Studienlage / Psychiatrie / Autismus

Autismus

30 kuratierte Studien · 3 Schlüsselstudien · mechoulam.de

Studien zu Cannabidiol-reichem Cannabis bei Autismus berichten häufig, dass sich Reizbarkeit und herausforderndes Verhalten bessern könnten. Die meisten seien bislang offen oder unkontrolliert, kontrollierte Studien zur Bestätigung laufen.

Bewertungsschema

Der Buchstabe bewertet die Qualität einer Studie, unabhängig vom Typ. Jeder Studientyp kann jede Note bekommen: auch ein Review kann B oder C sein, wenn er klein oder schwach ist, und ein RCT kann S sein. Die Note ist eine Synthese aus Studiendesign, Journal-Autorität und klinischer Verbindlichkeit:

S
Höchste Evidenz, große, methodisch erstklassige Studien oder S3-Leitlinien
A
Starke Evidenz, solide, aussagekräftige Studien mit klarem Ergebnis
B
Mittlere Evidenz, kleinere oder methodisch eingeschränkte Studien
C
Schwache Evidenz, vorläufige, indirekte oder widersprüchliche Befunde
D
Geringste Evidenz, explorative Hinweise, Einzelfälle oder Expertenmeinung

Qualitätsprofil je Studie

Links neben jeder Studie steht ein Profil aus vier Merkmalen, es zeigt die Unterschiede innerhalb einer Buchstaben-Klasse.

Größe
Teilnehmerzahl (RCT) bzw. eingeschlossene Studien (Review).
Verblindung
Doppelblind, einfachblind oder offen.
Effektstärke
Klarer Nutzen, gemischt, kein Nutzen oder Schaden.
Zitate / Jahr
Altersbereinigte Zitationshäufigkeit.

Kurz gefasst

Cannabis bei Autismus ist vor allem bei Kindern und Jugendlichen in Studien zu Vollspektrum-Extrakten, CBD sowie CBDV untersucht worden, wobei die Ergebnisse zu Verhaltensweisen, sozialer Kommunikation und Angst gemessen wurden. Die Datenlage zu klinischen Effekten ist gemischt, während Studien zu reinem CBD teilweise unzureichende Evidenz für Wirksamkeit und Sicherheit konstatieren. Häufig untersuchte Präparate sind CBD-reiche Extrakte mit einer Ratio von 20:1. Eine wesentliche Einschränkung ist die hohe Variabilität der Produktzusammensetzungen sowie die teils niedrige Evidenzsicherheit der vorliegenden Daten.

Stand der Evidenz

Zusammensetzung der untersuchten Präparate und Wirkstoffe

Die vorliegenden Studien zu Autismus-Spektrum-Störung (ASS) untersuchen überwiegend Vollspektrum-Extrakte aus der Cannabispflanze sowie gereinigte Cannabidiol-(CBD-basierte) Präparate. In der systematischen Review von Vasconcelos 2026 wird berichtet, dass in den eingeschlossenen Studien überwiegend Vollspektrum-Extrakte mit einem Verhältnis von CBD zu THC von 20:1 verwendet wurden. Chhabra 2025 identifiziert in einer zusammenfassenden Übersicht gereinigtes CBD als am häufigsten verwendeten Einzelwirkstoff in der Breite der Studienlage, mit angewendeten Dosen im Bereich von 2 bis 50 mg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag. De Bode 2025 beschreibt eine hohe Variabilität in der Produktzusammensetzung, die THC, CBD sowie Kombinationen beider Cannabinoide umfasst. Präparat- und Dosisunterschiede sind erheblich: Während Aran 2021 ein Ganzpflanzen-Extrakt mit einem CBD:THC-Verhältnis von 20:1 einsetzte, testete Bar-Lev Schleider 2019 eine Zubereitung mit 30 % CBD und 1,5 % THC im realen Anwendungssetting. Einzelne Untersuchungen fokussieren auf spezifische Moleküle, wie etwa Pretzsch 2019 und Pretzsch 2021, die den Effekt von Cannabidivarin (CBDV) in Dosen von 600 mg peroral untersuchten. Heussler 2019 testete zudem eine topische Anwendung in Form eines transdermalen CBD-Gels bei Patient:innen mit Fragilem X-Syndrom. Diese Heterogenität in Wirkstoff, Dosis und Darreichungsform erschwert eine direkte Vergleichbarkeit der Ergebnisse.

Größe der Studienkollektive und Zielgruppen

Die Studienzahlen sind durchweg klein, was die statistische Aussagekraft begrenzt. Die größte randomisierte kontrollierte Studie (RCT) in dieser Reihe ist die Arbeit von Aran 2021 mit 150 Teilnehmer:innen im Alter von 5 bis 21 Jahren. Auch Schnapp 2022 verfügte über ein Kollektiv von 150 Kindern und Jugendlichen. Weitere RCTs umfassen deutlich kleinere Kohorten: Silva EAD Junior 2024 rekrutiert 60 Kinder (5–11 Jahre), Hacohen 2022 untersucht 82 Kinder und Jugendliche, während Cazares 2026 nur 24 Jungen im Alter von 7 bis 14 Jahren einschließt. Parrella 2026 arbeitet mit 29 autistischen Kindern (5–12 Jahre), und Pretzsch 2021 sowie Pretzsch 2019 führen ihre Untersuchungen mit Teilnehmenden im Alter von 4 bis 26 Jahren in Kollektiven von 28 beziehungsweise 34 Personen durch. Retrospektive und prospektive Kohortenstudien liegen oft noch kleiner vor: Aran 2019 analysiert 60 Kinder mit schweren Verhaltensproblemen, Fortini 2025 20 Kinder mit schwerem therapierefraktärem Autismus und Guimaraes 2025 33 Personen. Systematische Reviews wie Rice 2024 oder Ibsen 2024 zeigen, dass die Zahl der randomisierten Studien im Vergleich zu nicht randomisierten Untersuchungen sehr gering ist; Rice 2024 berichtet lediglich einen einzigen RCT unter 18 eingeschlossenen Studien.

Konsistenz der Ergebnisse und Belastbarkeit der Datenlage

Die Evidenz für einen Nutzen von Cannabis bei Kernsymptomen der Autismus-Spektrum-Störung ist dünn und die Ergebnisse sind uneinheitlich. Persico 2025 konstatiert in einer Übersicht über 115 randomisierte Studien zu experimenteller Psychopharmakologie bei ASS einen Mangel an ausreichender Evidenz für die Wirksamkeit und Sicherheit von Cannabidiol. Riera 2025 bewertet die Evidenzsicherheit basierend auf GRADE als sehr niedrig bis niedrig, da keine Daten zur Lebensqualität vorliegen. Ibsen 2024 stellt fest, dass in den eingeschlossenen Studien Berichte über Effekte vor allem nicht-signifikant waren und nicht spezifisch auf die drei Kernsymptome (soziale Interaktion, Kommunikation, repetitive Verhaltensweisen) bezogen. Eine Ausnahme bildet die Studie von Aran 2021, die eine signifikante Verbesserung der globalen Symptomschwere (CGI-I) mit einer Responder-Rate von 49 Prozent in der Cannabinoid-Gruppe gegenüber 21 Prozent in der Placebo-Gruppe (p=0,005) berichten konnte. Im Gegensatz dazu zeigten Ergebnisse von Schnapp 2022 bei Schlafparametern keinen signifikanten Vorteil gegenüber Placebo. Die systematische Review von Rice 2024 schätzt das Bias-Risiko der meisten einschlägigen Studien als hoch ein, da ein Großteil Open-Label- oder unkontrollierte Designs aufweist.

Unterschiede in der Symptomatik und methodische Limitationen

Die berichteten Verbesserungen variieren je nach untersuchter Domäne. Während Silva EAD Junior 2024 signifikante Effekte auf soziale Interaktion, Angst und psychomotorische Agitation nachweisen konnte, blieb der primäre Endpunkt in der Studie von Parrella 2026 zur sozialen Responsivität (SRS-2) nicht signifikant, während sich sekundäre Endpunkte wie Angst und elterlicher Stress signifikant verbesserten. Bar-Lev Schleider 2019 berichtet in einer Real-World-Analyse eine signifikante oder moderate Verbesserung bei einer Mehrheit der Patienten, ein Befund, der jedoch durch das offene Studiendesign und die Selektion der auszuwertenden Gruppe begrenzt ist. Offene methodische Fragen betreffen insbesondere die Definition der Outcome-Maße. Chhabra 2025 betont, dass keine indikationsspezifischen Wirksamkeits-Outcomes für Autismus berichtet wurden, was eine direkte Übertragbarkeit auf Kernsymptome erschwert. Zudem variiert die Art der Nebenwirkungen: Wo Somnolenz, Diarrhö und verminderter Appetit häufig sind (Chhabra 2025), werden in Einzelfällen erhöhte Aggressionen berichtet (Jawed 2024). Diese Heterogenität liegt am starken Unterschied zwischen klinischen Endpunkten (z. B. ADOS, CGI) und primären Eltern-berichten.

Offene Fragen und künftiger Forschungsbedarf

Die Studienlage weist erhebliche Lücken bei der Langzeitsicherheit und der Bestimmung optimaler Dosierungen auf, obwohl einzelne Arbeiten wie Fortini 2025 (11 Monate Follow-up) oder Hacohen 2022 (6 Monate) längere Beobachtungszeiträume abdecken. Es fehlt an ausreichend großen, doppelblinden, placebokontrollierten Studien, die spezifisch auf die Kernsymptome der ASS abzielen und eine klare Trennung zwischen globaler Verbesserung und spezifischer Symptomremission erlauben. Persico 2025 und Parrella 2023 unterstreichen, dass aufgrund der inkonsistenten Studiendesigns und variierenden Substanzen keine klinischen Empfehlungen für eine regelhafte pharmakologische Behandlung mit Cannabis bei Autismus-Spektrum-Störung abgeleitet werden können. Die Frage, welche spezifische Präparatzusammensetzung für welche Patientengruppe geeignet ist, bleibt unbeantwortet. Bislang existieren keine belastbaren Daten, die eine generelle Überlegenheit von Cannabis gegenüber vorhandenen Therapiestandards im Bereich der ASS nachweisen.

Häufige Fragen

Hilft Cannabis gegen Autismus?
In Studien wurden Verhaltenssymptome, soziale Responsivität und Kommunikation gemessen. Die Ergebnisse zur Wirksamkeit sind gemischt und bei einigen Studien für Kernsymptome nicht signifikant.
Welche Effekte wurden bei Cannabis und Autismus gemessen?
Gemessen wurden unter anderem die soziale Interaktion, Angst, psychomotorische Agitation und Schlafparameter. Es wurden auch Veränderungen der GABA+-Konzentration und des Glutamatspiegels untersucht.
Gibt es Nebenwirkungen von Cannabis bei Autismus?
In den untersuchten Studien wurden Somnolenz, Diarrhö, Erbrechen und verminderter Appetit berichtet. Zudem wurden Schlafstörungen, Unruhe und Appetitveränderungen als häufige Ereignisse genannt.

Schlüsselstudien

3
  1. 01
    A
    Cannabinoids for Medical Purposes in Children: A Living Systematic Review.
    Chhabra et al. ·2025 ·Acta paediatrica (Oslo, Norway
    Lesen
  2. 02
    A
    The differential effects of medicinal cannabis on mental health: A systematic review.
    de Bode et al. ·2025 ·Clinical psychology review
    Lesen
  3. 03
    A
    The pediatric psychopharmacology of autism spectrum disorder: A systematic review - Part II: The future.
    Persico et al. ·2025 ·Progress in neuro-psychopharmacology & biological psychiatry
    Lesen

Systematische Reviews und Meta-Analysen

Synthesen der RCT-Evidenz nach Cochrane- und PRISMA-Standards.

11
A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Chhabra et al. ·2025 ·Acta paediatrica (Oslo, Norway
3 mal zitiert

Cannabinoids for Medical Purposes in Children: A Living Systematic Review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 18 Studien
n = 1.285 Pat.
Kernaussage

In RCTs zeigte gereinigtes CBD eine Reduktion der Anfallshäufigkeit um 30–50%; häufige Nebenwirkungen waren Somnolenz, Diarrhö, Erbrechen und verminderter Appetit.

Zusammenfassung

Living Systematic Review zu Cannabinoiden bei Kindern; k=18 Studien (n=1.285) zu Autismus-Spektrum-Störung identifiziert. Häufigste Cannabinoide: gereinigtes CBD (78,6%, n=66 Studien, Dosis 2–50 mg/kg/Tag). Häufige Nebenwirkungen (>20% Studien): Somnolenz, Diarrhö, Erbrechen, verminderter Appetit. Keine indikations-spezifischen Wirksamkeits-Outcomes für Autismus berichtet.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Jawed et al. ·2024 ·International journal of molecular sciences
7 mal zitiert

The Evolving Role of Cannabidiol-Rich Cannabis in People with Autism Spectrum Disorder: A Systematic Review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 4 Studien
n = 353 Pat.
Kernaussage

CBD-reiches Cannabis zeigte Verbesserungen bei Verhaltenssymptomen, sozialer Reaktionsfähigkeit und Kommunikation, aber weniger konsistente kognitive Vorteile; Nebenwirkungen reichten von mild bis schwerwiegend.

Zusammenfassung

Systematische Review zu CBD-reichem Cannabis bei Autismus-Spektrum-Störung; k=4 Studien (2020–2024), n=353 Teilnehmende aus Israel, Türkei, Brasilien. Verbesserungen bei Verhaltenssymptomen, sozialer Responsivität und Kommunikation berichtet; kognitive Effekte inkonsistent. Häufige leichte Nebenwirkungen: Somnolenz, verminderter Appetit; in Einzelfällen erhöhte Aggression mit Therapieabbruch.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Silva EAD Junior et al. ·2022 ·Trends in psychiatry and psychotherapy
70 mal zitiert

Cannabis and cannabinoid use in autism spectrum disorder: a systematic review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 9 Studien
Kernaussage

Einige Studien zeigten Verbesserungen bei verschiedenen ASD-Symptomen (Hyperaktivität, Schlafstörungen, Angst, soziale Interaktion), aber häufige Nebenwirkungen wurden berichtet; die Evidenzqualität bleibt unklar.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabis bei Autismus-Spektrum-Störung; k=9 Studien eingeschlossen. Befunde zeigen Reduktion von Hyperaktivität, Selbstverletzung, Schlafproblemen, Angst, Aggressivität; Verbesserung von Kognition, sensorischer Sensitivität, Aufmerksamkeit, sozialer Interaktion und Sprache. Häufigste Nebenwirkungen: Schlafstörungen, Unruhe, Nervosität, Appetitveränderungen. Review fordert RCTs für definitive Aussagen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Parrella et al. ·2023 ·Pharmacology, biochemistry, and behavior
33 mal zitiert

A systematic review of cannabidiol trials in neurodevelopmental disorders.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 9 Studien
Kernaussage

Einige Studien deuten auf potenzielle Wirksamkeit hin, aber die Befunde sind zu inkonsistent zwischen den RCTs, um klinische Anwendung zuverlässig zu leiten.

Zusammenfassung

Systematische Review zu CBD bei Neurodevelopmental Disorders (inkl. Autismus-Spektrum-Störung); k=9 RCTs identifiziert. Einige Studien zeigen potenzielle Wirksamkeit, jedoch zu inkonsistent über alle RCTs hinweg für klinische Empfehlung. Studiencharakteristika, Behandlungseigenschaften und Outcomes variieren stark; CBD-Eignung als pharmakologische Behandlung für Autismus bleibt weitgehend unbestimmt.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
de Bode et al. ·2025 ·Clinical psychology review
9 mal zitiert

The differential effects of medicinal cannabis on mental health: A systematic review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 49 Studien
Kernaussage

CBD zeigte kurzfristige Angstlinderung, CBD+THC half bei Entzugssymptomen und Schlaf, aber THC war mit dosisabhängigen Nebenwirkungen und teilweise Verschlechterung der Primärergebnisse assoziiert; keine langfristigen Effekte gefunden.

Zusammenfassung

Systematische Review zu medizinischem Cannabis bei psychischen Störungen; k=49 kontrollierte Studien aus 15 Ländern (18.341 gescreent, Suche Oktober 2023/Juli 2024). Autismus-Spektrum-Störung als eine von 11 evaluierten Diagnosen eingeschlossen. Produktzusammensetzung variabel (THC, CBD, THC+CBD-Kombinationen); hohe CBD-Dosen zeigten akute Angstreduktion, CBD+THC-Kombinationen verbesserten Schlaf und Cannabis-Entzugssymptome. THC dosisabhängig mit unerwünschten Ereignissen assoziiert, teilweise Verschlechterung primärer Outcomes (z.B. Psychose). Keine Studie fand langanhaltende medizinische Effekte. Hohe Bias-Risiken prevalent. Schlussfolgerung: kurzfristige Symptomlinderung möglich, aber keine Heilung und nicht ohne Risiken für psychische Gesundheit.

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Persico et al. ·2025 ·Progress in neuro-psychopharmacology & biological psychiatry
9 mal zitiert

The pediatric psychopharmacology of autism spectrum disorder: A systematic review - Part II: The future.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 115 Studien
Kernaussage

Die meisten experimentellen Substanzen zeigen unzureichende Evidenz; einige Verbindungen (N-Acetylcystein, Folinsäure, L-Carnitin, Coenzym Q10, Sulforaphan, Metformin) zeigen vielversprechende Wirksamkeit mit gutem Sicherheitsprofil, während führende Kandidaten (Arbaclofen, Balovaptan, Bumetanid) ihre primären Endpunkte nicht erreichten.

Zusammenfassung

Systematische Review zur experimentellen Psychopharmakologie bei Autismus-Spektrum-Störung (Teil II); k=115 publizierte RCTs (57 pharmakologische Substanzen, 48 Nutraceuticals). Für Cannabidiol wird unzureichende Evidenz für Wirksamkeit und Sicherheit konstatiert. Kleine Substanzgruppe (N-Acetylcystein, Folinsäure, L-Carnitin, Coenzym Q10, Sulforaphan, Metformin) zeigt vielversprechende Wirksamkeit bei hohem Sicherheitsprofil.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Riera et al. ·2025 ·Journal of clinical pharmacology
4 mal zitiert

Therapeutic Use of Cannabis Derivatives and Their Analogs for Autism Spectrum Disorder: A Systematic Review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 11 Studien
Kernaussage

Cannabis-Gesamtpflanzenextrakt könnte globale Bewertungssymptome verbessern, aber für andere Outcomes sind die Ergebnisse unsicher; sehr niedrige bis niedrige Evidenzsicherheit.

Zusammenfassung

Cochrane-konforme systematische Review zu Cannabis-Derivaten bei Autismus; k=11 RCTs (davon 4 mit verfügbaren Ergebnissen für Kinder/Adoleszente). Fünf verschiedene Cannabis-Präparationen getestet. Ein Trial zeigte mögliche Verbesserung der globalen Symptomschwere, für andere Outcomes unsichere Befunde. Keine Lebensqualitäts-Daten. Evidenzsicherheit: sehr niedrig bis niedrig (GRADE). Review konkludiert Unsicherheit über klinische Wirksamkeit.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Ibsen et al. ·2024 ·Nordic journal of psychiatry
3 mal zitiert

Cannabinoids as alleviating treatment for core symptoms of autism spectrum disorder in children and adolescents: a systematic review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 5 Studien
Kernaussage

Die Wirkung von Cannabinoiden auf Kernsymptome der Autismus-Spektrum-Störung ist unklar; die meisten Effekte waren nicht signifikant und nicht auf Kernsymptome bezogen.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabinoiden bei ASD-Kernsymptomen; k=5 Studien (2 RCTs, 3 Kohortenstudien) bei Kindern/Jugendlichen. Alle Studien berichteten Cannabinoid-Effekte, meist nicht-signifikant und nicht auf Kernsymptome bezogen. Nur eine Studie fand signifikante Verbesserung aller drei Kernsymptome (soziale Interaktion, Kommunikation, repetitive Verhaltensweisen). Bias-Risiko in 4/5 Studien hoch oder sehr hoch, 1/5 niedrig. Langzeiteffekte unbekannt, Sicherheitsaspekte unzureichend diskutiert.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Vasconcelos et al. ·2026 ·Progress in neuro-psychopharmacology & biological psychiatry
0 mal zitiert

Cannabinoid-based interventions for behavioral outcomes in children and adolescents with autism spectrum disorder: A systematic review of safety and effectiveness.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 12 Studien
Kernaussage

Responder-Raten für globale Besserung zeigten Vorteil (49% vs 21%), aber standardisierte Outcomes waren überwiegend nicht signifikant; Evidenz bleibt begrenzt.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabinoiden bei Kindern/Adoleszenten mit Autismus; k=12 Studien (4 RCTs, 8 nicht-RCTs), 6 laufende Trials identifiziert. Überwiegend Vollspektrum-Extrakte mit CBD:THC-Ratio 20:1, Titration bis ~10 mg/kg/Tag. Responder-Rate für globale Verbesserung vs. Placebo 49% vs. 21%; Verbesserung sozialer Kommunikation. Keine Zwischen-Gruppen-Differenzen für Schlaf oder Gesamtsymptomatik; repetitive Verhaltensweisen nicht-signifikanter Trend. Nebenwirkungen meist mild (Somnolenz, Appetitänderungen, Schlafprobleme, Irritabilität); keine schwerwiegenden behandlungsbezogenen Events. GRADE-Sicherheit sehr niedrig.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Khan et al. ·2020 ·Journal of Cannabis Research
96 mal zitiert

The therapeutic role of Cannabidiol in mental health: a systematic review

Design
Systematische Review
Stichprobe
k = 23 Studien
Kernaussage

CBD und Nabiximols zeigen je nach psychiatrischer Indikation moderate bis schwache Evidenz, mit stärkster Unterstützung für Cannabis-Gebrauchsstörung und Schizophrenie.

Zusammenfassung

Systematische Review (k=23 Studien) zu CBD und Nabiximols bei psychiatrischen Störungen; Grade B Empfehlung für Autismus-Spektrum-Störung (ASD) — moderate Evidenz für Symptomlinderung bei ASD-Komorbiditäten (ADHS eingeschlossen). Weitere großangelegte RCTs erforderlich.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Rice et al. ·2024 ·European child & adolescent psychiatry
24 mal zitiert

Efficacy of cannabinoids in neurodevelopmental and neuropsychiatric disorders among children and adolescents: a systematic review.

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 5 Studien
n = 1 Pat.
Kernaussage

Begrenzte und generell schlechte Qualität der Evidenz für die Wirksamkeit von Cannabinoid-basierten Produkten bei neuropsychiatrischen und neuronalen Entwicklungsstörungen bei Kindern und Jugendlichen.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabinoiden bei neuropsychiatrischen/neurodevelopmentalen Störungen bei Kindern/Jugendlichen (≤18 Jahre); k=5 Studien spezifisch zu Autismus-Spektrum-Störung identifiziert (von insgesamt 18 eingeschlossenen Studien über 8 Indikationen, 4466 gescreent). Nur 1 RCT insgesamt gefunden, restliche 17 Studien mit hohem Bias-Risiko (Open-Label, unkontrollierte Vorher-Nachher-Designs, Fallserien, Fallberichte). Schlussfolgerung: limitierte und generell niedrigqualitative Evidenz für Wirksamkeit von Cannabis-Produkten bei Autismus und verwandten Störungen in pädiatrischer Population.

Randomisierte Kontrollierte Studien

Wirksamkeits- und Sicherheitsbelege aus kontrollierten Interventionsstudien.

10
A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Aran et al. ·2021 ·Molecular Autism
216 mal zitiert

Cannabinoid treatment for autism: a proof-of-concept randomized trial

Design
RCT
Stichprobe
n = 150 Pat.
Kernaussage

Disruptive behavior zeigte Verbesserung (49% vs. 21% bei Placebo), aber primärer Outcome HSQ-ASD zeigte keinen Unterschied zwischen Gruppen; Evidenz für Wirksamkeit ist gemischt und unzureichend.

Zusammenfassung

RCT n=150 (Alter 5–21 Jahre) mit ASD; 12 Wochen Ganzpflanzen-Cannabis-Extrakt (CBD:THC 20:1) vs. Placebo. CGI-I (co-primärer Endpunkt): 49% vs. 21% deutliche/sehr deutliche Verbesserung disruptiver Verhaltensweisen (p=0.005). SRS Total Score (sekundär): Median-Verbesserung 14,9 Punkte vs. 3,6 Punkte Placebo (p=0.009). Keine schwerwiegenden Nebenwirkungen; häufigste unerwünschte Ereignisse Somnolenz (28%) und Appetitverlust (25%).

A
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Silva EAD Junior et al. ·2024 ·Trends in psychiatry and psychotherapy
54 mal zitiert

Evaluation of the efficacy and safety of cannabidiol-rich cannabis extract in children with autism spectrum disorder: randomized, double-blind, and placebo-controlled clinical trial.

Design
RCT
Stichprobe
n = 60 Pat.
Kernaussage

CBD-reiches Cannabisextrakt verbesserte signifikant soziale Interaktion, Angst, psychomotorische Agitation, Mahlzeitenfrequenz und Konzentration bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung mit wenigen schwerwiegenden Nebenwirkungen.

Zusammenfassung

RCT n=60 Kinder mit Autismus (5–11 Jahre), CBD-reiches Cannabis-Extrakt vs. Placebo über 12 Wochen. Signifikante Verbesserungen: soziale Interaktion (F₁,₁₁₆=14.13, p=0.0002), Angst (F₁,₁₁₆=5.99, p=0.016), psychomotorische Agitation (F₁,₁₁₆=9.22, p=0.003), Mahlzeitenhäufigkeit (F₁,₁₁₆=4.11, p=0.04), Konzentration bei leichtem ASD (F₁,₄₈=6.75, p=0.01). Nur 9,7% (3/31) der Behandlungsgruppe mit Nebenwirkungen (Schwindel, Schlaflosigkeit, Kolik, Gewichtszunahme).

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Schnapp et al. ·2022 ·Biomedicines
38 mal zitiert

A Placebo-Controlled Trial of Cannabinoid Treatment for Disruptive Behavior in Children and Adolescents with Autism Spectrum Disorder: Effects on Sleep Parameters as Measured by the CSHQ.

Design
RCT (doppelblind, placebokontrolliert, Cross-over)
Stichprobe
n = 150 Pat.
Kernaussage

CBD-reiche Cannabinoidbehandlung zeigte gegenüber Placebo keine überlegene Verbesserung der Schlafparameter bei Kindern mit ASD.

Zusammenfassung

Doppelblinde, placebokontrollierte RCT (n=150 Kinder/Jugendliche mit ASD); CBD-reiches Cannabis-Extrakt (CBD:THC 20:1) vs. gereinigtes CBD:THC-Extrakt vs. Placebo über 12 Wochen; kein signifikanter Vorteil gegenüber Placebo bei Schlafparametern (CSHQ); CSHQ-Gesamtscore-Verbesserung korrelierte mit Verbesserung der Kernsymptome (SRS, Periode 1: r=0,266, p=0,008; Periode 2: r=0,309, p=0,004).

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Pretzsch et al. ·2019 ·Neuropsychopharmacology
153 mal zitiert

Effects of cannabidiol on brain excitation and inhibition systems; a randomised placebo-controlled single dose trial during magnetic resonance spectroscopy in adults with and without autism spectrum disorder.

Design
RCT
Stichprobe
n = 34 Pat.
Kernaussage

CBD erhöhte subkortikales Glx, reduzierte kortikales Glx; erhöhte GABA+ bei Kontrollen, aber reduzierte GABA+ bei ASD mit signifikantem Gruppenunterschied im DMPFC.

Zusammenfassung

n=34 (17 ASD, 17 Kontrollen), single-dose 600 mg CBD vs. Placebo; CBD erhöhte subkortikales Glx, senkte kortikales Glx (beide Gruppen). Gruppe×Region-Interaktion für GABA+: CBD erhöhte präfrontales GABA+ bei Kontrollen, senkte es bei ASD (Gruppen-Unterschied signifikant, p-Wert nicht berichtet).

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke
Zitate / Jahr
Pretzsch et al. ·2019 ·Journal of psychopharmacology (Oxford, England)
104 mal zitiert

The effect of cannabidiol (CBD) on low-frequency activity and functional connectivity in the brain of adults with and without autism spectrum disorder (ASD).

Design
RCT
Stichprobe
n = 34 Pat.
Kernaussage

CBD erhöhte signifikant die fALFF in Kleinhirnvermis und rechtem Fusiformgyrus, primär in der ASD-Gruppe, ohne klare klinische Verhaltensauswirkungen berichtet.

Zusammenfassung

Pharmako-fMRI-Studie n=34 erwachsene Männer (50% mit ASD); einmalige orale CBD-Gabe 600 mg vs. Placebo. CBD erhöhte fALFF im cerebellären Vermis und rechten Gyrus fusiformis signifikant, primär getrieben durch ASD-Gruppe (keine signifikante Änderung in Kontrollen). CBD veränderte innerhalb der ASD-Gruppe vermal-FC mit subkortikalen und kortikalen Zielregionen signifikant.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Pretzsch et al. ·2019 ·Translational psychiatry
61 mal zitiert

Effects of cannabidivarin (CBDV) on brain excitation and inhibition systems in adults with and without Autism Spectrum Disorder (ASD): a single dose trial during magnetic resonance spectroscopy.

Design
RCT
Stichprobe
n = 34 Pat.
Kernaussage

CBDV erhöhte Glutamat (Glx) signifikant in den Basalganglien beider Gruppen, jedoch nicht uniform; in der ASD-Gruppe korrelierte die Glx-Änderung negativ mit dem Ausgangswert. Keine signifikanten Effekte auf Glx im DMPFC oder auf GABA+ in beiden Regionen.

Zusammenfassung

n=34 (17 ASD, 17 Kontrollen), single-dose 600 mg CBDV vs. Placebo; CBDV erhöhte Glx in Basalganglien beider Gruppen; bei ASD korrelierte Glx-Shift negativ mit Baseline-Glx (r nicht berichtet). Kein signifikanter Effekt auf GABA+ oder präfrontales Glx.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Parrella et al. ·2026 ·Autism research
1 mal zitiert

Effects of Cannabidiol on Social Relating, Anxiety, and Parental Stress in Autistic Children: A Randomized Controlled Crossover Trial.

Design
RCT
Stichprobe
n = 29 Pat.
Kernaussage

Kein signifikanter Effekt auf das primäre Outcome (SRS-2), aber signifikante Verbesserungen bei sekundären Outcomes: reduzierte Angst und verbesserte soziale Funktionsfähigkeit sowie niedrigerer elterlicher Stress.

Zusammenfassung

n=29 autistische Kinder (5–12 Jahre), CBD-Öl mit Terpenen (10 mg/kg/Tag) vs. Placebo über 2×12 Wochen (cross-over). Primärer Endpunkt (SRS-2 Social Responsiveness) nicht signifikant (beta=−11,15, SE=7,19, p=0,125). Sekundäre Verbesserungen: DBC-2 Social Relating (beta=−2,35, p<0,05), Angst-Subskala (beta=−3,20, p=0,002), elterlicher Stress APSI (beta=−4,63, p=0,044). Keine Unterschiede in adaptiven Funktionen (Vineland-3). Zwei Kinder mit gastrointestinalen Nebenwirkungen.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Pretzsch et al. ·2021 ·Molecular autism
33 mal zitiert

Modulation of striatal functional connectivity differences in adults with and without autism spectrum disorder in a single-dose randomized trial of cannabidivarin.

Design
RCT
Stichprobe
n = 28 Pat.
Kernaussage

Bei ASD-Personen reduzierte CBDV die Hyperkonektivität des Striatums auf neurotypisches Niveau, aber es ist unklar, ob dies mit Symptomverbesserung verbunden ist.

Zusammenfassung

Pilot-RCT bei Autismus-Spektrum-Störung (n=28, 13 ASD, 15 Neurotypische), doppelblind, Placebo-kontrolliert, cross-over Design. 600 mg Cannabidivarin (CBDV) vs. Placebo. CBDV reduzierte atypische striatal-frontale Hyperconnectivity auf neurotypisches Niveau (fMRI-Resting-State). ASD-Gruppe zeigte niedrigere FC zwischen ventralem Striatum und frontalen/perizentralen Regionen sowie höhere intra-striatale FC vs. Kontrollen.

B
Größe
Verblindung Offen
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Hacohen et al. ·2022 ·Translational psychiatry
74 mal zitiert

Children and adolescents with ASD treated with CBD-rich cannabis exhibit significant improvements particularly in social symptoms: an open label study.

Design
RCT
Stichprobe
n = 82 Pat.
Kernaussage

Signifikante Verbesserungen in sozialer Kommunikation (ADOS, SRS, Vineland), aber nur elternberichtete Verbesserungen in repetitiven Verhaltensweisen; keine Veränderung in kognitiven Fähigkeiten.

Zusammenfassung

Open-Label-Studie n=82 Kinder/Jugendliche mit ASD (von 110 rekrutierten), 6 Monate CBD-reiches Cannabis. Signifikante Verbesserungen in sozialer Kommunikation gemessen mit ADOS, SRS und Vineland (standardisierte klinische Assessments); größere Verbesserungen bei initial schwereren Symptomen. Signifikante RRB-Verbesserungen nur in Eltern-berichteter SRS; keine signifikanten kognitiven Veränderungen.

B
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Cazares et al. ·2026 ·Translational psychiatry
1 mal zitiert

Cannabidiol blood metabolite levels after cannabidiol treatment are associated with broadband EEG changes and improvements in visuomotor and non-verbal cognitive abilities in boys with autism requiring higher levels of support.

Design
RCT
Stichprobe
n = 24 Pat.
Kernaussage

CBD-Metabolit-Spiegel waren mit verbesserten aperiodischen EEG-Maßen und positiven Assoziationen mit receptiver Vokabularfähigkeit, nonverbaler Intelligenz und visuomotorischer Koordination verbunden; insgesamt gemischte Effekte mit einigen Kindern, die Verbesserungen zeigten, während andere begrenzte Veränderungen demonstrierten.

Zusammenfassung

n=24 Jungen mit Autismus-Spektrum-Störung und höherem Unterstützungsbedarf (7-14 Jahre), doppelblind-placebo-kontrolliert, cross-over; bis 20 mg/kg/Tag CBD über 8 Wochen. CBD-Metaboliten-Spiegel positiv assoziiert mit rezeptivem Wortschatz, nonverbaler Intelligenz und visuomotorischer Koordination. Aperiodischer EEG-Offset erhöht, aperiodischer Exponent (okzipital) reduziert. Gemischte Effekte: einige Kinder zeigten Verbesserungen in kognitiven/verhaltensbezogenen Fähigkeiten, andere limitierte Veränderungen.

Real-World-Evidenz und Beobachtungsstudien

Daten aus klinischer Versorgungspraxis, Registern und Pflichterhebungen.

9
B
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Bar-Lev Schleider et al. ·2019 ·Scientific Reports
183 mal zitiert

Real life Experience of Medical Cannabis Treatment in Autism: Analysis of Safety and Efficacy

Design
Prospektive Real-World-Registerstudie
Stichprobe
n = 188 Pat.
Kernaussage

Etwa 84% der auswertbaren ASD-Patienten zeigten nach 6 Monaten eine moderate bis signifikante Symptomverbesserung unter CBD/THC-Öl.

Zusammenfassung

Real-World-Analyse von n=188 ASD-Patienten unter medizinischem Cannabis (30% CBD + 1,5% THC Öl) zwischen 2015–2017. Nach 6 Monaten wurden n=93 ausgewertet: 30,1% signifikante Verbesserung, 53,7% moderate Verbesserung, 6,4% leichte Verbesserung. 25,2% berichteten mindestens eine Nebenwirkung (häufigste: Unruhe 6,6%). Cannabis bei ASD gut verträglich und sicher.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Aran et al. ·2019 ·Journal of Autism and Developmental Disorders
224 mal zitiert

Brief Report: Cannabidiol-Rich Cannabis in Children with Autism Spectrum Disorder and Severe Behavioral Problems—A Retrospective Feasibility Study

Design
Retrospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 60 Pat.
Kernaussage

CBD-reiches Cannabis verbesserte Verhaltensausbrüche bei der Mehrheit der Kinder, war jedoch mit relevanten Nebenwirkungen einschließlich eines psychotischen Ereignisses assoziiert.

Zusammenfassung

Retrospektive Machbarkeitsstudie zu CBD-reichem Cannabis bei n=60 Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung und schweren Verhaltensproblemen (Alter 11,8±3,5 Jahre, 77% niedrig-funktional). 61% zeigten deutliche oder sehr deutliche Verbesserung der Verhaltensausbrüche (Caregiver Global Impression of Change). Häufigste Nebenwirkungen: Schlafstörungen (14%), Reizbarkeit (9%), Appetitverlust (9%). Ein psychotisches Event bei höherem THC-Gehalt.

B
Größe
Verblindung Offen
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Guimaraes et al. ·2025 ·Progress in brain research
0 mal zitiert

Cannabinoid treatment impacts adaptive behavior in autism patients and caregivers' mental health: A prospective real-life cohort study.

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 33 Pat.
Kernaussage

CBD-Gruppe zeigte Reduktion von maladaptivem Verhalten (Internalisierung) und Verbesserung der psychischen Gesundheit von Betreuern; Kontrollgruppe zeigte Verbesserungen bei täglichen Aktivitäten und Sozialisierung.

Zusammenfassung

Prospektive Kohortenstudie n=33 (16 CBD-Gruppe mit schwerem Autismus ATEC 85,5±34,00, 17 Kontrollen mit moderatem Autismus ATEC 58,6±25,53). Nach 3 Monaten CBD-reicher Extrakt: Reduktion maladaptiven Verhaltens (Vineland 3 internalisierend, p=0,008); Betreuer zeigten Reduktion interpersonaler Sensitivität (BSI p=0,038), Global Severity Index (p=0,025), Positive Symptom Distress Index (p=0,007). Kontrollgruppe: Anstieg Daily Living Activities (p=0,031) und Sozialisation ATEC (p=0,037).

B
Größe
Verblindung Offen
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Fortini et al. ·2025 ·Pharmacology, biochemistry, and behavior
4 mal zitiert

Purified cannabidiol leads to improvement of severe treatment-resistant behavioral symptoms in children with autism spectrum disorder.

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 20 Pat.
Kernaussage

90% der Patienten zeigten Verbesserung in mindestens einem Symptom nach CBD-Behandlung; 83,5% aller berichteten Symptome verbesserten sich; etwa 30% Verbesserung bei Reizbarkeit, sozialer Rückzug und Hyperaktivität.

Zusammenfassung

Prospektive before-after-Studie n=20 Kinder mit schwerem therapierefraktärem Autismus, gereinigtes CBD als Add-on (Median 363,5 mg, Range 100–700 mg), median 11 Monate Follow-up. 90 % (18/20) zeigten Verbesserung ≥1 Symptom; 83,5 % aller berichteten Symptome verbessert. Sekundäre Outcomes: ~30 % Verbesserung Irritabilität, sozialer Rückzug, Hyperaktivität; repetitives Verhalten 50 % verbessert. 65 % leichte bis moderate transiente Nebenwirkungen (erhöhte Irritabilität, verminderter Appetit). 40 % Reduktion/Absetzen von Begleitmedikation.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Karhson et al. ·2025 ·Scientific Reports
0 mal zitiert

Acute effects of cannabis on core and co-occurring features associated with autism spectrum disorder in adults

Design
Beobachtungsstudie (Real-World-Daten)
Stichprobe
n = 111 Pat.
Kernaussage

Symptomschweregradswerte wurden um 73,09% von vor zu nach Cannabiskonsum reduziert.

Zusammenfassung

n=111 selbst-identifizierte autistische Erwachsene, Real-World-Tracking über Strainprint®-App; Symptom-Schwere-Reduktion um 73,09% von vor bis nach Cannabis-Konsum (Sensory Sensitivity, Repetitive Behaviors, Mental Control, Negative Affect). Höhere Dosis assoziiert mit stärkerer Reduktion repetitiver Verhaltensweisen, mentaler Kontrolle und negativem Affekt. Keine Kontrollgruppe; subjektive Selbsteinschätzung.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Barchel et al. ·2019 ·Frontiers in Pharmacology
205 mal zitiert

Oral Cannabidiol Use in Children With Autism Spectrum Disorder to Treat Related Symptoms and Co-morbidities

Design
Prospektive Beobachtungsstudie (unkontrolliert)
Stichprobe
n = 53 Pat.
Kernaussage

Orales CBD führte laut Elternberichten bei der Mehrzahl der Kinder zu Verbesserungen komorbider ASD-Symptome, jedoch mit variabler Wirkung auf Angst.

Zusammenfassung

n=53 Kinder mit ASD (Median 11 Jahre), CBD-Öl 5% oral, Median 66 Tage; Selbstverletzung/Wutanfälle verbessert bei 67,6%, verschlechtert 8,8%; Hyperaktivität verbessert 68,4%; Schlafprobleme verbessert 71,4%; Angst verbessert 47,1%. Keine schwerwiegenden Nebenwirkungen; Somnolenz und Appetitveränderung mild.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Bilge et al. ·2021 ·Journal of Cannabis Research
37 mal zitiert

CBD-enriched cannabis for autism spectrum disorder: an experience of a single center in Turkey and reviews of the literature.

Design
Prospektive Beobachtungsstudie (Open-Label, Single-Center)
Stichprobe
n = 33 Pat.
Kernaussage

CBD-angereichertes Cannabis verbesserte bei einem Teil der Kinder Verhaltensauffälligkeiten, Sprache und Kognition, bei 19% der Patienten wurde keine Veränderung berichtet.

Zusammenfassung

n=33 Kinder mit Autismus-Spektrum-Störung, CBD-angereichertes Cannabis (mittlere Dosis 0,7 mg/kg/Tag, THC <3%), median 6,5 Monate; laut Elternberichten: Verhaltensverbesserung bei 32,2%, Sprachverbesserung bei 22,5%, kognitive Verbesserung bei 12,9%, soziale Interaktion bei 9,6%. Keine schwerwiegenden Nebenwirkungen unter niedrigen Dosen berichtet.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Ponton et al. ·2020 ·Journal of medical case reports
32 mal zitiert

A pediatric patient with autism spectrum disorder and epilepsy using cannabinoid extracts as complementary therapy: a case report.

Design
Fallserie
Stichprobe
n = 1 Pat.
Kernaussage

Fallbericht eines 15-jährigen Patienten mit Autismus-Spektrum-Störung, der bei niedriger Dosis eines Cannabidiol-basierten Extrakts unerwartet positive Effekte auf Verhaltenssymptome, soziale Defizite und Komorbiditäten zeigte; weitere Forschung wird als notwendig erachtet.

Zusammenfassung

Einzelfall-Bericht (n=1): 15-jähriger Patient mit ASD, selektivem Mutismus, Angst und kontrollierter Epilepsie. CBD-basiertes Extrakt in niedriger Dosis führte zu positiven Effekten auf Verhaltenssymptome, Kernsymptome der sozialen Kommunikation, sowie komorbide Angst, Schlafprobleme und Gewichtskontrolle. Dosis niedriger als zuvor bei ASD berichtet.

D
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Fleury-Teixeira et al. ·2019 ·Frontiers in Neurology
120 mal zitiert

Effects of CBD-Enriched Cannabis sativa Extract on Autism Spectrum Disorder Symptoms: An Observational Study of 18 Participants Undergoing Compassionate Use.

Design
Beobachtungsstudie (Compassionate Use)
Stichprobe
n = 15 Pat.
Kernaussage

CBD-angereicherter Cannabis-Extrakt verbesserte bei 14 von 15 ASD-Patienten mindestens eine Symptomkategorie, am stärksten Anfälle, ADHS, Schlaf und soziale Kommunikation.

Zusammenfassung

Beobachtungsstudie (n=15 adhärente ASD-Patienten, davon 10 nicht-epileptisch); CBD-reiches Cannabis-Extrakt (CBD:THC 75:1) über 6–9 Monate; 9 von 10 nicht-epileptischen Patienten zeigten Verbesserung ≥30% in mindestens einer von 8 Symptomkategorien; 6/10 Verbesserung ≥30% in ≥2 Kategorien; stärkste Verbesserungen bei Schlafstörungen, ADHS und sozialer Kommunikation.

Laufende & kommende Studien

Laufende Studien befinden sich in der Erprobungsphase und sind kein Beleg für Wirksamkeit oder Sicherheit. Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken.

3
  • NCT04517799 ClinicalTrials.gov Trial of Cannabidiol to Treat Severe Behavior Problems in Children With Autism Aktiv Phase 2 Start: 2020-06
  • NCT05015439 ClinicalTrials.gov Cannabidiol (CBD) in Adults With ASD Rekrutierung Phase 1 Start: 2023-04
  • NCT07199218 ClinicalTrials.gov Placebo-Controlled Study of Terpenes-Enriched Cannabis Oil T1/C28 for Children With Autism Rekrutierung Phase 2 Start: 2025-10
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