S3-Leitline der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin e. V. (DGEM) in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie e. V. (DGHO), der Arbeitsgemeinschaft „Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin“ der Deutschen Krebsgesellschaft (ASORS) und der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für klinische Ernährung (AKE)
S3-Leitlinie der DGEM/DGHO/ASORS/AKE (Klinische Ernährung in der Onkologie). Empfehlung 23 (Grad C, starker Konsens): Cannabispräparate können zur Appetitverbesserung bei Tumorkachexie und Geschmacksstörungen erwogen werden. Die Evidenz ist uneinheitlich: Ein RCT (n=164, fortgeschrittenes Karzinom) zeigte in zwei Darreichungsformen keinen Effekt auf den Appetit; ein weiterer RCT fand unter 2×2,5 mg THC/Tag bei Anorexie und Geschmacksstörung eine Verbesserung von Geschmack und Appetit bei guter Verträglichkeit (keine vermehrten Nebenwirkungen gegenüber Placebo, bessere Schlafqualität und Entspannung). Gegenüber Gestagenen wirkten Cannabispräparate schwächer appetitsteigernd, führten jedoch seltener zu Impotenz; übrige Nebenwirkungen (Erbrechen, Flüssigkeitsretention, zentralnervöse Symptome) traten gleich häufig auf. Mögliche unerwünschte Wirkungen: zentralnervöse Effekte, Bewusstseinsveränderungen, Angstzustände, in hohen Dosen Halluzinationen; Verordnung nur nach BtMVV.