Studienlage / Gastroenterologie / Morbus Crohn

Morbus Crohn

16 kuratierte Studien · 3 Schlüsselstudien · mechoulam.de

Kleine kontrollierte Studien zeigen, dass Cannabis die Beschwerden bei Morbus Crohn deutlich lindern und die Lebensqualität verbessern könne, eine Abheilung der Darmentzündung habe sich bislang nicht nachweisen lassen. Als Standardtherapie gilt Cannabis daher noch nicht.

Bewertungsschema

Der Buchstabe bewertet die Qualität einer Studie, unabhängig vom Typ. Jeder Studientyp kann jede Note bekommen: auch ein Review kann B oder C sein, wenn er klein oder schwach ist, und ein RCT kann S sein. Die Note ist eine Synthese aus Studiendesign, Journal-Autorität und klinischer Verbindlichkeit:

S
Höchste Evidenz, große, methodisch erstklassige Studien oder S3-Leitlinien
A
Starke Evidenz, solide, aussagekräftige Studien mit klarem Ergebnis
B
Mittlere Evidenz, kleinere oder methodisch eingeschränkte Studien
C
Schwache Evidenz, vorläufige, indirekte oder widersprüchliche Befunde
D
Geringste Evidenz, explorative Hinweise, Einzelfälle oder Expertenmeinung

Qualitätsprofil je Studie

Links neben jeder Studie steht ein Profil aus vier Merkmalen, es zeigt die Unterschiede innerhalb einer Buchstaben-Klasse.

Größe
Teilnehmerzahl (RCT) bzw. eingeschlossene Studien (Review).
Verblindung
Doppelblind, einfachblind oder offen.
Effektstärke
Klarer Nutzen, gemischt, kein Nutzen oder Schaden.
Zitate / Jahr
Altersbereinigte Zitationshäufigkeit.

Schlüsselstudien

3
  1. 01
    S
    Canadian Association of Gastroenterology Clinical Practice Guideline for the Medical Management of Pediatric Luminal Crohn's Disease.
    Mack et al. ·2019 ·Gastroenterology
    Lesen
  2. 02
    A
    Oral CBD-rich Cannabis Induces Clinical but Not Endoscopic Response in Patients with Crohn’s Disease, a Randomised Controlled Trial
    Naftali et al. ·2021 ·Journal of Crohn's and Colitis
    Lesen
  3. 03
    A
    The therapeutic effects of Cannabis and cannabinoids: An update from the National Academies of Sciences, Engineering and Medicine report
    Abrams et al. ·2018 ·European Journal of Internal Medicine
    Lesen

Leitlinien und Konsensus-Empfehlungen

Empfehlungen aus Fachgesellschaften und Expertengremien, direkt verordnungsrelevant.

1
A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Abrams et al. ·2018 ·European Journal of Internal Medicine
294 mal zitiert

The therapeutic effects of Cannabis and cannabinoids: An update from the National Academies of Sciences, Engineering and Medicine report

Design
Narrative Review
Stichprobe
Narrative Review
Kernaussage

Starke Evidenz für Schmerz, Übelkeit und MS-Spastik, schwache bis fehlende Evidenz für die meisten übrigen therapeutischen Indikationen.

Zusammenfassung

Update des National Academies of Sciences-Berichts zu therapeutischen Cannabis-Effekten (Abrams 2018); konsolidiert Evidenz für chronischen Schmerz, MS-Spastik, Chemotherapie-induzierte Übelkeit; für Morbus Crohn wird limitierte Evidenz für symptomatische Linderung bei fehlender antiinflammatorischer Wirkung zusammengefasst.

Systematische Reviews und Meta-Analysen

Synthesen der RCT-Evidenz nach Cochrane- und PRISMA-Standards.

9
S
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Mack et al. ·2019 ·Gastroenterology
73 mal zitiert

Canadian Association of Gastroenterology Clinical Practice Guideline for the Medical Management of Pediatric Luminal Crohn's Disease.

Design
Systematic Review
Stichprobe
Systematische Review
Kernaussage

Systematische Übersicht von Behandlungsempfehlungen für pädiatrisches Morbus Crohn; keine primäre Effektmessung, sondern Konsensfindung zu medizinischen Therapieoptionen.

Zusammenfassung

Canadian Association of Gastroenterology Clinical Practice Guideline für pädiatrischen Morbus Crohn; 25 Statements nach GRADE-Methodik. Empfiehlt gegen Cannabis in jeder Rolle bei pädiatrischem Morbus Crohn. Systematische Evidenzbewertung durch iterativen Konsensusprozess.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Langhorst et al. ·2015 ·Journal of Crohn's and Colitis
198 mal zitiert

Systematic Review of Complementary and Alternative Medicine Treatments in Inflammatory Bowel Diseases

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 39 Studien
Kernaussage

Beste Evidenz für Kräutertherapie (Plantago ovata und Curcumin in UC-Erhaltungstherapie, Wormwood in CD), Mind-Body-Therapie und Akupunktur, aber insgesamt niedrige Studienzahl und heterogene methodische Qualität.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Komplementär- und Alternativmedizin bei IBD (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa); k=39 Studien (26 RCTs + 3 CTs zu Phytotherapeutika, 7 RCTs zu Mind/Body-Interventionen, 2 RCTs zu Akupunktur, 1 RCT zu Trichuris suis). Evaluierte u.a. Cannabis als Phytotherapeutikum. Beste Evidenz für Plantago ovata und Curcumin bei UC-Erhaltungstherapie, Wermut bei CD, Mind/Body-Therapie bei UC, Akupunktur bei UC und CD. Heterogene methodische Qualität (Cochrane Risk of Bias).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Couch et al. ·2018 ·Inflammatory Bowel Diseases
66 mal zitiert

The Use of Cannabinoids in Colitis: A Systematic Review and Meta-Analysis

Design
Systematic Review + Meta-Analyse
Stichprobe
k = 53 Studien
Kernaussage

Cannabinoide reduzierten Kolitis-Schweregrad (DAI) und Myeloperoxidase-Aktivität (MPO) in Tiermodellen signifikant im Vergleich zu Kontrolle.

Zusammenfassung

Systematische Review und Meta-Analyse zu Cannabinoiden bei intestinaler Inflammation; k=53 Publikationen (51 präklinische Tiermodelle, 2 klinische Studien). Präklinisch: Cannabinoide reduzierten Disease Activity Index (DAI) vs. Vehikel (SMD -1.36; 95% CI -1.62 bis -1.09; I²=61%); größter Effekt für FAAH-Inhibitor URB597 (SMD -4.43; 95% CI -6.32 bis -2.55). MPO-Reduktion SMD -1.26 (95% CI -1.54 bis -0.97; I²=48.1%). Cannabigerol zeigte größten MPO-Effekt (SMD -6.20; 95% CI -9.90 bis -2.50). Kein signifikanter Unterschied zwischen prophylaktischer und therapeutischer Anwendung.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Kang et al. ·2025 ·Inflammatory bowel diseases
8 mal zitiert

Meta-analysis of the Therapeutic Impact of Cannabinoids in Inflammatory Bowel Disease.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 8 Studien
Kernaussage

Cannabinoide zeigten Verbesserungen bei Krankheitsaktivität in Morbus Crohn und Lebensqualität in beiden IBD-Formen, aber keine signifikanten Effekte auf UC-Aktivität, endoskopische Befunde oder Entzündungsmarker.

Zusammenfassung

Meta-Analyse über k=8 RCTs zu Cannabinoiden bei IBD (4 Morbus Crohn, 3 Colitis ulcerosa, 1 beide). Morbus Crohn: signifikante Reduktion klinischer Krankheitsaktivität, RR=-0.91, 95% CI (-1.54, -0.28), I²=71.9%. QoL-Verbesserung bei Morbus Crohn und UC kombiniert, RR=1.79, 95% CI (0.92–2.66), I²=82.8%. Keine signifikanten Unterschiede bei endoskopischer Aktivität oder Entzündungsmarkern. Datenbanksuche: PubMed, Embase, CENTRAL, CINAHL.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Kumar et al. ·2024 ·Journal of basic and clinical physiology and pharmacology
1 mal zitiert

Effect of cannabinoids in mild-to-moderate cases of Crohn's disease as compared to placebo: a systematic review and meta-analysis of randomised controlled trials.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 4 Studien
Kernaussage

Cannabinoide zeigten einen statistisch signifikanten Vorteil gegenüber Placebo bei der CDAI-Scores, waren aber bei Lebensqualität, vollständiger Remission und Entzündungsmarkern nicht überlegen.

Zusammenfassung

Systematische Review + Meta-Analyse zu Cannabinoiden bei leicht-bis-moderatem Morbus Crohn; k=4 RCTs eingeschlossen. Cannabinoide vs. Placebo: signifikante CDAI-Reduktion (SMD -0.92; 95% CI -1.80, -0.03; p<0.05). Keine signifikanten Unterschiede bei QoL, vollständiger Remission oder CRP-Reduktion nach 8 Wochen. Heterogenität 'niedrig' bis 'substanziell'; Risiko-of-Bias 'niedrig' bis 'some concern'.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Doeve et al. ·2021 ·Journal of Clinical Gastroenterology
40 mal zitiert

A Systematic Review With Meta-Analysis of the Efficacy of Cannabis and Cannabinoids for Inflammatory Bowel Disease: What Can We Learn From Randomized and Nonrandomized Studies?

Design
Systematische Review + Meta-Analyse
Stichprobe
k = 20 Studien
n = 146 Pat.
Kernaussage

Cannabinoide induzierten keine klinische Remission bei IBD, verbesserten aber Symptome und Lebensqualität signifikant.

Zusammenfassung

SR+MA zu Cannabinoiden bei CED (k=20 Studien: 5 RCTs + 15 nicht-randomisierte); n=146 randomisierte Teilnehmer; klinische Remission nicht erreicht (RR=1,56; 95%-KI 0,99–2,46); jedoch signifikante Verbesserung patientenberichteter Symptome (Bauchschmerz, Wohlbefinden, Übelkeit, Diarrhö, Appetit) und Lebensqualität.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke
Zitate / Jahr
Kafil et al. ·2018 ·The Cochrane database of systematic reviews
55 mal zitiert

Cannabis for the treatment of Crohn's disease.

Design
Cochrane Systematic Review
Stichprobe
k = 3 Studien
n = 93 Pat.
Kernaussage

Die Effekte von Cannabis und Cannabinoiden auf Morbus Crohn sind unsicher; die Evidenz ist sehr gering bis gering und es können keine gesicherten Schlussfolgerungen gezogen werden.

Zusammenfassung

Cochrane-Review (k=3 RCTs, n=93) zu Cannabis/Cannabisöl bei aktivem Morbus Crohn. THC-Zigaretten: klinisches Ansprechen 91% vs. 40% (RR 2,27; 95%-KI 1,04–4,97); Remissionsrate 45% vs. 10% (RR 4,55; 95%-KI 0,63–32,56; sehr niedrige Evidenzqualität). CBD-Öl (15%+4% THC): CDAI-Score nach 8 Wochen 118,6 vs. 212,6 (MD −94,00; 95%-KI −148,86 bis −39,14; niedrige Evidenzqualität); Lebensqualität (SF-36) 96,3 vs. 79,9 (MD 16,40; 95%-KI 5,72–27,08). Fazit: Effekte unsicher, keine belastbaren Schlussfolgerungen möglich; größere RCTs erforderlich.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Vaid et al. ·2025 ·Irish Journal of Medical Science
0 mal zitiert

Cannabis use in Crohn's disease: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials (RCTs).

Design
Systematic Review / Meta-Analysis of RCTs
Stichprobe
Systematische Review + Meta-Analyse
Kernaussage

Cannabis zeigte höhere klinische Remissionsraten nach 8 Wochen, aber schlechtere Lebensqualität im Vergleich zu Placebo; CRP-Senkung nicht signifikant.

Zusammenfassung

Meta-Analyse von RCTs (PRISMA 2020, PROSPERO-registriert): Cannabis zeigte signifikant höhere klinische Remissionsraten bei Morbus-Crohn-Patienten nach 8 Wochen gegenüber Kontrolle (MD = −67,98; 95%-KI: −100,68 bis −35,29; niedrige Heterogenität). Kein signifikanter Unterschied bei CRP (MD = −0,51; 95%-KI: −1,05 bis 0,02). Lebensqualität war in der Placebogruppe signifikant besser (MD = 19,62; 95%-KI: 14,24–25,00). Fazit: Cannabis zeigt therapeutisches Potenzial bei CD, größere standardisierte Studien erforderlich.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Desmarais et al. ·2020 ·Annals of Gastroenterology
10 mal zitiert

Evidence supporting the benefits of Cannabis for Crohn’s disease and ulcerative colitis is extremely limited: a meta-analysis of the literatureEvidence supporting the benefits of Cannabis for Crohn’s disease and ulcerative colitis is extremely limited: a meta-analysis of the literature

Design
Meta-Analyse (Systematische Review)
Stichprobe
k = 2 Studien
n = 40 Pat.
Kernaussage

Cannabis zeigte gegenüber Placebo/Standardtherapie keinen signifikanten Nutzen bei klinischer Remission oder Response bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.

Zusammenfassung

Meta-Analyse zu Cannabis bei Morbus Crohn; k=2 RCTs (n=40: 21 Cannabis, 19 Placebo); kein Unterschied bei Remissionsversagen (RR 0.72, 95%CI 0.47-1.12) oder Ansprechen (RR 0.15, 95%CI 0.02-1.05); GRADE-Evidenz niedrig bis sehr niedrig.

Randomisierte Kontrollierte Studien

Wirksamkeits- und Sicherheitsbelege aus kontrollierten Interventionsstudien.

4
A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Naftali et al. ·2021 ·Journal of Crohn's and Colitis
77 mal zitiert

Oral CBD-rich Cannabis Induces Clinical but Not Endoscopic Response in Patients with Crohn’s Disease, a Randomised Controlled Trial

Design
RCT (double-blind, placebo-controlled)
Stichprobe
n = 56 Pat.
Kernaussage

CBD-reiches Cannabis führte zu signifikanter klinischer Besserung (CDAI-Reduktion) und verbesserter Lebensqualität, aber keine signifikanten Verbesserungen bei endoskopischen Scores oder Entzündungsmarkern.

Zusammenfassung

Naftali et al. 2021 — doppelblinde RCT, n=56 Morbus-Crohn-Patienten (30 Cannabis, 26 Placebo); CBD-reiches Cannabisöl (160/40 mg/ml CBD/THC) vs. Placebo über 8 Wochen. CDAI-Reduktion signifikant in Cannabis-Gruppe (Median 282→166) vs. Placebo (264→237), p<0.05. Quality-of-Life-Score verbessert (74→91 Cannabis vs. 74→75 Placebo, p=0.004). KEINE signifikante Änderung bei endoskopischem Score (SES-CD) oder Entzündungsmarkern (CRP, Calprotectin, p=0.75). Klinische Remission ohne endoskopische oder inflammatorische Verbesserung; gut verträglich.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Naftali et al. ·2013 ·Clinical Gastroenterology and Hepatology
321 mal zitiert

Cannabis Induces a Clinical Response in Patients With Crohn's Disease: A Prospective Placebo-Controlled Study

Design
RCT
Stichprobe
n = 21 Pat.
Kernaussage

Klinische Ansprechrate 90% vs. 40% (p=0,028), aber primärer Endpunkt Remission nicht signifikant erreicht (45% vs. 10%, p=0,43).

Zusammenfassung

n=21 aktiver Morbus Crohn, Cannabis (Zigaretten mit THC) vs. Placebo über 8 Wochen; klinisches Ansprechen (CDAI-Reduktion ≥100) bei 45% (Cannabis) vs. 10% (Placebo, p=0.028), keine endoskopische Remission, symptomatische Besserung ohne entzündungshemmenden Effekt.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Naftali et al. ·2017 ·Digestive Diseases and Sciences
214 mal zitiert

Low-Dose Cannabidiol Is Safe but Not Effective in the Treatment for Crohn’s Disease, a Randomized Controlled Trial

Design
RCT
Stichprobe
n = 19 Pat.
Kernaussage

CBD zeigte keinen signifikanten Nutzen: CDAI sank in der CBD-Gruppe von 337±108 auf 220±122 und in der Placebo-Gruppe von 308±96 auf 216±121 (p=NS); beide Gruppen verbesserten sich ähnlich.

Zusammenfassung

n=19 aktiver Morbus Crohn, CBD 10 mg 2×täglich vs. Placebo über 8 Wochen; kein signifikanter Unterschied im Crohn's Disease Activity Index (CDAI: -18 vs. -30 Punkte, p=0.6), CBD gut verträglich aber bei dieser Dosis ineffektiv.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Lahat et al. ·2012 ·Digestion
122 mal zitiert

Impact of Cannabis Treatment on the Quality of Life, Weight and Clinical Disease Activity in Inflammatory Bowel Disease Patients: A Pilot Prospective Study

Design
Prospektive Pilotstudie (unkontrolliert)
Stichprobe
n = 13 Pat.
Kernaussage

Nach 3 Monaten Cannabis-Behandlung zeigten sich signifikante Verbesserungen in Lebensqualität (allgemeine Gesundheitswahrnehmung, soziale Funktionsfähigkeit, Arbeitsfähigkeit, körperliche Schmerzen, Depression), Gewichtszunahme (4,3 kg) und Reduktion der Krankheitsaktivität (Harvey-Bradshaw-Index von 11,36 auf 5,72).

Zusammenfassung

Prospektive Pilotstudie zu inhaliertem Cannabis bei langjährigen IBD-Patienten, n=13. Nach 3 Monaten: Verbesserung der allgemeinen Gesundheitswahrnehmung (p=0.001), sozialer Funktionsfähigkeit (p=0.0002), Arbeitsfähigkeit (p=0.0005), körperlicher Schmerz (p=0.004) und Depression (p=0.007). Gesundheitsskala-Score stieg von 4.1±1.43 auf 7±1.42 (p=0.0002). Gewichtszunahme 4.3±2 kg (Range 2-8; p=0.0002), BMI-Anstieg 1.4±0.61 (p=0.002). Harvey-Bradshaw-Index reduziert von 11.36±3.17 auf 5.72±2.68 (p=0.001).

Real-World-Evidenz und Beobachtungsstudien

Daten aus klinischer Versorgungspraxis, Registern und Pflichterhebungen.

1
C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Storr et al. ·2014 ·Inflammatory Bowel Diseases
203 mal zitiert

Cannabis Use Provides Symptom Relief in Patients with Inflammatory Bowel Disease but Is Associated with Worse Disease Prognosis in Patients with Crohnʼs Disease

Design
Beobachtungsstudie (retrospektive Fragebogen-Erhebung)
Stichprobe
n = 313 Pat.
Kernaussage

Cannabis verbessert subjektive CED-Symptome, ist jedoch bei Morbus Crohn mit höherem Operationsrisiko assoziiert.

Zusammenfassung

Fragebogen-Erhebung bei n=313 IBD-Patienten (University of Calgary 2008–2009); 17.6% nutzten Cannabis spezifisch zur Symptomlinderung. Subjektiv berichtete Verbesserungen: abdominale Schmerzen (83.9%), Krämpfe (76.8%), Gelenkschmerzen (48.2%), Diarrhoe (28.6%). ACHTUNG: Cannabis-Nutzung >6 Monate war starker Prädiktor für Chirurgie bei Morbus Crohn (OR=5.03, 95% CI 1.45–17.46) nach Adjustierung demografischer Faktoren. Kein Prädiktor für Hospitalisierung.

Übersichtsarbeiten

Nicht-systematische Übersichts- und Expertenarbeiten zur Einordnung der Evidenzlage.

1
B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Carvalho et al. ·2020 ·International Journal of Molecular Sciences
34 mal zitiert

Cannabis and Canabidinoids on the Inflammatory Bowel Diseases: Going Beyond Misuse

Design
Narrative Review
Stichprobe
Narrative Review
Kernaussage

Cannabis zeigte in Studien Verbesserungen bei UC- und CD-Scores und Lebensqualität, doch die Autoren warnen vor Standardisierungsmängeln und fordern randomisierte kontrollierte Studien, bevor therapeutische Empfehlungen gegeben werden können.

Zusammenfassung

Narrative Übersicht zu Cannabis/Cannabinoiden bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED); diskutiert Endocannabinoid-System, präklinische antiinflammatorische Mechanismen und klinische Pilotstudien bei Morbus Crohn/Colitis ulcerosa.

Laufende & kommende Studien

Laufende Studien befinden sich in der Erprobungsphase und sind kein Beleg für Wirksamkeit oder Sicherheit. Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken.

2
  • NCT01962415 ClinicalTrials.gov Reduced Intensity Conditioning for Non-Malignant Disorders Undergoing UCBT, BMT or PBSCT Rekrutierung Phase 2 Start: 2014-02
  • NCT04528355 ClinicalTrials.gov Data Collection Study of Patients With Non-Malignant Disorders Undergoing UCBT, BMT or PBSCT With RIC Rekrutierung Start: 2020-08