Studienlage / Schmerz / Endometriose

Endometriose

17 kuratierte Studien · 3 Schlüsselstudien · mechoulam.de

Die Forschung zu Endometriose steht noch am Anfang und stützt sich überwiegend auf Beobachtungsstudien, in denen Patientinnen eine Linderung von Schmerz und Begleitsymptomen berichteten. Leitlinien nennen cannabisbasierte Arzneimittel als mögliche Option bei chronischen endometrioseassoziierten Schmerzen, wenn etablierte Therapien nicht ausreichen.

Bewertungsschema

Der Buchstabe bewertet die Qualität einer Studie, unabhängig vom Typ. Jeder Studientyp kann jede Note bekommen: auch ein Review kann B oder C sein, wenn er klein oder schwach ist, und ein RCT kann S sein. Die Note ist eine Synthese aus Studiendesign, Journal-Autorität und klinischer Verbindlichkeit:

S
Höchste Evidenz, große, methodisch erstklassige Studien oder S3-Leitlinien
A
Starke Evidenz, solide, aussagekräftige Studien mit klarem Ergebnis
B
Mittlere Evidenz, kleinere oder methodisch eingeschränkte Studien
C
Schwache Evidenz, vorläufige, indirekte oder widersprüchliche Befunde
D
Geringste Evidenz, explorative Hinweise, Einzelfälle oder Expertenmeinung

Qualitätsprofil je Studie

Links neben jeder Studie steht ein Profil aus vier Merkmalen, es zeigt die Unterschiede innerhalb einer Buchstaben-Klasse.

Größe
Teilnehmerzahl (RCT) bzw. eingeschlossene Studien (Review).
Verblindung
Doppelblind, einfachblind oder offen.
Effektstärke
Klarer Nutzen, gemischt, kein Nutzen oder Schaden.
Zitate / Jahr
Altersbereinigte Zitationshäufigkeit.

Kurz gefasst

Cannabis bei Endometriose wurde vor allem im Kontext von gynäkologischen Schmerz-Syndromen untersucht, wobei die Schmerzreduktion bei Nutzerinnen zwischen 61 und 95,5 Prozent lag. Untersucht wurden unter anderem Vollspektrum-Präparate sowie Kombinationen aus THC und CBD. Eine wesentliche Einschränkung besteht darin, dass viele Daten aus Umfragen oder Kohortenstudien ohne Kontrollgruppen stammen, was ein hohes Bias-Risiko darstellt. Die Evidenzlage für eine klinische Wirksamkeit ist aufgrund der methodischen Mängel und der oft nur subjektiven Schmerzberichte uneinheitlich.

Stand der Evidenz

Mangel an randomisierten kontrollierten Studien

Die wissenschaftliche Datenlage zu Cannabis bei Endometriose ist dünn und besteht überwiegend aus Studien niedriger Qualitätsstufe. Nur zwei der vorliegenden Quellen liefern eine systematische Übersicht, wobei Liang 2022 als Stufe A eingestuft wurde und 16 Studien analysierte. Die Anzahl an randomisierten kontrollierten Studien ist extrem gering. Chesterman 2025 beschreibt ein Machbarkeits-RCT, das aufgrund niedriger Rekrutierung und Retention vorzeitig beendet wurde. Nur 4 von insgesamt 12 Teilnehmerinnen beendeten die Studie vollständig. Es fehlt belastbare klinische Evidenz aus großen kontrollierten Studien, die eine kausale Wirksamkeitszuordnung sicherstellen. Die vorhandene Literatur stützt sich stark auf deskriptive Daten und Selbstberichte, was die Belastbarkeit der Erkenntnisse stark einschränkt. Eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung lässt sich aus der gegenwärtigen Literatur nicht ableiten.

Untersuchung von Präparaten und Wirkmechanismen

Die untersuchten Präparate und Wirkstoffe variieren stark in den verschiedenen Studien. In der einzigen randomisierten Studie (Chesterman 2025) wurden inhaliertes Tetrahydrocannabinol in einer Konzentration von 16 Prozent kombiniert mit oralem Cannabidiol und Placebo verglichen. Sinclair 2021 berichtet über den Konsum von Vollspektrum-Extrakten und anderen Formen. Mehrere narrative Reviews wie Lingegowda 2022, Tanaka 2020 und Bouaziz 2017 diskutieren die Rolle des Endocannabinoid-Systems. Sie beziehen sich auf die Expression von CB1 und CB2 Rezeptoren in ektopem Endometrium. Diese mechanistischen Untersuchungen deuten auf pathophysiologische Zusammenhänge hin, liefern aber keine direkten klinischen Anwendungsdaten für spezifische Präparate. Präklinische Studien wie Dmitrieva 2010 und Bilgic 2017 untersuchen die Wirkung von Endocannabinoiden wie Anandamid und 2-Arachidonoylglycerol auf Zellapoptose und Rezeptorexpression im Labor.

Patientengruppen und Studiengrößen

Die untersuchten Patientengruppen umfassen Frauen mit diagnostizierter Endometriose und chronischem Beckenschmerz. Die Studiengrößen reichen von kleinen RCTs bis zu großen Umfragestudien. Sinclair 2021 umfasste 252 Frauen, die ein prospektives Online-Tagebuch führten. Armour 2021 und Sinclair 2020 stützen sich auf 484 Frauen, die online befragt wurden. Carrubba 2021 untersuchte 274 Frauen mit chronischem Beckenschmerz, darunter eine Endometriose-Untergruppe. Walsh 2013 dokumentierte 497 medizinische Cannabis-Patienten in Kanada, von denen 12 Prozent Frauen mit Endometriose waren. Diese Querschnittsdaten beschreiben das Nutzungsmuster, liefern jedoch keine kontrollierten Outcome-Daten. Die Prävalenz des Cannabis-Gebrauchs lag in diesen Kohorten zwischen 13 und 27 Prozent. Die Studienpopulationen sind heterogen und unterscheiden sich in der Art der Datenerhebung, was einen direkten Vergleich erschwert.

Uneinheitliche Ergebnisse und hohe Bias-Risiken

Die berichteten Effekte fallen weitgehend positiv aus, bergen jedoch erhebliche methodische Schwächen. Sinclair 2021 beschreibt eine signifikante Reduktion des Beckenschmerzes um 7,6 Punkte auf der Numerischen Rating Skala. 61 bis 95,5 Prozent der Nutzerinnen in den von Liang 2022 zusammengefassten Studien berichteten über eine Schmerzreduktion. Carrubba 2020 gibt an, dass 92,3 Prozent der Cannabis-Nutzerinnen eine Symptomverbesserung bemerkten. Gleichzeitig berichteten 80,7 Prozent dieser Gruppe über Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit und Schläfrigkeit. Da die meisten Studien keine Kontrollgruppe enthalten und auf Selbstberichten basieren, ist das Bias-Risiko hoch. Die Selbstselektion der Teilnehmerinnen führt dazu, dass nur Frauen mit positiven Erfahrungen an den Studien teilnehmen. Ohne Placebo-Kontrollen ist es unmöglich, die Wirkung des Placeboeffekts von der tatsächlichen pharmakologischen Wirkung von Cannabis zu trennen.

Offene Fragen und fehlende Langzeitdaten

Die Langzeitwirkung und Sicherheit von Cannabis bei Endometriose bleibt unklar. Es fehlen Langzeitdaten, die über die kurzen Beobachtungszeiträume der Kohortenstudien hinausgehen. Die Dosierung variiert in den Studien stark, was eine standardisierte Therapieentwicklung verhindert. Präklinische Daten wie die von Escudero-Lara 2019 im Mausmodell zeigen zwar eine Linderung der mechanischen Hypersensitivität durch Tetrahydrocannabinol, diese Ergebnisse sind jedoch nicht automatisch auf den Menschen übertragbar. Die Leitlinie DGGG 2024 empfiehlt den Einsatz nur als individuellen Therapieversuch bei chronischen Schmerzen. Aufgrund der fehlenden einheitlichen Studiendesigns und der geringen Fallzahlen in den hochqualitativen Studien bleibt die Frage offen, welche Subpopulation von Cannabis am meisten profitiert und welche Risiken in der Langzeittherapie bestehen. Weitere hochqualitative randomisierte kontrollierte Studien mit großen Fallzahlen und objektiven Endpunkten sind dringend erforderlich.

Häufige Fragen

Hilft Cannabis gegen Endometriose?
In Umfragen berichteten zwischen 61 und 95,5 Prozent der Nutzerinnen von einer Schmerzreduktion. Es liegen jedoch keine validierten klinischen Outcome-Messungen oder kontrollierten Studien mit Placebo-Vergleich vor, die eine definitive Wirksamkeit belegen.
Welche Erfahrungen gibt es mit Cannabis bei Endometriose?
In einer Kohortenstudie mit 252 Frauen wurde nach der Einnahme von Vollspektrum-Cannabis eine Reduktion von Beckenschmerz, Übelkeit, gastrointestinalen Symptomen und Schlafstörungen gemessen. Die Sicherheit der Daten wird als niedrig eingestuft.
Kann Cannabis bei Endometriose Nebenwirkungen haben?
In einer Umfrage berichteten 80,7 Prozent der Cannabis-Nutzenden von Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit oder Schläfrigkeit. Eine randomisierte kontrollierte Studie mit einer Kombination aus THC und CBD verzeichnete zudem 10 unerwünschte Ereignisse.

Schlüsselstudien

3
  1. 01
    A
    Medical Cannabis for Gynecologic Pain Conditions
    Liang et al. ·2022 ·Obstetrics & Gynecology
    Lesen
  2. 02
    A
    Guideline No. 425a: Cannabis Use Throughout Women’s Lifespans – Part 1: Fertility, Contraception, Menopause, and Pelvic Pain
    Robert et al. ·2022 ·Journal of Obstetrics and Gynaecology Canada
    Lesen
  3. 03
    A
    S2k-Leitlinie 015/045: Diagnostik und Therapie der Endometriose
    DGGG et al. ·2024 ·AWMF Leitlinienregister
    Lesen

Leitlinien und Konsensus-Empfehlungen

Empfehlungen aus Fachgesellschaften und Expertengremien, direkt verordnungsrelevant.

2
A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Robert et al. ·2022 ·Journal of Obstetrics and Gynaecology Canada
8 mal zitiert

Guideline No. 425a: Cannabis Use Throughout Women’s Lifespans – Part 1: Fertility, Contraception, Menopause, and Pelvic Pain

Design
Leitlinie
Stichprobe
Leitlinie
Kernaussage

Leitlinie zur Evidenzsammlung zu Cannabiskonsum bei Frauen; keine primären Interventionsergebnisse berichtet, sondern Empfehlungen zu Screening, Beratung und Behandlung.

Zusammenfassung

Kanadische Leitlinie (SOGC Guideline No. 425a, Teil 1) zu Cannabis-Nutzung bei Frauen; Abschnitte zu Fertilität, Kontrazeption, Menopause und chronischem Beckenschmerz. Empfiehlt evidenzbasierte, stigma-freie Beratung; trauma-informierte Gesprächsführung zur Stärkung therapeutischer Allianz. Beschreibt Screeningmethoden (Brief Intervention, Referral to Treatment), betont Notwendigkeit informierter Entscheidungsfindung bei fehlendem Public Funding für Cannabis-Therapie. Systematische Literatursuche (PubMed, EMBASE, Grey Literature) 01/2018–02/2021; primäre Evidenzbasis: RCTs, Beobachtungsstudien, systematische Reviews zu gynäkologischen Indikationen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
DGGG et al. ·2024 ·AWMF Leitlinienregister

S2k-Leitlinie 015/045: Diagnostik und Therapie der Endometriose

Design
Leitlinie
Stichprobe
Leitlinie
Kernaussage

Cannabisbasierte Arzneimittel werden als individueller Therapieversuch bei chronischen Endometriose-Schmerzen empfohlen, ohne abschließende Bewertung der Wirksamkeit.

Zusammenfassung

S2k-Leitlinie 015/045 (DGGG/ÖGGG/SGGG), Empfehlung 4.E18 (neu 2024, Expertenkonsens, Konsensusstärke +++): Bei Endometriose-assoziierten chronischen Schmerzen können cannabisbasierte Arzneimittel je nach Schmerzmechanismus als individueller Therapieversuch erwogen werden. Evidenzbasis: systematische Übersicht zu medizinischem Cannabis bei gynäkologischen Schmerzen (16 Studien) — 61–95,5 % der Frauen berichteten Schmerzlinderung; retrospektive Kohorte mit 252 Endometriose-Patientinnen — Schmerz war häufigster Einnahmegrund (57,3 % Unterbauchschmerz), Inhalation wirkte besser gegen Schmerz. Nicht geeignet für Patientinnen unter 25 Jahren.

Systematische Reviews und Meta-Analysen

Synthesen der RCT-Evidenz nach Cochrane- und PRISMA-Standards.

1
A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Liang et al. ·2022 ·Obstetrics & Gynecology
43 mal zitiert

Medical Cannabis for Gynecologic Pain Conditions

Design
Systematische Review
Stichprobe
k = 16 Studien
Kernaussage

Umfragedaten zeigten, dass die meisten Frauen über Schmerzlinderung berichteten (61–95,5%), prospektive Kohortenstudien und eine RCT mit PEA-Kombinationsmitteln zeigten signifikante Schmerzreduktion (Durchschnitt 3,35±1,39 auf 10er-Skala nach 3 Monaten), aber eine RCT zeigte keine Schmerzreduktion und heterogene Formulierungen/Dosierungen limitieren definitive Aussagen.

Zusammenfassung

Systematische Review zu medizinischem Cannabis bei gynäkologischen Schmerz-Syndromen (chronischer Beckenschmerz, Vulvodynie, Endometriose, interstitielle Zystitis, Malignome); k=16 Studien (6 prospektive Kohortenstudien, 1 RCT zu Palmitoylethanolamid-PEA-Kombinationen, Survey-Daten). Cannabis-Prävalenz 13–27%; 61–95,5% der Nutzerinnen berichteten Schmerzreduktion. Prospektive Studien zu PEA-Kombinationen zeigten durchschnittliche VAS-Reduktion von 3,35±1,39 Punkten nach 3 Monaten (p<0.05). THC-Dosierungen bis 70mg, CBD bis 2.000mg; primäre Applikation inhalativ/oral, mehrmals wöchentlich. Ein RCT zu Fettsäure-Amid-Enzym-Inhibitor zeigte keine Schmerzreduktion.

Randomisierte Kontrollierte Studien

Wirksamkeits- und Sicherheitsbelege aus kontrollierten Interventionsstudien.

1
C
Größe
Verblindung Doppelblind
Effektstärke
Zitate / Jahr
Chesterman et al. ·2025 ·Complementary therapies in clinical practice
0 mal zitiert

Challenges in conducting a feasibility randomized controlled trial of medicinal cannabis for endometriosis pain in Australia.

Design
RCT
Stichprobe
n = 12 Pat.
Kernaussage

Feasibility-Studie mit Rekrutierungsversagen (12 von 63 geplanten Teilnehmern randomisiert, 7 Abbrüche); primäre Ergebnisse zu Wirksamkeit nicht berichtet.

Zusammenfassung

Feasibility-RCT zu Cannabis bei Endometriose-Schmerz (n=12 randomisiert, geplant n=63); 3-armig: inhaliertes THC (16%) + orales CBD (100mg/mL) vs. CBD allein vs. Placebo. Studie vorzeitig beendet aufgrund niedriger Rekrutierung/Retention (7 von 12 Teilnehmerinnen vorzeitig ausgeschieden, nur 4 komplettiert). 10 Adverse Events (8 möglicherweise Cannabis-bezogen), 2 Serious Adverse Events (beide nicht interventions-bezogen). Feasibility und Akzeptanz als niedrig eingestuft — primär aufgrund Fahrverbot-Anforderung und hoher Abbruchrate.

Real-World-Evidenz und Beobachtungsstudien

Daten aus klinischer Versorgungspraxis, Registern und Pflichterhebungen.

5
B
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Sinclair et al. ·2021 ·PLOS ONE
41 mal zitiert

Effects of cannabis ingestion on endometriosis-associated pelvic pain and related symptoms

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 252 Pat.
Kernaussage

Cannabis zeigte Wirksamkeit gegen endometriosebedingte BeckenSchmerzen, gastrointestinale Symptome und Stimmungsstörungen, mit unterschiedlicher Wirksamkeit je nach Applikationsform.

Zusammenfassung

n=252 Frauen mit Endometriose, prospektives Online-Tagebuch über Cannabis-Konsum und Symptome; selbstberichtete signifikante Reduktion von Beckenschmerz (NRS -7,6 Punkte), Übelkeit, gastrointestinalen Symptomen und Schlafstörungen nach Cannabis-Einnahme (p0,001); keine Kontrollgruppe, hohes Bias-Risiko durch Selbstselektion.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Sinclair et al. ·2020 ·Journal of Obstetrics and Gynaecology Canada
66 mal zitiert

Cannabis Use, a Self-Management Strategy Among Australian Women With Endometriosis: Results From a National Online Survey

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 484 Pat.
Kernaussage

Frauen berichteten hohe Selbsteinschätzung der Schmerzreduktion (7,6/10) und Verbesserung von Schlaf sowie Übelkeit/Erbrechen, mit 56% die Pharmaka um mindestens die Hälfte reduzierten; Nebenwirkungen waren selten (10%) und gering.

Zusammenfassung

n=484 australische Frauen mit Endometriose, 13% berichten Cannabis-Selbstmedikation zur Schmerzkontrolle; deskriptive Umfrage ohne kontrollierte Outcomes, Wirksamkeit nicht quantifiziert.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Armour et al. ·2021 ·Journal of Women's Health
46 mal zitiert

Illicit Cannabis Usage as a Management Strategy in New Zealand Women with Endometriosis: An Online Survey

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 484 Pat.
Kernaussage

Cannabis wurde von 95,5% zur Schmerzlinderung und Schlafverbesserung verwendet; 81% berichteten, dass Schmerzen 'viel besser' wurden, und 81,4% reduzierten ihre regulären Medikamente.

Zusammenfassung

Duplikat: n=484 neuseeländische Frauen mit Endometriose, Online-Umfrage zu illegalem Cannabis-Konsum; 13% aktueller Gebrauch, 40% früherer Gebrauch zur Symptomkontrolle; selbstberichtete Wirksamkeit für Schmerzreduktion bei 77% der Nutzerinnen, aber keine objektive Messung oder Kontrollgruppe; deskriptive Querschnittsdaten.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Carrubba et al. ·2020 ·Obstetrics & Gynecology
3 mal zitiert

Patient-Reported Use of Medical Cannabis for Management of Chronic Pelvic Pain [12H]

Design
Querschnittsstudie (elektronische Survey)
Stichprobe
n = 122 Pat.
Kernaussage

92,3% der Cannabis-Nutzer berichteten Symptomverbesserung, aber 80,7% erlebten Nebenwirkungen (Mundtrockenheit, Schläfrigkeit, Rauschgefühl).

Zusammenfassung

Survey zu Cannabis-Nutzung bei chronischem Beckenschmerz (CPP); n=122 (113 mit CPP-Diagnose), 23% berichten Cannabis-Nutzung (60% CBD+THC-Kombination). Von den Cannabis-Nutzern (n=26) berichten 92,3% Symptomverbesserung (Schmerz, Krämpfe, Schlafstörungen, Angst), 80,7% berichten Nebenwirkungen (Mundtrockenheit, Schläfrigkeit).

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Carrubba et al. ·2021 ·Journal of Women's Health
53 mal zitiert

Use of Cannabis for Self-Management of Chronic Pelvic Pain

Design
Sonstiges
Stichprobe
n = 274
Kernaussage

96% der Cannabis-Nutzer berichteten Symptomverbesserung (Schmerz, Krämpfe, Muskelkrämpfe, Angst, Depression, Schlafstörungen, Libido, Reizbarkeit), aber 84% erlebten Nebenwirkungen (Mundtrockenheit, Schläfrigkeit, Rauschwirkung).

Zusammenfassung

n=274 Frauen mit chronischem Beckenschmerz (inkl. Endometriose-Subgruppe), anonyme Online-Umfrage; 61% berichten Cannabis-Nutzung zur Schmerz-Selbstbehandlung, subjektive Symptomlinderung bei Dysmenorrhoe und Dyspareunie; keine validierten Outcome-Messungen, keine Placebo-Kontrolle.

Übersichtsarbeiten

Nicht-systematische Übersichts- und Expertenarbeiten zur Einordnung der Evidenzlage.

3
B
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Bouaziz et al. ·2017 ·Cannabis and Cannabinoid Research
65 mal zitiert

The Clinical Significance of Endocannabinoids in Endometriosis Pain Management

Design
Narrative Review
Stichprobe
Narrative Review
Kernaussage

Narrative Review ohne Primärdatenerhebung; beschreibt theoretische Mechanismen des Endocannabinoidsystems bei Endometriose-Schmerzmanagement, ohne spezifische Interventionsergebnisse zu berichten.

Zusammenfassung

Narrative Review zur Rolle des Endocannabinoid-Systems bei Endometriose-Schmerz; diskutiert CB1/CB2-Rezeptor-Expression in Endometrium-Läsionen, präklinische Daten zu PEA/Anandamid-Effekten auf Entzündung und Schmerzmodulation; keine RCTs oder systematische klinische Evidenz, primär mechanistisch-explorativer Ansatz mit Ausblick auf therapeutisches Potenzial.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Lingegowda et al. ·2022 ·Journal of Cannabis Research
39 mal zitiert

Role of the endocannabinoid system in the pathophysiology of endometriosis and therapeutic implications

Design
Narrative Review
Stichprobe
Narrative Review
Kernaussage

Narrative Review ohne empirische Daten: Endocannabinoide und Phytocannabinoide könnten theoretisch entzündungshemmende, schmerzlindernde und antiproliferative Eigenschaften für das Endometriose-Management bieten, aber keine klinischen Wirksamkeitsdaten werden berichtet.

Zusammenfassung

Narrative Übersichtsarbeit zur Rolle des Endocannabinoid-Systems in der Endometriose-Pathophysiologie; Diskussion präklinischer Daten zu CB1/CB2-Rezeptorexpression in ektopem Endometrium, Inflammation und Schmerzmodulation; keine systematische Datenextraktion, keine klinischen Interventionsstudien bewertet; hypothesengenerierend.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Tanaka et al. ·2020 ·European Journal of Obstetrics & Gynecology and Reproductive Biology
29 mal zitiert

The role of the endocannabinoid system in aetiopathogenesis of endometriosis: A potential therapeutic target

Design
Narrative Review
Stichprobe
Narrative Review
Kernaussage

Narrative Review ohne primäre Interventionsergebnisse; ECS zeigt potenzielle Rolle in Endometriose-Pathogenese, aber Evidenz ist begrenzt und teilweise widersprüchlich.

Zusammenfassung

Narrative Review zur Rolle des Endocannabinoid-Systems in der Ätiopathogenese der Endometriose; diskutiert CB1/CB2-Rezeptoren, Anandamid und 2-AG im endometrialen Gewebe sowie potenzielle therapeutische Implikationen von Cannabinoiden bei Endometriose-assoziiertem Schmerz.

Mechanistische und Präklinische Studien

Pharmakologische Grundlagen und tierexperimentelle Befunde zur Wirkmechanismus-Plausibilität.

5
C
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Bilgic et al. ·2017 ·Acta Histochemica
66 mal zitiert

Endocannabinoids modulate apoptosis in endometriosis and adenomyosis

Design
Präklinisch
Stichprobe
Präklinisch
Kernaussage

Präklinische Studie zeigt, dass Endocannabinoide Apoptose in Endometriose- und Adenomyose-Gewebe modulieren können; CB1/CB2-Rezeptor-Agonisten zeigen in Zelllinien dosisabhängige pro-apoptotische Effekte.

Zusammenfassung

In-vitro-Studie an humanen endometrialen Stromazellen und Epithelzellen von Endometriose- und Adenomyose-Patientinnen; Endocannabinoide (Anandamid, 2-AG) modulieren Apoptose über CB1/CB2-Rezeptoren, signifikante Reduktion der Zellviabilität bei höheren Konzentrationen (p0.05), mechanistische Hinweise auf antiproliferative Effekte.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Dmitrieva et al. ·2010 ·Pain
64 mal zitiert

Endocannabinoid involvement in endometriosis

Design
Präklinisch
Stichprobe
Präklinisch
Kernaussage

CB1-Rezeptor-Agonisten verringerten endometriose-assoziierte Hyperalgesie in einem Rattenmodell; CB1-Antagonisten erhöhten sie.

Zusammenfassung

Präklinische Studie zu Endocannabinoid-System bei Endometriose; Nachweis reduzierter CB1-Rezeptor-Expression und veränderte Anandamid-Spiegel in ektopem Endometrium, Hinweise auf ECS-Dysregulation als pathophysiologischer Faktor

C
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Escudero-Lara et al. ·2019 ·eLife
39 mal zitiert

Disease-modifying effects of natural Δ9-tetrahydrocannabinol in endometriosis-associated pain

Design
Präklinisch (Mausmodell)
Stichprobe
Präklinisch
Kernaussage

THC linderte mechanische Überempfindlichkeit, Schmerzen und Gedächtnisdefizite und hemmte die Entwicklung von Endometriumzysten im Mausmodell.

Zusammenfassung

Mausmodell chirurgisch-induzierter Endometriose; tägliches THC (2 mg/kg) lindert mechanische Hypersensitivität und Schmerzunannehmlichkeit, stellt kognitive Funktion wieder her und hemmt die Entwicklung endometrialer Zysten. Präklinische translationale Daten ohne klinische Humanstudien.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Lingegowda et al. ·2021 ·F&S Science
17 mal zitiert

Implications of dysregulated endogenous cannabinoid family members in the pathophysiology of endometriosis

Design
Sonstiges
Stichprobe
Sonstige Evidenz
Kernaussage

Studie zeigt Dysregulation von Endocannabinoiden bei Endometriose (erhöhte Palmitoylethanolamid-Spiegel in Läsionen, reduzierte Cannabinoid-2-Rezeptor-Expression), ohne therapeutische Intervention oder klinische Outcomes zu testen.

Zusammenfassung

Review zur Rolle dysregulierter Endocannabinoid-Systemmitglieder (z.B. Anandamid, 2-AG) in der Endometriose-Pathophysiologie; mechanistische Hypothesen, keine klinischen Interventionsdaten.

C
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Fonseca et al. ·2021 ·Reproduction, Fertility and Development
11 mal zitiert

Concentrations of the endocannabinoid N-arachidonoylethanolamine in the follicular fluid of women with endometriosis: the role of M1 polarised macrophages

Design
Sonstiges
Stichprobe
Sonstige Evidenz
Kernaussage

Studie zeigt erhöhte AEA-Konzentrationen in Follikelflüssigkeit von Frauen mit Endometriose und dass M1-polarisierte Makrophagen die AEA-Produktion durch Granulosazellen erhöhen; therapeutische oder klinische Effekte werden nicht untersucht.

Zusammenfassung

Messung von Anandamid (AEA) im Follikelfluid bei Frauen mit/ohne Endometriose; explorativ, mechanistische Daten zu endogenem Endocannabinoid-Status, keine Intervention mit Cannabis.

Laufende & kommende Studien

Laufende Studien befinden sich in der Erprobungsphase und sind kein Beleg für Wirksamkeit oder Sicherheit. Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken.

2
  • NCT06477406 ClinicalTrials.gov Evaluating the Impact of a Novel Cannabinoid Product for Endometriosis Rekrutierung Phase 2 Start: 2024-02
  • NCT07728695 ClinicalTrials.gov Assessing the Mechanisms and Impact of a Novel Cannabinoid Product for Gynecologic Pain Rekrutierung Phase 1 Start: 2026-09
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