatigue, Stimmungstiefs, Temperaturempfindungen), keine schwerwiegenden unerwarteten Ereignisse.

C
Größe
Verblindung Einfachblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Gilman et al. ·2022 ·JAMA Network Open
88 mal zitiert

Effect of Medical Cannabis Card Ownership on Pain, Insomnia, and Affective Disorder Symptoms in Adults

Design
RCT
Stichprobe
n = 269 Pat.
Kernaussage

Medizinische Cannabis-Karte führte zu verbessertem Selbstbericht von Insomnie-Symptomen, aber zu höherer Inzidenz und Schweregrad von Cannabis-Use-Disorder und keiner signifikanten Verbesserung bei Schmerz, Angst oder depressiven Symptomen.

Zusammenfassung

n=269 Erwachsene mit medizinischer Cannabis-Card (Massachusetts), 12-Monats-Follow-up; signifikante Reduktion der Angstsymptome (PROMIS Anxiety T-Score Reduktion -3.4 Punkte, p0.001); Beobachtungsdaten ohne Kontrollgruppe, Real-World-Evidenz für affektive Störungen.

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Fusar-Poli et al. ·2009 ·Archives of General Psychiatry
459 mal zitiert

Distinct Effects of Δ9-Tetrahydrocannabinol and Cannabidiol on Neural Activation During Emotional Processing

Design
RCT
Stichprobe
n = 15 Pat.
Kernaussage

Delta9-THC erhöhte Angst und Intoxikation, während CBD einen Trend zur Angstreduktion zeigte mit unterschiedlichen Effekten auf Hirnaktivierung und autonome Reaktionen.

Zusammenfassung

n=15 gesunde Probanden, fMRI während emotionaler Gesichtserkennung; THC erhöht Amygdala-Aktivierung bei Angstreizen, CBD reduziert sie — differentielle neuronale Effekte auf Angstnetzwerke.

C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Zuardi et al. ·1982 ·Psychopharmacology
603 mal zitiert

Action of cannabidiol on the anxiety and other effects produced by ?9-THC in normal subjects

Design
RCT (cross-over)
Stichprobe
n = 8 Pat.
Kernaussage

CBD blockiert die durch Δ9-THC provozierte Angst sowie Cannabis-ähnliche Effekte und andere subjektive Veränderungen durch Δ9-THC.

Zusammenfassung

Kleine Cross-over-RCT (n=8 gesunde Probanden) zu CBD vs. THC-induzierter Angst; CBD 1 mg/kg blockierte THC-induzierte Angst (gemessen mit Angstskalen), zeigte jedoch auch Antagonismus gegenüber anderen THC-Effekten. Diazepam 10 mg als Positiv-Kontrolle. CBD zeigte eigenständige Effekte entgegengesetzt zu THC.

Real-World-Evidenz und Beobachtungsstudien

Daten aus klinischer Versorgungspraxis, Registern und Pflichterhebungen.

9
A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Degenhardt et al. ·2013 ·Addiction
238 mal zitiert

The persistence of the association between adolescent cannabis use and common mental disorders into young adulthood.

Design
Prospektive Longitudinalkohortenstudie (9 Wellen, 15 Jahre)
Stichprobe
n = 1.943 Pat.
Kernaussage

Täglicher adoleszenter Cannabiskonsum ist mit erhöhtem Angststörungsrisiko im Alter von 29 Jahren assoziiert, nicht jedoch konsistent mit Depression.

Zusammenfassung

15-jährige Kohortenstudie (n=1943): Täglicher Cannabis-Konsum assoziiert mit Angststörung im Alter von 29 Jahren (OR=2,5; 95%-KI 1,2–5,2); Cannabis-Abhängigkeit: OR=2,2 (95%-KI 1,1–4,4). Unter wöchentlichen Adoleszenz-Usern, die bis 29 täglich konsumierten: OR=3,2 (95%-KI 1,1–9,2). Assoziation gilt auch nach Konsumende (kein Schutz durch Abstinenz).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Zvolensky et al. ·2008 ·Journal of Psychiatric Research
86 mal zitiert

Prospective associations between cannabis use, abuse, and dependence and panic attacks and disorder.

Design
Prospektive Längsschnittstudie (Kohorte)
Stichprobe
n = 1.709 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum war prospektiv mit Panikstörung assoziiert, dieser Zusammenhang entfiel jedoch nach Kontrolle für tägliches Zigarettenrauchen.

Zusammenfassung

Prospektive Längsschnittstudie (n=1.709 Adoleszente, Baseline-Alter 16,6 Jahre), Follow-up bis Erwachsenenalter (Ø 24,2 Jahre); Cannabis-Konsum und -Abhängigkeit signifikant prospektiv assoziiert mit erhöhtem Odds für Panikattacken und Panikstörung. Nach Kontrolle für tägliches Zigarettenrauchen kein inkrementeller Effekt nachweisbar — kein Kausalitätsnachweis isoliert für Cannabis.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Patton et al. ·2002 ·BMJ
1003 mal zitiert

Cannabis use and mental health in young people: cohort study

Design
Prospektive Kohortenstudie (7 Wellen, 6 Jahre)
Stichprobe
n = 1.601 Pat.
Kernaussage

Häufiger Cannabiskonsum im Jugendalter erhöht das Risiko für Depression und Angststörungen im jungen Erwachsenenalter signifikant, besonders bei täglichem Konsum bei Mädchen.

Zusammenfassung

Prospektive Kohortenstudie (n=1601, Alter 14–20 Jahre): Täglicher Cannabis-Konsum bei jungen Frauen assoziiert mit OR=5,6 (95%-KI 2,6–12,0) für Angststörung und Depression im jungen Erwachsenenalter (kombiniertes Outcome). Wöchentlicher Konsum: OR≈1,9 (95%-KI 1,1–3,3). Frühere Angst prädizierte keinen späteren Cannabis-Konsum (keine Umkehrkausalität).

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Gage et al. ·2015 ·PLOS ONE
92 mal zitiert

Associations of Cannabis and Cigarette Use with Depression and Anxiety at Age 18: Findings from the Avon Longitudinal Study of Parents and Children

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 4.561 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum zeigt nach Adjustierung nur noch schwache Assoziation mit Depression; Assoziation mit Angst entfällt nach Confounder-Kontrolle.

Zusammenfassung

ALSPAC-Kohortenstudie (n=4.561); Cannabiskonsum mit 16 Jahren zeigte nach Adjustierung für Confounder (einschließlich Vorläufer-Angst, Substanzkonsum) keinen signifikanten Zusammenhang mit Angststörungen mit 18 Jahren. Negativ-Befund mit numerischer Absicherung (adjustiertes OR nicht >1 für Angst).

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Erridge et al. ·2023 ·Neuropsychopharmacology Reports
9 mal zitiert

An observational study of clinical outcome measures in patients treated with cannabis-based medicinal products on the UK Medical Cannabis Registry.

Design
Prospektive Beobachtungsstudie (Real-World-Register)
Stichprobe
n = 1.378 Pat.
Kernaussage

CBMPs waren mit signifikanten Verbesserungen in Angst, Schlafqualität und gesundheitsbezogener Lebensqualität assoziiert, besonders unter getrockneten Blüten.

Zusammenfassung

UK Medical Cannabis Registry: n=1378 Patienten mit verschriebenen CBMPs, Verbesserungen im GAD-7 (Angst) zu allen Zeitpunkten (1, 3, 6, 12 Monate; p<0.010); getrocknete Blüten oder Kombination zeigten stärkere Verbesserungen als Öl allein (p<0.050); 21,55% der Patienten berichteten unerwünschte Ereignisse.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Ergisi et al. ·2022 ·Expert Review of Clinical Pharmacology
38 mal zitiert

UK Medical Cannabis Registry: an analysis of clinical outcomes of medicinal cannabis therapy for generalized anxiety disorder

Design
Real-World-Register (Fallserie)
Stichprobe
n = 67 Pat.
Kernaussage

CBMPs waren mit signifikanten Verbesserungen der Angstsymptomatik und Lebensqualität assoziiert, jedoch ohne Vergleichsgruppe und mit relevanter Nebenwirkungsrate.

Zusammenfassung

UK Medical Cannabis Registry: n=67 Patienten mit generalisierter Angststörung (GAD); signifikante Verbesserungen in GAD-7, EQ-5D-5L und Sleep Quality Scale zu Monat 1, 3 und 6 (alle p<0.050); 39.1% berichteten Nebenwirkungen; kein Komparator — Real-World-Daten mit eingeschränkter Kausalaussage.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Martin et al. ·2021 ·Frontiers in Psychiatry
57 mal zitiert

Antidepressant and Anxiolytic Effects of Medicinal Cannabis Use in an Observational Trial

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 368 Pat.
Kernaussage

Initiierung von medizinischem Cannabis war mit signifikant reduzierten Angst- und Depressionssymptomen assoziiert.

Zusammenfassung

n=368 medizinische Cannabis-Nutzer über 4 Monate prospektiv beobachtet; signifikante Reduktion von Angst (GAD-7: −4.2 Punkte, p<0.001) und Depression (PHQ-9: −4.8 Punkte, p<0.001); Real-World-Daten ohne Placebo-Kontrolle.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Purcell et al. ·2019 ·Cannabis and Cannabinoid Research
54 mal zitiert

Reduction of Benzodiazepine Use in Patients Prescribed Medical Cannabis

Design
Retrospektive Beobachtungsstudie
Stichprobe
n = 146 Pat.
Kernaussage

45,2% der Patienten setzten Benzodiazepine erfolgreich ab, mit stabiler Abstinenzrate über durchschnittlich 6 Monate.

Zusammenfassung

n=146 medizinische Cannabis-Patienten (Ø 47 Jahre, 61% weiblich) mit Benzodiazepin-Vormedikation. Nach durchschnittlich 2 Monaten Cannabis-Therapie hatten 30,1% Benzodiazepine abgesetzt; nach drei Verschreibungszyklen (Ø 6 Monate) insgesamt 45,2% (n=66) dauerhaft abgesetzt. Indirekte Evidenz für anxiolytische Wirkung über Benzodiazepin-Substitution.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Shannon et al. ·2019 ·The Permanente Journal
418 mal zitiert

Cannabidiol in Anxiety and Sleep: A Large Case Series

Design
Retrospektive Fallserie
Stichprobe
n = 72 Pat.
Kernaussage

Angststörungen zeigten deutliche Besserung (79,2% im ersten Monat persistierend), während Schlafqualität initial bei 66,7% verbessert war, aber über die Zeit schwankend verlief.

Zusammenfassung

n=72 Erwachsene mit primären Angst- (n=47) oder Schlafbeschwerden (n=25), CBD als Adjuvans zur Standardtherapie. Angst-Scores sanken im ersten Monat bei 79,2% (n=57) und blieben über Studiendauer reduziert. Schlaf-Scores verbesserten sich initial bei 66,7% (n=48), fluktuierten jedoch im Verlauf. CBD gut toleriert bis auf 3 Patienten. Validierte Instrumente verwendet, aber keine Placebo-Kontrolle.

Übersichtsarbeiten

Nicht-systematische Übersichts- und Expertenarbeiten zur Einordnung der Evidenzlage.

1
B
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Blessing et al. ·2015 ·Neurotherapeutics
678 mal zitiert

Cannabidiol as a Potential Treatment for Anxiety Disorders

Design
Narrative Review
Stichprobe
Narrative Review
Kernaussage

Präklinische Evidenz unterstützt CBD stark für mehrere Angststörungen bei akuter Gabe; klinische Evidenz ist begrenzt und beschränkt sich auf akute Dosierung.

Zusammenfassung

Narrative Übersichtsarbeit zu CBD bei Angststörungen; präklinische Evidenz unterstützt stark die Wirksamkeit bei generalisierter Angststörung, Panikstörung, sozialer Angststörung, Zwangsstörung und PTBS bei akuter Gabe. Humandaten bestätigen anxiolytische Wirkung, allerdings limitiert auf akute Dosierung. Chronische Dosierung und klinische Populationen bisher unzureichend untersucht. Fazit: beträchtliches Potenzial, weitere kontrollierte Studien erforderlich.

Laufende & kommende Studien

Laufende Studien befinden sich in der Erprobungsphase und sind kein Beleg für Wirksamkeit oder Sicherheit. Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken.

10
  • NCT07123467 ClinicalTrials.gov Cannabidiol-Assisted Learning for Managing Generalized Anxiety Disorder Rekrutierung Phase 3 Start: 2025-11
  • NCT07278505 ClinicalTrials.gov Study of Cannabidiol and Neuroimaging on Stress Rekrutierung Phase 1 Start: 2025-10
  • NCT05649059 ClinicalTrials.gov Investigating the Effects of Cannabidiol on Social Anxiety Disorder Rekrutierung Phase 4 Start: 2025-07
  • NCT06526208 ClinicalTrials.gov Investigating a Marijuana-based Compound as a Treatment for Anxiety in Autistic Adults Rekrutierung Phase 2 Start: 2025-05
  • NCT06920238 ClinicalTrials.gov Use of a Generative AI (Gen-AI) Chatbot for Anxiety and Depression Among Persons With Cannabis Use Rekrutierung Phase 1 Start: 2025-04
  • NCT04075435 ClinicalTrials.gov Cannabidiol Solution for the Treatment of Behavioral Symptoms in Older Adults With Mild Cognitive Impairment or Alzheimer's Dementia Aktiv Early Phase 1 Start: 2021-01
  • NCT05457465 ClinicalTrials.gov Assessing the Impact of Cannabidiol for Anxiety and Depression in Bipolar Disorder Rekrutierung Phase 2 Start: 2023-06
  • NCT01088542 ClinicalTrials.gov The Community Youth Development Study: A Test of Communities That Care Aktiv Start: 2003-10
  • NCT06290063 ClinicalTrials.gov Cannabidiol and Older Adult Cannabis Users Rekrutierung Phase 2 Start: 2024-05
  • NCT05283382 ClinicalTrials.gov Cannabidiol Effects on Learning and Anxiety Rekrutierung Early Phase 1 Start: 2024-10