Studienlage / Risiken & Sicherheit / Jugend & Entwicklung

Jugend & Entwicklung

50 kuratierte Studien · 5 Schlüsselstudien · mechoulam.de

Hinweis: Dieser Bereich bündelt Studien zu möglichen Risiken und Sicherheitsaspekten von Cannabis. Eine hohe Bewertung bedeutet hier: das Risiko ist gut belegt, nicht, dass Cannabis therapeutisch wirkt. So zeigen wir die Evidenz ausgewogen, in beide Richtungen.

Längsschnittstudien und Meta-Analysen zeigen, dass Cannabiskonsum im Jugendalter mit einem erhöhten Risiko für spätere Psychosen, Angststörungen und Depressionen sowie mit ungünstigeren Bildungsverläufen einhergehe, bei deutlicher Dosis-Wirkungs-Beziehung.

Bewertungsschema

Der Buchstabe bewertet die Qualität einer Studie, unabhängig vom Typ. Jeder Studientyp kann jede Note bekommen: auch ein Review kann B oder C sein, wenn er klein oder schwach ist, und ein RCT kann S sein. Die Note ist eine Synthese aus Studiendesign, Journal-Autorität und klinischer Verbindlichkeit:

S
Höchste Evidenz, große, methodisch erstklassige Studien oder S3-Leitlinien
A
Starke Evidenz, solide, aussagekräftige Studien mit klarem Ergebnis
B
Mittlere Evidenz, kleinere oder methodisch eingeschränkte Studien
C
Schwache Evidenz, vorläufige, indirekte oder widersprüchliche Befunde
D
Geringste Evidenz, explorative Hinweise, Einzelfälle oder Expertenmeinung

Qualitätsprofil je Studie

Links neben jeder Studie steht ein Profil aus vier Merkmalen, es zeigt die Unterschiede innerhalb einer Buchstaben-Klasse.

Größe
Teilnehmerzahl (RCT) bzw. eingeschlossene Studien (Review).
Verblindung
Doppelblind, einfachblind oder offen.
Effektstärke
Klarer Nutzen, gemischt, kein Nutzen oder Schaden.
Zitate / Jahr
Altersbereinigte Zitationshäufigkeit.

Zentrale Risiko-Studien

5
  1. 01
    S
    Association of Cannabis Use in Adolescence and Risk of Depression, Anxiety, and Suicidality in Young Adulthood
    Gobbi et al. ·2019 ·JAMA Psychiatry
    Lesen
  2. 02
    S
    Young adult sequelae of adolescent cannabis use: an integrative analysis.
    Silins et al. ·2014 ·The Lancet Psychiatry
    Lesen
  3. 03
    S
    Cannabis and schizophrenia. A longitudinal study of Swedish conscripts.
    Andréasson et al. ·1987 ·The Lancet
    Lesen
  4. 04
    A
    Cannabis use in adolescents and anxiety symptoms and disorders: a systematic review and meta-analysis.
    Lowe et al. ·2024 ·The American journal of drug and alcohol abuse
    Lesen
  5. 05
    A
    Cannabis use in adolescence and risk of psychosis: Are there factors that moderate this relationship? A systematic review and meta-analysis.
    Kiburi et al. ·2021 ·Substance abuse
    Lesen

Systematische Reviews und Meta-Analysen

Synthesen der RCT-Evidenz nach Cochrane- und PRISMA-Standards.

7
S
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Gobbi et al. ·2019 ·JAMA Psychiatry
886 mal zitiert

Association of Cannabis Use in Adolescence and Risk of Depression, Anxiety, and Suicidality in Young Adulthood

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 11 Studien
n = 23.317 Pat.
Kernaussage

Adoleszente Cannabisnutzung ist mit erhöhtem Risiko für Depression (OR 1,37), Suizidideen (OR 1,50) und Suizidversuche (OR 3,46) im jungen Erwachsenenalter assoziiert; Angststörungen zeigen keine statistische Signifikanz (OR 1,18).

Zusammenfassung

SR über 11 Studien (n=23.317 Jugendliche); adoleszenter Cannabis-Konsum assoziiert mit erhöhtem Risiko für Depression im jungen Erwachsenenalter (OR=1.37, 95% CI 1.16-1.62, p0.001), Angststörungen (OR=1.18, 95% CI 1.10-1.26, p0.001) und Suizidalität (OR=1.50, 95% CI 1.11-2.03, p0.01).

S
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Silins et al. ·2014 ·The Lancet Psychiatry
438 mal zitiert

Young adult sequelae of adolescent cannabis use: an integrative analysis.

Design
IPD-Meta-Analyse (3 Longitudinalstudien)
Stichprobe
k = 3 Studien
n = 3.765 Pat.
Kernaussage

Häufiger Cannabiskonsum im Jugendalter ist dosisabhängig mit weitreichenden negativen psychosozialen Folgen bis ins junge Erwachsenenalter assoziiert.

Zusammenfassung

IPD-Meta-Analyse (N bis 3.765); täglicher Cannabiskonsum vor 17 Jahren: aOR 0,37 (CI 0,20–0,66) für Schulabschluss, 17,95 (CI 9,44–34,12) für Cannabisabhängigkeit, 7,80 (CI 4,46–13,63) für andere illegale Drogen, 6,83 (CI 2,04–22,90) für Suizidversuch; klare Dosis-Wirkung für alle 7 Entwicklungs-Outcomes.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Lowe et al. ·2024 ·The American journal of drug and alcohol abuse
23 mal zitiert

Cannabis use in adolescents and anxiety symptoms and disorders: a systematic review and meta-analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 18 Studien
n = 33.380 Pat.
Kernaussage

Adoleszente Cannabisnutzung ist mit erhöhtem Risiko für spätere Angststörungen und Angstsymptome assoziiert (OR = 2.14).

Zusammenfassung

SR + Meta-Analyse über k=18 Längsschnittstudien (n=33.380) zu adoleszentem Cannabis-Konsum und späteren Angst-Outcomes; Meta-Analyse von k=6 Studien zeigt erhöhtes Risiko für spätere Angststörungen (OR=2.14, 95% CI: 1.37-3.36, p<0.01). Qualitative Synthese von k=12 weiteren Studien: 9 von 12 fanden signifikanten Zusammenhang zwischen adoleszentem Cannabis-Konsum und späteren Angstsymptomen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Rocchetti et al. ·2013 ·Psychiatry and Clinical Neurosciences
104 mal zitiert

Is cannabis neurotoxic for the healthy brain? A meta-analytical review of structural brain alterations in non-psychotic users

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 14 Studien
n = 727 Pat.
Kernaussage

Chronischer Cannabiskonsum ist mit einem signifikant kleineren Hippocampusvolumen assoziiert; Evidenz für weitere Hirnstrukturveränderungen bleibt inkonsistent.

Zusammenfassung

Meta-Analyse k=14 Bildgebungsstudien (n=362 Cannabiskonsumenten vs. n=365 Nicht-Konsumenten); konsistent kleinerer Hippocampus bei Cannabiskonsumenten (Effektgröße signifikant); begrenzte und widersprüchliche Evidenz für weitere Grau-/Weißmatterveränderungen — deutet auf neurotoxische Wirkung chronischen Cannabiskonsums in cannabinoidrezeptor-reichen Hirnarealen hin.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Kiburi et al. ·2021 ·Substance abuse
110 mal zitiert

Cannabis use in adolescence and risk of psychosis: Are there factors that moderate this relationship? A systematic review and meta-analysis.

Design
Meta-Analyse
Stichprobe
k = 63 Studien
Kernaussage

Cannabiskonsum in der Adoleszenz erhöht das Psychose-Risiko später im Leben (RR = 1,71), mit mehreren moderierenden Faktoren wie Alter bei Cannabisstart, Häufigkeit der Nutzung, Kindheitstraumata und genetische Faktoren.

Zusammenfassung

Systematische Review + Meta-Analyse zu adoleszentem Cannabis-Konsum und Psychose-Risiko; k=63 Studien narrativ, k=18 in Meta-Analyse. Adoleszenter Cannabis-Konsum erhöhte Psychose-Risiko (RR=1,71; 95% CI 1,47-2,00; p<0,00001) und prädizierte früheren Psychose-Onset. Moderierende Faktoren: Onset-Alter, Konsumfrequenz, Kindheitstrauma, Polysubstanzgebrauch, genetische Faktoren.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke
Zitate / Jahr
Cawkwell et al. ·2021 ·Harvard Review of Psychiatry
12 mal zitiert

Neurodevelopmental Effects of Cannabis Use in Adolescents and Emerging Adults with ADHD: A Systematic Review

Design
Systematic Review
Stichprobe
k = 11 Studien
Kernaussage

Begrenzte Evidenz zeigt differentielle Hirnaktivierungen und morphologische Unterschiede bei Cannabis-Nutzung, aber keine konsistenten negativen Effekte auf neuropsychologische Funktionen bei Jugendlichen mit ADHS.

Zusammenfassung

Systematische Review zu Cannabis-Auswirkungen auf Gehirnstruktur und -funktion bei Jugendlichen/jungen Erwachsenen mit ADHS; k=11 Studien (7 Neuroimaging-Studien inkl. fMRI, strukturelles MRI, SPECT). Keine additiven Effekte oder ADHD×Cannabis-Interaktionen bei neuropsychologischen Exekutivfunktions-Tests identifiziert. Zwei Studien fanden negative Auswirkungen von frühem Cannabis-Konsum-Beginn. Limitierte Evidenz stützt nicht die Hypothese schädlicher Auswirkungen auf neuropsychologische Aufgaben bei ADHS-Jugendlichen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Semple et al. ·2005 ·Journal of Psychopharmacology
422 mal zitiert

Cannabis as a risk factor for psychosis: systematic review.

Design
Systematische Review + Meta-Analyse
Stichprobe
k = 7 Studien
Kernaussage

Cannabiskonsum erhöht das Risiko für Psychose und Schizophrenie unabhängig um das etwa Dreifache (OR 2,9).

Zusammenfassung

SR + Meta-Analyse (k=7, OR=2,9; 95%-KI 2,4–3,6) zu Cannabis als Psychose-Risikofaktor; frühzeitiger Cannabiskonsum in der Adoleszenz war als eigenständige vulnerable Gruppe identifiziert — dosisabhängiger Effekt auf psychotische Symptome bei Jugendlichen und Personen mit hohem genetischem Risiko.

Real-World-Evidenz und Beobachtungsstudien

Daten aus klinischer Versorgungspraxis, Registern und Pflichterhebungen.

43
S
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Schlüsselstudie
Andréasson et al. ·1987 ·The Lancet
1144 mal zitiert

Cannabis and schizophrenia. A longitudinal study of Swedish conscripts.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 45.570 Pat.
Kernaussage

Hoher Cannabiskonsum erhöht das Schizophrenierisiko unabhängig von anderen psychiatrischen Erkrankungen und sozialem Hintergrund um das Sechsfache.

Zusammenfassung

Prospektive 15-Jahres-Kohortenstudie (n=45.570 schwedische Wehrpflichtige); Hochkonsumenten (>50 Gelegenheiten) hatten RR=6,0 (95%-KI 4,0–8,9) für Schizophrenie vs. Nicht-Konsumenten; Cannabis als unabhängiger Risikofaktor nach Adjustierung für andere psychiatrische Erkrankungen und sozialen Hintergrund bestätigt.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Miettunen et al. ·2008 ·The British Journal of Psychiatry
85 mal zitiert

Association of cannabis use with prodromal symptoms of psychosis in adolescence.

Design
Bevölkerungsbasierte Querschnittsstudie
Stichprobe
n = 6.330 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum ist mit signifikant erhöhten prodromalen Psychosesymptomen bei Jugendlichen assoziiert.

Zusammenfassung

Populationsbasierte Studie (n=6.330 Jugendliche, 15–16 Jahre); Cannabiskonsum (n=352; 5,6%) assoziiert mit ≥3 prodromalen Psychosesymptomen (OR=2,23; 95%-KI 1,70–2,94), auch nach Adjustierung für Kovariablen inkl. frühere Verhaltenssymptome; Dosis-Wirkungs-Effekt nachgewiesen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Mustonen et al. ·2018 ·The British Journal of Psychiatry
95 mal zitiert

Adolescent cannabis use, baseline prodromal symptoms and the risk of psychosis.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 6.534 Pat.
Kernaussage

Häufiger Cannabiskonsum im Jugendalter erhöht das Risiko einer Psychose auch nach Kontrolle relevanter Confounder signifikant (HR=3,0).

Zusammenfassung

Jugendlicher Cannabis-Konsum (Alter 15–16 Jahre, ≥5 Mal) in prospektiver Kohorte (n=6.534) assoziiert mit >3-fach erhöhtem Psychose-Risiko bis Alter 30 nach Adjustierung (HR=3,0, 95% CI 1,1–8,0); Einsetzen vor dem 17. Lebensjahr als Risikomodifikator identifiziert.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Henquet et al. ·2005 ·BMJ
775 mal zitiert

Prospective cohort study of cannabis use, predisposition for psychosis, and psychotic symptoms in young people.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 2.437 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum erhöht das Risiko psychotischer Symptome signifikant, besonders ausgeprägt bei Personen mit Psychose-Prädisposition.

Zusammenfassung

Prospektive Kohortenstudie bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (n=2437, Alter 14–24 Jahre): Cannabiskonsum in der Adoleszenz erhöhte über 4 Jahre das Risiko psychotischer Symptome (aOR=1.67, 95% CI 1.13–2.46), besonders ausgeprägt bei Personen mit Psychosedisposition (adjustierte Risikodifferenz 23.8%, p=0.003). Dosis-Wirkungs-Relation nachgewiesen. Hinweis auf spezifische Vulnerabilität Jugendlicher mit vorbestehenden Risikofaktoren.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Manrique-Garcia et al. ·2012 ·Psychological Medicine
147 mal zitiert

Cannabis, schizophrenia and other non-affective psychoses: 35 years of follow-up of a population-based cohort.

Design
Prospektive Kohortenstudie (35 Jahre Follow-up)
Stichprobe
n = 50.087 Pat.
Kernaussage

Häufiger Cannabiskonsum im Jugendalter erhöht das langfristige Schizophrenierisiko etwa 3,7-fach gegenüber Nicht-Konsumenten.

Zusammenfassung

Adoleszenter Cannabiskonsum (n=50.087 Rekruten) als Risikofaktor für spätere Schizophrenie: OR=3,7 (95%-KI 2,3–5,8) bei häufigem Konsum; 35-Jahres-Follow-up zeigt anhaltend erhöhtes Risiko bei Vielkonsumenten, Risikorückgang bei moderatem Konsum über die Jahrzehnte.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Shakoor et al. ·2015 ·Psychiatry Research
37 mal zitiert

Psychotic experiences are linked to cannabis use in adolescents in the community because of common underlying environmental risk factors.

Design
Prospektive Zwillingskohortenstudie
Stichprobe
n = 9.660 Pat.
Kernaussage

Die Kovariation zwischen Cannabiskonsum und psychotischen Erlebnissen ist vorwiegend durch gemeinsame Umweltfaktoren und nicht durch genetische Einflüsse bedingt.

Zusammenfassung

Bevölkerungsbasierte Zwillingsstudie (n=4830 Paare, 16-Jährige) zu Cannabiskonsum im Jugendalter und psychotischen Erlebnissen. Cannabiskonsum erklärt 2-5% der PE-Varianz; Assoziation mit Paranoia und kognitiver Desorganisation vollständig durch gemeinsame Umweltfaktoren vermittelt (CE=69-100%). Heritabilität für Cannabiskonsum 37%, für PE 27-54%. Befund relativiert direkten kausalen Cannabis→Psychose-Pfad bei Jugendlichen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Konings et al. ·2012 ·Psychological Medicine
105 mal zitiert

Replication in two independent population-based samples that childhood maltreatment and cannabis use synergistically impact on psychosis risk.

Design
Prospektive Kohortenstudie (2 unabhängige Kohorten)
Stichprobe
n = 6.478 Pat.
Kernaussage

Kindesmisshandlung und Cannabiskonsum interagieren synergistisch und erhöhen das Risiko für positive psychotische Symptome signifikant stärker als jeder Faktor allein.

Zusammenfassung

In 2 Bevölkerungskohorten (n=1.636 + n=4.842) verstärkte sich der synergistische Psychose-Risiko-Effekt von Cannabis + Kindheitstraumatisierung mit sinkendem Alter [Interaktionsterm b=−0.006, 95%-KI −0.010 bis −0.002, p=0.004]; Befund repliziert in NEMESIS [χ²(3)=8.08, p=0.04] — Cannabis-Risiko bei Jugendlichen mit Traumaexposition besonders erhöht.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Mustonen et al. ·2021 ·BJPsych Open
16 mal zitiert

Adolescent cannabis use, depression and anxiety disorders in the Northern Finland Birth Cohort 1986

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 6.325 Pat.
Kernaussage

Jugendlicher Cannabiskonsum ist mit signifikant erhöhtem Risiko für Depression und Angststörungen im Erwachsenenalter assoziiert.

Zusammenfassung

Geburtskohortenstudie (n=6.325, Follow-up 15–33 J.); adolescenter Cannabiskonsum (5.6% Jugendliche) assoziiert mit erhöhtem Risiko für Angststörungen (HR 2.01, 95% CI 1.15–3.82 bei ≥5× Konsum) und Depression (HR 1.93–2.02) im Erwachsenenalter; Assoziation persistiert nach Adjustierung für elterliche Psychiatrie und andere Substanzen (p-Werte nicht explizit, HR-CIs schließen 1.0 aus).

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Jones et al. ·2018 ·JAMA Psychiatry
63 mal zitiert

Association of Combined Patterns of Tobacco and Cannabis Use in Adolescence With Psychotic Experiences.

Design
Prospektive Kohortenstudie (Longitudinale Latent-Class-Analyse)
Stichprobe
n = 5.300 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum im Jugendalter erhöht das Risiko psychotischer Erlebnisse robust, Tabakkonsum allein zeigt nach Adjustierung keinen signifikanten Zusammenhang.

Zusammenfassung

ALSPAC-Kohorte (n=5.300, JAMA Psychiatry): Frühzeitiger Cannabiskonsum in der Adoleszenz (Beginn <16 Jahre) assoziiert mit erhöhtem Psychose-Risiko (OR=3,70, 95% CI 1,66–8,25 nach Adjustierung); Spätbeginn-Konsum (OR=2,97, 95% CI 1,63–5,40); Tabak-Effekte nicht robust (OR 1,78, 95% CI 0,54–5,88 nach Adjustierung ns); Befunde belegen stärkere epidemiologische Evidenz für Cannabisrisiken bei Jugendlichen als für Tabak.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Gage et al. ·2015 ·PLOS ONE
92 mal zitiert

Associations of Cannabis and Cigarette Use with Depression and Anxiety at Age 18: Findings from the Avon Longitudinal Study of Parents and Children

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 4.561 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum zeigt nach Adjustierung nur noch schwache Assoziation mit Depression; Assoziation mit Angst entfällt nach Confounder-Kontrolle.

Zusammenfassung

ALSPAC-Kohortenstudie (n=4.561, Messung Cannabiskonsum Alter 16 → Outcomes Alter 18); Adoleszenter Cannabiskonsum → unadjustiertes OR=1.50 (95%-KI 1.26–1.80) für Depression; nach vollständiger Adjustierung OR=1.30 (95%-KI 0.98–1.72); kein Angst-Risiko nach Adjustierung. Liefert direkte Risiko-Daten für Jugendliche als Primärpopulation.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
McGrath et al. ·2010 ·Archives of General Psychiatry
279 mal zitiert

Association between cannabis use and psychosis-related outcomes using sibling pair analysis in a cohort of young adults.

Design
Prospektive Geburtskohortenstudie mit Geschwisterpaaranalyse
Stichprobe
n = 3.801 Pat.
Kernaussage

Längerer Cannabiskonsum ist mit einem signifikant erhöhten Risiko für psychoseassoziierte Outcomes assoziiert, auch nach Reduktion von Confounding durch Geschwisterpaaranalyse.

Zusammenfassung

Geburtskohortenstudie (n=3.801, Jahrgänge 1981-1984) mit Geschwisterpaaranalyse. Frühzeitiger Cannabiskonsum (≥6 Jahre Dauer) bei Jugendlichen assoziiert mit erhöhtem Risiko für Psychose (aOR=2.2), Halluzinationen (aOR=2.8, 95%-CI=1.9-4.1) und Wahnerleben (aOR=4.2) im frühen Erwachsenenalter. Geschwisterpaar-Design reduziert Wahrscheinlichkeit residualer Konfundierung durch ungemessene Faktoren signifikant.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
HAYATBAKHSH et al. ·2007 ·Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry
255 mal zitiert

Cannabis and Anxiety and Depression in Young Adults

Design
Prospektive Geburtskohortenstudie
Stichprobe
n = 3.239 Pat.
Kernaussage

Frühbeginn und häufiger Cannabiskonsum sind unabhängig von anderen Einflussfaktoren mit einem signifikant erhöhten Risiko für Angst und Depression im jungen Erwachsenenalter assoziiert.

Zusammenfassung

Geburtskohorte n=3.239; Cannabiseinstieg vor 15 Jahren mit häufigem Gebrauch mit 21 Jahren stark assoziiert mit Angst-/Depressionssymptomen im jungen Erwachsenenalter (OR=3,4; 95% CI 1,9–6,1); Dosis-Wirkungs-Muster: früherer Einstieg = höheres Risiko.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Zammit et al. ·2011 ·The British Journal of Psychiatry
116 mal zitiert

Cannabis, COMT and psychotic experiences.

Design
Prospektive Geburtskohortenstudie (ALSPAC)
Stichprobe
n = 2.630 Pat.
Kernaussage

Cannabis erhöht das Psychoserisiko unabhängig vom COMT-Genotyp; eine spezifische Gen-Umwelt-Interaktion wurde nicht nachgewiesen.

Zusammenfassung

n=2.630 ALSPAC-Geburtskohorte; Cannabisgebrauch mit 14 Jahren, psychotische Erlebnisse mit 16 Jahren erfasst. Cannabisgebrauch erhöht Psychose-Risiko unabhängig vom COMT-Val158Met-Genotyp (kein signifikanter Interaktionseffekt unter multiplikativen Modellen). Schlussfolgerung: Risiko durch Cannabis gilt für die gesamte Jugendpopulation, nicht nur genetische Hochrisikosubgruppe.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Degenhardt et al. ·2013 ·Addiction
238 mal zitiert

The persistence of the association between adolescent cannabis use and common mental disorders into young adulthood.

Design
Prospektive Longitudinalkohortenstudie (9 Wellen, 15 Jahre)
Stichprobe
n = 1.943 Pat.
Kernaussage

Täglicher adoleszenter Cannabiskonsum ist mit erhöhtem Angststörungsrisiko im Alter von 29 Jahren assoziiert, nicht jedoch konsistent mit Depression.

Zusammenfassung

15-jährige Longitudinalkohorte (n=1943, Schulrekrutierung, Alter 14,9–29,1 Jahre): Adoleszenter täglicher Cannabis-Konsum → Angststörung mit 29 Jahren (OR=2,5; 95%-KI 1,2–5,2). Kein konsistenter Zusammenhang mit Depression. Effekt persistiert auch nach Konsumende, was auf langfristige Folgen frühen Konsums für die psychische Gesundheit hindeutet.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Kuepper et al. ·2011 ·Publications Études & Analyses
0 mal zitiert

Continued cannabis use and risk of incidence and persistence of psychotic symptoms: 10 year follow-up cohort study.

Design
Prospektive Kohortenstudie (10-Jahres-Follow-up)
Stichprobe
n = 1.923 Pat.
Kernaussage

Cannabis-Konsum erhöht das Risiko für Inzidenz und Persistenz subklinischer psychotischer Symptome signifikant.

Zusammenfassung

Prospektive Kohortenstudie (n=1.923, Jugendliche und junge Erwachsene, Alter 14-24 bei Baseline); Cannabiskonsum im Jugendalter erhöhte das Risiko für später auftretende psychotische Symptome (OR=1,9, 95% CI 1,1–3,1; p=0,021); anhaltender Konsum verdoppelte das Risiko für persistierende subklinische Psychosesymptome (OR=2,2, 95% CI 1,2–4,2; p=0,016); Inzidenzrate psychotischer Symptome 31% bei jugendlichen Konsumenten vs. 20% bei Nicht-Konsumenten.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Zvolensky et al. ·2008 ·Journal of Psychiatric Research
86 mal zitiert

Prospective associations between cannabis use, abuse, and dependence and panic attacks and disorder.

Design
Prospektive Längsschnittstudie (Kohorte)
Stichprobe
n = 1.709 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum war prospektiv mit Panikstörung assoziiert, dieser Zusammenhang entfiel jedoch nach Kontrolle für tägliches Zigarettenrauchen.

Zusammenfassung

Adoleszenten-Kohorte (n=1.709, Baseline-Alter 16,6 Jahre, SD=1,2), prospektiv bis ins Erwachsenenalter verfolgt; Cannabis-Konsum und -Abhängigkeit im Jugendalter signifikant prospektiv assoziiert mit Entwicklung von Panikattacken und Panikstörung im jungen Erwachsenenalter. Kein inkrementeller Effekt nach Kontrolle für Tabakrauchen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Patton et al. ·2002 ·BMJ
1003 mal zitiert

Cannabis use and mental health in young people: cohort study

Design
Prospektive Kohortenstudie (7 Wellen, 6 Jahre)
Stichprobe
n = 1.601 Pat.
Kernaussage

Häufiger Cannabiskonsum im Jugendalter erhöht das Risiko für Depression und Angststörungen im jungen Erwachsenenalter signifikant, besonders bei täglichem Konsum bei Mädchen.

Zusammenfassung

Prospektive Schulkohortenstudie (n=1601, Alter 14–20 Jahre): Adoleszenter täglicher Cannabis-Konsum bei Mädchen → OR=5,6 (95%-KI 2,6–12,0) für Depression+Angst im jungen Erwachsenenalter. Wöchentlicher Konsum allgemein: OR≈1,9 (1,1–3,3). Jugendliche mit täglichem Konsum tragen das höchste Risiko für psychische Folgeerkrankungen; keine Umkehrkausalität nachgewiesen.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Harder et al. ·2008 ·American Journal of Epidemiology
75 mal zitiert

Adolescent Cannabis Problems and Young Adult Depression: Male-Female Stratified Propensity Score Analyses

Design
Prospektive Kohortenstudie (Propensity-Score-adjustiert)
Stichprobe
n = 1.494 Pat.
Kernaussage

Cannabis-Probleme im Jugendalter erhöhten das Depressionsrisiko im jungen Erwachsenenalter weder bei Frauen noch bei Männern signifikant.

Zusammenfassung

n=1.494 Jugendliche, Längsschnitt Alter 6–21 Jahre (17 Jahre Follow-up), Propensity-Score-adjustiert; Cannabis-Probleme im Jugendalter führten NICHT zu signifikant erhöhtem Depressionsrisiko im jungen Erwachsenenalter (OR Frauen=0,7, OR Männer=1,7, beide 95% KI schließen 1,0 ein); liefert Normdaten für adoleszente Cannabis-Exposition und psychische Entwicklung ohne nachweisbaren langfristigen Depressions-Effekt.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Fergusson et al. ·2002 ·Addiction
571 mal zitiert

Cannabis use and psychosocial adjustment in adolescence and young adulthood.

Design
Prospektive Geburtskohortenstudie (21 Jahre)
Stichprobe
n = 1.265 Pat.
Kernaussage

Regelmäßiger Cannabiskonsum ist mit erhöhten Raten psychosozialer Anpassungsprobleme assoziiert, am stärksten bei schulpflichtigen Jugendlichen.

Zusammenfassung

21-jährige Geburtskohorte (N=1.265, Alter 14–21). Schulalter-Cannabiskonsum (14–15 J.) stärker assoziiert mit Delinquenz, Suizidverhalten und Polytoxikomanie als bei jungen Erwachsenen (20–21 J.) — signifikante altersabhängige Variation (p<0.05). Alle psychosozialen Outcomes nach Confounding-Kontrolle weiterhin signifikant (p<0.05). Stärkste Assoziation für anderen Drogenkonsum. Implikationen: schulalterlicher Cannabiskonsum birgt das höchste Entwicklungsrisiko.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Windle et al. ·2004 ·Development and Psychopathology
277 mal zitiert

Trajectories of Cannabis use from adolescence to young adulthood: predictors and outcomes.

Design
Prospektive Längsschnittstudie (Kohorte)
Stichprobe
n = 1.205 Pat.
Kernaussage

Chronischer Cannabiskonsum in der Adoleszenz erhöht das Risiko für Cannabis- und Alkoholstörungen im jungen Erwachsenenalter, nicht aber für depressive oder Angststörungen.

Zusammenfassung

Längsschnittkohorte n=1.205 Adoleszente, Cannabis-Nutzungs-Trajektorien über 4 Wellen; High-Chronic-Gruppe hatte höhere Delinquenz, niedrigere Schulleistungen, mehr drogenkonsumierende Freunde und mehr belastende Lebensereignisse als andere Trajectorie-Gruppen. Im jungen Erwachsenenalter (Ø 23,5 Jahre) signifikant erhöhtes Risiko für Cannabis- und Alkohol-Störungen bei High-Chronic-Trajektorie.

A
Größe
Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Bechtold et al. ·2016 ·日本地質学会学術大会講演要旨
0 mal zitiert

Concurrent and Sustained Cumulative Effects of Adolescent Cannabis Use on Subclinical Psychotic Symptoms.

Design
Prospektive Längsschnittstudie (Fixed-Effects-Modell)
Stichprobe
n = 1.009 Pat.
Kernaussage

Regelmäßiger Cannabiskonsum im Jugendalter steigert kumulativ das Risiko subklinischer psychotischer Symptome, einschließlich Paranoia und Halluzinationen, mit anhaltendem Effekt nach Abstinenz.

Zusammenfassung

Adoleszenter Cannabiskonsum (n=1.009 Jungen, Alter 13–18) → subklinische Psychose-Symptome +21% pro Konsumjahr; Paranoia-Odds +133%, Halluzinations-Odds +92% (p<0.05 je); Effekt nach 1-jähriger Abstinenz weiterhin nachweisbar. Frühbeginn und Kumulation als Risikofaktoren bestätigt.

A
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Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Scholes-Balog et al. ·2016 ·Addictive Behaviors
66 mal zitiert

Developmental trajectories of adolescent cannabis use and their relationship to young adult social and behavioural adjustment: A longitudinal study of Australian youth.

Design
Longitudinale Kohortenstudie (Latent-Class-Growth-Analyse)
Stichprobe
n = 852 Pat.
Kernaussage

Früher Cannabiskonsum ist mit mehr antisozialem Verhalten und Substanzschäden im jungen Erwachsenenalter assoziiert, nicht jedoch mit Bildungs- oder psychischen Outcomes.

Zusammenfassung

Australische Längsschnittstudie (n=852, 53% weiblich, 6 Erhebungswellen Alter 12–19); drei Cannabistrajektorien: Abstinente (62%), Früh-Einsteiger (11%), Spät-gelegentliche Nutzer (27%); Früh-Einsteiger zeigten in jungem Erwachsenenalter signifikant höhere Häufigkeiten antisozialen Verhaltens, Gewalt, cannabisbezogener Schäden und Alkoholschäden im Vergleich zur abstinenten Gruppe; Ergebnis stützt Präventionsfokus auf frühe Adoleszenz vor dem 12. Lebensjahr.

A
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Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Schimmelmann et al. ·2011 ·Schizophrenia Research
49 mal zitiert

Cannabis use disorder and age at onset of psychosis--a study in first-episode patients.

Design
Retrospektive Fallaktenauswertung (Kohortenstudie)
Stichprobe
n = 625 Pat.
Kernaussage

Nur sehr früher Cannabisgebrauch (≤14 Jahre) ist mit einem früheren Psychosebeginn assoziiert; CUD insgesamt zeigt keinen signifikanten Effekt auf das Erkrankungsalter.

Zusammenfassung

Retrospektive Auswertung von n=625 Erstpsychose-Patienten (Alter 14–29 Jahre); 75% hatten eine Cannabis-Use-Disorder (CUD). Cannabis-Konsum begann bei 87,6% vor dem Psychose-Beginn. Früher CUD-Beginn (≤14 Jahre) war mit jüngerem Ersterkrankungsalter assoziiert (F(1)=5,2; p=0,024; partielles η²=0,026); früheres Einstiegsalter sagte früheren Psychosebeginn voraus (β=−0,49; R²-Änderung=0,25; p<0,001). CUD insgesamt (ohne weiteren SUE) vs. Nicht-CUD: kein signifikanter Unterschied im Ersterkrankungsalter.

A
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Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Day et al. ·2015 ·Psychological Medicine
55 mal zitiert

Prenatal Cannabis exposure, age of Cannabis initiation, and the development of psychotic symptoms in young adults.

Design
Prospektive Längsschnittstudie (Kohorte)
Stichprobe
n = 596 Pat.
Kernaussage

Pränatale Cannabisexposition und frühes Einstiegsalter erhöhen das Risiko psychotischer Symptome, wobei der Mediationsweg über EAOM nicht signifikant war.

Zusammenfassung

Prospektive Kohortenstudie (n=596): frühes Einstiegsalter beim Cannabiskonsum (EAOM) sagte signifikant erhöhte Raten psychotischer Symptome im jungen Erwachsenenalter (22 Jahre) vorher (p<0,05). Zusätzlich prädizierte pränatale Cannabisexposition (PME) das EAOM, was einen indirekten Entwicklungsrisikopfad von der Pränatalphase bis ins junge Erwachsenenalter nahelegt.

A
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Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Hengartner et al. ·2020 ·Journal of Affective Disorders
59 mal zitiert

Cannabis use during adolescence and the occurrence of depression, suicidality and anxiety disorder across adulthood: Findings from a longitudinal cohort study over 30 years

Design
Prospektive Bevölkerungskohortenstudie (30 Jahre Follow-up)
Stichprobe
n = 591 Pat.
Kernaussage

Adoleszenter Cannabiskonsum erhöht das Risiko für Depression und Suizidalität im Erwachsenenalter signifikant, nicht jedoch das Risiko für Angststörungen.

Zusammenfassung

30-Jahres-Kohortenstudie (n=591, Zürich). Cannabiskonsum im Jugendalter assoziiert mit Depression (aOR=1.70, 95%-CI=1.24-2.32) und Suizidalität (aOR=1.65, 95%-CI=1.11-2.47) im Erwachsenenalter. Besonders erhöhtes Risiko bei Erstkonsum ≤15/16 Jahre und bei häufigem Konsum in der Adoleszenz. Kein signifikanter Effekt auf Angststörungen (aOR=1.10, 95%-CI=0.82-1.48). Alle Assoziationen unabhängig von Substanzmissbrauch im Erwachsenenalter kontrolliert.

B
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Effektstärke
Zitate / Jahr
Kosty et al. ·2017 ·Addiction
46 mal zitiert

Trajectories of cannabis use disorder: risk factors, clinical characteristics and outcomes.

Design
Prospektive Längsschnittstudie (epidemiologisch)
Stichprobe
n = 816 Pat.
Kernaussage

Drei distinkte CUD-Verlaufstypen wurden identifiziert; persistierend zunehmende Verläufe sind mit spezifischen Risikofaktoren wie männlichem Geschlecht und externalisierenden Störungen assoziiert.

Zusammenfassung

Prospektive Längsschnittstudie (n=816, Alter 14–30 Jahre); drei CUD-Verlaufsklassen identifiziert: persistierend-zunehmend, Ausreifung und stabil-niedrig; persistierende CUD assoziiert mit späterer Erstdiagnose (η²=0,16, p<0,001) und längerer CUD-Dauer (η²=0,26, p<0,001); männliches Geschlecht OR=2,57 (p=0,018) und psychotische Erfahrungen (Cohen's d=0,44, p=0,016) als Risikofaktoren für persistierend-zunehmende Klasse.

B
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Verblindung
Effektstärke Kein Nutzen
Zitate / Jahr
Auther et al. ·2012 ·Psychological Medicine
99 mal zitiert

Prospective study of cannabis use in adolescents at clinical high risk for psychosis: impact on conversion to psychosis and functional outcome.

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 160 Pat.
Kernaussage

Lebenslanger Cannabiskonsum erhöhte die Psychosekonversionsrate bei klinischen Hochrisikoprobanden nicht und war mit besserer sozialer Funktionsfähigkeit assoziiert.

Zusammenfassung

CHR-Jugendliche (Alter 12–22 Jahre, n=101 CHR+, n=59 HC), Follow-up 2,97 Jahre; geringe bis moderate lebenslange Cannabis-Nutzung kein signifikanter Prädiktor für Psychose-Konversion (logistische Regression, n=15 Konvertierende); kein negativer Effekt auf soziale oder Rollenfunktion — kein erhöhtes Risiko bei niedrig-moderatem Konsum.

B
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Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Barrigón et al. ·2010 ·Journal of Psychiatric Research
37 mal zitiert

Temporal relationship of first-episode non-affective psychosis with cannabis use: a clinical verification of an epidemiological hypothesis.

Design
Klinische Kohortenstudie (Fall-Kontroll)
Stichprobe
n = 112 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum ist unabhängig von anderen Substanzen signifikant mit einem früheren Erstauftreten einer nicht-affektiven Psychose assoziiert (HR 2,66).

Zusammenfassung

n=112 Patienten mit erster nicht-affektiver Psychose; Cannabis-Nutzung in der Adoleszenz war signifikant mit früherem Psychose-Onset assoziiert (Hazard Ratio 2.66, 95% CI 1.74–4.05, p<0.001); Dosis-Wirkungs-Beziehung: je früher der Beginn der intensivsten Cannabisnutzung, desto früher der Psychose-Onset (medianes AOPT 23.5 vs. 33.5 Jahre).

B
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Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Houston et al. ·2008 ·Schizophrenia Bulletin
163 mal zitiert

Childhood sexual abuse, early cannabis use, and psychosis: testing an interaction model based on the National Comorbidity Survey.

Design
Querschnittsstudie (National Comorbidity Survey)
Stichprobe
Kernaussage

Die Kombination von sexuellem Kindheitstrauma und frühem Cannabiskonsum erhöht das Psychoserisiko multiplikativ signifikant gegenüber den Einzelfaktoren allein.

Zusammenfassung

Große Community-Stichprobe (NCS); binäre logistische Regression; Interaktion zwischen frühem Cannabiskonsum (<16 Jahre) und sexuellem Kindheitstrauma auf klinisch erfasste Psychose-Diagnosen: Interaktionsterm OR=6.93 (95%-KI 1.39–34.63, p=.02); bei Jugendlichen mit frühem Cannabis (<16 J.) stieg das Risiko durch sexuelles Trauma auf OR=11.96 (95%-KI 2.10–68.22, p=.01). Kein signifikanter Haupteffekt für Cannabis allein.

B
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Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Gage et al. ·2014 ·Psychological Medicine
94 mal zitiert

Associations of cannabis and cigarette use with psychotic experiences at age 18: findings from the Avon Longitudinal Study of Parents and Children

Design
Prospektive Kohortenstudie
Stichprobe
n = 1.756 Pat.
Kernaussage

Der Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und psychotischen Erlebnissen wurde durch Adjustierung für Tabakkonsum und anderen Drogengebrauch erheblich abgeschwächt und verlor die statistische Signifikanz.

Zusammenfassung

ALSPAC-Kohorte (n=1.756 Jugendliche, 16–18 Jahre): Cannabiskonsum im Alter 16 war mit psychotischen Erlebnissen im Alter 18 assoziiert (OR=1,48, 95% CI 1,18–1,86); Assoziation nach Tabak-Adjustierung attenuiert (OR=1,27, 95% CI 0,91–1,76); Trennbarkeit von Cannabis- und Tabakeffekten methodisch problematisch da nahezu alle Konsumenten Cannabis mit Tabak verwendeten.

B
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Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
London-Nadeau et al. ·2021 ·Journal of Abnormal Psychology
22 mal zitiert

Longitudinal associations of cannabis, depression, and anxiety in heterosexual and LGB adolescents.

Design
Longitudinale Kohortenstudie (Cross-Lagged-Panel)
Stichprobe
n = 1.430 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum und Depressions-/Angstsymptome zeigen kleine bidirektionale Zusammenhänge, mit deutlich stärkeren Assoziationen bei LGB-Jugendlichen im Sinne möglicher Selbstmedikation.

Zusammenfassung

Longitudinale Kohortenstudie (n=1.430 Jugendliche, Alter 13–17 J., Quebec Longitudinal Study) untersuchte Cannabiskonsum-Risiken in der Adoleszenz via Cross-Lagged-Modelle. Cannabis mit 13 Jahren sagte Angstsymptome mit 15 und 17 Jahren signifikant voraus; Depressionssymptome mit 15 Jahren sagten Cannabiskonsum mit 17 Jahren voraus (bidirektionale Assoziation, p<0.05 nach Kontrolle für Alkohol, Zigaretten, andere Drogen). Sexuelle Minderheiten (LGB) zeigten substanziell größere Effekte: deutlich stärkere Depression-15→Cannabis-17-Assoziation sowie negative Assoziation Angst-15→Cannabis-17. Befunde weisen auf Selbstmedikations-Dynamiken in einer vulnerablen Jugend-Subgruppe hin; Effektgrößen gesamt klein.

B
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Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
French et al. ·2015 ·JAMA Psychiatry
176 mal zitiert

Early Cannabis Use, Polygenic Risk Score for Schizophrenia and Brain Maturation in Adolescence

Design
Kohortenstudie
Stichprobe
n = 1.030 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum in der frühen Adoleszenz ist bei männlichen Jugendlichen mit hohem polygenetischen Risikoscore mit verminderter Hirnrindenstärke assoziiert, was auf einen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und genetischem Schizophrenie-Risiko bei der Hirnreifung hindeutet.

Zusammenfassung

n=1.030 Jugendliche, frühes Cannabis-Onset assoziiert mit dünnerer kortikaler Hirnreifung bei Individuen mit hohem polygenetischem Schizophrenie-Risiko-Score (p0.01), keine Assoziation bei niedrigem PRS, unterstützt Gen×Umwelt-Interaktion bei Psychose-Risiko.

B
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Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
van Gastel et al. ·2014 ·Schizophrenia Research
37 mal zitiert

Change in cannabis use in the general population: a longitudinal study on the impact on psychotic experiences.

Design
Longitudinale Kohortenstudie
Stichprobe
n = 705 Pat.
Kernaussage

Abnahme des Cannabiskonsums geht mit weniger psychotischen Erlebnissen einher, Zunahme mit mehr Positivsymptomen, nicht jedoch mit Negativ- oder Depressionssymptomen.

Zusammenfassung

Longitudinale Studie in jungen Erwachsenen (N=705, Alter 18–27 Jahre): Zunahme des Cannabis-Konsums signifikant assoziiert mit Anstieg psychotischer Positivsymptome (β=0,07; p=0,02). Abnahme des Konsums assoziiert mit Abnahme psychotischer Gesamterfahrungen (β=−0,096; p=0,01). Ergebnisse konsistent mit cannabis-induzierter Psychose-Vulnerabilität in der Jugendentwicklungsphase.

B
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Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Bidwell et al. ·2014 ·Drug and Alcohol Dependence
59 mal zitiert

Childhood and current ADHD symptom dimensions are associated with more severe cannabis outcomes in college students.

Design
Querschnittstudie
Stichprobe
n = 376 Pat.
Kernaussage

ADHS-Symptomdimensionen, insbesondere Unaufmerksamkeit, sind unabhängige Prädiktoren für schwerere cannabisbezogene Outcomes bei jungen Erwachsenen.

Zusammenfassung

Querschnittstudie an n=376 College-Studierenden: aktuelle und kindheitliche ADHS-Unaufmerksamkeitssymptome unabhängig assoziiert mit schwereren Cannabis-Outcomes (CUD, Craving, Problemkonsum) im jungen Erwachsenenalter (p<0,01); kindheitliche Hyperaktivitäts-/Impulssymptome mit früherem Cannabiseinstieg (p<0,01). Zusammenhang bestehen nach statistischer Kontrolle komorbider Psychopathologie.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Auther et al. ·2015 ·Acta Psychiatrica Scandinavica
46 mal zitiert

Alcohol confounds relationship between cannabis misuse and psychosis conversion in a high-risk sample.

Design
Prospektive Kohortenstudie (multisite)
Stichprobe
n = 370 Pat.
Kernaussage

Cannabis-Missbrauch prädizierte Psychose-Konversion, dieser Effekt wurde jedoch durch Alkoholkonsum konfundiert und verlor nach Adjustierung an Stärke.

Zusammenfassung

Jugendliche/junge Erwachsene (CHR-Kohorte, mittleres Alter 18,3 Jahre, N=370); Cannabis-Missbrauch (CA/CD) vs. keine Nutzung: signifikant höhere 2-Jahres-Psychose-Konversionsrate (p=0.031); nicht-beeinträchtigende Nutzung zeigte keinen erhöhten Konversionseffekt — differenziertes Risikoprofil bei Adoleszenten.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Otten et al. ·2013 ·Addiction Biology
33 mal zitiert

Testing bidirectional effects between cannabis use and depressive symptoms: moderation by the serotonin transporter gene

Design
Longitudinale Kohortenstudie
Stichprobe
n = 310 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum steigert depressive Symptome nur bei genetisch vulnerablen Jugendlichen (5-HTTLPR-Kurzallel), nicht bei allen.

Zusammenfassung

Longitudinale Kohortenstudie (n=310 Jugendliche, 4 Jahre) zu Cannabiskonsum und depressiver Entwicklung in der Adoleszenz. Früher Konsum erhöht das Risiko depressiver Symptome signifikant – ausschließlich bei genetisch vulnerablen Jugendlichen (5-HTTLPR kurzes Allel). Parallelwachstumsmodell belegt: Cannabis → Anstieg depressiver Symptome über Zeit (p<0.05). Keine umgekehrte Kausalität nachweisbar.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Meier et al. ·2015 ·Drug and Alcohol Dependence
113 mal zitiert

Associations of adolescent cannabis use with academic performance and mental health: A longitudinal study of upper middle class youth.

Design
Prospektive Längsschnittstudie
Stichprobe
n = 254 Pat.
Kernaussage

Persistenter Cannabiskonsum war mit niedrigerer Schulleistung und mehr externalisierenden, nicht jedoch internalisierenden Symptomen assoziiert, wobei die Effekte nach Kontrolle für Alkohol- und Tabakkonsum nicht mehr signifikant waren.

Zusammenfassung

4-jährige Längsschnittstudie (n=254) zu adoleszentem Cannabiskonsum und Entwicklungsoutcomes: persistenter Konsum assoziiert mit niedrigerem Notendurchschnitt (β=-0.18, p=0.006), niedrigerem SAT-Score (β=-0.13, p=0.038) und stärkeren externalisierenden Symptomen (β=0.29, p<0.001) in der 12. Klasse. Keine signifikante Assoziation mit internalisierenden Symptomen (β=0.04, p=0.53). Effekte nach Kontrolle für Alkohol/Tabak nicht mehr signifikant — SES-Confounding ausgeschlossen.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Harley et al. ·2010 ·Psychological Medicine
208 mal zitiert

Cannabis use and childhood trauma interact additively to increase the risk of psychotic symptoms in adolescence.

Design
Populationsbasierte Querschnittsstudie
Stichprobe
n = 211 Pat.
Kernaussage

Die Kombination aus Cannabiskonsum und Kindheitstraumata erhöht das Risiko psychotischer Symptome im Jugendalter über das additive Maß beider Einzelrisiken hinaus.

Zusammenfassung

n=211 Jugendliche (12–15 Jahre), populationsbasiert; Cannabisgebrauch allein und Kindheitstrauma allein erhöhten jeweils signifikant das Risiko für psychotische Symptome; Kombination aus frühem Cannabisgebrauch + Kindheitstrauma erhöhte das Risiko für psychotische Symptome stärker als additiv erwartet (Greater-than-additive-Interaktion). Implikation: Cannabis-Prävention bei traumatisierten Jugendlichen als Hochrisikogruppe.

B
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Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Solowij et al. ·2011 ·Psychopharmacology
230 mal zitiert

Verbal learning and memory in adolescent cannabis users, alcohol users and non-users.

Design
Querschnitts- und prospektive neuropsychologische Studie
Stichprobe
n = 181 Pat.
Kernaussage

Jugendlicher Cannabiskonsum ist mit signifikanten Beeinträchtigungen des verbalen Lernens und Gedächtnisses assoziiert, vergleichbar mit Defiziten bei erwachsenen Langzeitkonsumenten.

Zusammenfassung

n=181 Jugendliche (52 Cannabis-Nutzer, 67 Alkohol-Nutzer, 62 Kontrollen, Alter 16-20 Jahre); Cannabis-Nutzer erinnerten signifikant weniger Wörter (p<0.001), zeigten beeinträchtigtes Lernen (p<0.001), Retention (p<0.001) und Abruf (p<0.05); Cohen's d 0.43–0.84 vs. Kontrollen. Stärke des Defizits korreliert mit Dauer, Menge, Häufigkeit und Einstiegsalter des Cannabis-Konsums.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Klarer Nutzen
Zitate / Jahr
Ehrenreich et al. ·1999 ·Psychopharmacology
391 mal zitiert

Specific attentional dysfunction in adults following early start of cannabis use.

Design
Querschnitts-Kohortenstudie
Stichprobe
n = 148 Pat.
Kernaussage

Frühbeginn des Cannabiskonsums (vor dem 16. Lebensjahr) ist mit spezifischen, persistenten Beeinträchtigungen der visuellen Scanning-Reaktionszeit im Erwachsenenalter assoziiert.

Zusammenfassung

Querschnittsstudie (n=99 reine Cannabiskonsumenten + n=49 Kontrollen, ausgewählt aus 250 Konsumenten). Früher Konsumbeginn (<16 Jahre; n=48) führte zu signifikant verlängerten Reaktionszeiten im visuellen Scanning vs. Spät-Beginner (>16 Jahre; n=51) und Kontrollen (p<0.05). Andere Aufmerksamkeitsfunktionen (Alertness, geteilte Aufmerksamkeit, Flexibilität, Arbeitsgedächtnis) nicht beeinträchtigt. Einziger Prädiktor war das Einstiegsalter, nicht Gesamtdosis oder THC-Spiegel. Befund stützt persistierende neurokognitive Vulnerabilität durch peripubertalen Cannabiskonsum.

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Baeza et al. ·2009 ·Schizophrenia Research
114 mal zitiert

Cannabis use in children and adolescents with first episode psychosis: influence on psychopathology and short-term outcome (CAFEPS study).

Design
Prospektive Kohortenstudie (6-Monats-Follow-up)
Stichprobe
n = 110 Pat.
Kernaussage

Cannabiskonsum korreliert mit stärkeren Positivsymptomen bei Erstpsychose, Abstinenz geht jedoch mit der besten symptomatischen Verbesserung nach 6 Monaten einher.

Zusammenfassung

n=110 Kinder und Jugendliche (9–17 Jahre) mit Erstepsychose; Prävalenz Cannabis-Konsum 29,1% (Alkohol 21,8%, Kokain 8,2%). Cannabis-Konsum sank nach 6 Monaten (p=0.004). Jugendliche mit Cannabis-Konsum zeigten initial stärkere PANSS-Positivsymptomatik (p=0.002); Abstinenz im Verlauf war mit bestem psychopathologischem Outcome assoziiert (PANSS total p=0.002). Daten belegen Relevanz von Cannabis-Konsum für Psychopathologie und kurzfristigen Verlauf bei jugendlicher Erstepsychose.

B
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Verblindung
Effektstärke Schaden
Zitate / Jahr
Fergusson et al. ·2008 ·Addiction
519 mal zitiert

Cannabis use and later life outcomes.

Design
Prospektive Längsschnittstudie (Geburtskohorte)
Stichprobe
Kernaussage

Steigender Cannabiskonsum in Adoleszenz und frühem Erwachsenenalter ist mit einer Reihe adverser Lebensergebnisse (Bildung, Einkommen, Beschäftigung, Lebenszufriedenheit) assoziiert.

Zusammenfassung

Neuseeländische Geburtskohorte bis Alter 25; zunehmender Cannabiskonsum im Jugendalter assoziiert mit niedrigerem Bildungsabschluss (p<0,0001), geringerem Einkommen (p<0,01), höherer Sozialhilfeabhängigkeit (p<0,0001), höherer Arbeitslosigkeit (p<0,0001) und geringerer Lebenszufriedenheit (p<0,0001) — alle Assoziationen nach Adjustierung für Störvariablen (Familienstruktur, psychische Erkrankungen, andere Substanzen) statistisch signifikant (p<0,05).

B
Größe
Verblindung
Effektstärke Gemischt
Zitate / Jahr
Wallace et al. ·2019 ·Archives of Clinical Neuropsychology
42 mal zitiert

Effects of Cannabis Use and Subclinical ADHD Symptomology on Attention Based Tasks in Adolescents and Young Adults

Design
Querschnittstudie (Beobachtung)
Stichprobe
n = 72 Pat.
Kernaussage

Cannabisnutzer zeigten eine signifikant verlangsamte Reaktionszeit im CPT; subklinische ADHS-Symptome trugen nicht zu Aufmerksamkeitsdefiziten bei.

Zusammenfassung

n=72 Jugendliche/junge Erwachsene (Cannabis-Nutzer n=34, Kontrollen n=38); Cannabis-Konsum signifikant assoziiert mit langsamerer CPT-Reaktionszeit (Aufmerksamkeit); subklinische ADHS-Symptome sagten Defizite nicht vorher und moderierten Cannabis-Effekte nicht; Aufmerksamkeitsdefizite bei Cannabis-Nutzern primär substanzbedingt.